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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-03-13 · 11 (13.3.1925) · page 7

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
11 (13.3.1925)
Date
1925-03-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Hüfsorganis^lionen aller Eflnicr in die Wege gele!ke>k-wird.^ann den großen Avsgabvn gerecht werden. Es Kann fesigrstellt werden, daß die Arbeit dos Jüdischen Vereins Davos, die sich jetzt daraus belchränke» muß, Kurgäste zur Bereitstellung von Geldmitteln für sie zu lindernde Not Herrn- »izie-hen, überall roarrner Sympathie begegnet und tatkräftige stnlerstützung findet. Elberfeld. Herr Oberkantor Zivi berichtet uns: „Die Gosch i rf) te der Juden in Elberfeld, der Ursprung und die Entwicklung der Gemeinde", so lautete das übemci einer Arbeit von -7K. Stern - Gro ß m a n n, Elberje!>, zu deren Vorlesung der Iüdis ch e Frauenbund die Eoneinden'.ltglieder eingeladen hatte. Die Arbeit ist als erste ual» zudem lückenlose Geschichte der Juden in Elberfeld zu beiveebien; sie verrät eine große^. Sachkenntnis und eingehendes Quellenstudium, greijt auf das Jahr 1595 zurück und schildert die Eoietze und Verordnungen, welche die Grafen von Jülich und Berg d^.üglich der Erlaubnis des Aufenthaltes der Juden in ihren Landen erlassen halten, d. h. lange vor dem Bestehen einer jiizischen Gemeinde in Elberfeld. Als erster Jude ließ sich in Elberfeld im Jahre 1681 ein ,?)ki>er Isaacs" nieder. Aus einer Amtsrechnung erficht man, d,ih außer der Abgabe für Schutz- und Geleitbrief bei Geburtsu.!> Todesfälle», bei Verheiratungen und sogar bei Beschneidunqen jedesmal ein Goidgulden erlegt werden mußte. Als im Jahre 1784 Isaacs Mutter starb, wurde ihm von der Stadt auf „der Hardt" ein Plätzchen von 30 Fuß Länge und 20 Fuß Breite als Begräbnisplah erblich verpachtet. In langen Zwischenräumen und spärlich siedelten sich dann mehr Hube« in Elberfeld cm, und im Jahre 1815 war ihre Zahl bei einer Gesamtbevölkerung von 21729 erst auf 103 gestiegen, noch 1875 betrug ihre Zahl nur 813, nahm dann stetig zu bis z. B. im Jahre 1910 die Gemeinde auf 1919 Mitglieder gestiegen war. Sterns Arbeit gibt ein anschauliches Bild von dem Werden und Aufblühen der Gemeinde, von allen wichtigen Ereignissen, sie belreffend, von ihren Einrichtungen, Bildungsanstalten, ihren Wohltätigkeits- und anderen sozialen Einrichtungen. Die Versammelten zollten den in vollendeter Form geschriebenen Ausführungen verdienten Beifall. Wünschenswert wäre es, wenn die Arbeit Sterns der Allgemeinheit zugänglich gemacht würde. Hausberge. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe ist eine Reihe von Grabsteinen mutwillig beschädigt worden. Auf die Ermittlung der Täter hat der Borstand der Synagogengemeinde 300 Mark ausgeseht. Magdeburg. Am 22. März feiert die hiesige Mendelssohn- Loge ihr vierzigjähriges Bestehen. Zu den in Magdeburg lebenden Begründern zählen Leopold Sperling, Nathan Abrahamowsky und Dr. M. Spanier, die sämtlich Mitglieder der Bereinigung -für das liberale Judentum sind. ~ für die Zeit »M14.Z. bis 21.Z.192S März 1925 Adar 5685 Sonnabend 24. 18. Wochen-Abschnitt: Kissifso (2. s. M. Kapitel 30,11—34,35) parschas Para (4. Ä. M. Kap. 19,1—22) Haftarah: Ezechiel Kap. 36,16-38 Sonntag 35. 19. Montag 16. 20. Dienstag 17. 21. Mittwoch 18. 22. Donnerstag 19. 23. T ~ Freitag 20. 24. Sonnabend 21. 