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Der treue Zionswächter · 1848-12-29 · 52 (29.12.1848) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
52 (29.12.1848)
Date
1848-12-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
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4M 415 Wo den Menschen^ baß nackte abstrakte Begriffe einer Macht die Gewohnheit die Stirne bieten könnten. Das ist Täuschung! Wie viel oder wie wenig Wahrheit in den Grundsätzen des Pester Reformvereins auch liegen mag — nie können wir nnH von ihnen jene Wirksamkeit versprechen, so lange auch nur zum Scheine der Verdacht daran haftet, als wollte er seelendiebisch und seelenkäuferisch die bedrängte Lage der Juden in mittelalterlicher Manier für seine Zwecke ausbeuten, um dem nagelneuen Gotte in aller Geschwindigkeit zum Throne zu verhelfen und auf eine der echten Religion unwürdige Weise den tumultuarischen Zustand benutzen. Wahrend ihre Brüder geplündert und geschlachtet werden, während kreischende Mutter händeringend ihre bedrohten Kinder suchen, rief man den armen bedrängten Leuten in Torquemada'S Manier zu: Bekehrt euch, Juden! Nefvrmirt euch, Juden! Das war burschikos — um einen gelinden Ausdruck zu wählen. Ich muß noch ferner hinzusugeu, daß die Männer die an der Spitze der Rcformpartei stehen, weder durch Wott noch durch Schrift und Werk, noch endlich durch ihre Berufssphare unS Garantien bieten können, daß sie für die Gefahren, die eine religiöse Reform allerdings mit sich fuhrt, Gewähr leisten könnten. Äcrzte nnd Kaufleute sind in der Regel schlechte Theolvgen! Endlich handelt eS sich bei den Bestrebungen deS Pester Reformvereins nicht um einige lirhurgische Verbesserungen, sondern um den Umsturz eincS ganzen Systems, daS auf historischen Boden basirt. Man ziehet gegen den ganzen Bestand und die nothwendige Eutwicklnng des MosaiSmuS zu Felde. '.ES wird in Voltaire'S Manier dem Götzen deS oberflächlichen Rationalismus, d. i. dem Nihilismus und der Negative gehuldigt — daß ist unseres Wissens keine Belebung der Andacht Wahre volksthümliche religiöse Entwicklung und Verbesserung knüpft an Gegebenes an, und macht das Vorhandene genießbar, ohne eS zn verschleudern. Auch die Religion hat ihre Oekonomie. Sie muß fein Haushalten mit dem, waS sie hat — sonst läuft sicZiefahr, ihre Würde zn verlieren — ihres Eindruckes auf'S Gcmüth zu verfehlen. WäS aber die Klage über den Verfall der Religion in Großkanischa speciell betrifft, so wundern wir unö hierüber gar nicht. Eine Gemeinde, die Synagoge und Schule nüv xro kormn hak, die industriell die Kosten eines Rabbiners und Schulmeisters, nicht das Heil ejnes geistlichen Vorstehers bemißt, eine Gemeinde, die reformier thut, und sich in kleinstädtischer Affectation geberdet; eine Gemeinde, die ihr Seelenheil, daS Wohl ihrer Jugend, das einende Band, daS ihr ein religiöses Oberhaupt verleiht, für Nebensache, für eine kaum leidliche Dareingabe hält — eine solche Gemeinde hat sich selbst gerichtet. Ihr klagt über Mangel an Anvachtserregung in eurer Svnagoge und vergesset, daß ihr nichts dazu thut, sie zn beleben. Ihr seid gegen die alte Religion kalt und gleichgiltig und habt noch gar nicht bewiesen, daß eS euch um eine bessere zu khun ist. Ihr seid blasirt, wie die Großstädter und kleinlich wie die Krähwinkler. Nehmt Euch ein geistlich Oberhaupt und zeiget, daß eS Euch darum zu thun ist, Juden, Menschen und Staatsbürger zu sein; dann wollen wir glauben, daß die Reform reuie Phrase in Eurem Nt undc ist. M p L) o r L s m e. Zwischen dem Staat nnd dem Hause sieben die Städte,, die kleineren Kommunen, die sich nnmitte!- dar anS den Familien zusammcnsetzen nnd tue, zusammengenommett wieder den Körper des Staates anSmachen. An diese habe ich mich in Gedanken gewendet. Ungefähr wie in einer Kommune die Aerzre leben, Lae man in Häuser ruft, weil man die Noch kennt, der sie Hülfe verheißen, so würden in den Städten auch Erzieher gesunden werden, die man ebenfalls in die Häuser zn kommen einlüde, wofern man die Noch einer falschgcrichteleu jugendlichen Fortbildung besser zn beurtbeiien was;re. Nur nicht so dcsnltorisch wurde das Geschäft dieser Erziehersein, wie daS der Arzte; etwas regelmässiger und siltiger, — oder etwa so, wie bei langwierigen, wenn nicht schon plötzlicher Gefahr verbundenen Krankheiten, der Besuch deä ArzteS zu sein pflegt, so wurde -in solcher Erzieher Laä Hans besuchen worin er Arbeit fände. Wie der Arzr Recepte verschreibt, so würde der Erzieher Beschäftigungen und Studien anordncn; wie der Arzt das AuSgchen verbietet oder verlangt, wie er Reisen m ein anderes Klima vorschreibt, so wurde der Erzieher den Umgang mit solchen und solchen Gespielen bestimmen, nnd die engeren oder weiteren Grenzen der Notlügen Aufsicht an geben. Mehrere Familien könnten sich vereinigen, einem solchen Erzieher den größten Thcil seiner Einnahme zn sichern, ohne ihn darum ganz an sich

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