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Jüdisch-liberale Zeitung · 1925-02-13 · 7 (13.2.1925) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
5 (1925)
Issue
7 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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p WWW 'V-r, yw den. (H kann nicht die Ansgabe der Kasualrede sein, in jedem Falle elwas Neues zu bieten. Sie wenden sich zunächst an einen begrenzten Kreis bereinigter Menschen, die bec Anteilnahme bedürfen, sie w:!i einer Feierstunde Dauer verleihen. Sie ist bei zahlreichen Gelegenheiten — Trauung, Barmizuab — in ihrer Wirksamkeit eng umgrenzt und grundsciL-sii'ch u'.üerschieden von der jynagog'alen Predigt, die aus der Fülle des Lebens und des seelischen Erlebens schöpfen soll. Selbst bei der Trauerrede ist für den Prediger der Kreis der trauernden Familie und der nächsten Freur.de der Ausgangspunkt feiner Gedanken. Sie ins A<tiaiöse zu wenden, ist seine Ausgabe. Wissen und Phantasie sollen sich die Hand reichen, um die Neben ubwecbsiungsreiÄ) zu gestalten. Wiederholungen lassen sich nicht vermeiden, weil das Leben sich wiederholt und sicherlich auch im einzelnen Menschen sich wiederholt. Gewürdigt kann nur werden, was im Einzelleben Bedeulung gewonnen hat. Bei aller Warmherzigkeit kann menschliches Berdientt nur masjvolr gefeiert, ein menschliches Leben nur objektiv dargestellt werden. Dem Prediger mujj schon ins vorhandene Material zur Genüge Eertraut werden. Daß er es mit Takt verwerte, versieht sich. Laicht minder, daß er wohlvorbereitet an seine .Ausgabe bcrünUeie. Eine Rede improvisieren, wird jeiojr der Versierte im allgemeinen nicht lieben. Denn tue religiöse Rede muß selbst bei der bescheidensten Gelegenheit durch ihre Kraft auch den Fernerstehenden ergreifen, frei von Floskeln, Phrasen und unangebrachter Sentimentalität. ♦44444444 4444444 44« 4 4444444414444444444v44»4444«44444*444444 ♦ H ♦ gr^ ♦ IU r Aus de« Gemeinden.!8 i ror jU* 4444)4«444»44444444444444444444444444444444 44444444444444444 Berlin. Am Sonntag, den 1. d. M. fand ein Gesellschaftsspiel ücr rrhen Ssülcrma«mjchafi des S. C. Hakoah und der ersten Schtue'.n.'.annschast der .Tennis-Borussia statt. Trotz des technisch 1 \ ’.ncn cpidco der TennrS-Borussia muhten sie sich dem Kampfoc-'t der kleinen Hatto ahn er beugen. Das Resultat war 4:1 zudunsten d(5 Hakoah. Hakoah II—Tennis-Borussia IV 1 :1. Ain L;8. und 2'l. d. s>I. sind die Generalversammlung des Hakoah i n>. ji efi a u r a n t R osenzweig,La ndsber ge r St r atz e slr. dt», stall. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Leo Koppel und zum zweittn Vorsitzenden Herr Fsmar Freund einstimmig (.v’UxmU. Der Vorsitzende gab einen Aeherbttck über Mc Entwicklung des Hakoah und koniite mit Genugtuung feststellen, daß der Hakoah bereits 350 Mitglieder zählt. Es bestellen zehn Spielu>.«i:nschaf!en, von denen jedoch nur vier die Vecbandsspiele mitmachen. Es ist erfreulich, daß von den vier Mannscha-ftsn drei (i•! der Spitze, sichen und große Aussicht haben, die Meisterschaft zu machen. Vrrsiau. Die Acpräiseirtantettmrsimurluug beschäsiigle fid) In ihrer ersten Sitzung im Geschäftsjahre am 8. d. M. zunächst mit der Bildung des Bureaus. Der alte Vorstand (Vorsitzender Iustizrat Peiser) wurde fast einstimmig wiedergewählt. An Stelle der aus Alters- und Gesundheitsrücksichten ausscheidenden Mitglieder Eduard Sachs und Sanitätsrat Dr. Iungmann