Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1923
- Issue
- Jahrbuch (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 205 (sequence 209)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Aus Hausapotheke und Hexenküche. 201 über meine Frau N. N., noch über unsere Nachkommen, die bereits geborenen wie die, die erst geboren werden sollen, sogleich von heut an bis in Ewigkeit. Es sei euch kein Teil und keine Berührung mit unserer Sippe von heut bis in Ewigkeit; dreimal „necach", dreimal „amen". Dann sprenge von dem Wasser unter dem Bette auf das Bettuch. Am morgen gehen beide vor eine Wohnung außerhalb des Judenviertels, lesen dreimal neue Steine auf und mit dem 27. Stein schütten sie das Wasser aus und zerbrechen den Topf, sie sprechen dreimal obige Beschwörung und fügen hinzu: „Im Namen des großen heiligen und reinen Fürsten J-'a-h-sch und schließen: „So wie dieses Wasser nicht zurückkehrt auf unsere Seite, so soll auch euch, Ihr Namen keine Gewalt oder Berührung sein mit uns N. N. und N. N., sowie unseren Nachkommen, den geborenen sowie künftigen..." 115. Ein loses Vorsatzblatt eines kabbalistischen Siddurs mit einem lagernden Löwen im Mittelfelde, darunter die Worte „gur arjeh Jehuda", darüber das Bild der Vision Ezechiels, gezeichnet von F. Griselini Scol.: Venezia. Notiz: (hebr.) mir zum Geschenk von einem Venezianer 5527 (= 1767). In diesem Gebetbuch wirst du einige Kawwanoth (etwa Deutungen) finden, die ich aus dem Siddur ha-kawwanoth des göttlichen Kabbalisten B"kh kopiert habe, der die Kronen der Thora, des Priestertums und des Königtums erhalten hat, von den Königen das Wohlgefallen, er besitzt die Weisheit der Kabbala, die er sich erwählte. Unterschrift: Mosche Zacuto1) (zekuth Levi m"z-l), Sohn des großen Rabbiner Elijahu Ha-levi, Gott beschütze und erhalte ihn! Amen. Gleichfalls loses Blatt: 116. Gedächtnis zu stärken und Verstand des Kindes zu wecken nach dem Brauch der Weisen Spaniens und Frank- 1) Uber ihn s. Jew.-Encycl. — Unter seinen Quellen zitiert Joh. Guper in seiner „Medicina domestica" (Augsb. 1679) „Zaeutus"; S. 220 das. („Von der Frauen-Milch"): „Mit dieser Kunst hat ein Jud zu Venedig gar vielen in 12 Tagen geholfen, welche bis in die 40 Jahre übel gehört hatten." Es ist eine der bekannten „Dreckapotheken*, in denen mit Tiergliedern, Tierkot, Metallen usw. operiert wird.