Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 20 (15.5.1913)
- Date
- 1913-05-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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/ ״ /־ Seite 6. ״Jüdische Volksstimme." Nr.. 20 chow:?,um' Obmannslellvertreter: Herr Dr. S. H. sieben, t. k. Professor in Prag: zum Kassier: vhit Dr. M. Klov, Rabbiner in Prag: zum Lchrislsührcr: Rabbiner und Mittclschulreligionslehrer Friede. .Kiiöpselmaäjcr in Prag. Gründung einer jüdischen Verlags-Gesellschaft auf genossenschaftl. Basis. Im Sinne unseres in der letzten Nummer gebrachten Leitartikels ״Tic (Erhaltung und Bcrbrcitung unserer Nationallitcratur" wird an die Gründung einer jüdischen Verlagsgcsellschast auf genossenschaftlicher Basis mit beschränktcr Haftung geschritten. (?in Anteil soll dreißig .Kronen betragen. — Die Statuten werden bereits ausgcarbcitct. Es ergeht an alle Interessenten die Aufforderung, ihren Beitritt, cr-c»tucll ihre Mitarbeiterschaft, Herr» Ncdakteur Max Hickl, Brünn, Adlcrgasse 0, bekanntzugcbcn. Achtung! Die P. T. Empfänger der Heu tigen strummcr werden dringendst um gefl. umgebende Bezahlung des Abonnementsbetrages ersucht. Arünner Nac^rtc^elen. Jüdischer Jugcndbnud. Um die Jugend für das Judentum zu interessieren, wird die Lei tung des Vereines Machsike Hadas an die Gründung eines Jugendbundes schreiten. Jüdische Knaben und Jünglinge wollen ihren Beitritt der Vereinsleitung, Brünn, Adlergasse 12, betanntgebcn. Brünn. Frl. Ella Stark, Tochter des Hrn. Sigmund Stark, Brünn, hat sich n:it Herrn Ostar Türkl verlobt. Unsere besten Glückwünsche. Tie?)> ed. Hebräischer Tommerkurs. Während den Sommerserien wird der Verein Machsike Hadas eine» Ferialkurs in 2 Abteilungen für Knaben veranstalten. Anmeldungen sind an den Verein Machst!!׳ Hadas, Brünn, Adlergasse 12, zu richte». Franken in Brünn gegen Ein Haupttreffer! -40(1.00(1 Gold hat eine Frau auf ein in Ratenzahlungen gekauftes türkisches Staatslos Rr. :{!C..42S schon nach Bezahlung der dritten Rate gewonnen, wovon sich jeder überzeugen kann. Es ist bekannt, dasz der Zufall das (Bück regiert und wird es niemand versäumen, sich bei der wieder aufgeklärte» politischen Situation ::11! einen verhältuismßig kleinen Betrag ein Los zu tauseu, um dadurch die Möglichkeit eines Hauptirefsers zu gewinnen. Am t. Juni wird abermals eine Ziehung der Türkenlose statlsiuden und machen wir bei dieser Gelegenheit aus den!!!!lugst unserer Zeilschrist beigelegenen Prosvekt ausmerksam. Wer diesen noch nicht besitzen sollte, ivende sich an das Institut ״Glücksrad" in Brünn, Rudolssgasse 42, welches jedermann bei»! Losaukaufe kulantest bedient. Es versäume datier niemand, auch sein (Bück zu versuchen und bestelle ein Los bei genauutcin Institute. Äorresponäenzen. Prag. Tem israel. Spitalsbauvereiu יוub von einem ungenau 11t sein Wollenden behufs Erricht»!!!! einer Betiiiistnug zum Andenken an u!ne verstorbene Mutier .">>««> Kronen gespendet tr-orden. Prag. Tie zioiiislischen Korporationen!׳eranstalren Sonntag den 2ö. Mai ein großes (Brrteufest, verbunden mir dem Schauturnen des I: i d i s ch e n T u r 11 v e r e i n e s. Pilsen. In seltener geistiger Frische und körpcrlichcr Rüstigkeit beging am letzten Tage Pcssach Herr Leopold Weist, eines der angesehensten Mitglieder ׳.in־ sc rer Gemeinde, seinen 70. Geburtstag. Der ebenso schlichten, als vornehmen Denkungsart des Jubilars entsprechend, der allem äußerlichen, konventionellen Gepränge aus dem Wege geht, sollte auch dieser Dag mir im cngslcu Familienkreise begangen werden. Itiigeachiet dessen fanden sich die Verwandten und zahlreiche Z-rcundc in der Wohnung des Jubilars ein, um dem eleganten und srcudcstrablcndcn Siebziger die innigneu Glückwünsche cntgcgcnzubringcn. Bescheiden