wurden Mühlendirektor Paul Stern und Sanitätsrat Dr. Bach in freu Gemeind «Vorstand gewählt. Herrn Eduard Sa6)s wurde einstimmig in Anerkemvurig der unserer Gemeinde in 48jähriger Tätigkeit geleisteten außerordentlichen Dienste die Würde eines Gelmeindeä!testen verliehen; Herrn Sanitätsrat Iungmann soll noch sschriifLiä) für das in der wirtschaftlichen Notzeit bewiesene Geischick der Dank der Gemeindekörperschastert ausgesprochen wenden. In Anknüpfung an den vorliegenden Verwalftrngsbericht wurde -bekannt, daß die Vorarbeiten in der Steuerfrage pro 1925 gemeinsam mit den anderen Konfessionen soweit vorgeschritten sind. daß die Steuern sofort berechnet werden können, wenn das Finanzministerium darüber sntschiedcn hat. Die Gemeindestatuten, wie sie vom Vorstände vorberatcn worden sind, wurden der Versammlung zur schleunigen Beratung überwiesen. In geheimer Sitzung wurde der Pensionierung deö Schächters Loewenthal zugestimmt und die Frage des Ankaufs von Fviedhofsgelände besprochen. Außerdem bewilligte die Versammlung «für die Gruppen 1 bis 7 der Beso!dungsordnung 15 Prozent, für die Gruppen 8 bis 1" 10 Prozent des Gesamteinkommens als laufende Wirschaftsbeihilse mit Geltung vom 1. Januar d. 5. Auch die Pensionäre, deren Witwen, die Gnadenbezüge-Empfanger und sämtliche Angestellten sollten an dieser Aufbesserung teilnehmen. — Der auf der liberalen Liste gewählte Repräsentant Sternmetzmeister Moritz Wolfs ist aus der liberalen Fraktion ausgeschieüen; er hat den zionistischen Wahlaufruf als Vorstandsmitglied des jüdischen Handwerkervereins unterschrieben. Breslau. Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur ist jetzt auch zu solcher zionistischen Zelle geworden, wie Herr Hermann Decker eS neulich in diesen Spalten ausgeführt hat. Der derzeitige Vorsitzende dieses Vereins, Seminardozent Dr. Rabin, Kandidat der misrachistisch-zionisiischen Liste, hat es sich nach den beiden Vorträgen nicht nehmen lassen, in seinem Schlußworte zionistische Gebankengänge vorzutragen. Er verflieg sich sogar dazu, die deutsche Kultur eine fremde Kultur zu nennen. Die anders denkende Mitgliedschaft dieses neutralen Vereins, die sich zweifellos in der Mehrzahl befindet, muß sich solche Auslassungen des Vorsitzenden in Zukunft ganz entschieden verbitten. Cassel. Die hiesige israelitische Schule mit zwei Schulkindern, wohl die kleinste Schule im Regierungsbezirk Kassel, wird nunmehr nach einer ministeriellen Verfügung infolge der Abbau - besiimmungen cingehen, und zwar sobald für den jetzigen Stelleninhaber, der nicht abgebaut werden kann, eine andere Stelle gesunden ist. Casiel. Auf Veranlassung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums in Berlin hält Dr. Leo Strauß aus Frankfurt am Main in d-en nächsten Wochen Kurse und Vorlesungen im Hebräischen für Anfänger und Fortgeschrittene ab. Aus der jüdischen Geschichte behandelt er das s Kapitel: „Deutsches Judentum seit Moses Mendelssohn". Frankfurt a. M. In der am 26. Januar stattgefundenen Generalversammlung der Arbeitsgemeinschaft für jüdische Statistik und Demokratie erstattete der Vorsitzende, San.