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Jüdische Presse · 1923-06-01 · 22 (1.6.1923) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
9 (1923)
Issue
22 (1.6.1923)
Date
1923-06-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 140 JÜDISCHE PRESSE Nr. 22 7Tv T S Q HE C H O^S iÖWAKEI. Die Gattin des Präsidenten Masaryk.י Die Frau des Präsidenten unserer Republik ist am 12. d. M. verschieden. Die gesamte Republik nimmt aufrichtigen Anteil am Schmerze, den das Oberhaupt unseres jungen Staates mit dem Verlust seiner Lebensgefährtin erlitten. Die hervorragende Person iichkejt des Präsidenten Masaryk hat sich längst die Liebe und die ungeteilte Verehrung aller Bürger der tschecho-slowakischen Republik gewonnen. Seine auf reiner Ethik und wahrer Humanität begründete We!tanschauung weist ihm als Menschen einen Platz an unter den führenden Geistern der Gegenwart, die berufen sind, der Menschheit neue Wege zur Vered'ung und Vervollkommnung der allgemeinen Gesittung zu ebnen. Frau Charlie Masaryk hat jahrzehntelang in einer mustergiltigen Ehe dem Gemahl in Freud und Leid zur Seite gestanden und in seinem Hause die Atmosphäre geschaffen, die jene Ideen hat reifen lassen, auf die sich die Grösse und der Ruhm des Präsidenten Masaryk aufbaut. Diese innige und ed!e Auffassung des Familienlebens und der unerschtitteriichen Gemeinsamkeit der Lebensgefährten brachte die Dahingeschiedene dem Herzen der Juden besonders nahe. Die gesamte Judenheit der Republik teilt den Schmerz des Präsidenten um den Verlust seiner Gattin. Möge die allgemeine Teilnahme der gesamten Bevölkerung dem Präsidenten ein Trost in seinem Leide sein! Frau Wolf Pappenheim ,״ד^• Die Trailerkunde von dem Hinscheiden der Gattin des altbewährten orthodoxen Vorkämpfers und Aguda-Führers, Herrn Wolf Pappenhelm , hat auch in der Slowakei allgemeine Teilnahme hervorgerufen. Ueberall, wohin die Nachricht gedrungen ist, bemächtigte sich Trauer und Schmerz der Gemüter um den Verlust, den das orrhodoxe Judentum mit dem Tode einer seiner besten Töchter erlitten. Herr Isidor Pappenheim,. Vizepräsident der Aguda- Landesorganisation in der Slowakei und Präses der Ortsgruppe in Bratislawa betrauert in der Verblicheneu seine Mutter. המקום ירחם אותו בתוך שאר אבלי ציון וירשלים! Jüdische Frauen vereine. Antwort dem Herrn Hermann Lövy Nove-Zamky. Obwohl wir der Meinung sind, dass dem Briefschreiber in der letzten Nummer der Gedanke an einen persönlichen Angriff ׳‘ durchaus ferne lag, veröffentlichen wir diese Zuschrift umso lieber, als wir mit Freude die Anschauungen der geehrten Dame über die Aufgaben der jüdischen Frau begriissen und sie vollauf teilen. Ihr ,,Brief an eine Dame in K.“ wurde mir von einem unserer Gemeindemitglieder überreicht. Da ich eine diesbezügliche Verbindung zwischen dem Ueberreicher und Ihnen, mein Herr, nicht annclimen kann, verstehe ich nicht, warum gerade mir, denn an der Gründung des Komarnoer ortli. isr. Frauenvereines sind noch verschiedene andere Damen auch beteiligt. Als gewesene Präsidentin des Vor- ♦ (Ua$$crbeilan$talt Bratislava (Pre$$bu?9), CicTer lüea Erstklassige, diagnostische, diätettsehe u. physikothernpische Anstalt für Nerven- und innere Krankheiten. Chirurgie, Geburtshilfe. Orthopä •ie. Abteilungen für Augen-, Ohren-, Kehlköpfu, Hautlcr mkheiten, Röntgenbchandlung. Chemische tt. bakterio- // logische Laboratorien. // Täglicher Pauschalpreis v. cK 55 aufvv. Pauschalpreis für Entbindung v. cK 1100 bis cK 1800 (8 Tage). Wasserkur auch für Auswärtige öK 15 FREIE ÄRZTEWAHL. Rituelle כשל Verpflegung unter Aufsicht des Pressburger orthodoxen Rabbiuates. ♦ ♦ ♦ ♦ יי bereitungskomitees sowie als derzeitige Präsidentin des Vereines will ich allenfalls antworten. Was, mein Herr, veranlasst Sie, Ihr auszeichnendes Interesse speziell dieser gründenden ״einen Dame in K.