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Jüdische Presse · 1927-04-01 · 13 (1.4.1927) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
13 (1927)
Issue
13 (1.4.1927)
Date
1927-04-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Stile 100 -•י«- * יי• •־ •-־— jüdische reesst- Nr. 13 Tioii ech osl o wak e i! S Neue zionistische Lügen. Lehret einen Blindgeborenen, die Farbenpracht in G-ttes Natür bewundern, oder einen Tauben, sich am harmoniscben Zusammenhang der Töne ergötzen! Versuchet unseren zionistischen Pressehdden Verständnis für religiöse Werte beizubripgen! Es fehlt ihnen das Organ zur Aufnahme solcher Erkenntnisse und jedes Wort wäre in den ׳Wind geredet. Die כופר נפק -Aktion der Agudas Jisroel tut der ,Jüdischen! Volkszeitung“ weh. Folglich läßt sie in ihrer jüngsten Ausgabe die ganze religiöse Gedankenwelt, aus der diese Aktipn entspringt und an die sie anknüpft, in frivoler Weise verspotten. Sie glaubt damit ihrep ■Lesern Vergnügen! zu! bereiten.!Mag sie’s, uns geniert das nicht. Wenn es ihr daran!gelegen wäre, die richtige ׳Deutung dieses Namens!und seine biblische Beziehung zu kennen, so hätte sie am einfachsten irgend einen Schülerkmaben aus der Untersten!Klasse der Preßb.urgier Talmud Thora befragen sollen und ihr wäre geholfen gewesen. Aber ein Vers aus der Thora wird den Herren׳ Zionisten wohl erst dann ein!Interesse abgevflippen: :können, w,epp einpial ein Bibelprofessor an der zionistischen Universität in Jerusalem auf ׳Grund seiner ״Quellenscheidung“ festgestellt haben wird, daß er — Goldfaden oder Gordin zum Verfasser hat. Solange Einstein und Magnus über die Be- Setzung dieser Professur nicht einig sind, ist (für keinen Fall van der ״Volkszeitung“ eine ׳Empfehlung für die ןי־כופר נפש^. zu erhoffen. Und wir •müssen uns schon auf eine bessere Zeit vertrösten, wenn wir nicht verziehen wollen, ohne (Befürwortung von der zionistischen ״Volkszeitung“ in unserer ״Schamlosigkeit“ die ״Bauernfängerei“ fortzusetzen und so .G-tt will im nächsten Jahre zu — wiederholen. Wir befürchten auch .nicht, daß die Zionisten den Rat ihrer ״Volkszeitung“ befolgen und die ״כופר נפש Quittung neben der Mesusoh ■anschlagen werden, weil an gar mancher zionistischer Tür die (Mesusoh — fehlt. DJe ■falschen ׳und gefälschten Zitate aus dem כופר נפש־rZirkular der ׳Agudas Jisrogi-LapdesprganL sation (״wortwörtlich zitiert“, versichert obendrein die ״Volikszeitung“!) regen uns am wenigsten׳ ,auf; wir sind bei dieser Zeitung noch ganz andere Dinge .gewöhnt, als erdichtete Zitate ünd dreiste Entstellungen. Im Gegenteil, sie sind!uns fast willkommen׳ als Beweise dafür, daß der Artikelschreiber dieses Zirkular k e :11 •n t und ganz genau weiß, ■wie. niederträchtig er verdächtigt, wenn er die ׳bestimmungsgemäße Verwendung des (Geldes anzuzweifeln wagt, und •wie ׳unverschämt er lügt, wenn er von!den jungen Agudisten, die sich in opferfreudiger Begeisterung für die «duirch die Agudas Jisroel׳ und nur durch 416 Agudas Jisroel (hören Sie, guter Mann: nur durch die Agudas Jisroel!) organisierte, thoratreue jüdische Gesairptheit für di!e ■Sarpmelarbeit zur Verfügung stellten, behapptet, .sie •gaben sich für —: Zio n i s t e n aus. Wir wollen, darüber nicht rechten, wer die Oeffentlichkeit und'‘ Spender 'mehr irreführen, die großen Führer des jüdischen('Völkes,• die .der Agudas Jisroel die Richtung, weisen, mit ■ihrem :Rufe׳ ap d1e Gesamtheit zür Erhaltung der Gesamtheit für die Ewigkeitsideale des Judentums• oder ׳die Zio,nisten!mit ihrer Berufung auf die •Not und das Elend!der jüdischen ׳Massen, um einen Schekel, eine $pende für ihren ״N a t i 0 n a 1 f o n d s“ oder ״Keren Hpiessod“ oder sei es eine Stimme zu einem