Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 288 (sequence 303)
- Language
- German
- Belongs to
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288 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. Die Erwähnung der Defäkation in dieser Überlieferung läßt die Annahme zu, es sei an Homosexualität mit kultischem Charakter gedacht, denn einerseits gilt tatsächlich noch heute die Annahme, die Defäkation könne als Äußerung perversen Sexualempfindens auftreten, andererseits wird sie als die Verehrungsart des biblischen Baal Peor1) angesehen, wo jedoch von Homosexualität nicht die Rede ist2). Doch dürfte eine derartige Annahme, da ja sonst von keiner Seite das kultische Moment an der Perversität Sodoms betont wird, nicht haltbar sein. Die Sage, die Sodomiten seien von Iblis zur Homosexualität verführt worden, ist sicher erst lange nach Mohammed aufgekommen: * 2& B)*^?fc>U ^13^1ao5 ii ^UtXs p&si tj^jp g ^Lj! jjA-uJbl ^3 ,,Iblis kam zu ihnen in der Gestalt eines Knaben und lud sie ein, sich seiner zu bedienen und dann wurde ihnen das zur Gewohnheit." Mohammed hat in der Verurteilung der Perversität es gänzlich unterlassen, den Grund der Verabscheuung anzugeben, besonders aber das Moment der Widernatürlichkeit hervorzuheben. Er bezeichnet sie schlechtweg als 4)&.A:>l5, welcher Ausdruck ebenso für Ehebruch gebraucht wird5), und nennt das Volk einmal ^ji^w*, welches gleichfalls allgemein für jeden Sexualexzeß gelten kann und einmal was für die Hand- 1) Numeri XXV. 5) Sanhedr. 64a D"lS*b -ntön 'TSWttö Dbtf p NüiDÜ STÖStt l"r\ ttb ton n^ni o:dkiü 19 -jn^n ib riTON wsb i^ipttiö Tro nnN «wn nb ton nrN ■hitt» Nbi ib r.TON nstnt össnu) -^TOf» hn CjN -pobp/3 üiuDy TniM -nrn iftainn nrpn v:^ im '"pb rrrpN pb "IT TJ^tB tHN rrtt Nb übivn O^TONI ib. „Es ereignete sich, mit Sabta b. Elias, der einmal seinen Esel an eine Heidin vermietet hatte: Als die beiden zu einem Peortempel kamen, sagte die Heidin zu ihm: „Warte, bis ich herauskomme". Er antwortete: „Warte lieber du, bis ich herauskomme". Sie sagte: „Du bist doch ein Jude". Hierauf er: „Was kümmert's Dich?" Er ging hinein, entblößte sich vor der Peor- Statue, (defäzierte) und reinigte seinen After an der Nase des Götzenbildes; da pries ihn die Peor-Gemeinde und rief aus: Bis nun hat es kein Mensch verstanden, dem Peor in so trefflicher Weise zu dienen." 3) El Balki, 1. c. S. 59. 4) S. XXIX, 27 u. a. 5) S. IV, 19.