Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1853-09-30 · 20 (30.9.1853) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
9 (1853)
Issue
20 (30.9.1853)
Date
1853-09-30
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2625941-2626010-2626030--2703-2627287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zur Wahrung r g a n der Interessen des orthodoxen Iudenthums. 9. IahrgÄNg. 30. September 1853. > Altona. I s"p Das auSzuEundfchastende Land^ (Beschluß.) durch Spruch m,h Schwur, und demwch ist dieser Spruch verstummt und dieser Schwur ist verklungen? Ist es nicht, m. F , weil man gefunden zu haben wähnte, ohne die Mühe des Suchens, weil man sich im Besitze des Schatzes glaubte, den mau nicht Kleinode waren, die aus dem Fenertiegel der Läuterung hervorge.gangen, sondern Worte, leere, luftige Worte, in den Wind ge. sprochen, und vom Winde verscheucht und davongxtragey? — Und wie verschiedene» Charakters sind die Menschen, mit denen Vas Leben uns zusammeuführt. Der Eine ist wie das Wasser mit ruhigem, glatten Spiegel, m dessen Tiefen es aber kocht und braust; o, trauet der sanften Fläche nicht, darunter wühlt die Leidenschaft und flammt die Begier. Du glaubst ein weiches, empfindsames Herz an dich zu drücken^ eine gefühlvolle Seele zu umschlingen, und du wirst von der Math verzehrt, die ein ewiges Feuer darin auschürt. Und der Andere, der ist wie der Sonnenstrahl — im Winter, der scheint und glänzt und dennoch schmilzt er die Eisriude nicht, die UM die Erde sich krustet- O, derey gicbt es gar Viele im Leben. Wer geizt nicht nach so einem Bischen Glanz, der da blendet, wer haschet nicht nach!» einem sonnigen Schuniner, der da prunket nud gleißt? Trauet, m. B. u. m. Sch. diesem Glanze.nimmer, daran erwärmet sich das erkaltete Herz des Elenden nicht und das wunde Gemüth -es Armen sucht dort vergebens Änderung, es findet sie nicht. Und sehen wir anderswo hin, von wie vielen Menschen wird nicht mit dem Ernstesten und.Heiligste» ein loses Spiet getrieben! Ist die Religion nicht ernst, nicht hochheilig? Aber ich frage euch, was ist den meisten Menschen heut z» Tage die Religion? Z st sie ihnen nicht das langweiligste Kapitel, das blos anznhöre», ihnen eine Qual wird? ja, wenn die Religion die gemeine Wagd würde, die jeder Leidenschaft, jedes sündliche Gelüsten des launischen Herrn, der launischen Herrin freudig, bediente, dan» wäre sie gut, die.NMloy; scher da sie dies nicht ist und sein. kann, was ist den meisten Menschen heut zu Tage die Religion? Wo treffen wir sie in ihrer beseligenden Kraft, mit ihrem Alles durchdringenden, Alles bewältigenden himmlischest Einfluß au? Ach die Religion, djxS HimWsgeboreneGotteStlnd, scheint ja ihre, alte Heunath, ihr Geburtsland ausgesucht; z» haben, scheint von der Erde, wie aus einer schlechten Herberge geflohen zn sein. Ihr aber, so ihr fühlet, daß ohne Religion das menschliche Glück in Lüsten schwebt, daß ohne sie selbst das Moralgcsetz, die Sittenlehre, wje schwaches Rohr im Starrst schwankt; ihr aber, so ihr durchdrungen seid von der Ueberzcugüng, Halte, in ^em sein häuslicher Heerd, sei» Fainilieuglück wstkzel» körme — so ihr dies Alles wisset, müsset ihr da nicht genau prüfe» und untersuchen, in welchem Verhältnisse die zur Religion eisiger Schauer — und für de» jungen Weltbürger, für euer Kind, das ihr für das Lehen.ergieh^,. für die Menschheit bildet, daß eS ein würdiges Glied der gröpey ^ette werde, habt ihr nur wachsen und gedeihen? Ünd ^sosche zaiie Pflanzen stehen wie ans fremden Boden, reifen wie von der dstmpfe» Hjße des Treibhauses; und wenn dann -ex Sohn/ die Tochter nicht gerathen ist, wenn der Blüthenstaub abgestreift ist worden, und niemals zur erquickenden Frucht für euch sich entwickelt hat, dann schlage^ ihr die Hände über de» Köpf verzweifelnd zusammen, und rufet und klaget über Schande und Schmach, die euere Kinder' euch gebracht; ich aber sage euch wahrslch — ihr selbst seid dlx Schöpfer eurer Schande, ihr selbst seid an eurem, an eurer Kinder Unglück schuld — hättet ibr den Frühling besser gehütet, dann wäre auch der Sommer ein schönerer geworden, wer das Feld

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.