Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 44 (3.11.1846)
- Date
- 1846-11-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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denkwürdige Epoche, in welcher üls Folge ällgemeiner Entfesselung von geistigem uäd^ileibllchem Drucke, auch Israel eine freiere Bewegung möglich gemacht wurde; wir sehen auch in IseaekiLas Streben nach Kunst und Wissenschaft erstehen, gewahren aber gleichzeitig, wie uw fälschen Begriffe von Freiheit, von Aufklärung, gar viele theilÄ der Wissenschaft, theils den Genüssen neu geschaffener socialen Verhältnisse huldigend, sich von der religiösen Sitte ihrer Väter abwenden, und es entstand ein Indifferentismus in -er religiösen Haltung Ler Gemeinden, so wie im praktisch Religiösen Leben der Einzelnen, welcher auf die Jugend insbesondere den entschieden nachthciligsten Einfluß übte. Sie süchtkch .durch geistige Behandlung der heiligen schriftlichen und mündlichen Lehre unserer angestammten Religion, in ihrem vollständig traditio- .cuLllen »Wesen die ihr gebührende Achtung wieder zu verschaffen. Sie bewiesen thatsächlich, wie echte Wissenschaft, wahre Bildung des Geistes und des Herzens mit praktisch jüdisch religiösem Leben sich vereinigen lasse, und sammelten um sich her eine Schaar, welche begeistert durch ihr Wort, gekräftigt durch das nationale Gefühl, welches rege zu halren -Sje stets'. erstreben,.^auf^religiös sittlichem Boden fußend, sich zNm Begriffe Erachte, was ein wahrhaft religiöses Leben von dem Israeliten fordere. Es enstand in vielen Gemeinden eine Spaltung, eine Trennung det Gemüther, zu deren Ausgleichung zwar Versuche mit selbstgeschaffenen religiösen Formen (Versuche, die Ln unserer Gemeinde ihre Präeminenz fanden) gemacht wurden, die aber, weil sie, Gebilde der Zeit, dem ältehr^ würdigen angestammten Gottesglaübcn ' gegenüber gestellt, nichts weniger als geeignet waren, den gewünschten Zweck zu erfüllen, und der Kampf zwischen den Männern, welche die Religion in ihrem traditionellen Wesen als ihr einziges Palladium in Nolh und Gefahren wie ein Kleinod bewahrten, und denen, welche der Wissenschäft, der Zeit, alle Rechte zusprachen, drohte um so ernsthafter und verderblicher zu werden, als ein kräftiger Geist fehlte, denselben zu beenden. Da erschienen Sie Ln unserer Gemeinde, und mit Ihrem Erscheinen, mit Ihrem, auf uneigennütziges Wesen und Unabhängigkeit der Gesinnung basirten Wirken, begann eine neue Acra für die religiöse Haltung unserer Gemeinde, und die Saat, welche Iizchak ausstreutc wurde hundertfach gcerndtct. Es blühen unter Ihrer Aegide, die so mannigfachen religiösen Anstalten unserer Gemeinde, und der wohlthätige Einfluß Ihres Wirkens, Ihrer Belehrung auf die Jugend, welche sich neben einer streng religiösen. Lebensweise auch Wissenschaft und Bildung anzueignen strebt, documentirt sich auf die unzweideutigste Weise, in der. Thafsache. daß eine beträchtliche Anzahl der jüngern Generation angehörenden Männer, zum großen Theile Zöglinge der unter Ihrer Leitung stehenden Religionsschule, den heutigen Tag auf eine so wahrhaft religiöse und herzerhebende Weise gefeiert! So wären wir unvermerkt bei der Gegenwart angelangt, in welcher, während so viele der herrlichsten Gemeinden Israels, ..mit' der Sucht nach Neuerungen", ein trauriges Bild der Zersplitterung Und des Kampfes darsiellen, unsere Gemeinde in Eintracht und Frieden lebend und wirkenv blühet und gedeihet; sehen wir in unserer Gemeinde Männer der verschiedensten Ansichten und Meinungen, da wo es gilt, die Verbesserung unserer religiösen Anstalten, die Befestigung und Hebung unsers Gottlesdicustes, mitKrafllundBerufstrcuegemeinsam