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Jüdische Presse · 1925-03-13 · 11 (13.3.1925) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
11 (1925)
Issue
11 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 70 JÜDISCHE PRESSE Nr,. 1.1. . Bg®8Sg®®| T S G HE CHO-SLOWJj KE L Die Angriffe der ״Jüdischen Volks- Zeitung“ gegen die örthodoxe Landeskanzlei in Bratislava. Unsere. Leser werden sich der heftigen Artikel erinnern, die etwa vor einem Jahre in der ״Jüdischen Volkszeitung“ gegen die orthodoxe Landeskanzlei erschienen sind. Gegen den , Artikelschreiber M. J. M ü 1 le r . wurde daraufhin die Anklage wegen Verleumdung und Beleidigung erhoben. Zur Austragung dieser Angelegenheit hat. dieser nun vor dem Gerichtshöfe folgende י יי ’ ■ Erklärung abgegeben: Nachdem mir seitens der Velke Suranyer Zuckerfabrik die Auskunft erteilt wurde, dass von dem Preise des Pessach-Zuckers der orthodoxen-israelitischen Zentralkanzlei nicht mehr als 30 Heller per Kilogramm überwiesen worden sind und da laut Bankausweis dieser Betrag dem Pensionsfondskonto der Zentralkanzlei der orthodoxen-israelit. Kultusgemeinden in der Slowakei eingezahlt wurde, muss ich meine Informationen als irrige anerkennen und bedaure das Erscheinen der Artikel in den Nrn. 15 . und 18 der ״Jüdischen Volkszeitung“ am 11׳. April! und 2. Mai 1924. Gleichzeitig erkläre ich, dass es mir auch schon! damals ferngestanden ist, Ihre Ehrwürden die Her-! ״ren Oberrabbiner Koloman Weber und Simon Hirsch- ler in ihrer'persönlichen Ehre •anzugreifen. Bratislava, den 9. März 1925. M 0 s e s 1 s a a k M ii 11 e r. -ו- Der 75. Geburtstag des Präsidenten Masaryk. Aus Anlass des ,75. Geburtstages des Präsidenteil-wurden am 7. März in allen jüdischen Gemeinden feierliche Gottesdienste veranstaltet, um für das Wohlergehen des Präsidenten und des Staates zii beten. — Der bevollmächtigte Minister für die Slowakei, Dr. Käilay, gab zu Ehren des Tages einen Tee, zu dem auch Se. Ehrw. Herr Oberrabinner Schreiber von Bratislava und der Präses der orthodoxen Landeskanzlei Se. Ehrw. Herr Oberr a b b i n e r W e b e r von Piestany geladen waren. Pessachurlaub für jüdische Soldaten. Die orthodoxe Landeskanzlei in Bratislava versendet an die Gemeinden das nachstehende Rundschreiben: . Cis. 811-IIM925. Bratislava, dna 1. mar ca 1925. Verelirter Gemeindevorstand! Wir erhielten vom ' Militär- Landeskommando für die Slowakei nachstehende Zuschrift, die wir ihnen zur gefi. Veröffentlichung unter der dortigen jüdischen Bevölkerung mitteilen: Gegenstand: Jüdische Pessachfeiertage. Zahl: 509-stb. 1. edd. 25. Bratislava, den 26. Februar 1925. An die Zentralkanzlei der aut. orth. jiid. Gemeinden in der Slowakei und Podk. Russ, B r a t i s 1 a v a. Auf Ihr Ansuchen, vom'22. d. M. gestatten wir uns, mitzuteiien, .dass der General, Landeskommandant der'Slowakei, bewilligt hat, dass den Soldaten jüdischer Konfession für die ersten und letzten zwei Tage des Pessachfestes, das ist von 16 Uhr des 8. April bis 20 Uhr des 10. April und von 16 Uhr des 14. April bis 20 Uhr des 16. April 1925 — wie im vergangenen Jahre — auf Verlangen Urlaub erteilt werde. Gleichzeitig bewilligte er die Auszahlung des Menagegeldes für die Zeit der Pessachfeiertage. Von dieser, Entscheidung wurden alle Garnisonen in der Slowakei verständigt. Mit voller Achtung: Der Leiter des Stabes des Landeskommandos für die Slowakei: pejie^aL Pichon ״ m. p. Für das Zentralbureau: (gez.) S c h w a r z,' Sekretär,‘; (gez.) Koloman W e b e r, Präses. Zeichen der Zeit in Mähren. So oft im Talmud die Gegenwart im Vergleich zur; Vergangenheit , betrachtet wird, .hören .wir immer dasselbe Seufzen: אמסור דנרי wie kann uns gar der Ge- |anke kommen, dass die heutige Generation besser wäre?, Und Raschi unterstreicht dies mit dem Worte ״Bitmijo?