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Der treue Zionswächter · 1849-02-23 · 8 (23.2.1849) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
8 (23.2.1849)
Date
1849-02-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»ZO 63 KZ« Freie Städte. Hamburg. Nach langer Unterbrechung religiöser Zwistigkeiten, versuchten es vergangenen Sonnabend, den 17. d. M. einige junge, brausende Hitzköpfe ihre Umtriebe auch auf diesem Gebiete geltend zu machen, nnd beriefen zu diesem Behnfe eine Versammlung in die Tonhalle,. Gestützt auf §. 11 der deutschen Grundrechte, wonach kein Deutscher verpflichtet ist, seine religiöse Ueberzeugung zu offenbaren, erließen dieselbe eine Aufforderung, daß alle, welche gesonnen seien, aus dem Hamb. Jsr. Gemeindeverband auözntreten, sich mit ihnen vereinen. Die Versammlung war zahlreich nach dem kleinen Raum des Lokals, wenig aber im Verhältniß der jüdischen Einwohner besucht. Keineswegs aber bestand sie aus solchen, welche wirklich-beabsichtigen von diesem Rechte Gebrauch zu machen; denn/ wenn auch viele hiesige Einwohner, wie es'Nicht anders zu erwarten ist, eifrigst wünschen und streben, daß schleunigst eine radikale Reorganisation der.Gemeinde vorgenommen werde, damit dieses Zwitterding von Alten und Neuen, welches durchaus nichts bringendes zu wirken im Staude ist, anfhörc^. isa? waren doch die Männer, welche die Versammlung, beriefen, nicht befähigt Zutrauen cinzuflößeiv.;nlem< bloße Neugierde rrieb die Meisten hni^ lliWr-folchen.; ungünstigen Anspicien wurde endlich: dieSitzunst? eröffnet. State direkt auf das beabsichtigte Ziel - losznsteuern, begann man mit einer höchst schmähenden Äußerung über die Vorlage des Senats an den Bürgcrkonvcnt, nach welcher die bisherige jüdische Kommunalangelegeuhcit nicht verändert werden solle. Mit hohlen Phrasen nnd gemeinem Spotte wurde das Syste m und der Zweck einer jüdischen Gemeinde dargestellt. Ein jüdisches Krankenhaus sei deshalb überflüssig, weil es keine jüdische Medicin gebe, das jüdische Armenwesen nicht nothwendig, weil es kein jüdisches Leiden gebe; jüdische Freischulen, in welchen Knaben unbemittelter Eltern eine sittliche, moralische Erziehung und religiöswiffenschaftliche Bildung genießen, seien schon darum ein Unsinn, weil doch die Wissenschaften nicht jüdisch seien, und wie der Unsinn mehr lautete. Man müsse daher das jüdische Gemeinwesen schnell über den Haufen werfen, und sich nicht von einem Vorstand tyrannisiren lassen. Dazu sei aber ein Zwiefaches erforderlich; einmal, zu protestier» gegen alle Beschlüsse, die etwa der Senat mit dem Gemeinde- Vorstände treffen werde, indem dies ein Präjudiz gegen die Konstituante, und eine 'Nichtbeachtung der deutschen Grundrechte sei; zweitens, einen Verein zu bilden, dem Gemeindevorstande nicht ferner als solchen anznerkennen und zu diesem Behnfe die Gemeindesteuern zu verweigern. Der ganze Nihilismus, wie er unseren Reformern eigen ist, zeigte sich also hier wieder. Nicht die durch die Zeit erforderliche Reorganisation der äußeren jüdischen Angelcgenheitei?/sondern die totale Auflösung alles Jüdischen will man erzielen. Und dieses zeigte sich auch im Verlauf der nun begonnenen Debatte. Vergebens wurde von vielen ganz verschiedenen Partheimänncru. sowol auf das Unrechtmäßige, als auf das Unedle eines solchen Vereins hingewiesen; vergebens darauf aufmerksam gemacht, daß man nicht das winzige Recht ans den Händen gebe, bevor die deutschen Rechte Gesetzeskraft erhalten haben; vergebens wurde endlich dargethau, daß der Zweck des ganzen jüdischen Gemeinoeverbandes nur sei, was man jetzt allgemein bezwecke und zu erstreben suche, daß der Arme und Uubemittelnde eine höchst angemessene Versorgung und Unterstützung erhalte; man wollte nichts von der Wahrheit hören, man erklärte offen, wir wollen nicht diskntireu, d. h. wir wollen nicht von Eurem Rechte und von nnserm Unrechte überzeugt fein. Schnell schritt man daher zmn Schluß der Debatte, und erklärte: Wir kamen zusammen um die deutsche Nationalität zu erhalten, was man uns entgegnete, sei jüdisch, und oas wollen wir ja nicht, wir haben doch längst alles Indische von uns entfernt. Hierauf erlaubte man sich unt einer unerklärlichen Verschmitztheit anzufragen, wer beabsichtige dem Verein beizutreten, der die deutsche Nationalität vor jeder Reaktion schützen wolle? Welche Dummdreistigkeil.' Riebt das Anstreten ans der isr. Geweint, wie es die ganze Debatte hindurch hieß, sondern zu einem rein politischen Zwecke sollte man einen Verein bilden. Natürlich, daß ein solcher, entschieden frevelhafter Mißbrauch der Ansicht der Anwesenden entschieden zurückgewiesen wurde, und man sich zu der Erklärung gezwungen sah, nur die möchten dem Verein beitrcten, welche von Z. ll Gebrauch machen wollen. Zu sehr aber war die Versammlung

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