“ zu widmen? Zuviel Ehre, zuviel Koved! Sie kennen ja nicht die Individualität dieser ״einen“ noch die der anderen gründenden Damen. Kennen nicht die Beweggründe dieser Vereinigung, kennen nicht ihre Ziele. Wäre es da nicht angezeigt gewesen, wenn Sie sich schon ausgerechnet für die Tätigkeit des Komarnoer ortli. isr. Frauen Vereines so besonders warm interessieren, sich auch durch eine dieser gründenden Damen zu informieren und erst nachher einen ״Brief an eine Dame in K.“ zu richten? Sie haben recht, mein Herr, Mangel an einem wohltätigen Frauenvereine bestand!hier nicht. Aber — und das ist nur eine Frage an einen Ortsfremden — könnte nächtsdestoweniger Bedarf nach mehr Wohltätigkeit bestehen? Es ist sehr liebenswürdig, uns darüber aufzuklären, worin sich die Tätigkeit eines ortli. isr. Frauenvereines erschöpft. Aber icii frage wieder einen Ortsfremden — könnte diese Aufklärung nicht überflüssig sein? Ist es ganz ausgeschlossen, dass Sie die Geisteskräfte, den Idealismus, das ganze jüdische Niveau der betreffenden Damen ein wenig unterschätzen? Würden Sie mir nicht verraten, aus welchen Erfahrmigen heraus Sie in dem Momente, wo wir im Begriffe sind, einen Verein zu gründen, der berufen ist, gewissen Mängeln im hiesigen jüdischen Leben abzuhelfen, uns zurufen: Zurück zum überlieferten Judentum!? Es sind liier Frauen aus verschiedenen Kiiillos, darunter auch solche aus Ohne Bad — keine Gesundheit! Dampfbad und Heilanstalt Bratislava (Pressburg), Gross 1 iggasse Nr. 10 Erstklassige Dampf-, Wannen- und Schwimmbäder! Frisiersalons! Maniküre und Pediküre! Nove-Zamky, aber ich versichere Sie, man könnte mit dem besten Willen nicht behaupten, dass diese über dem religiösen Niveau welcher x-beliebigcn ״einen Dame“ stehen. Die Begeisterung f ii r die Liebe z u r Thora, die unsere Väter uns eingepflanzt, die unsere Mütter in 1111s genährt, die unser innerstes Lebensprinzip, die wir als kostbarstes gottgeschenktes Kleinod, als unseren ewigen, ,verpflichtenden — leider unverdienten — Adelsbrief in unseren Herzen tragen, die Erziehung unserer Kinder, unsere heiligste Aufgabe, darüber lassen Sie nur ruhig unsere eigenen Männer wachen. Was bezweckt bei dieser Gelegenheit die Erwähnung unseres zweitausendjährigen Unglücks, unserer zweitausendjährigen Schmach? So eine bescheidene Sache, wozu die grossen Worte? Von was wollen Sie uns abschrecken, wenn Sie uns Spanien ,Ungarn und die beschämende Assimilation gewisser Kreise in Erinnerung bringen? Es ist nicht amzunelimen, dass man ausgerechnet aus dem Komarnoer ortli. isr. Frauenvereine den ersten weiblichen Minister der tschecho-slowakischen Republik wählen sollte. Hier fehlen zwischen Ursache und Wirkung, zwischen unserem Vereine und Ihren Ermahnungen die Zusammenhänge. Welche Anwendung sollte das Losungswort der Jesuiten in einem orth. isr. Frauenvereine, dessen ־V' : '•v ' V ׳, ''יי.• יr •IQ.:’־ Mp %' יו!,״י• ■VJi" ' V•'־׳ו1ךי'־ V' V י11י י 1״1־1'1;׳״ ''!!י ’ייןןו’"";”׳,"״!!!1,''"!;:׳" W ''1V ',,!p־ 'W 'C ',W W',HP׳ >-VV A/Vl A■' ■ ii»»Y.C ■jii Alle Damen, die vorteilhaft aussehen wollen, Lagen Perücken, Transformationen, Naturscheitel und Teile aus feinstem dauergewellievi Haare aus der Kunstwerkstätte fiir moderne Ilaarersazteil VjFmnaB ÄDämlääm©«• Wien, |., tWah!er$ira8se Kr. 5, Teloph* 6392. Katalog gratis, grösstes Iiaarhtger, daher zivile Preise. ein Hauptzweck die Erfüllung der rituellen Vorschriften bei weiblichen Toten ist, finden? ״Dunkel ist der Worte Sinn“, mein Herr! Bedauerlich ist, dass wir von Ihrer freundlichen Anregung betreffs der jüdischen Vorträge usw. keinen Gebrauch machen können, da wir erstaunlicherweise dergleichen schon in unserem Programme haben. Uebrigcns nehmen wir Beiträge zu einer Bibliothek — auch Lokalitäten — stets gerne entgegen. Wie es mit der Mädchenerziehung anderswo und in Nove-Zamky bestellt ist, weiss ich nicht, ich glaube kaum, dass Sie Ihre betriiblichen Erfahrungen von hier bezogen haben. Meinen Sie nicht, dass dort, wo die Eltern nicht ausreichen, ähnlich