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Jüdische Volksstimme · 1913-03-06 · Heft 10 (6.3.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 10 (6.3.1913)
Date
1913-03-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 6. ״Attische B»lkrsti««e." Nr 10. ner Beerdigung trauerte ganz Florenz und im Geiste olle Juden Italiens. Ter Verewigte hintcrließ sehr nalnnbaitc Beträge zugunsten der von iknn bei Lebzeiten iinterstüptcn Anstalten. Fakir Behar. 1>HE0ElrEL^0l8cttE EE8E^5VElr8!c»E1rv^08 OESkEE- SCHAFT, WIEN, I., ASPERNPLATZ!. Im eigenen Palais. — Versichertes K; pital cirka 400 Millionen Reserven ci.ka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tante, Mitarbeiter weiden überall gesucht. — Unser neuester Tarii mit 5% jäi rlich fallender garantierte P ämic, Gcneralagentur für Wien, 1-, Asp, rnplatz I, Leiter David Nebenzahl. Sub. Direktion für Prag, Ferdinand str- 20. neu, Lei er Roben Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajno>ha 3, Leiter Löbl Taubes. Genera-Agent..r für Kra1.au Nathan Kassier, St. Sebas iana 10, Gene׳al«gentur für Bietitz, Sehloligraben 9, Leiter Adolf Heitlinger. Hauptagentur für Brünn, Wawrastrasse 10. Leiter: Samuel Reiniger. Mrünner Haefmchten. Ehcivra Lude. Mm!la!1 Den 17. März 1!>!:', fiubet 1111 Iesisaale de;״ ׳Wvatib Hotel" die d i 0 -:י j ä 11 v i st e C l! e w r a Tnb e statt. Herr Cbcrfaiitor Müller, Wien, bat seine Mitwirkung bereit-:, zngesagt. Eigene Küche unter strenger Aussicht des Moreh Zedck des Vereines Machsike Hadas. Ter Name des Festredners wird in der nächsten Nuinnier bekanntstefleden. Eine grös!ere Anzabl auswärtiger Delegierter, sowie Hbmäuner der Ebewra dtadischas und mehrere Nabbiner haben ihr Erscheinen in sichere Aussicht gestellt. Es ergeht an sämtliche Glauben-:-׳ genossen die Einladung, dieser Icicr beiznwohneu. Negiebeitrag 5 K. Anmeldnngen für die Ebewra Tn de nimmt das Vorstandsmitglied Herr Nubols Meisl, Brünn, >lrapfengasse I, entgegen. Ferienheim sür jüdische Kinder. Tvnntag den!). b., 11 Uhr vorm., fiubet im Sitzung-:׳ saale der israelitischen dtnltusgenieinde die diesjährige ordentliche Generalversammlung slati. jüdische Totznbechallc. Tonntag den!1. d.. um 7! Uhr nachmittags, findet ausnahmsweise 1"m Taale der israelitischen xtultnsgemeinde tThercsienglacis IN ein Vortrag des Herrn Tr. Ignaz T a n d e k statt. Tas Thema lautet: ״Insektionsfrankheiten und deren Verhütung." Hebräischer Sprachkurs. Am lebten Tonntag fand im Taale der isr. .stultusgemeinde der Tchlnst des heurigen hebräischen Tprachknrses statt. In I-orm einer Prüfung rekapitulierte der .sturslciter, Herr I. L. Nabbinowitsch, in großen Zügen den Ttoss des heurigen .Kurses und erbrachte den Nachweis, das; seine Ntcthode, die hebräische Sprache leicht und eingehend;!! erlernen, eine wirklich vorstigliche ist. Es bot ein erfreuliches Bild, zu sehen, mit welchem Verständnisse die Hörer einer hebräischen An׳ spräche des Lelirers zu folgen vermochten, in welcher er dem Vorstände der Toynbeehalle den Tank für die Einführung des Tprachknrses ansdrückte. Namens der Hörerschaft dankte Herr Tr. H r d l i c z k a dem Lehrer und der Tohnbeeballe, in deren Namen Herr Tr. T ch r e i e r er ividerte und die Hörer einlud, an einem in den Tommermonaten beabsichtigten hebräischen Leseknrse teilzunelimen. Das sluatl. autvr. Norntgen-Inslilul des Herrn Med.