Mpndu t ־zUi ergattern. Wohl aber legen •wir Wert darauf, es de1? :׳Herren!Zionisten zu sagen, daß die Aguda׳־Jugend sich ihrer ׳Aufgabe und ihrer Stellung•׳ dm Judentume ׳ viel; zu gut und viel zu klar bewußt ist und im Hochgefühl: dieses Bewußtseins mit einem viel zu hohen Maße von Stolz erfüllt ist, als daß sich in ihrem Kreise auch nur ein einziger finden könnte, der imstande wäre, eine solch erhabene Aktion wie die נפש ^G-Sammlung ■so einzustellen, als ob es sich um eine — zionistische Aktion handelte. Aus der jüdischen Gemeinde Hust. Wir erhalten aus Hust folgenden Bericht: Am 20. Februar wurden hier die Neuwahlen in den Vorstand , und in die Repräsentanz abgehalten. Herr Miksa Kahan, den die vorjährige Generalversammlung an die Spitze der Gemeindeleitung gestellt und mit der Durchführung der neuen Statuten betraut hatte, wurde mit großer Begeisterung zum Gemeindepräses wiederge wählt. In den Vorstand wurden noch gewählt die Herren: Moses R o s e n f e 1 d (erster Vizepräses), Bernat Glück (zweiter Vizepräses)), Bela Krau s z (Kassier), Herrn. Heinfeld und Marton Kahan (Tempelvorsteher), Heinrich W e i s z sen. (Baukurator) und 24 Repräsentanten. Die neuen Gemeinde- Statuten haben bereits die behördliche Genehmigung erhalten. Beachtenswert ist, daß in diesen Statuten eine Be- Stimmung enthalten ist, die der Gemeinde unter anderem die ״Schaffung einer Institution z ׳u r Abwehr des Zionismus“ zur Aufgabe macht. (Anmerkung der Redaktion: Wer die Entwicklung der Gemeinde- Verhältnisse in den letzten Jahren mit der erforderlichen Aufmerksamkeit verfolgt, wird die ,Aufnahme einer solchen Bestimmung als Aufgabe der jüdischen Gemeinde, ganz gewiß als bedauerliche, aber begründete Notwendigkeit anerkennen. Es erscheint uns jedoch geboten, auch bei dieser Gelegenheit wieder auf •die Erfahrungstatsache hinzuweisen, daß gegen den gerade in den Gemeinden des Podkarpat&ka-Rus in besorgniserregendem Maße fortschreitenden zionistischen Abfall mit solchen ״Abwehrinstitutionen“ allein nicht sehr viel ausgerichtet werden kann, insolange die religiösen Führer sich nicht dazu aufraffen, durch positive Taten und durch Organisatorisehe Erfassung der vorhaneden Kräfte nach dem Programme der Agudas Jisroel die 0 r t h 0doxe Gesinnung in den breitesten jüdischen Bevölkerungsschiphten und im;Herzen der heranwachsenden Jugend zu erhalten und zu stärken. J. J. Braun. Dr. Ludwig Lieben gew. Chefarzt und Assistent in Prag, ordiniert in Preßburg Franziskanerpiatz 8. Telephon 3L8ß. Zuschrift an die Redaktion. Wir erhielten folgende dringende Bitte an die Jeschlwalqjler קוץ). In den näphstep Tugen yrerden in den ישיבות Uhd Thora-Anstalten die ״großen Verhöre“ abgehalten und damit das Wintersemester seinen Abschluß finden. Die meisten Schülpr begeben sich dann in ihre Heimat und verbringen die Zeit bis zum Beginn des Sqqimersemesters im Elternsituierten Familien stamq1eii. Der größte Teil der Bachurim die aus dem westlichen Teil der Slowakei oder aus bessersituierten Familien stammen. Der größte Teil der aB.churim rekrutiert sich aher bei uns aus den בני עניים der östliehen Gebiete, denen es night leicht ankommt, die Reise- Spesen in die Heimat aufzubringen. Sie ziehen es deshalb vor, diese paar Wochen hier zu bleiben. Da aber in dieser Zeit Vorträge nicht abgehaiten werden und die Jeschiwaleiter keine Gelegenheit haben, die Aufsicht über ihre Schüler auszuüben, bleiben diese Bachurim vielfach sich selbst überlassen. Manche von ihnen benützen diese Zeit, um sich im Wege einer Betteltournee einige Mittel zur Ergänzung ihrer Kleidung oder zur Bezahlung der pnerschwinglichen Wohungsmiete zu verschaffen. So ziehep denn diese armen thoralernenden