Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 2 (8.1.1914)
- Date
- 1914-01-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Seite 1 ״Jüdische Volksstimme". )kt. 2. Abend veranstaltete die Toynbeehalle eine Feier im Saale des ״Tikwath Zion" (Lichteranzünden Oberkantor Seih, Festrede Rabbiner Tr. Guttmann, musikalische Vorträge). Montag Abend veranstaltete die hebr. Schule ״Sasa Brüra" eine hebr. Theatervorstellung ihrer Schüler und den harmonischen Abschluß aller Festlichkeiten bildete die sehr erhebende Chanukah-Fciere des jüd. Skautings, deren überaus reichhaltiges und interessantes Programm vom zahlreich erschienenen Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Untier anderen waren erschienen der Präsident der zion. Organisation Galiziens, Adolf Stand, der Vize-Präsident der isr. Kultusgemeinde, Dr. Diamand mit den Kultusräten, Tr. Bund, Nebenzahl, Orange und Samuely, Rabbiner Dr. Guttmann, Tempel- Verwalter Sand, usw. Nach dem feierlichen Einzuge der Skantjünger in ihren schmucken Uniformen, hielt der um die Entwicklung dieser Institution, nebst Tr. Waschih, meistverdiente Gg. Kroch eine Ansprache, in der er auf die hohe Bedeütung der physischen und moralischen Erziehung der jüd. Jugend im Interesse der jüdischen Volksrenaissance verwies. Oberkantor Seitz entzündete dann die Chanukahlichter, worauf einer der Skants die Chanukahrede hielt. Nun folgten in 9 lebenden Bildern reizende Darbietungen aus dem Leben der Skartings (Tagwache, Rap- Port, Abkochen der Mahlzeit, gymnastische Übung usw.) Ter Abend dürfte zur Popularisirung dieser schönen Institution ganz besonders beigetragen haben. Jwri. + “ * * Vor einigen Wochen hat hier eine Versammlung der zion. Schekclzahler mit der Tagesordnung: ״Wahl eines zion. Lokalkomites" stattgefunden. Im Sinne der Ausführungen der Herren Dr. Ringel und Tr. Rosmarin wurde ein Parteirat, bestehend aus 58 Mitgliedern gewählt, dem außerdem auch die Mitglieder des galizischen Zentralkomites er offo angehören werden. — Tie konstituirende Sitzung des Parteirates fand eine Woche später statt. — Nach ziemlich eingehender Diskussion über die nächsten Arbeitsziele der Lokalorganisation schritt man an die Wahl einer aus 19 Mitgliedern bestehenden Exekutive, an deren Spitze die Herren Tr. Michael Ringel als Präses, Jakob S. Philipp und Tr. Schmorak als denen Stellvertreter, Tr. Rosenfeld als Schriftführer und Adolf Fett als Cassicr traten. — Zweck dieser Exekutive wird es sein, die sögenannte alltägliche zionistische Arbeit zu verrichten, während der Parteirat von Zeit zu Zeit be- Hufs Beschlußfassung über wichtigere Angelegenheiten einberufen werden soll. — Vor diesem Partcirate erstatteten am 29. d. die Mitglieder des Aktionskomite, Adolf Stand und Dr. Leon Reich einen erschöpfenden und sehr interessanten Bericht über den Verlauf der letzten Aktionskomitesitzung. Tie darauffolgende Diskussion eröffnete Hr. Dr. Alexander Hausmann. Im Vordergründe des Interesses stand der Lehrer- und Schülerstreik an den Hilfsvereinsschulen in Palästina, eitte Frage, in der sich auch im zion. Lager trotz der prinzipiellen Einmütigkeit gewisse Nuancen bezüglich der einzuhaltenden Taktik geltend machen. Jwri. Personaluachricht. Unser altbewährter Gesinnungsgenosse, Carl Stand, ist zum Mitglieds der hiesigen Teiupelverwaltung ernannt worden. Herr Stand entfaltet seit vielen Jahren eine rege Tätigkeit auf verschiedenen jüd. Gebieten, so u. a. auch als Mitglied des jüd. Spitalrates. — Gelegentlich der feierlichen Installierung der neuen Tempelverwaltung spendete Gg. Stand beim Aufrufen zur Thora eine sehr schöne in Bezallel hergestelltc ״Jad" aus silberfiligran, außerdem auch einen Betrag für den jüd. Nationalfond. . Vor einigen Tagen koncertierte hier der 12jährige Geigenvirtuose Sigmund Feuermann, der Sohn eines armen jüdischen Musikers aus Kolomea, mit durchschlagendem Erfolge und eroberte sich mit seinem herrlichen, weit über das Niveau der sogenannten Wunderkinder hinausgehende Spiel, die Herzen des ganzen Publikums. Dem Leiter des Konzertbureaus, Herrn Türk, gebührt aufrichtiger Dank für diesen schönen Kunstgenuß. Jwri. Konferenz der galizischen Zionisten. Lemberg. Sonntag, den 1. Jänner um 9 Uhr vormittags wurde die diesjährige Landes-Konferenz der galizischen Zionisten in dem mit zionistischen Enblemen dekorierten Saale des Vereines ״Tikwath Zion", mit einer Begrützungsansprache des Präsidenten Adolf Stand eröffnet. Es waren 125 