-llniv.-Tr. Eugen ,11 0 t! 0 11 bcsin dei sich nun: Brünn, <großer Plab 12, Gernbanersches Ttislungsbans, 1. Ttock. 8precl»^aak. Geehrte Nedaktion! Gestalten Tie mir als Präsidenten des iliabbinerverbandcs in Böhmen einige Bericht! stnnge» Ihres Berichtserstatters. der mehr subjektiv als taliächlich Ihnen berichlele und mein־ von seinen persönlichen Wünschen als von den Vorgängen in der Veriammlnng sich leiten liest. Tic Generalversamntlnng der Nabbiner liatte sich nicht hauptsächlich mit der materiellen Lage der Nabbiner;11 beschäftigen. Wir haben auch noch andere Zwecke: und wo irgendwo eine Möglichlei! erscheint, auch eine materielle Verbesserung herbei;iisübren. wird alles in Belvegnug gesebt. To wurde auch alles versucht, um die Beratung des Gesetzes über die Tienstpragmatik sür die israelitischen Neligionslchrer etwas;11 erwirfeit. Mau trat an den Minister, an die Abgeordneten heran und von diesen hat auch einer in der entgegcnkommcndstcn Weise geantwortet, aber ein jüdischer war es nicht. Ich selbst betonte in meinem Berichte, das; der Hofrat im Ministerium mir versicherte, das; er bereits in Arbeit hat, um unseren so oft ausgesprochenen Wünschen nach Besserung in absehbarer Zeit entgegenznkoinmen. Daran scheint der Berichterstatter vergessen zu haben, und doch wäre das schon wert, nicht allein zu berichten, sondern sogar, das; die jüngeren Kollegen und die aus kleineren Gemeinden herbeikommen, es zu hören. Uetzingen-:׳ war auch nicht so schwache Beteilignng, wie der Berichterstatter glauben machen' will. Es war die Hälfte der Mitgliederzahl und mit den entschuldigten wäre eine drei Viertel- Majorität anwesend gewesen. Tust die Tagesordnung jedermann interessant erschien, beweist, das; die ältesten Mitglieder, die in Prag leben, Herr Tr. Stark und Tr. Grün, erschienen und mit Interesse die Vorträge anhörten. lieber ein mangelndes Tolidaritätsgesühl der Nabbiner wurde auch nicht mit einer Silbe gesprochen, es war gar kein Anlast, dieses Thema zu berühren und hat der Rabbinerverbaud in Böhmen keine Ursache, darüber Klage zu führen. Im Gegenteil wurde im Tätigkeitsbericht gezeigt, wie cs gerade dem Präsidenten gelungen ist, ein Zusammengehen des Nabbiuerverbandes mit dem Verband der israelitischen Mittelschullehrer zu erzielen. Völlig mistverstanden wurde aber der Vortrag über Leviratsehe und Taufe. Derselbe zeigte den historischen Werdegang der Ehaliza nach der Bibel und ihre Auffassung im Talmud und bei den Tecisoren und sollte nichts anderes als eine theoretische Erkurston sein. Wie wenig dabei an die Praris gedacht war, beweist, das; der Vortragende selbst verlangte, das; nach geschlossener Diskussion keinerlei Tchlnst daraus aus die unantastbare Praris gezogen werden solle, und so geschah es auch. Ter durchaus nicht für die Hessentlichkeii bestimmte Antrag der Diäten sür Besucher der Generalversammlung, welche es