Kinder hinaus, wandern von Ort zu Ort und verlangen —Almosen, lieber die Häßlichkeit dieser Erscheinung, die gar zu leicht als ״Unfug“ gedeutet werden könnte, ist kaürp ein Wqrt zu verlieren. Der ״schnorrende Talppidschüler“ ist ein bedauerlicher, schmerzvoller Anblick, er untergräbt in den Augen unverständiger Menschen die Ehrfurcht vor der Thqra und schädigt vielfach das!Ansehen des Judentums. Vielleicht noch, schlimmer ist, daß diese Bachurirn sich dadurch den größten moralischen und körperlichen Ger fahren aussetzen. Es sind Fälle bekannt, daß solche jupge Bachurim während ihrer Wanderung auf einsamen Wegen vop böswilligen Burschen mißhandelt wurdep. Wenn ihnen aber auch solche traurige Abenteuer erspart bleiben, so bleib.t es Tatsache, daß dieser Weg zur Beschaffung der . Geldmittel für die armen!Bachurim unwürdig ist und ihrep Charakter vergiftet. Es sei deshalb einem Freund der ישיב gestattet, die ehrwürdigen Jeschi waleiter auf diesen Uebelstand aufmerksam zu machen und in der ״Jüdischen Presse“ anzuregen, daß ein jeder, der ein Interesse an dem Gedeihen dieser wichtigsten Thorainstitutionen hat, dahin wirke, daß das Bild des schnorrenden Talmudschülers aus' unserem wirklichen Leben verschwinde. Wenn, möglicherweise mancher Jeschiwazögling aus einer Gegend oder aus einem Milieu zu uns nach der westliehen Slowakei kommt, wo das Betteln nicht so streng verurteilt wird, wie dies nach unsere!• Auffassung geschieht, so ist es' im Interpsse des. ן: ב ו ך ה ת ורה erst recht ratsam, die jungen ,Bachurim darüber, zu belehren und — wenn nicht anders möglich — ihnen die hierzulande geltende Auffassupg apf zuz win.gem ‘: . י ia*j!afrUlifflfcfeB Neutra, im‘ Adar 5687.;y , איש אמת אוהב תורה י‘ Ktta. Wir haben der obigen sicherlich gut und aufrichtig gemeinten Zuschrift eines Freundes unserer Zeitung Auf- , nähme gewährt, obgleich ׳wir; befürchten müssen, daß die Intentionen des geehrten Schreibers mißverstanden werden könnten und nicht die Wirkung erzielen würden, die er im Auge hat. Denn die Frage bleibt immer noch offen': Wiie soll denn den armen jungen Menschen döcji j g'.öh'ol f e n werden, d ie unter den größten per- ^söjpTichen Opfern an den ישיבות lernen und nun einmal vom •Hause aus nicht die Mittel besitzen, sich selbst zai erhalten? Der gegenwärtige Zustand, daß ׳unsere wertvollsten jugendlichen Kräfte, die idealistischen Talmidien der Jeschiwah, als Parias der menschlichen Gesellschaft betrachtet werden, kann ohne katastrophale Folgen für das •gesamte thoratreue Judentum nicht mehr lange anhalten. Das Problem ist ernst/•genug. Und.es lohnt sich wahrlich, daß sich all diejenigen, denen das!Schicksal der heran- Wachsenden Generation nicht «gleichgültig ist, endlich, endlich einmal zu einer Beratung über diesen Gegenstand zusammenfinden und mit dem gebotenen Eifer nach;1 Mitteln suchen, um der thorabeflissenen Jugend, unseren Kindern, unseren treuesten!Söhnen in ihrer furchtb a r e n g e i s t i g e n und wirtschaftlichen Not beistehen zu können. Die Redaktion. Berichtigung. Zur Berichtigung der in Ihrem gesch. Blatte vom 25. Februar 1927 unter der Marke ״Althebräischer Musikabend“ erschienenen Kritik erlaube ich mir, untenstehend den Wortlaut des von den Rezensenten inkrimierten Teiles meines Vortrages beizubringen, und überlasse es dem billigen Urteile eines •jeden Einsichtigen, zu entscheiden, ob der Kritiker in diesem Falle berechtigt war, in so scharfen Worten meinen Vortrag als Verspottung der religiösen Usancen und als!Bloßstellung der jüdischen Geldgier ״nach Muster antisemitischer Schmählieder‘“ öffentlich zu rügen. Der Text lautet: Efscher is ungeschrieben im Himmel auf a Zettel Die sollst weren a