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Jüdische Presse · 1927-05-27 · 21 (27.5.1927) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
21 (27.5.1927)
Date
1927-05-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Zeitungen vom Verleger versende?. Journal expgdie p»!,edltem•» Ul. ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion u. Administration 1 Wien, II., Leopoldsgasse 26, 1. Stiege, 1. Stock. — Tel. 45-4-94. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint Jeden Freitag. — Redaktionsschluss: für Artikel Sonntag, für Nachrichten Montag. Abonnementspreisei Ganzjährig: Für Oesterreich S 14 Tschechoslowakei tschecb. K. 70, Einzelnummer öst. Gr. 40, das übrige Ausland 2 Dollar. Zahlnogen ffir Oesterreich! Postsparkassenamtwien, Konto Nr. 13.458; ffir Polen: Postsparkassenamt Warschau, Konto Nr. 190.409; ffir Ungarn! Postsparkassenamt Budapest, Konto Nr. 50.170; für Tschechoslowakei: Postsparkassenamt Prag, Konto Nr. 53.386; ffir Jugoslawien: Postsp.-Amt Agram, Ko.N. *0.517; für die Schweiz! Postscheckkonto'Zürich VIII. 4117; ffir Deutschland: Postscheckkonto Berlin Nr. 122.619 m m a IO Wäs®-Sp««»iaw«, 27. Mai .8827:.ב*ה וי«°ד«ר7ססבורנ כ׳ה א־יר וורפ׳ז 13• Jahr^. שר מ כשי (תחת השגחת הרב ר׳ ישעי פורסטי שיפשוהל) Erzeugt unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Jesaia Fürst (Adas Jisroel) Ueberall erhältlich! Sorgfältigste Lieferung in plombierten Säcken von 1 Sack 50 kg angefangen franko Haus, ebenso in Fuhren und Waggons J U l SU i ÜSil R Kohlen- und KoksgroßhandSung Mordbahnrutschen 3. Kohlenhof Nr. 372376־ . Wien, II., Taborstraße 9 Fernsprecher ,Hr. 41rO-22 בשר hngesUI enter SulsirM Sr. Ew. Obeirabbiner S. Fürst.;wc^jßsl-'j lür die Dame Julius Kr Wien, VII., Kaisersiralje 1!1-113-115 Telephone 32-434-4-29 ,,67־ Anerkannt Srfißtes Spezialhous Oesterreichs mm!! * ר 1 Neue Wege in Amerika. Es liegt in des Menschen Natur begründet, daß ihm nur das wertvoll erscheint, was er sich' erkämpft hat oder erkämpft zu haben glaubt; was ihm als sclbstverständlichc Gabe in die Wiege gelegt worden ist, hat in seinen Augen die große Bedeutung nicht, auch wenn cs innerlich viel wertvoller ist als das Erkämpfte. Diese psychologische Grundeinstcllung dient zur Erklärung einer anscheinend großen Schwäche innerhalb der Orthodoxie; die Erscheinungen dieser Schwäche häufen sich so gewaltig, daß es publizistische Pflicht ist, darüber einmal öffentlich ztt sprechen. Es fehlt der Orthodoxie an Selbstachtung und an Achtung insbesondere den Persönlichkeiten gegenüber; welche dieses Prinzip rein und absolut verkörpern. Da spielt noch eine historische Reminiszenz eine gewaltige Rolle. Es ist noch gar nicht so lange her, daß die in alter Glaubenstreue verharrenden Persönlichkeiten von denen, die andere Wege eiligeschlagen haben, äußerst verächtlich behandelt wurden. Es galt damals für viele Orthodoxe als ein sehr erstrebenswertes Ziel, sich die Achtung der ״anderen“ zu erzwingen. Ein Rcstbestand dieses Bewußtseins der: Gedrücktheit lebt heute noch, und wenn man um Menschen wirbt, so wirbt man gerne um solche, die sich einem bisher versagt haben. Man glaubt die Achtung und Wertung der Gleichgesinnten als selbstverständlich voraussetzen zu können, und, wie