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Jüdische Presse · 1936-09-16 · 33 (16.9.1936) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
22 (1936)
Issue
33 (16.9.1936)
Date
1936-09-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Vin. 4117, Berlin Nr. 122.619. oRGsn für 016 imeRessen oee orthodohgo juDentums Rosch Hasihonoh 5697 Es scheint, daß die schweren Leiden, die unser Volk auf dem Erdenrund plagen, end« lieh doch in weiteif Kreisen die Erkenntnis haben reifen lassen, daß das Schicksal Israels unbedingt, hiit seiner Treue zu G־tt verbunden ist. Viele unserer Glaubensgenossen, aife durch den Druck und durch die Umgebung dem praktischen Judentum entfremdet worden sihd, wenden sich wieder nach und nach der Religion zu und finden in der Hebung ihrer Vorschriften Beruhigung, Befriedigung und Hoffnung auf eine bessere Zukunft» Die zahllosen Gelegenheiten, die uns die Notlage allenthalben, nicht zuletzt in Erez Jisroel, gibt, echt jüdische Hilfsbereitschaft zu üben und uns immer mehr und mehr der jüd|sdHen Ethik anzupassen, konnten doch die Hoffnung berechtigt er« scheinen lassen, dgß^das Schicksal Gesamtjudas sich bessern wird. Schließlich und end« lieh hat speziell die Notlage in Erez Jisroel zahlreiche Juden, die bis jetzt abseits standen, dazu gebracht, sich lebhaft für die Aufbauarbeit Erez Jisroels zu interessieren, dafür Opfer zu bringen und insbesondere die Tendenz zur Errichtungeines religiösen Erez Jisroels zu fördern. Auch ib!Rußland scheint sich eine kleine Erleichterung für die religiöse Not yorzübereiten. Endlich dürfte sich auch hoffentlich die Lage unserer gedrückten Glaubens« genossen 1in D eutsc|h 1 a n d insofern bessern, als die internationale Welt immer mehr zur Er« kenntnis kommt, daß deren Behandlung einen Hohn auf die menschliche Zivilisation bildet und daß .etwas;.geseiften; muß,־ um ihre furchtbare Lage auf die eine oder andere Weise halb־־ wegs menschlich zu gestalten. ״ Speziell' in W i -e n haben wir dank der aufstrebenden Gestaltung all unserer Verhält־־ bessert, so steht zu hoffen, daß sich auch die große Not unter unseren •Glaubensgenossen mildern wird und daß wir die nötigen großen Opfer für die Erhaltung unserer religiösen: Institutionen werden bringen können und uns aufsteigend in der Entwicklung unseres reli־־ giäsen Lebens bewegen werden. Unsere wichtigste Aufgabe ist, unter loyalster Anpassung an die staatlichen und kommunalen Bedürfnisse für die Entwicklung unseres religiösen Schulwesens sowie für alle unsere religiösen. Institutionen Opfer zu bringen, um unsere Pflicht als loyale Staatsbürger und gute Juden ehrlich zu erfüllen. Möge das Jahr 5697 für Oesterreich und die Judenheit ein glückliches sein. , ״,. ״ * » ״,t לשנה טוני! תכתבו ותהתטו Wol$ p,0ftj*ef1Ueün ,,Tag des Gedenkens" ״Dies ist der Tag, da Du Dein Werk begonnen, Erinnerung an den ersten der Tage!“ Am ersten Tischri ist der Mensch geschaffen worden. In den zwölf Stunden dieses Tages rollte sein Schicksal ab. In der ersten faßte der Schöpfer den Entschluß, das Menschenwesen in die Welt zu setzen. In der zweiten gab er den Engeln des Dienstes davon Kunde. In den folgenden Stunden sammelte er den Stoff, bereitete und bild e t e er ihn, um ihm in der sechsten Stunde G estalt zu geben. Dann hauchte der Meister seinem Werke Leben und Geist ein, brachte es hierauf: ins Eden und gab ihm sein Gebot. In der zehnten Stunde übertrat der Mensch dieses Gebot, in der elften wurde er gerichtet und in der zwölften, der letzten, h u 1 d voll begnadigt- (Midrasch). ״Erinnerung an den ersten der Tage!“ Des .Urvaters Werden und Sein wiederholt sich an jeder Frucht seines Samens. Und so ziehen vor dem Auge des Allschauenden die zwölf Stunden des Tages vorbei, die 'der Menschseih/L^lfen nennt: die erste Stunde, in der der Schöpfer seiner Welt ein neues Wesen verhieß; die zweite Stunde, in der er zwei Menschen zum Dienst daran auf rief; die Stunden, wo der her an wachsende Mensch den Stoff s amm.elte zu seinem inneren Leben, ihn aufnahm und w e i t e r b i 1 d e t e, bis er festgefügte Gestalt in ihm erlangte. Die Stunde, wo eigener Geist über den fremden Oberhand gewann, und die nächste, die den Menschen im gefahrdrohenden Eden auf des Lebens Höhe sah. Wie Fallstricke umgaben ihn nun die Pflichten und Gebote seines Menschentums; er strauchelte und fiel über dieses Menschentum — aus Menschentum.. Jetzt wird er g e r i c h t e t! In zwölfter Stunde aber wird er huldvoller G n a d e teilhaftig werden wie der Erste seines Geschlechts am ersten der Tage. ״Tag des Gerichts" ״Heute werden die Geschöpfe aller Welten zu Gericht berufen!