25. Reumondweihe Wochenabschnitt: Wajakhel-Pkude (2. Ä. M. Kapitel 35,1—40,38) Parschas Hachodesch sichtslosen Grand ohne Bieren gespielt und, wie er glückstrahlend HLnzusetzte, glänzend gewonnen. S>» willst wissen, lieber Leser, wie die Geschichte ausge gangen ist? Harmlos, recht harmlos! Dir erste LiebhoberiL von damals ist heute-meine Frau! (Fortsetzung folgt.) Oie Tonkunst im alten Israel. Bon Wilh. WölKerllng. In den frühesten Zeiten des Menschengeschlechts waren Dichtkunst, Gesang und Musik eng miteinander verknüpft: getrennt und damit selbständig trat keine von ihnen auf. Alle Lieder Mhten sangbar sein und wurden nur zu dem Zwecke gedichtet. Sänger und Poet waren gewöhnlich in einer Person vereinigt, wie wir davon in einer viel späteren Zeit noch entfernte Anklänge bei den Minne- und Meistersängern finden. Me größte Pflege dürste der Gesang bei den Naturvölkern erfahren haben, die da draußen ihrer Beschäftigung nachgingen. Sicherlich werden die Zwitschernden Bügel nicht ohne Einfluß auf den einsamen Hirten, den fleißigen Äckersmann gewesen sein. Der geschichtliche Aachweis hierfür läßt sich freilich nicht erbringen, da aus jener Zeit historische Ueberliefemngen oder Aufzeichnungen der Nachwelt fehlen. Eine treffende Erläuterung hierfür geben uns die alten osraeliten, bei welchen die abgeschlossene Lage ihres Landes ein Zusammenkommen mit anderen, auf einer höheren Kulturstufe stehenden Völkern sehr erschwert war. Die einzigsten musikalischen Andeutungen und ■ Bezeichnungen liefert uns nur der Psalter. Aiele der in ihm ausgeführten lyrischen Lieder, oft in schwungvoller, hochpoetischer Sprache geschrieben, tragen Ileberschriften, die unzweifelhaft musikalische Hinweise sein sollen. Sie geben, wie bei uns in den meisten Sammlungen, die Melodie oder Vortragsweise an. So beginnt z. B. der 22. Psalm mit dem Satze: "Eia Psalm Davids, vorzutragen von einer Hindin, die da frühe üejagt wird", ein Vorwort, das uns inhaltlich vollständig unklar sein dürste. Aus diesem Hinweis erfahren wir vielmehr den Ber- TQner des Liedes und seine Sangcsweise: denn der königliche Dichter wollte mit ihm sicher andeuten, daß der Psalm nach der läion damals bekannten Melodie: „Von der Hindin, die da frühe skiegt wird", vorzulragen ist. Aehnliche Bezeichnungen finden sich bi den Psalmen 45, 56, 60, 70, 80. Manchmal wird auch auf das ^gleitende Instrument hingewiesen, wie beispielsweise im Psalm 8: 'Vorzntragen auf der Githrth", in Pfau» 4: „Bvrzulragen auf Saiienspielen". Ändere Lieder haben im Text das Wort „Sela". Abn Hai lang? über den Zweck desselben gestritten und neigt jetzt Zu der Annahme, daß cs ein Hinweis für den prieslerlichen Po- K-Ni'enchor war, an dieser Stelle, an welcher der Sänger schwieg, krüstig einzusetzen. Der eigentliche Schöpfer der jüdischen Tempelmusik und des gottesdienstlichen Gesanges, welcher jedoch mit dem heutigen in vor Synagoge nicht zu vergleichen sein dürste, war König David, le" Meister auf der Harfe, der selbst seinen gemütskranken ^.u-rviegervaler Sani durch sein wundervolles Spiel auf diesem Imwerrn Instrument erquickte und beruhigte. Er richtete später (nie!) eine Sängerschule ein, in der begabte, veranlagte Leviten wre Ausbildung erfuhren, um dann bei besonderem Talente als Landesmeister zu wirken. Als die bedeutendsten Dirigenten dieser Der jüdische Sprechsaal Gottesdiensireform und Radikalismus. Im Höchsten und Tiefsten irren ist menschlicher, als sich nie von dem flachen Boden elender Sicherheit versteifen. (Arndt.) In einem interessanten Essay zu dieser Frage prägt Herr Dr. Spanier. Magdeburg. die inhaltschweren Worte: „Radikalismus ist religions- und kulturgeschichtlich nicht zu verantworten." Ich nehme diesen Satz heraus, einmal, weil er dem befangenen Leser undefinierbar erscheinen dürfte, sodann aber auch, weil hier mangels geeigneter Analogien gar nicht ersichtlich ist. wie weit