Ruw in a klein Städtel, Sollst Die sei sugen alle Keseider Fin Größten bis zum Kleinsten sollen kimmen in Cheider Die Sollst sei sugen se is nischt geführt keschire As me is a Gaslen mit a jireschumajemdige Zire Zi hüben a schlechtes ,Herz inter a langen Taliskuten A Wolf in a!Lammfell hat G-tt nischt geboten A krümmer Rücken mit falsche Deies Zi a geneiwischen Kopf lange• Peies Zi dawenen lang Schumonessre mit falsche Kewunes Fasten Mutig in Donnerstig in berauben Almunes Klapen sich Uscharpni in ze tien wus me will Dawenen mit Leichtsinn in zi ganwenen in der still Zi kischen die Zizis in heissen jenem alle Minit Waschen!sich die Händ mit jenems Blit Lomdunim sind heute wenig zwischen Hamoinam In Chelikim Pilpilim spüren sei kein Taam Die sollst daher dem ■Prosten git unsugen As fälsch Muois soll er keimpul nischt hüben Denn $ Tor! m|t Löffel führt er zjm $yw wegen Ne welle Abpr ayf $em Papier! fogt er k§|n Scfieil? ־ ■ Tamer is dus Papierl noch treifener wie dus Gekechts Efscher liegt in dem jenems a Trer oder a Kredits. Da mein Han?? zwar ip der Notiz nicht genannt, aber in nicht miß׳zuverstehender Art gekennzeichnet wurde, bitte ich, meinen Namen' nicht zu veröffentlichen. per sonst synipatisehe Qherkgntor aps Wien. Meine Antwort. Herr Dr. Abeies hat prompt erraten, daß ich jener L.’M. bin, der seine Briefe über ״Altes und neues Judentum im Burgenland“ ein wenig unter die Lupe genomipen hat. Leider kommt er aber mit seinem Gegenangriff picht um die traurige Tatsache herum, daß er die Rabbiner von Mpttersdgrf und Qeutschkreuz als Päpste bezeichnet. Wenn auch gerne zugegeben sei, daß in Matter'sbprg gleichzeitig mit den Bäuerinnen, dip mit Kerzen in die Kirche gingen, auch sozialdemokratische Arbeiter zum Bahnhof zogen, um an dem Leichenbegängnis von Schattendorf tei|zunehmen, so mußte dies auch gehörig auseinandergehalten werden. Und wenn im Jahrbuch für jüdische Volkskunde 1925, S. 421, aus einem Parocheth ein ״Kapporeth“ gemacht wurde, ist das poch, immer kein Grund, dies bedenkenlos nachzuschreiben, wenn mpn tatsächlich ein Parocheth gesehen |1nt und soviel Hebräisch versteht, um den Unterschied zwischen diesen beiden Substantiven zu kennen. (Versteht man aber nipht soviel Hebräisch, wozu dann das Eifern für die neuhebräische Umgangssprache?) In diesem Beitrag des. Jahrbuches ist dies ja nicht die einzige Ungenauigkeit und Unrichtigkeit, und ich verweise nur auf meine in der ״Jüdischen Presse“ (Nr. 2, 11925, und Nr. 34, 1926) veröffentlichten Bemerkungen ,über das von der ״Baronin“ gestiftete Parocheth in Mattersdorf und über das Protokoll aus dem Jahre 1702 (Jahrbuch, S. 515). Ueber alle diese Fehler hilft auch das Zartgefühl, mit dem Herr Dr. A. über die Armut des Eisenstädter Dienstmannes hinweggegangen sein w|ll, nic|1t; es wäre im Interesse der auch mir als einem mindestens ebenso alten Ziopisten, wie es Herr Dr. A. ist, heiligen Sache besser gewesen, wenn er auch den Rabbinerp gegenüber mehr Takt gezeigt und sie nicht mit den aus dem Rüstzeug des ״Los von Rom!“ stammenden Waffen ppgegriffen hätte. Von Obskurantismus kann man bei Männern, die im vollen Lichte der Thora wandeln, am allerwenigsten sprechen, man kann da wohl eher bedauern, dieses Lichtes nicht auch teilhaftig zu sein. Die Schewa Kehilloth stellen sich, wenn man nur in der richtigen Art an sie herankommt, auch nicht antir zionistischer dar als beliebige Judengemeinden in Galizien. ׳Ich habe gefunden, daß auch im Burgenländ überall junge Juden!Hebräisch lernen, Handwerke erlernen und sehnsüchtig auf die Gelegenheit warten, nach Erez Israel gehen zu können, nur daß deswegen dort noch niemand die Religion über Bord werfen wollte. Und nicht nur junge Leute hegen solchen Wunsch, sondern auch Rabbiner usw. kenne ich dort, ,die gerne auswandern würden; man kann dort nur nicht begreifen, wie jemand aus dem jüdischen Volk Befreiung von der Religion statt Befreiung im Sinne der ihm teuren Religion wünschen und wie man Vergnügungs- und ״Studienreisen“ nach Palästina unternehmen kann, während das Volk darbt und nach Erlösung dürstet. ■In den Schewa Kehilloth braucht man Chibath Zioti nicht erst predigen, sie füllt dort ganz von selbst das Leben aus.!