und s!ill, aus einer höheren Warte des Daseins sich bcwcgcnd, crsrcut er sich mit seiner hoherzigcn Gattin, der verdienstvollen Präsidentin unseres Frauenvercincs, Frau Rosa Weis!, einer überaus glücklichen und larmanischen Familienlebens. Durch rastlose Tätigkeit und Arbeiislust. gepaart mit beruflicher Intelligenz und vorbildlicher Ehrcnhasiigtcit, hat er sein geschäftliches Nntcrnchmcn zu einem der hervorragendsten der Manarchic cmporgchobcn. Auf allen Gebieten seiner Tätigfeit hat der Jubilar Ersprießliches geleistet, und kraft seines Hiimciiiitätssiniics dem Judentum stets Ehre gemacht. Wien. (Jubiläumsversammlung der Jsr. Allianz.) Eine Jubilünms-Gcneralvcrsammlnng hielt am ll. April die Israelitische Allianz zu Wien im ^aale der israel. Killtusgemeinde ab. Ter von Joses Ritter v. Werthcimer, Tr. Ignaz Kuranda und Tr. Leopold Kompert im Jahre 1872 begründete Verein sieht nun somit ans eine stOjährige Hilfstätigkeit zurück. Tic Hilfsaktion umfasst Nüsstand, Rumänien, Marokko, Persien und andere Länder. Ans dem Gebiete des Erziehnngswcsen. betätigte sich besonders in Galizien durch Schaffung von Volksschulen und Kindergärten. Durch den Verein werden ferner seit vielen Jahren die ans Rußland und Rumänien in großen Mengen nach überseeischen Ländern auswandernden Juden durch eine Emigranten fürsorge unterstützt, lieber die Hilfsworke des Vereines, zu denen im versloteucu Jahre auch eine Aktion für die Juden in Fes und für die Opfer des Balkaukrieges gehörte, gibt der soeben au die Mitglieder versandte Jahresbericht intercssantc Ausschlüsse. Dein Bericht ist auch ein Promemaria beigefügt, welches der ״Verein im Februar d. I. dem Ministerium des Aenßern in Wien über die Lage der im Widerspruch zum Berliner Vertrag in Rumänien entrechteten Inden überreicht hat. Budapest IDic größte Cbewra Kadischa.! Unsere Gemeinde dürste mit ibrcn tZ.W!> Mitgliedern die größle Edeivra Kadischa der Welt haben. Auch die -21! 11t men der Ehewra sind ganz gewaltige. Im vorigen Jahre betrugen die Eiiinabmen 1,3-11.000 K und die Ausgaben 1.204.000׳ K. Für humanitäre Zwecke wurden von den Ausgaben 707.000 K Verivendet. Berlin. (Der 70. Geburtstag Rabbiner Tr Stiers.) Gegen den Willen des Jubilars wurde es in der Gemeinde doch bekannt, daß der älteste Rabbiner Berlins das 70. Lebensjahr erreicht hat, was manihm allerdings nicht ansieht. So blieb Herrn Tr. Stier nichts übrig, als auch diese Bürde mit Humor zu tragen. Am 7. Tage des Passahfestes hielt er in der Shnagogc Hetz denrenterstraßc die Predigt und er sprach am Schluß irisch und humorvoll über dieses Ercig nis. Zu Ehren des Jubilars waren seine Kölle gen und Freunde und die Vertreter beider Kör htrfdiafteil der Gemeinde i 111 Gotteshansc an i wesend. Rach dem Gottesdienst gratulierten im Rainen der Berliner Rabbiner Herr Rabbiner Tr. Weiße, in! Aufträge des Vorstandes Herr Sanitätsrat Dr. Stern und als Vertreter de lli'epräscntantenkollegiums Herr Direktor Tr Vi'indcn. Ter Vorstand der Gemeinde drückte außerdem!'eine Wünsche in einem besondere Schreiben ans und die Berliner Rabbiner über reichten dem Jubilar ein schönes Bild. Berlin. Kaiser Wilhelm zeichnete den Prä sidenten der hiesigen Handelskannner anläßlich seines!