“ h-~ ״Es wäre wunderlich!“ \ Wo erhält man den wirklivA naturgetreuen [EITEL? /Dem bekannten Spezialisten künstlicher Haararbeiten für orthodoxe Frauen, Franz B a 11 a, ist es nach jahrzehntelangen Bemühungen endlich gelungen Scheitel herzustellen, die dein eigenen Haare mit ,verblüffendster Täuschung naohgeahmt sind. Nach einem Besuche in dem Atelier des Herrn BaHa wird sich jede orth. Braut leichten und freudigen Herzens entschlossen, das eigene Haar abschneiden zu Tassen; und einen Scheitel au tragen. Die Damen werden zum Besuche des nachstehenden Ateliers höfliebst eingeladen, woselbst Modelle kostenlos ausprobiert werden. W■vanz Balla? Wien, Gussbausstrasse 26 Telephon 68-9-12 y ■Und ist es nicht verwunderlich, wenn wir heute in; Mähren eine Kultusgemeinde (Bqskowitz) finden, . die; §r Restaurierung der rrWpD;;;;70.0bt)i sägie siebzigtäusend tschechischer Kronen, aufbringt,• ist dies nicht אבשולדרי? Und wenn man hierzulande in den Tempel kömmt ifttd auf der Tür einen Aufruf vom Landesverband der* : niährischen Rabbiner äffichiert Sieht; iri welchem,, müfigL erklärt wird, das£ : Reibniazes unzulässig sind, denn j,ein Unrecht wird nicht zu Recht dadurch, dass es jahrzehntelang geübt wird“; ist dies nicht אבשול דרי? Und wenn wir lesen, dass das alte בית הכנסת in Teplitz, das seit 1541 besteht und zu Ende der Sieb* zigerjahre aufgelassen wurde (man verwendet es seither als Möbelmagazin), über Ansuchen der orthodoxen Mitglieder der Kultusgemeinde wieder als ״Schul“ dienen wird; ist dies nicht אכשול דלי.? Und wenn man in eine kleine Kehilloh kommt und von Eltern die einmütige Klage hört, dass die Kinder wenig Hebräisch lernen, nicht zum Judentum angehalten werden; ist dies nicht אכשול. דרי.? ...... Oder wenn man in einer ,anderen Gemeinde in ״Schuh‘ kommt und man sieht, dass dort nicht nur die zehn Batlonim und nicht nur ,alte Jiden, sondern auch die Schuljugend von klein bis gross davvenen; ist dies nicht אכשור דרי? Und damit haben wir die Kette noch nicht abgeschlossen; überall regt es sich, ob leise oder laut; selbst wenn die Bewegung mit freiem Auge noch nicht wahr* . zunehmen ist, aber von innen keimt es schon! Schaffet nur die Gärtner herbei, die diesen Boden, der schon durch die Zeit teilweise entsteint und be* arbeitet worden ist, mit Liebe und Selbstlosigkeit pflegen, damit neues Leben blühe aus den verdorrten Gebeinen. Gärtner: Rabbiner und Re I i g i o ns le h r e r; Rabbiner, die ihr Lebensziel nicht in weihevollen Predigten; deren tägliche übermenschliche Leistung sich nicht im "למען ירבו" “Sagen erschöpft; Religionslehrer, die nicht Religions״stunden“ geben, sondern auch ausserhalb der Schule mit der Jugend leben. Nicht Rabbiner und Religionslehrer, sondern Juden, die in ihrem Beruf keinen Broterwerb, sondern ihr Lebensideal, l’art pour Part, sehen! Solche Rabbiner, solche Lehrer schaffet uns herbei und ihr habt