׳ Solches kann man aber nur sehen, wenn man nicht' in ׳Gegensätzlichkeit hinkommt; dann findet man es aber;׳auch gar nicht So absurd, wenn ein Rabbiner sich mit dem religiösen und rituellen Leben seiner Gemeinde und •mit seinen Schülern ausschließlich beschäftigt. ׳Mir sind solche Rabbiner viel sympathischer als andere, die wie Hans; Dampf in allen Gassen jeden Tag in einer anderen Ver-;j Sammlung sprechen, die einfachsten menschlichen Pflichten; innerhalb ihrer Gemeinden nur dann erfüllen, wenn sie sich;! ihnen%1t; rentieren. L. Moses. •' Personalien. ׳ " Heinrich Weiß s. A. Nach langem, schmerzvollem Leiden verschied am 13. März 1927 (9. Adar 5687) der Qbmann des orth. Bethausvereines, XIV., ־Storchengasse 21, Herr Heinrich Weiß. Was Herr Heinrich Weiß der Juden- schaft der westlichen. Bezirke XII bis XIV war, bewies die Ueberfiihrung, die am Montag um 7 Uhr abends stattfand. Hunderte von Juden waren herbeigeeilt, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Als der Leichenwagen vor der Storchenschul Halt machte, wurde vom Herrn Kantor Schwarz in ergreifender Weise das EI niolerachamin rezitiert. Am Dienstag um halb 12 Uhr vormittags fand die Lewaja statt. Den H e s b e t h hielt Herr Rabbiner Weiß (Storchenschtil). Er schilderte den Verstorbenen als einen Isch koscher, der, . wenn es sich darum handelte, für Klal Jsroel zu wirken, sich immer zur Verfügung stellte, nie einem persönlichen Ehrgeiz nachjagte, immer nur der Suche diente. Nach der an Inhalt und \ Form gleich vollendeten Trauerrede hielt der Obmannstell־ Vertreter Herr Emanuel Schulz einen tiefempfundenen Nachruf im Namen des Vorstandes und der Mitglieder. Der Bethausverein hat durch den Tod seines Obmannes einen unersetzlichen Verlust erlitten. Mit ihm beklagt auch die Talmud Thora-Sektion seinen Obmann. Bis zu seinem letzten Moment lastete die Sorge um die Erhaltung des Bet 11 Haknesses auf ihm, nie war ihm eine Arbeit zu viel oder ein Weg zu weit, er war immer bereit, h i n e n i sagte er, wenn man etwas benötigte. Die Fahne des orthodoxen Gedankens hielt er fest in der Hand, sein Vertrauen auf G-tt war unerschütterlich, er war immer ein Vorbild für die anderen. Von seiner Beliebtheit zeigte es, daß er fast in allen jüdischen Vereinen der westlichen Bezirke XII bis XV als Vorstandsmitglied tätig war. Welch großer Sympathien er sich erfreute, beweist die Teilnahme von illustren Persönlichkeiten, die bei dem Begräbnis anwesend waren. Unter anderen sah man auch den Präses der isr. Kultusgemeinde Herrn Professor Dr. A. Pick und Herrn Regierungsrat Dr. Adler. Die allgemeine Teilnahme wendet sich der schwergeprüften Gattin zu. Sein Andenken wird bei uns immer in ׳Ehren gehalten 'werden. A. Kreiner. * Sonntag, den 27. d, fand im Bethause ״Emunas- Awus“ ein Hesped nach dem verstorbenen Präsidenten Jecheskel Weiß s. A. statt, bei welchen Delegierte sämtlicher jüdischen Vereine der westlicher Bezirke anwesend waren. Als Vertreter der österreichischen Aguda war Herr Rabbiner Moses Blech erschienen. Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Weiß schilderte die Frömmigkeit und Herzens-

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