Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 1 (6.1.1928)
- Date
- 1928-01-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Novioovö vyplatne povolene riadtt post a telegrafov y Bratislava Cls. 41572411-20. Zeitungen vom Verleger versendet * Journal expgdle par 1‘edlteur.. JÜDISCHE PRESSE ORGAM FÜR DIE IHTERES8EII DES ORTHODOXE« JUDEMTUWS. Redaktion n. Administration! Wien, ».,Lcopoldi. gälte S6, 1. Stiege,!.,Stock. — Tel. 45-4-94. Tichechoslowakelt Bratislava, Postfach 140. ■nchelnt jeden Freitag. - RedakllonMchlus»; rfir Artikel Sonntag, Wr Nachrichten Montag. Abonnementsprelsei Oinrjfihrlgi Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschech. K. 70,^ Einzelnummer öst. Gr. 40, das Obrlge AasIand Z Dollar. ZihloBsen Nr Owterreich! PostsparaaesenaaitWiea, Keato . Nr. 190.4(»; für Ungarn 1 Pestsnarka8eenamt Bud»pe*t, KeatO Nr. 50.17s; fürTsdaecboalowakel: Postcparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.38S: fürJagosla1den:Postsp.-Amt Agram,Kö.N. «.217; für die Schweiz! Postscheckkonto Zürich VIII. 4117; für Deutschland! Postscheckkonto Berlin Nr. 122.6« v Nr. 1 Wien-Bratislava 6. Jänner 9928 ביה וינח״מר^ססבות י׳ג טבת ר/רפיח A4. Jahrg. Das Gespenst eines Defizits in der Finanzgebahrung der Wiener Kultusgemeinde. Sanieru^assnahmen: Kürzung der Subventionen — Erhöhung der Friedhoftaxen. ' ־ Die jahrelange •r e'׳l•I gä ö's c '•Dciizitwirtschäfi der sweitgrößten europäischen Judengemeinde wurde von uns schon oft fest-gestellt' ■u'!1d getadelt. Daß dein religiösen Niedergang auch ein f i n a n z׳i e 11 e r auf dem Fuß folgen muß, ist Jedem klar, der die innigen Zusammenhänge zwisehen Idee und Materie, zwischen’Geist und Geld kennt. Dessenungeachtet platzte die Mitteilung des Finanzrcfercnten der Wiener israelitischen Kultusgcmeinde RR. Dr. Hermann O p pe il h e i׳m, der anläßlich der jüngsten offentliehen Vorstandssitzung;kundgab,• daß die: Finanzwirtscliait der; Kultusgemeinde im. Jahre 1927 ■mit: einem Fehlbetrag von 300.000, Schilling abschloß, \vie־e:ine Boriibe, die!in chic ah««.1]gslosc; Massc. -geschlcudort wird. ׳ Die weiteren• Mitti^ung-en .;des;Fiiiaiizreferenten Waren'ebörifälls nicht sehr irpstyolk Er behauptete, •daß unter gleichbleibenden Vorhältnissen, und;;falls der Vorstand keine raschen und geeigneten Maßregeln zur Tilgung des■ Defizits beschließt, der; Abgang im Jahre 1928 ein vielfaches des diesjährigen - sein würde.; . , ׳ Welche Saniernngsmaßnalunen schlug der Finanzr!־:.׳. referent vor?;; ..; E:i n e ־ H r 11 ö h ■11 11 g d e r dir e ktcri K;11. .1 i •u sg e 111 e i 11 d c.s •te u e r 11? K e i n -c s w e g s. Der Referent sieht keine Möglichkeit ' in einer Periode der all ■ge־ ■rneinen Wir tschaf tskrisc die Kultusgcmeinde- Modenpalais tür die Dame steuern zu erhöhen, zumal’ er befurchten muß, dal! eine Erhöhung der Kiiltusgemeindesteuer die Flucht aus der Kultusgemoinde bewirken würde. , ■ Auch die Möglichkeit, durch ein. Darlehen die Finanzen der Kultusgcmeinde zu sanieren, wird von Regieruugsrat Oppenheim־, .bestritten. Nach seiner Theorie können Fehlbeträge durch .Darlehen, ri.icht ejugebracht werden.’ EinנDarlehen bei der jetzigen'Struktur ■der Kultus-.’ gemeinde käme nur auf dem .Gebiete des F r i c d h 0 f s- ■wesc 11 s,־ also etwa, bei. der. jetztim;. Bau ׳befindlichen■ ZerembnicnhalleA deren Kosten nahezu’ 2 Millionen Senillin.g betragen, in Betracht uiid da• wäre sein Vorschlag,.״ dbii Bail ujeht h-iis ‘den eine Krediloperation.,׳zu <döof:en.׳;־׳•• ׳■..;■•■• - •■—ך■' "'־ ־■! Der Friedhof bildet nämlich heute die einzige, ergiebige Quelle des Lebens für die Kultiisgeiueinde, so kann, das ,1111 verflossenen Jahr erwachsene Defizit nicht anders; gedeckt werden, als durch Erhöhung der Beerdigung נ und Grabstätteutaxen. Bei eiii'er relativ geringen Erhöhung,;betonte der Einanzrefcrcnt, die kauin 75־ Prozent Valorisevung der Friedhofsgebühren bedeuten würde, müßte• eine. .Mehr-;• ciunalimc von ■ S 300.000, also gerade hinreichend, das Defizit zu decken, erreicht werden. Dieser Vorschlag wurde auch,' allerdings nicht ohne Debatte, angenommen. Ein Parteigenosse des Firianzrcfercnten av a