der Gelehrte die These im Endbegrisf überhaupt bestimmt wissen will. Dies scheint mir unendlich wichtig. Ist nur der radikal, der Gott, anstatt ihn unverständlich anzubeten, in seinen Wundern sucht, oder ist auch der schon radikal zu nennen, der, um einen landläufigen Ausdruck zu gebrauchen, mn Sabbat raucht und führt? Vielleicht ist auch das „Trepho-esien" radikal. Man hat mir wenigstens gesagt, daß es nach Meinung eines frommen Rabbiners nichts schlimmeres geben könne, als einen derartigen Verstoß gegen die jüdische Religion. — (Ich möchte mir gestatten» hier den drastischen Bericht eines Tertianers — Sohn eines Arztes — anzuführen: „Sein Vater habe gesagt, die jüdischen Epeisegesetze hätten keinen religiösen, sondern nur einen sanitären Zweck. Man dürfe aber nicht so weit gehen» daß man, wie die Talmudisten, sanitäre Maßnahmen für religiöse. Gott besonders erfreuende nusgeben wolle; sonst würde man dazu kommen, den Rabbiner mit dem Mediziner und das Religionsgesetz mit einem Kochbuch — voll der schönsten Rezepte — zu verwechseln." Ein strenggläubiger Kollege erklärte mir einmal, als ich für die Abschaffung des größten Teils der hebräischen Gebete plaidierte, mit der ihm in solchen Dingen eigenen Uebertreibung: „Von der ganzeus!) jüdischen Religion behalten Sie da doch weiter nichts übrig, als nur den reinen Gottesglauben." Radikalismus also — wenn wir wollen — auf beiden Seiten, wenn auch nur in Worten. Radikal ist unserer Auffassung nach aber der. der wie wir — ohne den evolutionären Entwicklungsgang der Dinge abzuivarten — ein fix und fertig geläutertes Judentum wünscht und sich daher die Aufgabe stellt, im Verein mit Gleichgesinnten eine religiöse Erneuerung desselben nach Form und Sinn herbeizuführen. Dies nennen wir radikal. Herr Dr. Spanier schlußfolgert von einem Einzelfalle aus. Er tut dies mit gutem Bedacht. — Ein junger Sturmgeselle flieht am Jom-Kippur den mittelalterlichen Kult, bei dem man (man verzeihe mir den Ausdruck) die geduldigen Gläubigen ganz ohne jedes göttliche Recht in die vollgepfropfte Synagoge einzusperren pflegt, und eilt hinaus ins Freie, wo er für sein religiöses Empfinden durch „Anbetung Gottes in der Natur" Genüge findet. Wir können diesen Vorgang bedauern, doch bleibt er psychologisch durchaus erklärlich. Des Uebels Kern liegt eben auf der anderen Seite — bei den Führern und Scholastikern des altfynagogalen Systems, die dem Zeitgeist keine Konzessionen machen. — Das Ghetto kennt keine religiöse Aesthetik, es besitzt keine Menschen- und Seelenkenntnis und hat keinen Sinn für Ordnung und Schönheit der Form. Es kennt nur den Zwang der religiösen Gewohnheit, und nur die hebräisch-sprachliche Unnatur nennt es sein eigen. „Die Religion weiß aber von keinem Zwange", sagt Moses Mendelssohn, „sie wirkt nur mit dem Stab Gelinde» wirkt nur auf Herz und Geist. Ihre Waffen sind Gründe und Ueberführung. ihre Macht die göttliche Kraft . der Wahrheit." Diese Worte — in ihrer lapidaren Art — sind Keulenschläge und eine vernichtende Kritik gegen den hebräischen Wortkultus und die pädagogische Unnatur unserer Schulen und Synagogen. Die kleine Sala (galiz. Rufname für Sara) antwortete auf meine Frage nach dem häuslichen Betragen ihres Bruders: „Er kriggt immer Schläge, weil er nit beten will." —; Im ewigen Streit der Gegensätze dürfen mir an Lines nicht ver-' gesien: Religiosität und Glaube haben infolge des Weltkrieges gelitten. Wir leben nicht mehr in einer Welt der Religion, wir leben in einer Welt der Arbeit und der wirtschaftlichen Röte. Schon deshalb müßten wir also die Unsumme aller Anforderungen, welche Gottesdienst und Glaubensleben