-Rat Dr. Hanauer den Jahresbericht über das abgetaufene Vereinsjahr. Danach haben 11 Sitzungen mit 12 Vortragen ftattgefuniden. Es sprachen am 11. Februar Dr. Hanauer über: „Tyeilhaber, Der Untergang der Juden, 2. Auflage", am 25. Februar Dr. Elsaß als Korreferent über dasselbe Thema, am 24. April Rechtsanwalt Dr. Klau und Dr. rer. pol. Anita über das uneheliche Kind in Bibel und Talmud, am 12. April Prof. Dr. Robert Dreyfuß über die Juden in England, a;n 26. April Rechtsanwalt Dr. Frank über dir Wanderbewegung der Juden, am 60. Juni gab Herr Dr. Sichel einen Aeberblick über die von der Vereinigung geleistete und noch zu leistende Arbeit, am 22. September sprach Dr. rer. pol. Ifaac über die konfessionellen Verhältnisse der Frankfurter Ärzteschaft, im Oktober Nervenarzt Dr. Sichet über den Selbstmord bei den Juden, am 18. Dezember Dr. Klau über den Selbstmord im jüdischen Schrifttum, am 29. Dezember Dr. Hanauer über die Falaschas mit Vorstellung zweier junger Falascheu. Die Mitgliederzahl betrug 17. 'Als Vorsitzender wurde Privatdozent San.-Rat Dr. Hanauer, als stellvertretender Vorsitzender Nervenarzt Dr. Sichel und als Schrift- und Kassenführer Rechtsanwalt Dr. Julius Mayer wiedergewählt. Gudensberg (Bez. Kassel). Der aus Maden bei Gudensbrrg gebürtige D eu ts ch - Am e r ika n e r I. Mansbach sandte der hiesigen jüdischen Genieiitde das hochherzige Geschenk von 5000 Dollar, das zur Renovierung der Synagoge verwand! werden soll. Hattingen. 3m hiesigen Literaturverein fanden im letzten Halbjahr außer einer Simchath-Thora- und Chanuckah-Feier zwei Vorträge statt. Privatdozentin Frl. Dr. Selina Meyer aus Düsseldorf sprach über „Das Kind in der jüdischen Aeberlösferung" und Rechtsanwalt Milczek, Krefeld, über „Pharisäer, Sadduzäer und Essäer". — Bei den Mahlen zum preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden betrug die Beteiligung 88 Prozent. Es wurden 70 Stimmen für die liberale Liste und 17 Stimmen für die Zionisten abgegeben. Kategorien: geistig-idealistische (Stiinmorgane); >im Gegensatz zu den körperlich-materialistischen Reibuugsgeräuschen der eigentlichen Cprachorgcme: Lippe. Zunge und Zähne. Er unterscheidet zwischen „Kaul" —Stimme und „Dowor" — Wort. Er sagt: sie entspringen Zwei verschiedenen Seelensphüren. einem positiven Begriffssystem unö einem negativen Gesiihlssystem. Zakuito unterscheidet ferner „Omar"— Rede und „Dowor"— Wort indem „Omar" die subjektive Willensäußerung, „Dowor" die Rede als Tätigkeit bedeutet. „Omar" ist die eigentliche Gedanken- Iprache, „Dowor" die Wortsprache! Die Assoeiationsfähigkeit in ihrer höchsten Ausbildung beim Menschen entspringt allein aus der vollendeten Reflexionsfähigkeit im Gegensatz zum Tier. Dem Tier geht die bewußte Reflexionstütigkeit ab. Der Talmud gibt für die Vedeutnug des hebräischen Alphabets in einer Erzählung folgende psychologisch-mystische Erklärung: „Die Schiller sprachen zu R. Fosua ben. Levi: Knaben!siud ins Lehrhaus gelrommen und haben Dinge gesagt. Aleph Beth, lerne Vernunft; Gimmel Daleih, sei wohltätig gegen Llrme; warum ist das Füßchen des Daleth nach dem Gimmel gerichtet? Weil es die Art der Wohltätigen fein soll, zum Armen zll gehen. — Worum ist das Füßchen des Daleth nach dem Gimmel gerichtet? Weil dieser sich ihm zuzuwenden hat! — Weshalb ist das Gesicht des Daleth vom Gimmel abgewandt? Der Reiche soll dem Armen heimlich geben damit dieser, nicht beschämt werde! Hch und Waw ist der Goltesname. Sajin, Eheth, Teth. Zud, Koph, Lamed: Wenn du dieses tust, so speist dich der Herr, er ist dir gnädig, tut dir Gutes, macht dich reich, ivindet dir einen Kranz für die zukünftige Welt! Offenes Ä!em und geschlossenes Mem: Es gibt Dinge, die man erkennt, und