das Judentum in Mähren gerettet! Ing. fgnaz Reich. Das ״grosse Verhör“ an der Pressburger Jeschiwa. Donnerstag, den 9. Adar fand die. übliche grosse! Semesterschlussprüfung an der Pressburger ישיבה statt. Dem ״grossen Verhör“ hat man diesmal nicht nur in der Jeschiwah, sondern auch in weiten Kreisen der Baalebatim mit besonderer Spannung entgegengesehen. Galt es doch jetzt, nur den gesamten Lehrstoff eines Winter- ]DT, eine Anzahl schwieriger סוגיות und den regelmassigen Haupt שיעור־ mit sämtlichen □ראשונים ואחרוני in allen ihren Verästelungen nochmals abschliessend zu! verarbeiten und fest im Gedächtnis zu verankern, wie dies seit Generationen an der ישיבה am Ende eines jeden 1 מ ן zu geschehen pflegte. Man hatte vielmehr allgemein das Gefühl, dass diese ruhmvolle Pflegestätte alten, echten Thorawissens nach einer von den Kriegs- und Nachkriegsverhältnissen bedingten zeitweiligen Stabilisätion und Stagnation nun wieder mit mutigem Schwünge^ sowohl zahlenmässig als auch qualitativ ihre Entwicklung PESSACH ZUSAGE laut Attest Sr. Ehrwürden des Herrn Oberrabbiners Simon Schreiber aus Erlau verlässlich כשל auch heuer wieder in garantiert reiner und ausgiebiger Qualität zu haben bei Heinrich Franck Söhne in Kosice Diese Fabrik steht unter Oberaufsicht d. Herrn Oberrabbiners Simon Schreiber und unter ständiger Kontrolle eines von Sr. Ebrwürden ernannten frommen jüdipchen Aufsehers,; so dass,ihre sämtlichen Erzeugnisse verlässlich koscher sind und also von jedem Glaubensgenossen ruhig das ganze Jahr hindurch gebraucht werden können. Beachten Sie beim Einkauf ja recht genau die Schutzmarlce: KAFFEEMÜHLE und Unterschrift: Heinrich FRANCK Söhne wenn Sie die verlässlich aechte Qualität bekommen wollen! nach aufwärts nimmt. Das ״grosse Verhör“ sollte dertf , ,ehrwürdigen Leiter, der ישיבה wie allen ובבי תורה“ Uinserek .öemeindd; tler;;Prüfstein seiti, ob diese grosseh Hoffnungen auch iri deh •Gesamt* und Einzelleistungen der כהורים ihre Berechtigung erhalten. So zeigte denk: . , heute die geräumige ״Schiurstube“ das wohltuende Bild geräuschvollen^ frischjiuisiefehden Jugeridlebens, über dem nur ganz leise * ein׳ zarter :Hauch von innerer Beklommen?־ heit schwebte. Der Rabbi nahm seinen Platz auf dem Almemor ein, umgeben: von den Vortragenden Lehrern der ׳ישיבה den Mitgliedern des Rabbinates, den G a b b o i m und den Gästen, unter denen sich das Präsidium der orthodoxen Landes k a n z l e i, der Gemeindevorstand, mehrere auswärtige Rabbiner und zahlreiche hiesige T a l m i d c C h a c h om i m befanden. Rings uni den Almemor, ihn geradezu ״belagernd“ und den freudig erregten Rabbi im wörtlichen Sinne ״bedrängend“, stürmten etwa 200 jüngere und ältere Talmidi tn vor, 11m möglichst — zur Ver: zweiflung des mit dem ״Ordnungs“־Dienst betrauten! ״Hausbochers“ — auch ausser der Reihe einmal im geeigneten Augenblick auf e'.ne שאלה blitzschnell die richtige Antwort ״dazwischenrufen“ und ein beifälliges Nicken oder gar einen heiteren Blick des verehrten Rabbi erhaschen zu können, ln, kleinen Gruppen — כתות— von vier bis sechs Mann, nach dem Glücksrad des א" ב, werden die jungen Leute herangerufen. Und der Rabbi — er ist ein Examinator nach dem Herzen guter Schüler — stellt an jeden einzelnen Fragen kreuz und quer durch die ganze behandelte talmudische Materie, nicht etwa einem Staatsanwalt