wünschen, wurde im Gegenteile von der Majorität gutgeheisten. N'icht erwähnt wurde der ehrende Nachruf, der in anderen Zeitungen wortgetreu wiedergegeben ivnrde, für die Kollegen, die im Jahre in die Ewigkeit berufen wurden: der Lberrabbiner'Tr. Nathan Ehrenseld s. A., Rabbiner Tr. David Blitz-Lann s. A. und T. >lönigsberger s. A. Im ganzen verliesten die Mitglieder befricdistt die Versammlung und viele blieben noch zu einer kollegial-gemütlichen Sitzung einige Stunden beisammen und trennten sich mit dem Wunsche ans Wiedersehen. Tr. Ad. M u r r e i n. Jüdische Musik und jüdische Musiker. Aach einem Vorträge von Kapellmeister Leevp. Bonn. Im ״Verein für jüdische Geschichte und Literatur" bien vor kurzem in dein kleineren Rhcinsaol des .Hotel Aotiai Herr Kapellmeister Levy aus Berlin einen Vortrag über ״Jüdische Musik und jüdische Musiker". Der Redner vcrivabrte sich zuerst engerisch gegen den Vonvurs. die Juden seien künstlerisch unproduktiv. KeincssallS dürste man ibnen das erforderliche Gemüts- und lrinpfindungsleben absprechen: doch sei cs ersichtlich, das: dieses sich in künstlerischen Produktionen nur zur Blütezeit des israelitischen Reiches und in den lebten 100 Jahren, nach der Befreiung ans dem Gbeiw, aussprechcn konnte. Da man von den musikalischen Erzeugnissen der salomonischen Kultur nichts mebr ivcis;, so bleib! nur übrig, die Bedingungen zu untersuchen, unter welchen eine original-jüdische Musik in den letzten bundert Iabren möglich war. Um eine Volkskunst zu schassen, dazu ermangelte den Juden allzu sebr der völkische :;usammenbang, der es den Deutschen, Franzosen, Italienern und Nüssen ermöglichte, iltrer volkstümlichen Musil den charakteristischen Stempel auszudrücken. Aber daneben gibt cs noch eine universelle Viitiii:, die ganz abstrabiert von den eigentütnlichen Bedingungen des nationalen Ebaraltcrs und des gesellschaftlichen :;,tsammenlebens. Diese schilderte Leon als die böckme Minijt innerbalb der Musik, und er ball die Inden zu solchen schöpferischen Leistuugcn ivobl sür vesäbigt, wenn sie auch noch keinen Beelboven, ״nicht einmal einen Bach r!aittzuweisen' baben. In dem praktischen Teile seiner Anssübrungen ivnrde er durch die Mitwirkung seiner Gcmablin tutterstützt, die die Gesänge mit einer angenehmen, in der Höbe manchmal etwas spitzen Stimme vortrug. Zuerst erläuterte er an der Hand eines religiösen Liedes ans der Ueberlicferung der talmudischen Schule (.Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o.Hcrr") die innere Unabhängigkeit der Synagogenmufik. Erst in Felix Mendelssohn- Bartholdy, Gtaeomv Meyerbcer und Anton Rubinstein glaubt er die eigentlich jüdische Produktivität erklommen!die das Kirchenlied aber ebenso stark beweist, wenn man sich den ungeheuren Einfluß Beethovens auf Mendclssohn vorstellt). Die große Ari? aus dem ״Elias" gab uns eine Probe von Mendelssohns Begabung; zwei Lieder (״ASrck" und ״Es blinkt der Tau") bewiesen die Eigenart Rubinstcins. Bildet dieses Dreigestirn den bisherigen Höhe- Punkt der musikalischen Entwicklung des jüdischen Voltcs, so erbrachte der Redner mit verschiedenen moderneu Liedkompositioncn (von Hermann Lcvy, Friedrich Gernsheim, James Rotstein und ihm selbst) den Beweis» daß die rege Arbeit auf musikalischem Gebiete von der stukunft das Beste erhoffen darf. Mit der Idee, durch innigere Berührung des modernen jüdischen Stom־ ponistcn mit der Synagogenmusik die Erfindungskraft desselben anrcgcn zu können, verband er zum Schluß die Hoffnung, bald einen Palcstrina und Bach ähitliche Größen jüdischen Blutes an die Seite zu stellen. Tkeater-Runä^au. Brünner Ttadttheater. ״Der :-j igcuncrbaton". Herr Boogaarts als Debüt. Herr Boogaarts brachte als Barinkah nicht viel neues. Seine Stimme klingt ganz angenehm, nur im Spiel ist er noch etwas unfrei. Aber was nicht ist, kann tvcrden. Herr Boogaarts lö.nnte sich bei uns noch sehr gut entwickeln. In Frl. M u 11 z hatte Herr Boogarts eine ausgezeichnete Partnerin als Saffi. In dieser Partie konnte Frl. Münz ihren hübschen Stimmitteln freien Lauf lassen. Die beste Leistung des Abends tvar der Zsupan des Herrn Heinrich. Man kamt sich diesen Schtveincsürjten nicht besser vorstcllcn. Ganze Lachstürme entfesselte die Schlachtcnerzählung. Prächtig Herr B a r a als Gras Homonah, welcher das Werberlied ausgezeichnet zum Vorträge brachte. Frl. Meißner tvar als Ezipra gesanglich außerordentlich gut, nur fehlt ihr das gewisse Dämonische,;'licht unerwähnt sei der Conte Corncro des Herrn L i tz e k. Mit großer Umsicht dirigierte Kapcllmcistcr Heller diese äußerst gelungene Aufsührung. Im Hause herrschte die beste Stimmung. Als Regisseur zeichnete Herr T r a in e r. Es gab sehr viel Beifall und mehrere Hervorrufe nach allen Aktschlüffen. H. G. Tbeaternachricht. Sonntag den ö. d. geht nachmittags die neneinstudierte Dpcrcttte ״Boccaccio" in Szene. Dei Direktion hat die neue Borstadtlcgcndc ״Liliom" von Molnar, die soeben am Iosefstädter Theater in Wien mit durchschlagendem Erfolge gegeben ivnrde, erworben und für Sonntag den 6. in Vorbereitung genominen. Tie Proben haben unter Leitung des Herrn Direktors Hcrzka bereits begonnen. Als nächste Lpercttcnncuhcit befindet sich ״Der Revisor" von Karl Weiß, dem Komponisten der Lpcr ״Der polnische Jude", in Vorbereitung. Repertoire: Donnerstag den t>. März, 141. A.-V.. 1. S. lgrünl: ״Der Frcckling", Operette. Freitag den 7. März, 142. A.-V-, 2. S. (rot): ״Die Hochzeit des Figaro", Oper. Samstag den 6. März, 14.4. A.-V.» 4. S.!gelb!: ״Die Hochzeit des Mozart", heiteres Bolksstück. Sonntag den 'J. März, 43. N.-V.: ״Boccaccio" (Operette). Sonntag den 0. März, 46. S.-V., 2. S. (rot): ״Siliotn" (Erstaufführung, Voritadtlegendc). Röntgen Institut Durchleuchtungen der Brust und Baucheingeweide. Photographien bei Unfall- Verletzungen, Gelenks-, und Knochenkrankheitcn, Heilbehandlung bei verschiedenen chronischen Krankheiten. Spezialarzl Z>r. Eugen Kodon Brün 11, Großer Platz 12 (Gerstbaucrschcs Ltiftungshaus). — Telephon 1444 sinterurban). Dr. Rudolf Katbolickv gerv. Letter der I.cttirS.Hvlellm»s der taBdeskrankenanstalt WObMt: 6cke Terdinandsgassg und 30banne$ga$$e (•iw« w!•) ordiniert tSglled von 2 dl» 4 Otor nacbm. F«n»»-reeder M 603. ג

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