Dinge, die man nie erkennen wird? Gebogenes Run und gerades Run: Selbst in Rot bleibt der Gerechte aufrecht! Sammech Ajin: Unterstütze die Armen! Gebogenes Peh und gerades Peh: Rede zur rechten Zeit, zur Unrechten Zeit schweig! Kaph. Gerechter, Resch, Frevler. Warum ist das Gesicht des Ziaph vom Resch abgewandt? Der Gerechte kann den Frevler '.licht schauen. — Warum ist das Füßchen des Kaph nach dem Rcfch gerichtet? Bei Besserung soll er den Weg zurück finden. — Worum schwebt das Füßchen des Kaph? Wenn er umkehrt, so sott er hier einlrcten. — Der Talmud sagt weiter: Hat er es mit Spöttern zu tun. so spottet er. aber den Demütigen gibt er Gnade. Dem Unehrlichen stehen die Türen offen, will er ober wieder ehrlich werden, so soll man ihm dazu helfen. Schin, Lüge: Law, Wahrheit! Warum besteht das Wort Scheker lLüge). aus nebeneinanderfolgenden Buchstaben und das Wort ßmr.uo tWahrl>eit). aus voneinander entfernten Buchstaben? —- Lüge ist häufig. Wahrheit ist selten! — Warum steht das Wort Scheker auf einem Fuß. während Emmes fest fitzt?. Lüge vergeht. Wahrheit besteht!" Es finden sich im Hebräischen auch schon Sprachabkürzungen. wie in unserer Sprache Hapag (Hamburg-Amerika Paketfcchrt A.-G) mit)., unter dem Namen Noutrikaun, die ich interessehalber Kurz erwähnen will. Z. V.: Rimrezes (Fluch) —er ist ein Mörder, er ist ein Feind, er ist ein Scheusal. Dascho (Tür) — dort ist ein Weg. Liwne (Ziegel) — dauerhaft für die Kindeskinder ufw. "—* " — “ ' - -. Erwähnenswert sind auch noch einige psychologisch interessante Momente der hebräischen Sprache. Der Talmud fragt: Warum beginnt die Bibel eigentlich mit dem zweiten Buchstaben des Alphabets und nicht mit dem ersten? und gibt folgende Erklärung: In Beth steckt Brocho (Segen) . in Aleph steckt Oruf (Fluch) Die Bibel soll den Menschen zum Segen sein, und nicht zum Fluche. Eine andere Erklärung: Wenn inan die Form des Beth genau betrachtet, so sieht man, daß es oben verdeckt, nach hinten und unten aeschloffen und nur nach vorn offen ist. D. h.: Der Mensch soll stets für die Zukunft streben, und soll sich nicht mit transzendentalen Fragen geschäftigen, deren Erkenntnis ihm stets verschlossen bleiben wird! So trägt die hebräische Sprache die Geschichte des Judentums, wie die Sprache überhaupt das treffende Charakteristikuin des Menschen ist, seine Kultur und sein Seelenleben spiegelt! Aphorismen eines namenlosen Philosophen. Von Ll. vom Berg. Beten ist keine Pflicht, sondern ein Vorzugsrecht der Einsichtigsten, die man auch Begnadete oder sonstwie nennen kann. Wer aus Pflicht zu beten vorgibt, redet nur angelernte Worte und kennt vas rechte Beten gar nicht. Es gibt Leute, die niemals niederträchtiger lügen, als wenn ste die Wahrheit sprechen, weil sie nur Formalien kennen. Jeder gute Ehrist scheut sich, seinen Nächsten am 24. Dezember auszupfänden, er wartet bis zmn 27. Die Menschen der Herde sind böse nicht aus dem Grund, sondern bis fast auf den Grund; dies allein kann ja auch nur verdorben" heißen. Auch die Bescheidenheit sollte man nicht übertreiben, denn sie mengt sich an einem bestimnrten Punkt mit schMicher Dummheit und am letzten Ende weiß man nicht mchr, ob einer aus Bescheidenheit dumm oder aus Dummheit bescheiden wurde. Im Anfang war das Wort, später folgte die Phrase. Könnten wir die Schädlinge olle austilgen, so würde uns das Leben nur noch von Nützlingen schwer gemacht. Kleine Lügen