Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 289 (sequence 293)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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284 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. Giessen 1907, p. 128, 4x). Die von uns im Anhange veröffentlichten Zaubertexte und Beschwörungen liefern ebenfalls Beweise, die diesen Brauch bestätigen. Um den Meeressturm zu beschwichtigen, empfiehlt nämlich ein altes Zauberbuch, eine Scherbe von einem neuen Topf oder einen neuen Topf ins Wasser zu werfen. Das Mittel, wie die Ausführung der Beschwörung zeigt deutlich, daß die alte Vorstellung des apotropäischen Brauches bis ins späte Mittelalter erhalten geblieben ist (vgl. Text I). Wenn unsere Vermutung richtig ist, finden wir eine Anspielung auf die Agada auch noch in einem alten Formular für JTIJPDp (Amulette), das wir im Text II besprechen. Weder die Erklärer der Tosefta, noch die Folkloristen scheinen diese Stelle beachtet zu haben. Wir erlauben uns aber noch auf eine zweite Stelle hinzuweisen, die vom Gebrauche des Zerors handelt und in diesen Zusammenhang gehört. R. Chisda, der die Barajta sicherlich kannte, erzählt vom Tempelbau Davids. David fragte: Gibt es hier einen Mann, der Bescheid weiß, ob man den Gottesnamen auf eine Scherbe schreiben darf oder nicht? und ob man dieselbe in den „Tehom" werfen darf? Scherbe und Kieselstein, d. h. KSDn und THE, wechseln oft in diesen Texten miteinander ab. Achitofel kam und erlaubte es (vgl. b. Sukka, 53a, Maccoth IIa). R. Simon ben Lakisch erzählt die Geschichte mit einigen nicht unwesentlichen Varianten (j. Sanh. 29a Midr. Samuel 26b). Die palästinensische Version erscheint in einer wohl ganz jungen Kollektion von Erzählungen, die aber auf ältere Quellen zurückgeht. Wir heben folgende Motive der sogenannten Barajta hervor: a) Gott setzte bei der Schöpfung einen Zeror auf die Öffnung des „Tehoms", damit das Wasser nicht die ganze Erde bedecke. Auf dem Zeror hatte Gott den Gottesnamen eingraviert in 48 Formen. Der Zeror besiegte also die Kraft des Wassers. b) Die Arbeiter beim Tempelbau graben im Auftrage Davids, damit sie einen reinen Ort fänden. David ist bis zum Tode betrübt, als die Arbeiter den Zeror finden. 1) S. noch Archiv für Religionswissenschaft; XX, 237.