Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1854-09-22 · 19 (22.9.1854) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
19 (22.9.1854)
Date
1854-09-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2625941-2626037-2626056--2831-2627439
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

75 ich auf immer gefesselt bin, und wenn er mich zum Tode verurtheilt, dies ein Tod für alle Ewigkeit ist, den ich zugleich weder mit Worten besänftigen, noch weniger aber mit Geld bestechen kann, und noch dazu sehe ich zwei Wege, deren einer zur Hölle, der andere zum Paradiese fuhrt, ohne daß ich im Voraus wissen kann, wohin man mich führen wird, und in Erwägung alles dessen, soll ich nicht weinen? 112) Simon Pekule (ein Gelehrter der so hieß, weil er sich von Baumwollhandel ernährte) ordnete unter Aufsicht und im Aufträge des Nassi Rabbi . Gamliel zu Jabne ungefähr im Jahre der Welt -3833 die 18 Gebetformeln (welche wir noch jetzt alltäglich verrichten.) Als R. G. aber die Gelehrten aufforderte, zugleich auch ein Gebet um göttlichen Schutz gegen die Verführung damaliger Ketzer zu verfassen, unternahm dieses der gelehrte Samuel der Kleine (so genannt wegen seiner großen Bescheidenheit.) Ein Jahr darauf konnte er sich aber als Vvrbeter nicht mehr darauf gehörig erinnern, man hat ihn aber doch dcßwegen nicht vom Bordeten entfernt, obwol nach der Meinung R. Juda's N. Rab man einen solchen Vorbeter der grade bei diesem Gebete anstößt, abschaffen muß, (weil nämlich zu befürchten ist, daß er selbst ein Ketzer sei) und zwar aus dem Grunde, weil dies bei ihm, der selbst der Verfasser dieser Gebetformel war, gar nicht zu besorgen war. Auf die Frage, daß man doch hätte besorgen sollen, daß vielleicht auch bei ihm eine spätere Sinnesveränderung eingetreten sei? antwortete Abaje Folgendes: Man habe nämlich eine Ueberlieferung, daß derjenige, der von Jugend auf fromm und tugendhaft war, in seinem Leben nimmermehr schlecht werden wird. Als man ihm aber die Frage stellte, daß es im Gegentheil heißt: Wenn der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abwendet, und Böses ausübt, erwiderte er, daß dort nur von einem solchen Frommen die Rede ist, der schon früher in seiner Jugend schlecht war und sich später gebessert hat, bei dem auch deshalb nut ein moralischer Rückfall denkbar sei. (112) Die Worte des N. Eliasar: Wer sein Gebet zum np macht, dem wird es nicht als Bitte angerechnet, erklärte R. Jakob S. Jdi dahin: Wenn er nämlich die Verrichtung des Gebetes als eine Last betrachtet, deren man sich nur zu entledigen bestrebt. Nach Anderen aber wenn er darin die Erfüllung seiner Wünsche nicht als flehentliche Bitte vorbringtsondern gleichsam als eine ihm gebührende Belohnung seiner etwaigen Verdienste, von der göttlichen Vorsehung abfordert. Nach Rabah und R. Joseph endlich, wenn er die vorgeschriebenen Gebetformeln andachtslos hersagt, ohne daß er für seine besonderen persönlichen Bedürfnisse einen Ausdruck zu finden weiß. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. B a i e r n. Großherzoqchum nachlässigten Kultus-Verhältnisse daselbst. Unterm 23. März c. hat die hiesige Königliche Negierung bezüglich der so sehr vernachlässigten hiesigen Kultus-Verhältnisse und der bevorstehenden Nepräsentanten-Wahl nachstehende Verfügung erlassen: Die Darstellung' des Vorstandes der talmudischcn Gesellschaft vom 9. d. M. gicbt deutlich zu erkennen, in welcher traurigen Lage sich das Kultuswesender Hiesigen Synagogciinoch die Hoffnung vorwallet, die eingerissene Unordnung durch die nach § 51 des Gesetzes vom 23. Juli 1847 zunächst berufenen Organe der Gemeinde wieder bewältigt

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.