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Der treue Zionswächter · 1848-04-11 · 15 (11.4.1848) · page 2

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
4 (1848)
Issue
15 (11.4.1848)
Date
1848-04-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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<-W> 114 M» rrw7I 7>:pc r:nI -jö ^'1 N'7I7.1 xf> 7!^:L ^c.' Frage den, der erspähet der Dinge Lauf, Er errheilr umsonst, was er erwarb ' durch schweren Kauf. einen steilen Hügel, um den sich der Pfad schlängelnd zog. Aue herbstlichen Wolken strahlre uns nun enrgegen der Sonne goldner Sirah', der uns zum Dank gegen den Schöpfer, des Alls stimmte. (Fortsetzung folgt.) Zudenthum, Neforin und Emancipation. Von Adolph Stößel. -eit werden. Mau hat dem orthodoxen Zudenthum in den letzten Decennien so oft den Vorwurf gemacht, daß eS durch seine sogenannte mittelalterliche Ceremonien und Traditionen alles Neuere von sich stößt und ein abgesagter Feind aller Reformen, der Emancipation der Anden nur feindlich enrgegentritt. Wenn wir eS auch nicht bestreiten können — nicht wollen — daß sich's unsere Orthodoxie zur Aufgabe gemacht, alles Hergebrachte im Gebiete des Talmuds und der Religion zu wahren, und vor Angriffen ihrer Gegner zu schützen; wenn wir es auch gerne zugeben, daß dem orthodoxen Zudenthume jedes talmudische Ge- und Verbot so heilig und wichtig ist, daß es solche denen auf dem Sinai von Gott selbst gegebenen 10 Satzungen gleichstellt und in der Nichrbefolgung, Verletzung oder Ummodelung derselben eine gottzuwiderlaufende Neuerung sieht: so können wir doch nicht begreifen, wie man noch davon Intoleranz folgern kann, wie so man noch davon zu schließen berechtigt, daß die Orthodoxie zeitgemäßen bürgerlichen Reformen zuwider und was schlimmer, der Emancipation d. I. feindlich entgegentrirr? Und doch ist dies jetzt die einzige, fast allgemeine, wenn auch nicht ehrliche Waffe, der sich unsere Gegner bedienen, um unser Ansehen zu schmähen und . uns selbst bei unfern jüdischen Mitbrübern herabzusetzen und verhaßt zu machen. Die Emancipation, wie sie behaupten, ist die nvrhwendige Folge und das unbedingte Resultat der Reform,, wer dieser znwieder, darf auch jene nicht hoffen. Wir werden unfern Gegnern auch in bicser Hypothese das Recht widerfahren lassen, so sehr wir übrigens auch durch Hinweisung auf Frankreich, Belgien :c. rc., wo auch ohne alle Reformvor» bereirung ganz unerwartet die Emancipation kam, diese Schlußfolgerung umstoßen könnten, und dennoch behaupten wir: das orthodoxe Zudenthum ist der Emancipation nicht zuwider, wünscht sie, und um unfern Geglichen Reformen geneigt ist. Nichts har dem Zudenthume so sehr geschadet (wenn Verlaumdüng und Abfall ihm schaden können) als seine Verwechselung mit der Zudenheir, daß man Gegnern fein erdachte Kunstgriff um das Zudenthum in den Juden, die Sache in den Vertretern herabwürdigen zu können, wurde durch den Umstand noch gefährlicher, baß man den Glauben, die Religion selbst in zwei von einander differirende Theile zu sondern sich bestrebte und uns mir dem Prädicare „orthodox" bezeichnet?. Dieses Epitheton, das viele so fälschlich mit „bigott" verwechseln und sonach das orthodoxe Zudenthum für etwas Ueberrriebenes, bigottes halten, ist die Quelle aller Verläumdungen und die Ursache, warum unsere Gegner trotz ihres Abfalls vom Anden, thume sich immerhin noch Juden nennen und b,e Nichtbefolgung vieler Gebote für die bloße Verletzung der Orthodoxie-Bigotterie, nicht aber-für die des Andenthums uuegeben. Wollen wir -aber das Epitheton „orthodox" noch ferner beibehalten. müssen wir beweisen, wie das orthodoxe Zudenthum nur das wahre Judenthum und wie außer ihm - kein anderes möglich und dasselbe, identisch und völlig gleich, und wie ein nichtorthodoxes Zudenthum dasselbe, was ein Nichrjur denthum ist. Die mündliche und schriftliche Ueberliefernng, dis Schriftdeutungen und Folgerungen, vermöge der 13 Grundsätze, machrn das Zudenthum aus. Es ist. keiner Zeit, keinem Orte, vielweniger noch den bloßen Umständen unterworfen. Diese Lehre wurde uns von

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