Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 47 (24.11.1846)
- Date
- 1846-11-24
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2625941-2626092-2626140--0701-2628256- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
net; an uns ist es, hier, die Ergänzung zu geben. Ein mehr als Leichtes würde eS uns sein,, jene gespreizte Schöngeisterei und zusammengcstsppefte Conversacionsüber den Tatmud geäußert har und noch, äußert, begreift er selbst recht gur^ wofür wir ihn hatten müssen, und daß als solchem, ww auf jede..Discussion unumwunden aus. Wir scheiden hiemir gänzlich vgn ihm, und wenden uns alsbald zum zweiten jener der Meziza neu erstandenen Gegner. Ein cigenthümljches Spiel des Zufalls. In eben jener No. 9 wird von demselben K—m ein gewisser, geistreicher Darschan ob seiner freien, anriralmudischen Thoraerklärung zur Verantwortung gezogen, und siehe da! der Kläger und der Angeklagte, sie begegnen einander jetzt als Verbündete auf demselben Kampfplatze. Gewiß für beide eine so gerechte, als wohlverdiente, wahrhaft göttliche Strafe. Zndeß, wir haben es, nach unserm Grundsätze nicht mir Personen zu thun, daher erlauben wir uns nur, den Gegenstand des Streites zuvor noch einmal recht lebhaft und anschaulich vorzuführen, in einigen kurzen, aber marquirten Zügen eine Skizze des Gesammtgemäldes zu entwarfen; ein um desto nöthigeres Unternehmen, als bei der doppelten Seite die dem Ganzen zu Grunde liegt und überall sich geltend macht der theologischen und medicinischen, eine nicht geringe Vorstellungs- und Begriffsverwirrung sich bereits herausgestellr. die um so mehr, im Interesse der Sache, vor Allem aufgeklärt werden muß. Die Meziza fei gefahrbringend, behaupten die Mediciner; sie sei nicht religiöser Natur, die Theologen; daß sie abgeschafft werden soll, darin sind beide einig. Um zuvörderst auf diemedicmischeSchädlichkeir unk Gefahr der Meziza einzugehen, so bemerken wir Folgendes: Die höchsten irdischen Güter des Menschen, sein Wohl, seiwe Gesundheit, sein Leben, sind unter gewissen Umstanden gänzlich dem Arzte anheimgestellr. seinem Wissen und Gewissen überantwortet. Wie, wenn der Arzt gesellen, unersetzbaren Gütern sein Spiel zu treiben, sie seiner Unwissenheit, seinem Eigennutze, seinem Ehrgeize zu opfern? Was veranlaßt die nächsten Angehörigen eines Kranken, vertrauensvoll das Geschick eines Geliebten jenem Arzte zu überanrworren? Was den Kranken, selbst, auf das Unbedingteste den ärmlichen Vorschriften Folge zu leisten , auch die gkfäl'.r'iicl'st scheinenden Mittel, aus seinen Händen enrgegett'zunehmcu. nächst Gott seine ganze Zuversicht auf ihn, einen Menschen zu,setzen? Vertrauen zu seinem Wissen, Vertrauen zu seinem Gewissen! Diese allein sind die Bestimmungsgründe sür eine, oft alle Grenzen des gewöhnlichen, Lebens, übersteigende Eingebung, sie all.in sind die wichtigsten Vcd.mgnisse für die erfolgreiche Witksqmkeit des ArzceS,. die, unter göttlichem Beistände, aufs Häufigste durch glücklichen Verlauf gekrönt werden. Auf unfern Fall , angewandt,. so muß, so kann der dieselben Garanrieen biercn, wie her Arzt, har unbedingt auf dieselben Rechte Anspruch zu Mac! en, Zurrauen zn seinem Wissen- Zutrauen zu seinem G - wissen. — Zugegeben, tue Meziza soll gefahrbrin.n'nd oder unwissentlich, dem Kinde durch mutuelle Ansteckung ein Schaden beigebrachr werden können. Vcrsätzli b? Der als solcher geprüfte, in Pflicht genommene, gew-fftuhafte 7.-112 — und nur von solchem kann überhaupt hier die Rede sein — wird so wenig vorsätzlich ein Kind durch seinen Mund, als ein geprüfter, gewissenhafter Arzr dasselbe durch seine Med ein vorsätzlich wird vergiften wollen. Aber unwissentlich? Kann der stets und positiv wissen, ob seine Mundhöhle und sein Speichel so beschaffen seien, daß nicht durch sie dem Kinde Nachrheii erwachsen könnte? Kann er innewohnt, Verderben «nd Gefahr bringend der Gesundheit, dem Leben des zarten Säuglings? Ab>r der Arzr, kann er stets und positiv wissen, ob scuie Gaben, ftine Tränke so beschaffen feien, daß durch ne dem Kranken kem Nachcheil erwachse? Kann er entschieden beurcheilen, ob in einem lpeciellen Falle s-iurn Mitteln, ihm unbewußt, geheimes Gift innewohne, statt Gesundheit, Verderben und Tod brinaend? Der geschickte, gewissenhafte Arzr freilich wird sich durm solche unnöthige Skrupel, nie irre machen noch weniger abschrecken lassen. Ihn leitet seine Wissenschaft, «hn lerret seine Erfahrung, vor Allem aber leitet ihn sein Gewissen. Dieses, wo auch nur der leiseste und entfernteste Schein von Zweifel obwaltet, veranlaßt ihn zu nochmalige-, sorgfältiger, strenger und ernster Prüfung, weisr ihn, wo er allein.sich nicht genügt, auf den Nach die Unterstützung Anderer hui, erinnert «hn