Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 43 (26.10.1847)
- Date
- 1847-10-26
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»tzH S4S W» Nicht wollen wir darauf Hinweisen, daß für den Proponenten, öw nicht in der Thora stehe; daß er rnft n u r deS Morgens vorgelesen haben will, und dadurch zeige, wie er ein arger Fremdling im Hause Gottes ist, meinend, wir lesen Abends und Morgens; auch wollen wir ihm nicht Vorhallen, daß er den öffentlichen Gottesdienst während aller Wochentage aufgehoben haben will, — rufen ihn aber doch die Worte Gottes durch den Mund seiner Propheten: „Din ich etwa nur ein Gort der Nähe, und nicht auch ein Gorr der Ferne?" etwas verändert zu: Bin ich etwa nur ein Gort der Sabbarhe und nicht auch ein Gott der Werktage?" Auch das wollen wir ungerügt lassen, daß er, aller offenkundiger Thatsache zuwider, behauptet, die Zahl der orthodoxen Rabbiner habe seit dem Entwerfen der Svnagogenordnung abgenommen, da doch, danken wir Gorr dafür! alle konservativen Rabbiner, die bei der Berarhung der Synagoqenordnunq zugegen qewesc»» noch am Leben, bei voller Kraft nnd im Amte sich befinden. Was aber die sieben, leitdem neu eingesetzten Rabbiner bernffr, so sind uns von. ihnen die Herren baw, Wälder in Berlichingen, und Kallmann in Bur, tenhausen näher bekannt, und wir könn n versichern, daß sie getreue Anhänger deS Judenrhums sind. Die drei übrigen, die wir nicht persönlich kennen, und von denen einer vor etwa zwei Zähren mir der orthodoxen Partei in Frankfurt a. M. gar sehr liebäugelte, und ern anderer, Herr Herbst in Zebenhausen, der seiner ehrenhaften Gesinnungen halber, allgemein gerühmt wird, lassen einen Radikalismus, wie der Proponent einen prvvoziren möchte, nicht «m Entferntsten fürchten. Endlich wollen wir ihn auch nicht fragen, was er mit dem Ausdrucke: „polnische Schule^ sagen wollte; denn wir kennen diese Ausdrucksweise recht wohl, und verstehen das, was sie bezwecken soll. — Aber unsere altern Rabbinen sind, ungeachtet ihres ausgezeichneten Wissens, in allen Fächern der ralmudischen Literatur in der Mitte Deutschlands und von deutschen Lehrern unterrichtet worden. Wäre dem aber auch nicht also, hätten sie auch in Polen und von polnischen Rabbinen ihren Unterricht erhalten, so hatten sie sich dessen nicht zu schämen, und wir würden sie deswegen nicht weni ger hochachren: denn unser Volk hat ein langes Gedächtniß „und wen» auch alle Welt es vergessen kann, daß die deutsche, ja vielleicht die europäische Christenheit gegen daS Ende, des 17. Jahrhunderts den Polen ihre Rettung dem Mvhamedanismus gegen» über zu verdanken har» s». werden vir Juden es doch nimmer vergessen^ daß wir seitdem Untergänge 'der rabbmischen 'Schiiten ' zst 'MgenSbürg, zn Nürnberg, und am Mttkekrheiss im L'-K Jahrhundert die Erhaltung und Pflege unserer heiligen Lehre, den, von dem Jsr. des „IS. Jahrhunderts" und von seinen Correspondenken so sehr mißhandelten polnischen Schulen zu verdanken haben. Und weil wir ihnen so Vieles verdanken, kann der Umstand, daß in neuester Zeit diese Schulen in der Person eines H — — d — — m uns deutschenJuden einen zweiten nfi der aber Gorrlob! wieder aus der Rabbinerwelt und rhellweise aus dem Judenthum geschieden ist, zugesckickr, unserer Dankbarkeit gegen sie keinen Eintrag thun. Wenn aber der Correipondenr vom Neckar in No. 41 unsere würrembergischcn Gemeinden calumnirr und behauptet, diese frommen Gemeinden aingen damit um, -V so har er eine Unwahrheit berichtet, der wir aus Liebe zur Wahrheit und aus Achtung vor unfern Gemeinden auf das Enrschiedcnste entgegen treten gen orthodoxen Mitglieder ins Schlevvkau nehmen möchten, um sie in einen Strudel bodenloser Tiefe zu ziehen, und welche Gemeinden sind es, die ihre orthodoxe Schwester vor sich herpeicschen wollten, um sie in die graue Oede zu treiben? Ist es etwa d i e Gemeinde, die vor etwa zwei Jahren zu Prvlestarionen gegen die Beschlüsse der Rabbinerversammlung aufforderre? oder sind es die Gemeinden, die wirklich prorestirt haben? oder sind eS die Gemeinden, die die Adresse an die 116 Unterzeichneten? oder sind es die zahlreichen Gemeinden an dem Taubergrnnd, an der Jarr, an dem Kocher und dem Mittlern Neckar, die doch zu den orthodoxesten in Deutschland gehören? oder ist es diese wohlhabende und gebildete Gemeinde, die erst in voriger Woche, aufgemunrerr von zweien ihrer reichsten und angesehensten Mitglieder, eine sehr bedeutende Summe sih zeichnete?? Daß eine Gemeinde den dreijährigen Cyklus beim Thoravorlesen eingcführr, was aber durchaus nickt einstimmiger Beschluß dieser Gemeinde war, und baß vielleicht noch eine, oder höchstens zwei wenig zahlreiche, dasselbe thun würden, wenn ihr Rabbiner es ihnen