Teilnehmer aus verschiedenen Ortschäften Galiziens erschienen׳. außerdem wohnten der Konferenz der Leiter des Nationalfondsbureaus in Köln, Herr Groß urrd der Leiter der ösrcrr. Nationalfonds-Sammelstelle, Herr Tr. Stein bei Nach Wahl des Bureaus und der Permanenz-Kommission verlas der Vorsitzende, er Adolf Stand, eine Reihe von Begrüßung»- schreiben, darunter vom E. A. C.. vom gewesenen Präsidenten Wolfsohn usw., und widmete den im vergangenen Jahre verstorbenen Gesinnungsmossen einen warmen Nachruf, wobei er besonders des um die jiid. Wissenschaft sehr verdienten Rabbiners Dr. Kobrak, der hier jahrzehntelang segensreich gewirkt Hai, gedachte. Nachher erstattete namens des Zentralkomites Tr. Ringel einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomites im Laufe der letzten zwei Jahre. Er verwies auf die vergrößerte Zahl der Schekelzahler (im Jahre 1918 niehr als 18090) und auf e von Tr. Zipper durchgeführte Sammlung für ׳s Gymnasium in Jerusalem, die einen Ertrag von 190.000 Franks lieferte. Ter Ertrag der Nationalfonds-Spenden betrug etwa 40.000 K. während für den Jentralfond ungefähr 15.000 K gesammelt wurden, dazu kommen noch die Zpeuden für verschiedene palästinensische und inläudische kulturelle Institutionen. — An diesen Bericht knüpfte sich eine Diskussion, in der verschienie Redner an der Tätigkeit des Zentralkomites Kritik übten. Tr. Rappaport (Lemberg) bemäuzeit es, daß die führenden Faktoren in der zio- Oscbeil Bewegung viel zu wenig Verständnis und Rücksicht gegenüber der religiösen Tradition des Judentums bekundet ohne die der Zionismus eine blose Phrase bleiben werde. Jnsoferne man diesen Ausführungen vom prinzipiellen Standpunkte beipflichten muß,standen die sonstigen Ausführungen des Hrn. Dr. Rappaport. in denen er sowol gegen das Zeutralkomite als auch gegen die redaktionelle Leitung des jüd. Tagblattes auftrat, nicht auf der Höhe einer objektiven Kritik. Nachdem noch Herr Trop (Stanislau) für eine intensivere Betätigung auf sozial-wirtschaftlichem Gebiete im Lande eingetreten, wurde die Sitzung bis halb 4 Uhr Nachmittag unterbrochen. Die Nachmittagssitzung brachte der Konferenz eine freudige Ueberraschung. Ing. Ussischkin, der sich in wichtigen zionistischen Angelegenheiten nach Berlin begibt, unterbrach seine Reise, um einige Stunden an den Beratungen der galiz. Landeskonferenz teilzunehmen. Als er in Begleitung des Präsidiums den Saal betrat, war er minutenlang Gegenstand einer stürmischen Sympathiekundgebung. Ter Vorsitzende erteilte nun Herrn Dr. Zipper das Wort zu seinem Palästinareferate, dessen Inhaltsangabe in der nächsten Nummer folgen wird. Aufsehen erregte es, daß Dr. Zipper einen Teil seines Referates in hebräischer Sprache hielt, deren Studium er sich erst seit zwei Jahren mit regem Eifer widmet. Jwri. Die polnischen Sozialdemokraten Preußens gegen den Judenboykott. Wie bekannt, führen die Natioualpolen und deren Presie den Boykott unter der Tevise: ״Swuy do Swego" (Jeder zum Seinen) nicht nur gegen Deutschen sondern auch gegen die jüdischen Gewerbetreibenden. Im Gegensatz zu den Nationalpolen haben die polnischen Sozialdemokraten Preußens auf ihren Parteitag am 25. und 26. Dezember 1913 in Oswiczin (Galizien) folgnede Protest-Resolution angenommen: ״Der außerordentliche Parteitag der P. P. S. (Polnische sozialistische Partei) protestirt gegen den Boykott und alle Schikane, die durch die Allpolen gegen die Juden unternommen werden. Ter Parteitag steht auf dem unverrückbaren Standpunkte, daß jeder, der ein menschliches Antlitz trägt, gleiche Bürgerrechte besitzen soll. Unser Kampf wird um Die Befreiuung der ganzen Menschheit aus den Fesseln der heutigen Politik und des Kapitalismus geführt." * Persönliches. Unseren gesch. Mitarbeitern Herrn B. Mann aus Krakau, anläßlich seiner Verlobung und Herrn Wilhelm Menkes aus Stanislau, anläßlich seiner Vermählung übersenden wir die herzlichste Gratulation. Die Redaktion. HpaKattTp^apste sowie allerlei Selchwaren liefert billigst in bester Qualität Hirsch Majerczyk Krakau, Krakauergasse 5 erste Krakauer Selcherei (gegründet im Jahre 1890., Prefscourante u. Hechscher j gratis und franko. Käse und Butter beste Qualität. Jedes gewünschte Quantum zu billigsten Tagespreisen liefert Käsefabrik u. Butterei Wielspalegasse 7/1.L. Preislisten gratis u. franco. Unterrichts- Briefe für Hebräisch und Polniseh mit jüdischer Unterrichtsspräche. 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