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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1907-01-01 · 4 (1907) · p. Seite 120

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Folge. Dritter Jahrgang (1907)
Issue
4 (1907)
Date
1907-01-01
Page
Seite 120 (sequence 26)
Language
German
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— 120 — koche es am Feuer und sobald das Wasser zu sieden beginnt, stecke das Messer hinein und dann wasche das kranke Kind mit seiner „Windel" oder seinem Kleide. Alsdann lege das Kleid und die „Windel" in das Wasser und stelle es ans Wasser zum Kochen. Sobald es zu sieden beginnt, stich mit dem Messer in das Wasser und in die Windel und sprich: „So wie ich dies durchstec he so sollen die „Aeusseren" (D^ISViri) und alle Schedim und Geister den Zauberer oder die Hexe durchbohren, die diesem Kinde N. N. geschadet haben D. h. m. G. H. (= Das hilft mit Gottes Hilfe.) 14) Y'p Oder: Nimm ein „Hufeisen* und glühe es tüchtig, tue es so in scharfen Essig und lege es raucheud dem Kranken auf den Leib. Dreimal muss man es glühend machen und löschen. 15) N/7Dp Oder: Von R. Joel Balschem: Räuchere den Kranken mit folgenden Kräutern 7 Nächte lang: „Herschenzung, PIDI^TD, Gilden widerschan, schirling, Bienenwachs, Kamillen, Artimus, Eisenkraut". Nimm von jedem und räuchere ihn 7 Nächte mit den Kleidern vor dem Schlafe. 16) Y^p Wenn du wissen willst, ob ein Leiden vom bösen Auge herrührt: Nimm ein neues Messer und lege es dem Kranken, ohne dass er es weiss, unter das Kopfkissen, wenn das Messer mit „rost" bedeckt wird, dann trifft die Vermutung zu. Zur Heilung nimm dieses Messer und schneide damit ein ganzes Brot an, schneide dem Kranken die Nägel an Händen und Füssen, tue sie in die Brotschnitte und lasse dies einen Hund bezw. bei einem weiblichen Kranken eine Hündin fressen. Dies wiederhole 3 Tage nacheinander. 17) tD/7Dn Haarwuchs erzeugen. Zerreibe Gerstenbrot zu Staub und tue ein wenig Salz und „Bärenschmalz" dazu. Das ist die Salbe dazu. 18) y77n Haarwuchs bei Frauen zu verhindern — so geschieht es im Lande der Äthiopier —: ein Stück Gold kommt ins Feuer, bis es weiss glüht, und dann brennen sie ihre Töchter an den Stellen, an denen sie den Haarwuchs hindern wollen. Sodann bestreicht man sie mit „Rosenöl" oder mit „Violenöl", nach 24 Stunden wiederholt man die Prozedur. 19) N/7yn Gegen das „Ausfallen" der Haare. 20) n/7yn Ein Glied ohne Schmerzen zu schneiden. Man bade es in „Schirlingsaft" oder in „Witrichsaft". 21) Y'ytP In der Nacht wie bei Tage zu sehen: bestreiche die Augen mit Fledermausblut. 21 a) Gunst zu finden. „sag über einen brunnen zu morgens früh nüchtern — und wasch dir dein" Gesicht - folgende Namen dreimal — „es muss aber ein brunnen sein, der quellt" —: Artimus, Witrimus, Cargilus, Chasdiel, Joriel, Ohaniel, gebt mir Gunst und Gnade in den Augen des N. N. von heut und in Ewigkeit. Amen. Sei ah. 22) 3Dttf — n77Dti> Jemanden rasch trunken machen. 23) i^DtP Nie trunken zu werden: Iss vorher „gebraten Ziegengeling". 24) y7D^ Oder: Iss früh auf nüchternen Magen bittere Mandeln. 25) n/7Dt£> Oder: Trinke „Wermutbier". 26) tD/7Dtt> Jemanden zu ernüchtern: gib ihm Essig zu trinken. 27) y/7ti> — 177yt2> Ähnliches.

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