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Der treue Zionswächter · 1846-08-04 · 31 (4.8.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
31 (4.8.1846)
Date
1846-08-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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»W 263 sich von hier über Hamburg nach S. Petersburg begeben und dem Kaiser seinen Colonisatione-Plan vorzulegeu. Jedenfalls ist solcher Wille mehr als Alles zu schätzen, hoffen wir, daß die Ausführung hinter demselben nickr Zurückbleiben, daß auf der einen oder andern Weise die Bestrebung solcher edeln, wahrhaft frommen Männer, durch den schönsten Erfolg gekrönt werden mögen. V e st r e i ch. Prag, den 22sten Juli. Zwei höchst wichtige kaiserliche Erlasse erregen bei der hiesigen jüdischen Bevölkerung eine ungemeine Freude und sind geeignet, die Teilnahme dcS Menschenfreundes auch in entfernten Kreisen zu erwecken. Der eine betriffc die allmahlige Aufhebung der nicht minder drückenden als schimpflichen böhmischen Judensteuer, von der mir dem Jahre 1847 angefangenen, jedes Jahr ein Siebentel entfallen, so daß nach Verlauf von sieben Jahren die gegenwärtige Zudensteuer ganz aufhüren soll- Wie heilsam dieser kaiserliche Gnadenacc für die gcsammte böhmische Judenschaft in seinen Folgen sein wird, und wie tief eingreifend in die anderweitigen religiösen und politiscken Verhältnisse er schon dermalen ist. kann nur Derjenige bcurrheiien, der die Modalitäten, unter denen diese Steuer erhoben wird, in ihrer ganzen Gehässigkeit kennt. Man zweifelt nickt, daß diese heilsame Maßregel nicht bloß auf die böhmische Judenschafc beschränkt bleiben, sondern auch auf die Mähren und Galli-ier ausgedehnt werden wird. — Der zweite Erlaß betrifft die Gründung einer außerordentlichen Lehrkanzel an der hiesigen Universität für hebräische und rabbinische Sprachwissenschaft und Literatur, zu welcher der auch außerhalb Oestreich rühmlichst bekannte und rüstige Gelehrte Or. Wessely, israelitischer Religionslehrer hier, berufen sein soll. Somit werden wir den in Oestreich bisher noch nie erhörten Fall erleben, auch die hebräische und rabbinische Sprachwissenschaft an unserer Universität vertreten und unter der Zahl der Lehrer unserer Hochschule auch einen Israeliten angeführt zu sehen. (D. A- Z.) England London. Sir Moses laßt jetzt von Sachkundigen ein sehr interessantes Memoire über die von ihm wahrgenommenen Zustände während seiner Reise in Polen und Rußland aufnehmen, und soll selbiges alsdann dem Kaiser direct übersandt werden. Wir haben eö bereits früher erklärt, daß diejenigen sich arg getäuscht finden mußten, die alsbald» durch Sir Möses Intervention eine unmittelbare Aenderung des bisher befolgten Systems erwarteten; Mt nach und nach, vielleicht erst in den Erscheinungen späterer Jahre, möchten wir auf Früchte stoßen, deren Keim man kaum erwarten sollte, daß in der jetzigen Epoche der befruchtende Saamen zu denselben gclegt worden sei. Deshalb nicht verzagt, noch weniger unbedingt den Stab gebrochen. Holland. Amsterdam- In No. 20 dieser Blätter befindet sich ein Lob auf den in Nordamerica kürzlich zum Rabbiner gewählten, in den orthodoxen Cirkeln bereits längst hinlänglich gekannten 1)r. Lilienrhal. Mußte jenes Lob bereits damals einen Jeden frappiren, der die bisherigen Grundsätze und Bestrebungen dieses Herrn in Etwas kannte, und. das am Schlüße jener Mitteilung geäußerte Bedenken daß nämlich diese angenommene Frömmigkeit das Ergebniß der Umstande sei, wird jene Vermuthung durch einen, dem Schreiben dieses, vorliegender Brief gerechtfertigt, in welchem bereits ein ganzes Gefolge moderner Institutionen die der Herr Nabb. in der Synagoge eingeführr har, aufgezählr und bittere Klage deshalb geführt. Wir wissen in der That nicht, welcher Erhebung darin liegen mag, während der P L? zu sitzen, wie der Herr Nabbmer es angeordner, einzig und allein um zu reformiren, oder überhaupt ein Quäker-Gocresdienii in der Synagoge einzuführen. Dem sei indeß, wie ihm wolle, die Gemeinden sind vielleicht noch nicht ganz zu spät gewarnt worden. Mägen sie, deren Srrenggläubigkeir feststeht, bald darauf Bedacht nehmen, dem Nebel bei seinem Entstehen entschieden entgegenzurreren; wögen sie glattzüngigen einschmeichelnden Versicherungen kein Gehör geben, fest darauf bestehen, was sie von ihrem Rabb. haben wollten, und was derselbe ihnen anfangs auch auf das Lockendste versprochen, Erhaltung und Bewahrung des äche jüdischen Religions-Gesetzes, nicht Einführung eines modernen Katechismus.

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