an den Einzelnen stellen, auf ein Mini m u m herabzustimmeir suchen. Der denkende Mensch, der wahrhaft religiöse Mensch bedarf so wenig, um glücklich zu sein. Sollten wir Israeliten (vls Gotteskämpfer) diese Wahrheit nur theoretisch erfassen und rmer" kennen? Sollten wir sie nicht wenigstens unserem Gotte gegenüber — in de» heiligsten Angelegenheiten unseres Herzens und Gemütes — zum Ausdruck bringen? Sollten wir da der Litaneien noch immer so viele bedürfen, wo dock) einige wenige Worte ausreichten. um jenen Glückszustand unserer Seele herbeizuführen? Sollten wir Juden als das klassiscke MVK der Religion an den Idealgestalten eines Moses, eines Jakob, einer Hanna nicht so viel gelernt haben, um recht und richtig beten zu können? Aber der Geist des Ghettos ist auch unserer Jugend fremd: er ist ihr wesensfremd, und die Annahme weiter Kreise, daß sie zur positiven Observanz, will sagen zum orthodoxen Vuchstabenglauben neige, ist Chimäre. Jugendliche Gewohnheitsfrömmler der dritten Generation und zionistisch gesinnte Hebraiker ausgenommen. Denn die tägliche Erfahrung lehrt — und Kenner der, Iugrndpsyche werden mir darin rechtgeben — daß das religiöse Bewußtsein der Jugend, ihr entschiedener. starker (positiver) Wille zum Judentum auf liberale Objektivierung., auf werktätige Teilnahme an unserem Gottesdienst in seiner Einfachheit, seiner inneren Wahrheit und äußeren Schönheit gerichtet ist. — Lehrreich in dieser Hinsicht dürfte auch die Mitteilung sein, die mir einer der seriösesten Lehrer des Rheinlandes machte. Er schreibt: „Zum Sederabend sah ick den Iugendverein um mich versammelt. Wir hatten ein volles Haus, und es war mir eine besondere Freude, beobachten zu können, mit welcher Spannung die jungen Leute alles verfolgten, was da kommen sollte. Ich gab mir Mühe, auss schönste Seder zu geben und kann wohl sagen, daß ich mich darin übertroffen habe. Ja. ich muß sagen, daß die dem Ganzen innewohnende Romantik mich selbst noch einmal bezaubert hat. Ich verlas die hebräische Hagada. ich saug aus voller Kehle, und alle sangen mit. Ich tauchte beim „Domm-Zephar-doa" zehnmal ein und verfuhr mit den Dingen der Sederschüssel ganz so wie in — Bene-berack. Und da nun auch Kucke und Keller ihr Bestes boten, waren meine jugendlichen Gäste über und über begeistert und des Lobes voll. Beim Abschied hieß es wie aus einem Munde: .,Im nächsten Jahr müssen wir aber unbedingt wiederkommen!" Wie war es aber mit dem Wiederkammen beschaffen? Es mar nichts daraus geworden, jedoch nickt etwa aus Gründen des nervus rerum — der Verein hätte sich das auch diesmal wohl leisten können — nein, seine Mitglieder waren schon fast alle wieder ..seder-müde" geworden und man hatte beschlossen (selbstverständlich gegen die Stimmen der wenigen Zionisten), von einer Wiederholung der Feier absehen?,»• wollen, „die ja an sich ganz nett sei. die aber dach den erwach-' jenen, modernen Menschen nicht zu fesseln vermöge". — Vom Befreiungsakt eines Einzelnen ausgehend, exemplifi-i ziert Herr Dr. Spanier, wie gesagt, auf die liberale Bewegung im ganzen. „Radikalismus ist religions- und kulturge^chicht-j llch nicht zu verantworten." Es scheint ihm nötig, das liberale! Judentum vor überstürzten Reformen, vor übereilten Schritten! warnen zu sollen, und ich frage mich nur warum? Hat nicht aber der liberale Gedanke inmitten der deutschen Iudenheit! seit hundert Jahren, besonders aber feit den furchtbaren'; Tagen des Krieges mit größter Intensität Wurzel geschlagen?; Von 500 000 jüdischen Deutschen sind heute nur noch 30 000 or-»i thodox. Und ist nicht auch das Mahlresultat vom 1. Februar d. F. als ein glänzender