gleich, um nach Schwächen und ungeschützten Stellen im Wissensgebiet der Schüler zu suchen, sondern wie ein treuer Hausarzt, dem es höchste Genugtuung ist, seinen Pflegebefohlenen von Zeit zu Zeit genau ״abzuhorchen“ und nach allen Seiten ״abzuklopfen“, um ״völlig gesund und stark“ konstatieren zu dürfen. Bei:' aller Bestimmtheit und Strenge der Fragestellung verlässt den Schüler für keinen Moment die G e w i s s h e i t, dass es sein bester Freund ist, dem er jetzt über die Leistung eines מ ן I Rechnung legt. Und es muss gesagt werden: Die Erwartungen wurden nicht getäuscht. Es wurde tüchtig und f 1 e i s s i g gelernt. Fast alle gestellten Fragen wurden prompt und umfassend beantwortet. Man sieht es den בחורים an, dass es ihre grösste Schmach wäre, einen Tadel aus dem Munde des Rabbi zu hören. So geht das Verhör stundenlang fort, bis alle an die Reihe kommen. Als der Rabbi dann zum Schlüsse seiner Zufriedenheit mit dem Fleiss und dem Lerneifer seiner י ש י ב ה Ausdruck gibt, rauscht ein bcge jsterter יחי י■ Ruf durch das בית המדרש• Mit diesem Rufe findet der Winter- 1 מ ן seinen schönen Abschluss. Oberrabbiner M. Strasser in Sala n. V. Montag, den 20. Adar wird Oberrabbiner Strasser, bisher in Ältendörf, in seinen neuen Wirkungskreis als Oberrabbiner von Sala n. V. in feierlicher Weise eingeführt. — Wir wünschen ihm צלח ירבב! SOjähriges Gründungsfest. Die Agil das JisroeP J ugendgruppe in Topolcany veranstaltet Sonntag, den 19. Adar aus, Anlass ihres fünfjährigen Bestandes eine Feier. Mehrere führende Persönlichkeiten der Örganisation haben ihr Erscheinen bereits zugesagt. Brkkur . Cholim-Verein in Kosice. Die seit einigen Jahren , in stetigem Aufblühen begriffene "חברה "ביקור חולים in Kosice hielt ihre Jahres- Versammlung ab und feierte den Tag mit einem Festbankett, ain •Welchem zahlreiche ' Mitglieder und Gäste teilnahmen. Aus dem Vorstandsbelicht ist zu entnehmen,! dass der Verein auch während des abgelaufenen Jahres wertvolle Arbeit um die Erhaltung der jüdischen' Abteilung im Landesspital und die Versorgung der Kranken mit כש ר Kost geleistet hat. Obgleich jetzt auch die auswärtigen Gemeinden einigen Anteil an den Kosten des Vereines nehmen, erweisen sich die finanziellen' Mittel des Vereines immer noch als ungenügend, um den grossen Anforderungen zu entsprechen. Der Vorstand unternahm daher eine Aktion zur Erhöhung der. Mit-, gliederzahl und zur Mehrung :der Spenden. Diese Aktion hatte auch dank den Bemühungen' der Herren Viktoi^ S t e r n und Desider Burger guten Erfolg. In den' V orstand wurden die Herren Ernst W e i s z (Präses)■ ' Viktor Stern (Vizepräses), Desider Burger (VerwaRungsleiter), Mor Guttmann (Kassier) und ausser•: dem ein grösserer A u s s c h u s s gewählt. Bei der Fest*׳, mahlzeit wurden begeisternde Reden im, Zusammenhang! Telephon Nr. 64. .Gegründet 1872. BETRAT PT^EiSZ & 5öhne Presov (Eperjes) Spirituossn-Welngrosshandlüiig, Rinnu. Llkärfabrlk empfehlen erstklassige Liköjre eigenen Fabrikats in jeder Qualität. בשך Weine ׳ Vpn., 40 Lt. aufwärts כשר Slibowitz und Treber, Versand in , Gebinden Demijohns und elegant adjustierten Flaschen za billigen Preisen. Prompte Bedienung. Verlangen Sie Offerte, lieber die Verlässlichkeit können Referenzen beim orthodoxen Rabbinat in Presov eingeholt werden.

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