wie in Deutschland, die Schule aushelfen sollte? Von uns unwissenden Müttern kann man ja da nicht viel erwarten. Vielleicht dient es zu Ihrer Beruhigung, wenn ich Sie versichere, dass wir uns bemühen, unsere Töchter praktisch ins jüdische Wesen einzufiiiiren. In erster Reihe in unsere einfachen jüdischen Haushaltungen und für die Oeffentlichkeit — im Rahmen unseres Vereines — bei der Versorgung Bedürftiger und Kranker. Gewiss gehört es zu unseren ersten Pflichten, auf unsere Nebenmenschen im wahrhaft jüdischen Sinne einzuwirken. Aber selbe briisk von uns abzustossen, sie quasi als unfähig jeder Religiosität, als unwürdig zur Mitwirkung bei Mizhvcs zu erklären, wie es leider schon am Rahmen unseres Vereines zu meinem Bedauern geschehen ist, halte ich nicht für den richtigen Weg dazu. Ein wenig mehr Bescheidenheit von seilen jener, die selbstgefällig genug sind, sicli selbst als jüdisches Muster hinzustellen, wäre dringend vonnöten. Sich selbst als hochwertig, andere als minderwertig zu erklären, ist lächerlicher Hochmut. Bei unserer Beurteilung haben wir alle insgesamt die unendliche Langmut und Barmherzigkeit des Ailmächtigen als einzige Hoffnung. Einst bekam unser grösster Lehrer den göttlichen Auftrag, sicli mit der heiligen Thora zuerst an die Frauen zu wenden. Wir sind wieder vor Schwuos. Sollten auch Sie, — verzeihen Sie den Vergleich — auch von höherer Stehe Auftrag zu diesem ״Brief au eine Dame in K.“ bekommen haben? Gerade Sie, der Sie so wenig von der ortli. Frau halten, der Sie leider an der Begeisterungsfähigkeit der ortli. Frau — oder nur an meiner? — zweifeln! Seien Sie versichert, den Gründerinnen dieses Vereines schwebten keine Präses- und andere Ehrenstellen als Ziel vor, sondern die Erfüllung gewisser Frauenpflichteii, die leider hier bis jetzt nur von ganz wenigen geübt und!läufig gänzlicli vernachlässigt wurden. Ernste, traurige Pflichten, weiche dein Menschen seine ganze Nichtigkeit vor Augen führen, die weitab liegen von Gesellschaltsformen, Tanz und Lust, die zur Seeieneinkchr auffordern und uns mahnen sollten, wie nichtig es ist, sich um Worte zu streiten, denn vor dem Allmächtigen sind wir alle gleich. Sollte es Persönlichkeiten geben, die uns das nicht glauben können, denen spreche ich mein Bedauern aus. Uebrigens bat man uns diese sogenannten Ehrenstellen so gründlich verekelt, dass, wenn uns diese ernsten Ziele, die war so gerne erreichen und verwirklichen möchten — nicht vorschweben würden, wir schon die ganze Sache fallen gelassen hätten. Unser junger Verein ist ein noch zartes Geschöpf, für den wir in erster Reihe um Ruhe bitten. Ich und wahrscheinlich die übrigen Damen auch, nehmen gerne zu jeder Zeit gute Ratschläge an. Aber ein ״Brief an eine Dame in K.“ kann diesen Zweck nicht gehabt haben. Sehr ungern gehe ich mit dem, was ich zu sagen hatte, vor die breite Oeffentlichkeit, aber ich habe zu einer Antwort keinen anderen Weg, als den, welchen Sie betraten. Im übrigen empfehle ich Ihrer geneigten Aufmerksamkeit, was Jote ben Jochanan über den Verkehr mit Damen sagte, und als Dank für Ihre Bemühungen warne ich Sie freundlichst, da bekannternaassen die Frauen das letzte Wort haben müssen. Komarn 0, den 27. Ijar 5683. Hochachtend Frau Samu Fleischmann. {***&**>*<<?&* B ■ *8fei h Mark© Hirsch reinigt und schont sugflei Ihre iverlvoKa Wäsche! Eigentümer und Herausgeber: ״Jüdischer Verlag G. m. b. H.“, II., Malzgasse Nr. 12 a. — Verantwortlicher Redakteur: Jakob Deutsch, Wien, I., Kölnerhofgasse Nr. 2. Für die Tschecho-Slowakei: Heinrich Schwarz, Bratislava. — Druck: Druckerei und Verlags-A.־G. Ig. Steinmann, Wien, IX., Universitätsstrasse 6. felzwaretihans Sn gros und Sr*Qugung\!.,Bauernmarkt 24 (ecke Fieischmarkr Tel.67-302 Detailverkaufs-NUedewiage: ft,, Graben 28 Filiale: Karlsbad, Alte Wiese. Pelzaufbewahrung g^gen Versicherung über die Sommermonate

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