werden oft mit sittlicher Entrüstung abgewiesen, weil dies im Interesie viel größerer Lügen gelegen ist. Wenn ich die Philosophen höre, muß ich an einen angefaulten Apfel denken: die einen zeigen die gesunde Seite und heißen Optimisten, die andern die faule und heißen Pessimisten. Beide hätten recht, wenn ein halber Apfel ein ganzer wäre. Nichts gibt es, das du nicht zerschlagen dürftest, wenn du Besseres aufzubauen verständest. Nie können Worte tr^fender Ausdruck für irgendein Geschehen sein, denn Worte laufen stets neben einander her, in der lebendigen Natur aber fließt alles!n einander. Köpfe, die sich nur mit der Magenfrage befassen, sind gewiß keine Philosophen, aber Philosophen, die auf die Magenfrage nicht die iht gebührende Aufmerksamkeit verwenden, sind weniger als Schafsköpfe, denn ganz ohne Philosophie kann kein Schaf leben. Zu den Verächllichsten gehören die soyenannten Blasierten, öle Keule, die weder lachen noch weinen können, wenn es nicht Würzburg. Die hiesige israelitische' Kullusgemelnde wählte in einer Versammlung ihren neuen Lehrer und Kantor. Unter zehn> Bewerbern fiel die Wahl auf den Lehrer Jakob Schloß, zur Zeit Lehrer in Bad Nasiau, gebürtig aus Giebelstadt. Er besuchte die Lehrerschulr in Würzburg, die er im Jahre 1601 mit gutem Erfolg absolvierte und das Konservatorium in Karlsruhe. Er wird demnächst seinen Posten hier antreten. Versammlungskalender, fgj V f fff ff fffffff fffffff ffffffff tffffVfffff f f Wf » Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Bezirksgruppe Norden.) Die erste Versammlung nach den Wahlen findet Dienstag, den 17. Februar, abends 7% Uhr pünktlich, im Auerbachschen Waisenhaus, Schönhauser Allee 162 ptr., statt. Tagesordnung: 1. Mittelschullehrer H. Stern: Aufbau und Ausbau. Ein Nachwort zu den Mahlen. 2. Freie Aussprache. 3. Der liberale Synagogenverein Norden (Genehrnigung der Statuten. Ausbau zum Vollgottesdienst. Anstellung eines Predigers). Mitglieder, Freunde, Interessenten sind herzlich cingeladen. Wer noch nicht Mitglied des Liberalen Synagogcnvereins Norden ist, wolle seine Beitrittserklärung schleunigst senden an Geschäftsstelle Archur Zander, Berlin C 54, Linienstraße 45 (Norden 3233). Berlin. (Liberaler Verein für die Angelegeicheilen der jüdischen Gemeinde zu Berlin, Bezirksgruppe Norden.) Der Freitagabend-Gottesdienst der Bezirksgruppe Norden findet regelmäßig um 6'A Uhr in der Synagoge des Auerbachschen Waisenhauses, Schönhauser Allee 162, statt. Breslau. (Iüdisch-liberaler Iugendvere'm „Abraham Geiger"). Geschäftsstelle Höfchenstraße 61. Am Dienstag, den 17. Februar, pünktlich SVa Uhr, int Vereinszimmer des Konzerthauses ptr. links, Diskussions abend: Die Lehren des Judentums. Referenttn: Hedwig Jacob. Kalendarium für die Zeit vom 14.2. bis 21.2.1925 Februar 1925 Schebat 5685 Sonnabend 14. Sonntag 15. Montag lö. Dienstag 17. Mittwoch lö. Donnerstag 19. Freitag 20 Sonnabend 21. 20. Wochen-Mschnitt: Zißran (2. Ä. M. Kapitel 18-20) Hafiarah: Zesaia 6,1—13,- 7,1—6,- 9,5—6 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. Wochenabschnitt: Mischpotint; Reumondweihe EchabbaS parschas schekalim (2. 