Sieg der jüdisch-liberalen Weltanschau--; ung aufzufassen? Diese Tatsachen reden eine gewaltige Sprache.; Eine große Zahl liberaler Prinzipien ist für den Fortschritt der! jüdischen Menschheit damit erfüllt und aufgestellt. Taui. - HenschMerztzn pgch, .MdsiMger, - Zrelsei tzung, nach eurem Normativ des Glaubenslehens, nach einem er-i lösenden Abschluß der religiösen Entwicklung ringen. Und' sollten uns diese Tatsachen nicht ermutigen, anzunehmen, daß; wir beim Aufbau unseres gottesdienstlichen Lebens dem über-- ängstlichen „Rach und Nach" des Evolutionsgedankens entrateni könnten? — So sehr wir auch die Blätter der Geschichte durch-j ■■■BBBWMMMMWOaMBMBBBWWMHBBHBaBnBMMEBgBKIMMBBMMBMWMWmi] Art seien nur die Söhne Korahs, Assaph, Hemän, Ethan, genannt. Sie erfanden neue Melodien zu den gedichteten Psalmen ihres königlichen Herrn und übten die Chöre und die dazu nötige Begleitung ein, zu welcher hauptsächlich die Harfe, Zither, Posaune, Flöte und Pauke verwendet wurdcki. Bei besonders wichtigen Gelegenheiten bliesen auch die Priester die Posaunen. Zur richtigen Beurteilung muß man jedoch die damaligen Zeitverhältnisse in Betracht ziehen und sich nicht eine zu hohe Borstellung von den Leistungen machen, da die Gesetze der Harmonie noch nicht bekannt waren. Davids kunstsinniger, feingebildeter und hochbegabter Sohn Salomo förderte das Merk seines Baters: leider aber ging durch die späteren Wirren, in welche die Bewohner des Landes verwickelt wurden, die edle Kunst vollständig zurück und erreichte nicht wieder ihren früheren Höhepunkt. Aus dem Reich -er unsichtbaren Wetten. Von unserem Sonderberichterstatter Dr. republ. rer. H. Mann. Die Humbu-G.m.b.H. hat bekanntlich infolge des außerordentlich milden Winters ihren 333 m hohen Ueberseefunkturm aus dem Gelände zwischen Wendisch- und Französisch-Buchholz am 29. Februar vollendet. Vor geladenem Gästekreise fand am letzten Sonnabend dort bereits eine viertelstündige, vortrefflich gelungene Uebermittelung aus St. Franziska statt, die mittels , Knaxopkons" den wissenschaftlichen Vortrag des Senators Boß-Bluffert über neue Ergebnisse der Rassensorschung brachte. Senator B. führte aus: Er habe seine Untersuchungen von der Voraussetzung getragen, daß kein Völkischer davor sicher sei. ob nicht in ihm Iudenblut fließe, sodaß er als Schädling später oder früher entlarvt werden müsse. Die Eintragung in einen Eesinnungskonzern habe sich gegenüber diesen Gefahren nur als mangelhafte Prophylaxe erwiesen, denn sie könne nicht hindern, daß auch bei den Juden nordische Substanz entdeckt werde. Nachdem seine früheren Parteifreunde unter der Devise: „Rur keine eigene Geistigkeit!" ihn zur Mandatsnicderlegung und vor allem zum Diätenverlust gepreßt hätten, habe er sich auf das Studium des Alten Testaments «geworfen und ebenso voraussetzungs- und mühelos festgestllt. daß die Bibel gar kein jüdisches, sondern ein antisemitisches Buch 'sei. Die hervorragendsten Vertreter der A.T.-Echrift sind Nimrod, Esau. Laban. Amaleck, Korah, Balak. Bileam, Goliath, Haman aus Manifchtano; der vielgenannte Tutankamen und der ebenfalls in ägyplisch-alexcmdrinischer Peripherie marschierende Apion nicht zu vergessen? Alle diese Juden sind so wenig Juden, wie die Emoriier Semiten sind. Es ist der größte Betrug der Weltgeschichte, wenn man in den sogenannten Juden überhaupt die Juden sieht. Durch eine geradezu unglaublich geschickte Fälschung ist es bis zum heutigen Tage der Welt vorenthalten geblieben, daß die Juden Arier und die fälschlich genannten Arier, die echten Juden und Lichtmeiijdien sind. Daraus geht hervor, daß der jüdische Matrose Kolon-Columbus (beachte Semikolon, ähnlich Semigotha!) also der Entdecker Amerikas, welcher Jude gewesen ist, da Jude Arier bedeutet, in Wirklichkeit ein Nachkomme des obengenannten Esau war. Wenn Moses sein Gesetzbuch Tora nannte, so hat er dies zu Ehren des Donnergottes^Tor getan. Parsit val, der reine Tor. ist eine Verstümmelung Parwevale sver»? gleiche Karnevale: Fleisch, lebe wohl; bezw. neutrale Speise,', lebe wohl!) Alle Nobelpreisträger, von denen 8 bis 13 Iudenj auf 100 kommen sollen, müßten demnach stammlich umgestempelt' werden, und ist es nicht abzusehen, was aus Kutisker würde. Jetzt versteht man. warum einige völkische Führer, die schon; lange als Mischlinge galten, im Besitze solcher Rundfunknach-! richten, beabsichtigen sich bis auf weiteres ins Privatleben zurückzuziehen. und dafür Einstein ein erledigtes Reichstagsman-' dat angeboten werden soll. Bekanntlich sind diesem, von den! Juden zu Unrecht reklamierten Forscher, die Gehirnübertragungen ohne Sprachvcrmittlung geglückt, und es wird also von jetzt an. noch vor oder sicher mn 1. April jedem Rundsunkbesitzer mit automatischer Anlage, nach Eimvurf eines 15 Pfennigstückes möglich sein. z. B. in deutschen Gedanken wahrzunehmen, was in hebräischer Geheimsprache van einem bis zum andern Ende der Welt geflüstert wird. Senator Bluffert ging dann noch auf seine geographischen Entdeckungen ein und wies haarscharf nach, daß das Vorkommen! spezifisch-biblisch kananitisclwr Ausdrücke auf deutschem Boden, beweise, daß Jude und Arier eins sei. Er wolle zwar nicht von den vielen Philistern oder Moabitern in seiner Heimat reden,! welch letztere bekanntlich aus dein Tauschwege aus Palästina SO, nach Berlin NW gelangt seien, doch mache er auf die durch Metathesis oder eigentümliche Iazzbewcgung der Mitlaute ersalgle Entstehung der Mammaniter aufmerksam.. Diese hießen früher Ammaniter. und ihr Be Kämpfer Iesta sei beute im Polizeiregister unter Hestcr zu finden. (Sprich norddeutsches End-cr wie dumpfes a. Suche Näheres in ,,1001 Worte Dentschvölkisch" bei Ullstein & Co.) In höherem Maße noch habe ilm aber die Vorliebe zum edlen Siechenbier schon nach iveuigon Gtäsern immer dahin gebracht, daß diese Niarke den iüamen der israelitischen Stadt Sichem veranlaßt habe. Auch die Kreise Ierichaw t und 2 in der Nahe Atagdeburgs könnten van der Palmenstadt am Salzmeer niüst getrennt werden, und das moderne Tel-Amim ziele ganz deutlich auf Schillers Schweizerhelden, beziv. dessen Dresdner Scho koladenfabrik hin. Wenn er nun noch darauf verweise, dasf das hebräische Passivum Nisal die 3 Wurzeln zum Worte und Begriff Nibelungen darstelle, dann könne man sich weder über Richard noch Siegfried Wagners Mentalität länger im Unklaren sein. Von Gotisch zu Iodisch oder Jüdisch seien auch nur ein oder zwei Schritte, die frühere Zarenfamilie, wie die erwachenden Ungarn und noch vieles andere, worüber demnächst berichtet werden soll, sind in ihrer wahren Zusammensetzung jetzt völlig erkannt. Nur vor einem warnte Senator Bluffert schlie;: Uch. und das find die sogenannten Platzes. Dieses Gebäck Hütte nichts mit dem Judentum zu tun, und wenn es tausendmal umgekehrt behauptet würde. Matzes wären ein produktives Erzeugnis. und sein Besitz von Anteilscheinen der Manischewitzsabrlk in Eincinnati sollte jedem dieses beweisen. In diesem Augenblick trat leider eine kleine Störung in der Uebermittlung ein, und wir können daher unfern lieben Lesern noch nicht melden, wie der Finanz-Ausschuß des amerikanischen Kongresses (Bar-Matzes-Ausfchuß) sich hierzu geäußert hat. ' - - Parlographiert von M. Sal. 271961

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