oben gesagt, das Selbstverständliche gilt nicht; viel; für das Selbstverständliche scizt. mau Kräfte nicht ui Bewcgung, das Selbstverständliche glaubt man, nicht verlieren zu können und um das Selbstverständliche glaubt man, nicht werben zu müssen, denn es ist doch ein allgemeiner Grundzug des menschlichen Wesens, daß stets das Fremde in glänzenden Farben erschaut und angestrebt wird. Der Außenstehende kann es kaum ermessen, welche Schwierigkeiten diese seelische Verfassung der Aguda-Tätigkeit in den Weg gestellt hat, und es ist die Tendenz der Aguda, ihre Mitglieder zum orthodoxen Selbstbewußtscin zu erziehen; so mußte vor allen Dingen der Zustand einer unbedingten Achtung vor sich selbst erstrebt werden. Man mußte zu sich das Zutrauen gewinnen, daß es keine jiidisehe Frage gebe, die nicht durch orthodoxe Persönlichkeiten gelöst werden könnte. £>cr Weg der Organisation schien ein taugliches Mittel hierzu zu sein, weil die Kraftentfaltung, die in einer Organisation zu Tage tritt, die Leistungsfähigkeit der Orthodoxie ins rechte Licht zu setzen verhieß und Leistung Achtung erzeugt. Mau kann nicht sagen, wenn mau ganz ehrlich sein will, daß dieses Ziel bereits erreicht ist. Es gibt immer noch eine Unzahl orthodoxe Persönlichkeiten, denen es als größerer Gewinn erscheint, bei Andersdenkenden zu gelten als bei den Gesinnungsgenossen. Dies tritt vor allen Dingen da zu Tage, wo gesellschaftliche Schichtungen und infolgedessen gesellschaftlich differenzierende Formen bestehen. Mau lehnt den Verkehr mit den Gesiunungsgenossen zum Teil dort ab, wo die Kultur der Form nicht vorhanden ist, oder vielmehr man hält zuweilen die etwas große Vertraulichkeit, die alle Formen sprengt, für einen Fehler der Orthodoxie, dem man sich nicht aussetzen will. Es soll damit in keiner Weise das Verdienst der Andersdenkenden geschmälert werden, die sich mit ihren Kräften jüdischen Sachen widmen, es ist vielmehr eine innere Angelegenheit der Orthodoxie, die besprochen sein will. Von besonderer Bedeutung sind diese Erwägungen für ein Land, in dem der Personenkultus unendlich viel bedeutet und das ist Amerika. Bisher galten in Amerika Ideen nur soweit, als sie von prominenten Persönlichkeiten vertreten wurden, von solchen Menschen, die auch in der weitesten großen Welt sich einen Namen verschafft hatten. Die Orthodoxie in Amerika hat bis heute viele solche Namen nicht aufzuweisen und unter den oberen 10, welche die Stellungnahme Amerikas zu jüdischen Fragen ganz besonders beeinflussen, befindet sich kein Orthodoxer. Wenn nun die Orthodoxie sich anschickt, auch ln Amerika ihre Selbständigkeit erringen zu wollen, wenn ein Mann wie Gedalja Bublik diesem Bestreben ein wuchtiges Wort und seinen großen Einfluß leiht, so bedeutet das für Amerika einen vollkommenen Umschwung, es bedeutet das Versprechen, sich der Führung von Personen aiizuvertrauen, die ihre Geltung rein der Idee verdanken, die sie in sich verkörpern, das heißt aber eine Abkehr vom Amerikanismus. Es bedeutet einen unendlichen Sieg für die Idee der Thora, daß sie in diesem neuen Land solche Erfolge zu Wege gebracht hat. Wir sind überzeugt, daß in der Orthodoxie Amerikas unendlich viele und fleißige Kräfte schlummern, wir sind überzeugt, daß der