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Der treue Zionswächter · 1849-02-16 · 7 (16.2.1849) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
5 (1849)
Issue
7 (16.2.1849)
Date
1849-02-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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kein Zweifel, daß Stadion die unveränderte Annahme desselben lebhaft wünscht, wozu die zu dessen Gunsten in den ministeriellen Blättern sprechenden Artikel den Beleg geben. Die „Wiener Zeitung" und der Lloyd halten sich in diesem einzigen Punkte auf der Höhe unserer Zeit. Dennoch will man, obgleich die Linke hier mit den Ministeriellgesinnten stimmen wird, die Annahme des Paragraphen sehr bezweifeln, da leider die.Volksbildung in Oesterreich noch der Art vernachlässigt ist, daß viele Abgeordnete für ihr Leben fürchten, wenn sie ihren Committentn die bürgerliche'Gleichstcllung der Inden nach Hause bringen. Auch und besonders die Ezcchen sollen dem Pararagraphen keineswegs geneigt sein. H. '(5. Kreinsier. Es sind hreselbst Deputationen der Juden ans einigen Provinzen angclangt, und wurden noch andere erwartet, da der zur Diskussion bevorstehende §. 16 der Grundrechte die Indenemanzipation ausspricht. Das Miuisteruuu bat sich für diesen Punkt ohne allen Rückhalt ausgesprochen. — Posen. Kempen. Aufruf an unsere Glaubensgenossen. Tbcuerc Brüder von nah und fern! Die verheerende Seuche Cholera, hat durch s c eh s W ochen gräßlich in unseren Mauern gewnthet. Hunderte sind als Opfer hingerafft worden in unserer kleinen Stadt, in auffallendem MiSverhältniß zu den Tansenden in den großen Städten, wo sie am wnthendsten ausgetreten zu sein schien. Nicht nur zarte Kinder und schwache Greise, sondern auch rüstige Jünglinge, kräftige Männer und Frauen sind meist in wenigen Stunden deS Todes Beute geworden; ja, ganze Familien sind cingegangen, und verödet stehen ihre Wohnungen. Sie werden uns keines Selbstlobes zeihen, wenn wir der hiesigen israelitischen Gemeinde es öffentlich zum Ruhme nachsagen müssen, daß sie durchgängs in Erwägung des weisen Spruches: „Es kann Vermögen nicht nutzen am Tage der Betrübniß" (Sprw. 11, 4), nicht in Betracht gezogen die eigenen Verhältnisse, nicht die seit Jahren schon andauernde Nahrungslosigkeit, nicht die beträchtliche Anzahl hiesiger kontinuirlich zu erhaltender Armer; sondern mit vollen Händen gespendet, und immer wieder neue Gaben reichlich dargebracht auf dem Altar der Menschenliebe, also daß kein Armer ohne Arzt, ohne andauernde Pflege, ohne Arznei oder zweckdienliche Erquickung bleiben durfte. Aber, theuere Glaubensgenossen! Es ist uns ein heiliges Vermächtniß zurückgeblieben aus diesem vernichtenden Sturme: Ein Häuflein vater- und mutterloser Waisen von dem zartesten Alter ab. Vergebens suchen sie ihre noch vor Kurzem dagewesenen Eltern, rufen nach Brot und um Deckung ihrer Blöße: sie sind hilflos und verlassen. Wohl hat auch hierfür ein Verein sich gebildet, dem die große Mehrzahl irgend Beitragsfähiger sich willig anschlosseu. Allein die Zahl der armen Weisen ist für unsere schwachen Kräfte leider zu groß. - Und doch, doch sollen, wollen wir so gern helfen, und wir hoffen es unter göttlichem Beistand, wenn wir auf die mit Recht anerkannte und allseitig gerühmte, thatkräslige Milde und Freigebigkeit unserer Glaubensgenossen zu zählen berechtigt sind. Und diese Hoffnung wird nicht trügen. Wir bitten Sie darum, im Namen jener hilflos verlassenen Weisen, uns in diesem Liebcöwerke zn unterstützen. Es werden sich in jeder Gemeinde, edle, für Menschenliebe glühende Herzen finden, die in derselben Sammlungen veranstalten, jedes noch so schwache Scherflein liebevoll aufnchmen und ans der 'Nähe an eines der Unterzeichneten Mitglieder, aus der Ferne aber an die verchrkiche Direktion dieses Blattes abzuführen die Güte haben werden, welche die Beiträge freundlich cntgegcnnehmen und öffentlich darüber berichten wird. Mochten besonders die Herren Gemeindevorsteher, Rabbiner und Prediger nnv Ingendlchrer cs sich angelegen sein lassen, dieses heilige Liebewerk fördern zu helfen und die edlen Spender ihre Gaben dem Herrn leihen, indem sie die Armen begünstigen (Spr 19, 17); eine Gabe, die der Herr reichlich vergelten möge hier und dort. — Das Komitee und die erwählte Kommission?c. für das israelitische Waisen-Erziehungs-Institut. Isaak S. Landau. M. Auerbach. Dr. Jakobson. L. D. Schlesinger. H. Landsberger. Ealö. M. Arenstein. D. I. Hcnschcl.

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