Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 4 (1848)
- Issue
- 10 (7.3.1848)
- Date
- 1848-03-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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»ZH IN M» Der dortige Dissidenten-Lehrer ist übrjLens fest ent- Mossen, sich einer zweiten Prüfung nicht zu «lterzichen, und will lieber feine Stellung H^fgeben, da keinen' es mit seinem Gewissen veranttdortenkann, sich einer Religionsprüfung bei E. zu unterziehen. Aus LurlMeri. Die Emancipationsfrage, welche man seit zwei Decennien so lebhaft besprochen, welche die Spalten der publicistischen Blätter füllte, ist jetzt etwas mehr in den Hintergrund getreten, weil man schon Vieles errungen, und weil es auch nicht ganz natürlich erscheint, daß in einem Staate die Rechte keinem Individuum entzogen werden tonnen, das seinen Pflichten nachkommt. In diesem lebhaft geführten, Streite erklärten viele Neuerer, und es wurde sehr oft wiederholt, daß nach der Emancipirung diebereits eingetreten. Wir können solche Aeußerungen nur bedauern, »nd geben als Note zu diesem Texte auf, den bekannten Antrag vachzulesen, den ein Mitglied der kurhessischen Ständekammer, wo schon längst die Emancipatiou ausgesprochen ist, im Betreff der Israeliten stellt. Bayern. Die jüngsten Vorgänge in nuferem Lande bieten den sonderbarsten Expositionen Raum. Alle stimmen jedoch darin überein, daß bei den schwankenden Zuständen unsere religiösen Verhältnisse keineswegs gefährdet sind. Vielmehr leben wir in der festen Zuversicht, daß, sowi.' gegen das orthodaxe Judenthnm sich noch Nichts bisher kundgegeben, aucb fernerhin der Bestand unserer wahren Religion gesichert ist; mögen au^ch viele Schreier schon sich rühmen, bald der religiösen Fessel sich entwunden zu sehen. Erfreulich aber ist's zu erfahren, daß das Edikt 1813 Änderungen erleidet; die in Betreff dieses Gesetzes eingeholtln Gutachten sollen meist , günstig ausgefallen sein. Brrrgpreppach. Ein Seitenstück zu dem in No, 5. Ihres geschätzten Blattes mitgetheilten edlen Zuge aus dem Ries, wird hiemit auch von dieser Gegend mitgetheilt, und Ew. Wohlgeboren werden gebeten, auch dieser Wohlthat ein Plätzchen in den Spalten Ihres vielgelesenen Blottes einzuränmen : Die isr. Cultusgewciude Alteastein, im diesseitigen Rabbinatsbezitke, hat vor vielen Jahren ein Haus angetanst, welches nunmehrzu einer schönen Synagoge hergestellt ist, und schuldete darauf, 300fl, welche damals zu 5 Procent ausgenommen wurden. Herr Moses Meyer in Braunschweig, der aus Altenstei» gebürtig ist, hatte aber vor mehreren Jahren diese Summe als Darlehen hcrgegcbc», damit die Gemeinde -nicht mit 3 Procent zu verzinsen braucht. Da er nun evftrhr, daß die Anzahl der Gemeindeglieder und deren Mittel sich sehr verringert haben, so hat er unterm LS. Jan. d. I.. seinem Geburtsorte, diese Summe ganz zum Geschenke ge, macht. Ekre und Segen diesem Manne! .7021 7^72 Holstein. ElmShorn, 27. Febr. Gestern fand die Trauerfcier firr den höchstseligen König Christian VlU. in hiesiger Synagoge statt, welche, nachdem von dem Hochwürdigen Herrn Obcrrabbiner Ettlinger entworfenen Programm für die sämmtlichen Synagogen der Herzogtümer Schleswig und Holstein auf folgende Weise vor sich ging. Zuerst wurden die Psalmen 16 und 90 vom Vorsänger recitin. Alsdann wurde Pf. 23 vom Vorsänger feierlich vorgetragen. Hierauf hielt Herr Oberlehrer Unna die Trauerrede über den Allerh. Orts verordnten Tert Icr. 3, 15., an welche das von Herrn Oberrabbiner verfaßte Seelengebet für den Höchstseligcu König und Trostgebet für Ihre Maj. die verwitwete Königin angeschlosseu wurde. Nach Beendigung derselben wurde Ps. 61 recitirt und zum Beschlüsse das Gebet für Se. Maj. den König und die Königliche Familie abgehalten. Wir betrauern in dem Dahin geschiedenen einen edlen Monarchen, dessen kurzer, aber thatenreicher Negierung, wir Israeliten besonders Viel zu verdanken haben, und geben uns den freudigsten Hoffnungen hin daß sein ihm auf den Thron folgender Sohn, als würdiger Nachfolger in seines Vaters Geiste fortwirken wird. Auch in Friedrichstadt fand die Todtenfeier in ähnlicher Weise Statt, und wird auf allgemeines Verlangen die dortige Trauerrede, gehalten von dem Direktor und Oberlehrer Herrn Gotthold nächstens im Drnck erscheinen.