>0. Geburtstages ans und verlieh ihm den Titel ״Exzellenz". Frankfurt a. M. Der vor einige» Wochen ve siorbciic Kommerzienrat Louis Feist in Frankfurt a. M hat letztwillig der ״Jsr. Religionsgesellschaft" 100.000 Mark testiert. Altona. Im Saale des Kaiserhofcs fand am 4. d. abcnds eine gute besuchte öffentliche Versammlung statt zum Zwecke der Gründung einer Ortsgruppe der Agudas Jisroel. Tic Versammlung, an der alle Kreise 1111־ -sercr Gemeinde, Mitglieder des Gemeindevorstandcs sowie das gesamte Rabbinat tcilnahmen, wurde von Herrn Julius Holländer mit Bcgrüßungswortcn erössiict. Als Referent fungierte Herr Jakob Rosenheim aus Frankfurt a. M., der in großen Zügen das Programm der Agudas Jisroel und die bisher erzielten Erfolge entwickelte. Ihm schloß sich in geistvoller und in durchdachter Rede Herr Obcrrabbiner Dr. Lerncr an, der ungeachtet seines persönlichen Interesses an der von ihm gegründeten Moria-Organisation den Anschlutz der gesamten gcsehcstrcucn Judenheit an die Agudas Jisroel warm befürwortete. Nach kurzer Diskussion wurde die Gründung der Ortsgruppe beschlossen. Es liefen sosort über 10 Mitgliederanmcldungcn ein. Ehotcborz. Am 1. Mai ist hier Herr Berth. Bergmann im 62. Lebensjahre gestorben. ' Schönlanke. (Mazze-Ring.) die hiesigen Mazzcabrikanten haben ein Ring gebildet und beabsichtigen, eine Fabrik in größerem Maßstabc aufzubauen. Odessa. Am 22. April, einem russischen Feiertag, kam der Polizeichef in die Rabbinatskanzlei. Als er alles beim Arbeiten antraf, nahm ein Protokoll über die Festentweihung auf. Petersburg. Der Senat hat sich endlich zur Lrklärung herbeigelassen, daß ininderjährige Inden bei ihren'Brüdern, die Handwerker sind und außerhalb des Ansiedlungsrastons leben, wohncn dürfen. Warschau. Hier haben sich in kurzer Zeit füuizjg jüdische Techniker taufen lasicii. Nom. Italienische Blätter reproduziere» einen Brief aus Saloniki von Jsak Zvrfosi, aus dem zu ersehen ist, daß er dem König von Grie chenland nach dem Attentat erste Hilfe leistete und daß der König auf seinen Händen die Seele aushanchle. Paris. Baron Edm. v. Rothschild hatt durch Vermittlung des Chacham-Baschi Nahum bei der türkischen Regierung um die Erlaubnis nachgesucht, in Palästina Grabungen vornehmen zu dürfen. Die Regierung hat nun diese Erlaubnis gegeben, und Baron Rothschild bcavsichtigt, in Jerusalem ein Museum zu gründen, in dem alle die Geschichte der Juden in Palästina beircstendcu Objekte vereinigt loerbcii sollen. Paris. (Vereinigung jüdischer Gesellschaften., Sämtliche jüdische Organisationen und Gesellschaften von hier beabsichtigen, sick, zu vereinigen, unter ihnen auch das Konsistorium und die Allianz. Saloniki. Der ״Matin" veröffentlichte ein Gespräch mit dem bulgarischen ObeAabbiner Tr. Ehrenpreis, demzufolge dieser sich dahin äußerte, daß die Inden Salonikis nicht gewillt sind, diese Stadt den Grieck-en anzuvertrauen und daß die Bulgaren ihnen viel toleranter erscheinen. Daraufhin veröffentlichte das offiziöse Regierungsorgan ״Die Freiheit" eine Gegen׳ ünßerung vom hiesigen Oberrabbiner Jakob Master mit dem Ausdrucke des Bedauerns über die abfälligen Aeußerungen des Dr. Ehrenpreis in bezug auf die Griechen. Wem soll man nun glaubend Halifax, Kanada. Ter hiesige Tierschutzverein klagte den Schächter Abraham Löwst wegen Tierquälerei zu Geruh und dieses verurteilte den Schächter zu 6 Dollar Geldstrafe außer den Gerichtskosten. Tic jüdische Gemeinde hat Gegenschritte bereits nnternommen. Lustige Ecke. Lieber Simpliciffimus! In der guten alten Stadt F. wurde eine neue Reform-Synagoge cingcweiht. ES war ein Ereignis. Alle Welt hatte sich Plätze gesichert: Greise und Unmündige nahmen teil. Eine wohlsituiert-, Familie nahm sogar ihre zwei ältesten Söhne mit.!׳ .׳!)dem die Karten sehr teuer waren und man eigentlich za dev Aufgeklärtesten zählte; aber so etwas wirkt immer , ethisch-erzieherisch" ... Die Einweihung verlies glanzvoll. Die wohlsituierte Familile war sehr froh. XmXKSStmsmmXXm Prag, Wassergasge 39. Detektive ° Institut xxxxmxmxxmmmx Direktor: Stet Chodonneky. .;■־ Lelephen 8661. =T ׳ Recherchen, «eisen. Sammlung von veweismaterial, Beobachtungen. Jnforma» tionen priv. Art, HerratsauSkünfte, «er» trauenSangelegercheiten schwierigster Art. alles sachmännisch diskret u. verlüßlich.