“ Es ist ein ״furchtbarer und ernster“ Tag. An ihm wird ״aller Wesen gedacht, um sie zu bedenken zum Leben oder zum Tode“. Und auch ״den Ländern wird zugesprochen: Schwert' oder Frieden, Not oder Ueberfluß“. Werden sie vor dem prüfenden Auge des strengen Richters bestehen? Sie, die so.schrecklich in seiner Welt gehaust, die nur Krieg und Mord und Raub, Haß und Frevel, nie aber G’tt gekannt? Kann ihr Urteil-anders als auf Verdammnis lauten? ״Am Rosch-Haschono wollen die Engel des Dienstes den Herrn preisen. Allein, Er wehrt ihnen: ,Vor mir sind die Bücher des Lebens und des Todes geöffnet — die Stunde verträgt keine Hymnen!’“ (Midrasch). Jene aber, die gerichtet werden, leben den Tag unbeschwert - dahin. Sie zagen und bangen nicht,, heben nicht ihren, an der Tiefe haftenden Blick zum Stuhl des Richters flehend empor. Einzig Jisroel naht demutvoll, gebrochen und zerknirscht, als wär’s die leibhaftige Sünde dieser Welt. ‘ Der Herr aber ״schaut nicht Unrechtes in Jakob und sieht nicht Sündhaftes. in Jisroel“. Es ist rein von der Schmach der anderen. Und doch weint es, wo es R e c h t ■fordern dürfte, um Gnade. Kann sie da versagt‘׳ werden? Muß nicht die Antwort darauf auch"G n'a de statt Recht sein? Und der Allgerechte wird' zum Allgütigen und seine strenge Gerechtigkeit zu endlosem Erbarmen gegen alle. ״Tut ein Opfer!“ ist für diesen Tag geboten; nicht ״bringt dar“ wie sonst. Euer Tun ist das Opfer (Jeruschalmi, R. H. 84), das G’tt mit seiner Welt versöhnt und den Tag des Gerichts in einen Tag des Erbarmens wandelt. ״Tag der T*ruoh" ״Heil dem Volke, das der T’ruoh kundig. Im Lichte Deines Antlitzes wandeln sie, o Herr!“ Heil dem: — einem Volke, das diese Kunst versteht? Tönen die Hörner der anderen nicht lauter, schmettern ihre Trompeten nicht durchdringender als die Posaunen Jisroels? Und doch: Heil dem — einem Volke! Heil ihm, dessen Hörner nicht ii. blutigen Kriegen schallen oder in genießerischem j Spiel dem Ohre schmeicheln. Heil ihm, das im Lieh(; j Deines Antlitzes wandelt, o Herr, wenn es in seino ן Hörner stößt! Denn mit dem Schall seiner Posaunen huldigt Jisroel dem König der Welt an seinem Krönungstag. In namenloser Ehrfurcht . vor dem Allgewaltigen e rschauert es beim Ton dieser Hörner. Und — wie ihm geboten — wird der ״Tag der T’ruoh“ zum ״T a g des T’ruoh-Ge denke ns“, zur Erinnerung an die ״Stimme des Schofars“, die die Worte G’ttes am Sinai begleitete, zur Mahnung an die damals übernommenen unverjährbaren Pflichten. Dieser Sinn hat die T’ruoh nur bei einem Volke. Darum: ״Heil dem Volke, das - solcher T’ruoh kundig. Im Lichte Deines Antlitzes wandeln sie, 10 Herr!“ Und darum wird auch am Ende der Tage, wenn ״die Verlorenen im Lande Assur und die ins Land Mizrajim Verstoßenen“ heimkehren sollen, ein T’ruohklingen durch die Welt gehen. Wie verheißen ist: ״Und es wird sein an diesem Tage, da wird eine große Posaune tönen.“ Eine Posaune — wie am Tage der T’ruoh, der somit zu einem Tag der Verheißung wird. Emanuel. Geldwerth. Regelmäßiger RßiSßfflßllSt ₪Cll Polßll! Billig und bequem wie immer. Nächste Reise: 27. September, Auskünfte und Prospekte auch über den Reisedienst nach BUL- GARIEN, ENGLAND, ITALIEN. JUGOSLAWIEN, PALÄSTINA. UNGARN und andere Länder, sowie über alle Autobustoüren und Mittelmeerreisen bei DR. S. TOCKER, REISEBÜRO ״IN DIE WELT** (W. M. Renner) Wien IX, Lichtensieinstraße 2. Telephon A-I4-504 Original englische und front Stoffe für Damen und Herren Tuchiious D. Tabak I, SALZGRIES NR 5. Zu den hohen Feiertagen nur die gute Othmar Schiff-Perücke Erstklassig in Material und Ausführung, tadelloser Sitz, stets lagernd Wien I! Kärntnerring 6 Für durchreisende Damen Telephon u-43-0-16 sofort erhältlich

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