25. M. Kapitel 21—24) Haftarah: 11, Könige 12,1—17 j Geschäftliche Mitteilungen. j VaS Li deS Üolumbus die einfache und schmerzlose HersteNnn«), der in fast alle» Kuiturstaaten patentierten Idoal-Zahnorücken dar. Die neue Zahn-Brücke besteht au4 zwel Tellen, die als fertiges Ganzes zum Schluß zu einem feffen Teil zusammengefügt werdyn, Ganz besonders wertvoll ist für den Patienten die schmerzlose Herstellung, da dir sesuadea Zahne Wedel «ibgeschliffen, noch die Zähapaipttr (0tsrven) getütet toem«. Zap echte Trinkkur mit tzvsten,; gegen Heiserkeit, ~ verfthleimrrng. Seit 4» 5at>«n gläazevbrwtichrt. Sodener Wasser von vor-ügUchrr wirk««-. , 's Soöener Mineralgleich um Bestand oder Untergang ihrer einzig geliebten eigenen Person geht. Wer den Blasierten nur spielt, kann im Grund der gutmütigste Mensch sein, aber er gehört durch eine Tracht Prügel in seine natürliche Verfassung zurückgebracht. Große Humoristen sind nur da möglich, wo man nicht über jeden Dreck zu lachen bereit ist, und große Tragiker können nur da sein,'wo das Greinen noch nicht zur Manie wurde. Was soll ein guter Redner in einer Gesellschaft von Schwätzern, was ein guter Prediger unter katechisierten Kindern, was ein wahrer König unter Krämerseelen? Mer keine Fremde kennt, kann gar nicht wissen, ob er sein Vaterland vernünftigerweise liebe. Wer die Leute „von oben herab" zu behandeln pflegt, kommt zuverlässig direkten Wegs „von unten herauf". Der Widerspruchsgeist ist ein notwenidiges Lebenselement, aber eine Neuheit, die nicht zum Alten paßt, taugt nichts. Philosopl-en sind meistens Leute, die auf dem Kartoffelfeld des Lebens, statt ihre Schuldigkeit beim Avshacken und Anfladen zu tun, Betrachtungen darüber anstellen, warum die eine Staude tun, Betrachtungen darüber onzustellen, nxmm die eine Stande höher, die eine Kartoffel dicker sei als die andre. Wenn dann beim Feierabend der große Landwirt ihr Tagewerk scheu möchte, so bekommt er nur einen ungereimten Wortschwall zu hören, für den er keine Brotsuppe geben kann. Das Höchste, was menschliche Intelligenz je zu leisten vermag, ist viel weniger als das Mindeste, was eine Seele braucht. Es gibt Menschen, deren ganzes geistige Sein im selben Grund mit dem Glauben wurzelt und denen gerade deshalb bas Glück des Glaubens versagt bleibt. Wenn du es von Herzen kannst, lache immerhin über die Torheiten der Menschen, aber verspotte den nicht, der über ihr Treiben weinen muß, denn er ist dein gleichgerichteter Bruder, nur leichter gepanzert als du. Ein Ar-Sumpf weckt keine häßlichen Empfindungen, ein Weiher, in den die Menschen chren Anrat leiten, ist das SMbol der Verkommenheit. Der Sinn des Lebens läßt sich nicht von uns fassen, fondem er faßt uns. Es kommt nur darauf an, baß der Betrachter zu tief, zu seitlich oder zu hoch steht, und alles Tragische wirkt auf ihn lächerlich. Wenn wir auf einen bewohnten Stern sehen könnten und es gäbe dort einen großen Krieg, so wäre dessen sichere Folge ein irdischer Krieg — um die besten Zuschauerplätze. Die für die ganze Menschheit das Glück suchen, pflegen sich über jeden wahrhaft Glücklichen, der ihnen begegnet, zu ärgern. Zwei Philosophen gerieten über ihre Gegensätzlichkeit in Streit, und der eine schimpfte ben andern einen Hanswurst. Ein dritter Philosoph kam dazu und meinte: „Die Bezeichnung Hanswurst dürfte sich zur Beleidigung nicht mehr eignen, seit ich bekanntlich gezeigt habe, daß der Hanswurst einer der beneidenswertesten, weil glücklichsten Menschen ist." Ein Hanswurst, der diesem Streit zuhörte, dachte für sich: „Wenn das keine Narrheit ist, möchte ich wahrhaftig wünschen, «in Hanswurst zu sein."

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