Arnerikaner, wenn er sich erst einmal zur Selbständigkeit der Orthodoxie als Idee durchgerungen hat, sehr ..bald in der Lage sein wird, auch unter den 10 , oberen orthodoxe Führer zu finden. Geht die Entwicklung so weit, wie wir sie ahnen, so dürfte bald Amerika nach Menschen und Ideen die Führung der Weltorthodoxie in die Hand nehmen. Dann ward man diese orthodoxe Konvention^ wie sic. geplant ist, als einen Akt von weitgehender geschiehtlieber Bedeutung betrachten und werten. , n. Ein Ehrentag der amerikanischen Orthodoxie. Als Ergänzung zu unserem vorwöchigen Bericht über die Organisationsbestrebungen der amerikanischen Orthodoxie, entnehmen wir dem New-Yorker B. S. ־ Korespondenten der Zürcher Preßzenträle folgende Schilderung über die Vorgänge innerhalb der arnerikanisehen Orthodoxie. Die Red. Von großer Bedeutung ist vielleicht der geistige Bau, der gleichzeitig mit der Jeschiwa errichtet werden sollte, die ״Agudath Ha-Kehiloth ha-ortodoxim of America“. Zu diesem Zwecke war ein allgemeiner Kongreß der ^ortliodoxen Gemeinden einberufen worden. Die erste• Tagung fand unter großer Beteiligung seitens der orthodoxen Gemeinde des Landes, unter dem Vorsitze des Schriftstelelrs und Redakteurs des ״Jüd. Tagblatt“, Gedalja Bublik, statt, der in einer großangelegten Rede eine Uebcrsicht über djo Entwicklung der Orthodoxie in Amerika gegeben hat. Die Gründung des geplanten Verbandes stieß auf den Widerstand der Führer der ״Union of orthodox congregations“, welche die Gründung eines neuen Verbandes für iiberflüsig bezeichnet haben. Die heftig geführte Debatte; hierüber endete wie immer in ein Kompromiß, beantragt von Rabbi Israel Rosenberg, daß man von der sofortigen Gründung abgesehen hat, aber beschlossen hat, an Chanuka(l) einen neuen Kongreß einzuberufen. Das seltsamste an diesem'Kampfe war der Umstand, daß die Vertreter der alten jiddischen Orthodoxie dem Misrachi huldigen, während die jiingere englische Garde der Aguda an gehört. Es war jedoch von Aguda oder Misrachi keine Rede bei diesem Kongreß. Das Vorbereitungskomitee zu diesem jedenfalls hochbedeutenden Kongresse für Chanuka besteht aus Gedalja Bublik, Peter Wicrnick, Nathan Lamport, J. Rubin, L. Andron, J. Goldman, A. Levy, M. Glicksman, J. J. Herinan, Edward Silver, Harris Selig, ale aus New York; Rosenberg (Milwaukee), Block (Youhgstpne), Klotnick (Washington), Kaplan (Baltimore), Kolkow (Rochester), Edinan (Detroit), Levin (Chicago), Ellis (Philadelphia), ferner wählt die Agudath-Harabbanim und die Union ortli. congregations je 10 Mitglieder. Abends fand ein Bankett zu Ehren des Jubiläums des Rabbi Margolics statt. Trotzdem der Beschluß der Konferenz ein Kompromiß heißt, war der Erfolg auf Seite der Union of orth. cohgregations, da sie die sofortige Gründung des Verbandes In der ganzen Welt berühmt r . der M«119@twerl£61t^tte SÜHIFF W*en? KUtaatoetting 6, Tel., 51-362־ VffiäAlfi llül P llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllliillllllllllllllK gegenüber den! Hotel Bristol ll₪lilllllllll₪llllllll!l<llllll₪lllillllllHHIE wo man p er ficken ״*a Transformationen trotz der gediegensten Qualität und sorgfältigsten Ausführung zu billigsten Preisen eHI

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