Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 384 (sequence 402)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Dichter J. L. Perez als Schilderer des ostjüdischen Lebens. Vortrag vom „Komitee zur Aufklärung über die Ostjuden tf veranstaltet am 24. Februar 1916. Von M. Grunwald. Eines Tages d. J. 1914 brachten die Tagesblätter die Nachricht, daß der Sekretär der Warschauer Judengemeinde. Jizchok Leib Perez , gestorben sei, der sich als jüdischer Dichter einen Namen erworben habe. Bis dahin war uns sein Name in den Zeitungen, außer in der jüdischen Publizistik, nicht begegnet, und sein Tod wurde uns geschildert, wie der irgend eines exotischen Dichters, der abseits von den kultivierten Wegen der Weltliteratur seinen einsamen barbaresken Pfad gewandelt ist und höchstens als Kulturkuriosität unsere Beachtung verdient. Seitdem, im Verlaufe der letzten Jahre, haben sich aber doch immer eingehender die Zeitungen und Zeitschriften des Westens mit Perez beschäftigt. Seine Schriften liegen ja seit längerer Zeit in deutschen Übersetzungen vor. Die Übersetzung Zuckermanns von einem Drama des Dichters Perez lenkte die Aufmerksamkeit von der Person des Übersetzers auf den Autor des Originals, und vor einigen Jahren brachte die Wiener „Arbeiterzeitung" in deutscher Übertragung eines der schönsten Märchen von Perez. In einem Nachworte wurde der Dichter von dem Übersetzer als ein edler und warmer Vorkämpfer der Arbeiter gepriesen. Schon diese Bemerkungen ließen darauf schließen, daß wir es in Perez durchaus nicht mit einer weltfremden peripheren Erscheinung zu tun haben. Ein Blick in seine Schriften vollends