Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 5 (1849)
- Issue
- 30 (27.7.1849)
- Date
- 1849-07-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2625941-2626254-2626285--1972-2629666- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»M 238 Die vergossen in der Mitte Ihrer frommen Männer Blut. Irren blind jetzt in den Straßen, Und von vielem Blut befleckt. Selbst berühren man sie scheuet, Weil die Kleider voll vom Blut. Weichet, unrein ruft man ihnen. Es zertheilt sie Gottes Zornblick, Auf ein hülfeloses Volk. Alle Schritte, die wir gehen, Schreiten sie uns offen nach. Nah das Ende, voll die Tag' sind, Za, das Ende ist schon da. -Schneller waren die Verfolger ' ' Als die Adler in den Höh'm Auf den Bergen noch sie jagten, In der Wüste lauern sie. Unser Geist, der Gottgesalbter. Ward in ihrer Grub' ertappt, Zauchz', frohlocke, Tochter Edom, Die Bewohnerin von Uz. Uebcr dich wird auch der Kelch geh'n, Dich berauschen, decken auf, Zion, deine Schuld ist fertig, Wird vertreiben dich nicht mehr, Ahnden wird er Edoms Sünde, Und entdecken sein Vergeh'«. IV. Gott, gedenk, was uns geworden, Sich und schaue unsre Schmach. Fremden wurde unser ErbtheU, Heiden unsre Häuser nun- Waisen find, wir ohne Väter, Unsre Mütter. Wittwcn, ach. Wasser trinken wir um Silber, Und das Holz', das kaufen wir. Treibt uns weiter an dem Halse, Müde, doch man giebt nicht Ruh. Müssen jetzt Egppten dienen, Aschur um das sparsam' Brod» Unsre Väter fehlten einstens,. Ihre Sünden dulden wir. Knechte herrschen über uns jetzt, Niemand ja befreiet uns- Mit dem Leben suchen Speis' wir, Wegen Schwertes in der Wüst'. Knaben straucheln unterm Holz. Richter sind vom Ähor entrücket, Zünglinge von ihrem Sang. Herzensfreude ist gewichen, Unser Tanz ist Trauer nun. - Haupteskrone ist gefallen, Weh' uns, daß wir sündigten. Deshalb klaget unser Busen, Darob weinet unser Aug'. Weil Berg Zion ist verwüstet, Füchse streifet auf und ab. Du, o Gott, regierest.ewig, Und dein Thron von Zeit zu Zeit. Warum willst du uns vergessen. Und so lang verlassen uns?