r'111 e in bewegten Worten vor einer Erhöhung der Fried 11 orsgebiiliren,. denn es sei zu befürchten, daß die Glaubensgenossen mm die Flucht vor dem Friedhof der Kultusgenieitidc crgreiien werden. Man , wird lieber den V c r b r e n 11 u n g s t o d wählen, wie sich der Betreffende geistreich ausdrückte, als die erhöhte Friedhofstaxe zu bezahlen. Die Furcht vor der Fi acht aus der Kultusg c ■m c i 11 d ■c r a 11• b t!1 ns ereil Ge m c i 11 d e v ä t cm d;c11׳ M u t, die Kuhnssteneru zu erhöhen. Diese Furcht beginnt geradezu grotesk zu wirken; nicht einmal die Toten sind mehr ihnen vor dieser Flnchtgeiahr sicher. D i e K 0 11 ■k u 1־ r e 11 z d cs Kr e m a t o r i u in s macht i h 11 c n d c 11 j ii d •i sehe 11 '1' o d e s u c k e r, diese a tt s g i eb i g c Quell e d e r Ex i s t c 11 z e<i n e r de r g-r ö ß t c ti j ii d i s e 11 e 11 G c rn e i n d c מ ת in Ende!10 c ■11 s t r c •i t i g. Angesichts dieser beschämenden Tatsache erachten wir es für Pflicht der jüdischen Publizistik, die .0 eff entlichkcit auizurütieln und sic. auf ein eingehenderes Studium der überaus interessanten Kapitel des Budgets der Wiener Kultusgemoinde hiiiziiweiscn. Die nicht geringe Summe von i ii n i e x 1111 a l b Millionen Schilling wurde von der KuUsgcmcindc im Jahre 1927 verausgabt. Diese ungeheure Summe sollte, falls die Kuliusgeiiiehidc!ihrer s t a f: u t a •r-ise h e 11 Bestimmung,,,entsprechen will,, für K'u 11 u s zwecke' verwendet werden. Nicht nur die statutarischen Bestimmungen verlangen;dies, sondern auch die wohlerwogenen Ubensintcrcssen der Kultusgenieinde. Solange Wien der Mittelpunkt eine!• aus vielen blühenden Provinzen bestehenden Monarchie war, ergänzte sich ■ die jüdische Bevölkerung dieser Metropole aus dem mmntcrbrochcuen Zustrom neuer Menschen, die die alte Gemeinde immer und immer mit frischen religiösen,, moralischen■■iuid materiellen Werten bereicherten. Die tiefgreifenden politischen und finanziellen Veränderungen der Nachkriegszeit haben diesen Zustrom von Wien abgelcnkt. . Die Wiener Judengomeiude muß sich fortab von sich selbst ergänzen, ihre gegenwärtigen Führer müssen fortab dafür sorgen, daß die Wiener jüdische Bevölkerimg. sich aus sich selbst regeneriert und zumindest nicht geistig und religiös verdorrt. Wo d u r c!!,׳wird solches e r r e i c 11 i'i Durch eine V c r t i c f u u g und V e r i n n c r 1 i c 11 ti ■11 g des Kult u s, durch ׳ eine 1 n t e n s i v •i e 1־ u 11 g d c r U, 111 e r- Weisung in religiösen Dingen, durch Ert ii c 111 i gu-ti g der Jugend, die für die Zukunft einer G r 0 ß g e in e i n de •in der heutigen Verf a s s n n g Wiens die a 11 e r g r ö ß te n n d s 0 r gs a rn s t e ßc a c h t u ti g b e a n spracht. | Julius Krupnik\ : Wien, VII., Kaisersirage 111^113*115 : : Telephone 92-4-02, 34-4-29 \ Anerkannt; größtes Spezialhaus Oesterreichs | שרמז כשי (תחת השגחת הרב ד ישעי פורסט שיפשוהי); : Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwiirdcn Flenn , Obcriabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisruelj Üeberall erhältlich! Alles andere kommt vom Standpunkte der Erhaltiing und der gedeihlichen Entwicklung der Gemeindc erst in zweiter Reihe. Wir müssen .mit B e d a u e r n -konstatieren, daß das Budget •der Kultusgcmeinde gerade auf c n t g e ge 11,gesetzten Prinzipien aufgebaut!ist. Nalvezu;vier F ü 11 f t c 1 der Gesamtausgaben;der Kultusgcmeinde, also nahezu v i c r e i n v I e 1־ t c 1 Millionen Schilling, gelangen iiir sicherlich sehr achtbare und wertvolle Zwecke• zur Verausgabung, aber jene Zwecke, die wir sowohl statutarisch wie praktisch als die wichtigsten, die l e b e 11 s e r h a 11 c n d c 11 Der Kauf einer Perücke׳;Ist eine Vertrauenssache! , €S«a5i€ll^® ■?,*•»«m! tzzf‘woZ s”dcke Othmar Schiffs neu erschienene Nodeausgabe hans 1 ©^^^^1^CHIF^^iefer^sel1 Jahrzehnten in Material die besten, m Mode die geschmackvollsten und im Preise der Qualität und Ausführung enhpifcbend billigsten Perücken. Die vornehmsten und eleganteren orlhodoxep jüdischen Damen aller Weltteile gehören zu den anhänglichsten Kunden Othmar Schilfs.. 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