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Jüdisch-liberale Zeitung · 1920-12-24 · 4 (24.12.1920) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
1 (1920-1921)
Issue
4 (24.12.1920)
Date
1920-12-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*7 , y UP^WL'JIL!.mim yjLiitwiin ,MH-WWWWWWWWWHW Frage der jüdischen Schule unzweideutig.Stellung zu nchmen. Mit wachsendem Befremden hatten alle diejenigen, welche ohne ein Tüvfelchen von ihrem positiven Judentum preisgeben zu wollen, ihr Deutschtum betonen und sich in keiner Beziehung außerhalb der andersgläubigen Landsleute stellen wollen, von Bestrebungen Kenntnis genommen, die anscheinend eine höhere Schule ausgesprochen jüdischen Charakters zum Ziele haben. Man hatte gelesen, daß schon die unterste Klasse einer solchen Anstalt — ob mit oder ohne behördliche Genehmigung, das wußte man nicht — von einer verschwindenden Minderheit hiesiger Glaubensgenossen in Betrieb gesetzt sei, man las mit Erstaunen, daß die Person des II. Rabbiners der otthodoxen Richtung, des Herrn Dr. Simonsohn, mit dieser Gründung eng verknüpft sei, eine Tatsache, die uns Liberale, welche wir der Tätigkeit dieses Herrn schon lange ein starkes Mißtrauen entgegenbringen, nicht sonderlich überraschte, die aber wohl den Gemeindevorstand zu gewissen Nachforschungen veranlaßt haben dürfte. Dann las man neuerdings, daß in einer von ungenannter Seite für letzten Montag einberufenen öffentlichen Versammlung die Herren Realschuldirektoren Dr. Jos. Carlebach und Dozent Dr. I. Heinemann über „Die jüdische Schule eine Notwendigkeit" Bortrag halten wollen, kurzum für die Liberalen war das Maß ihrer Geduld übervoll und es mußte der Öffentlichkeit gegenüber mit aller Schärfe betont werden, daß solche separatistischen Machenschaften, welche uns in das Ghetto zurückführen möchten, weder die Gemeindekörperschaften, noch auch einen nur irgendwie nennenswerten Teil der jüdischen Staatsbürger Breslaus hinter sich haben. Ge legenheit dazu bot der Vorstandsantrag, betr. Schaffung von zwei Stellen akademisch gebildeter Lehrer, um, wie es in der Vorlage heißt, den jüdischer: Religionsunterricht an den öffentlichen Anstalten regelmäßig erteilt und auf eine Stufe gebracht zu sehen, die in gleicher Höhe mit dem christlichen Religionsunterricht steht und der die jüdischen Kinder befähigen soll, durch Kenntnisse in unserer Religion antisemitische Angriffe abzu schlagen sowie dem Gemeindegottesdienst mit Ber ständnis zu folgern Im Anschluß an die Vorlage, die selbstverständlich angenommen wurde, richtete der Referent, .Prof. Dr. Wohlauer, an den Vorstand die Anfrage, ob er irgend eine Beziehung zu der in der Entstehung begriffenen jüdischen Schule habe. An die glatte Verneinung dieser Frage knüpfte sich eine rege, interessante Erörterung, in welcher der liberale Repräsentant Herr Ignatz Walsch mit wuchtigen Streichen das gefährliche Spiel mit dem Feuer, das solchen Bestrebungen innewohnt, geißelte und die schwere Anklage erhob, daß jene verschwendend kleine Gemeinschaft, welche uns und unsere Kinder jetzt mit der spezifisch jüdisch».» <3X}ut*. 1^*3***^,* »«»ux, sich schwer versündige an den Gesamtinteressen der deutschen Judenheil, daß sie alle E.nanzipationsbestre buna»" der letzten Jahrzehnte in Frage stelle und dem Antisemitismus erwünschte Waffen liefere. Den vortrefflichen Ausführungen des Herrn Walsch schloß sich der Repräsentantenvorsteher Prof. Dr. Wohlauer vollinhaltlich an, und auch der der rechten Seite des Hauses nahestehende Justizrat Hirschberg, Mitglied desVorstandes, lehnte für sich und den Gesamtvorstand der Synagogengemeinde jede Gemeinschaft mit solchen Tendenzen ab. Nur der zionistische Repräsentant Rechtsanwalt Jacobsohn erklärte frei und offen, daß er durchaus auf dem Boden der jüdischen Schule stehe, das Gleiche, aber etwas zahmer, tat der andere Zionist Herr Zahnarzt Schachtel, und als dritter im Bunde identifiziette sich noch etwas schüchterner der orthodoxe Herr Josef Kober mit den von der Mehrheit verworfenen Absichten. Mit starker Majorität gelangte sodann der Antrag zur Annahme, der in der jüdischen Schulfrage arbeitenden, unbekannten Versammlungsleitung ein Schreiben zuzuleiten, das den ablehnenden Standpunkt der Gemeindebehörden in der Frage der jüdischen Schule klar zum Ausdruck bringt und dessen Wortlaut wir im Bericht über den Verlauf der Versammlung weiter unten wiedergeben. Bravo! rufen wir aus vollem Herzen diesem mannhaften Beschlüsse zu und Rftep/sehr, daß M G1 memdekörperschaften diesen W:g furchtloser Abwehr solcher, unsere Staatsbürgerschaft, unsere Ärmrinchaft mit unseren christlichen M.tbürgern ünterwühlenden Machenschaften niemals verlassen möchten, damit unsere Schulaufsichtsbehörden klipp und klar erfahren, wie die autoritativen stellen unserer Gemeinde zu den Dingen stehen. Bon den anderen zur Beratung stehenden vorliegenden Anttägen des Vorstandes seien erwähnt: Vorlage Nr. 2, welche die Gebührensätze für die Gcabstellen auf dem neu erschlossenen Feld 22 a des Friedhofes Lohesttaße in der Weise regelt, daß für Erbbegräbnisse mit je 2 Plätzen 10 000 Mark, für einen Platz am Pflanzenstreifen 2500 Mark, für eine Stelle in der ersten Reihe 1600 Mark, in der zweiten Reihe 1200 Mark und in der dritten Reihe 900 Mark zur Erhebung kommen sollen. Um unwürdigen Spekulationen vorzubeugen, sollen in Zukunft Grabstätten nur anläßlich eines Todesfalles und zwar für den Verstorbenen und auf Mansch eine oder zwei benachbarte Stellen für dessen Angehörige verkauft werden, sofern es sich nicht um Erbbegräbnisse oder Gcabstellen am Pflanzenstreifen handelt. Billige Rücksichtnahme auf die hiesigen Steuerzahler unserer Glaubensgemeinschaft nimmt die Bestimmung, daß von Auswärtigen 50 Prozent Zuschlag zu vorstehend angeführten Sätzen genommen werden soll. Der Vorstand will diesen Tarif zunächst nur für 3 Jahre festgelegt haben, um dann eine etwa eingettetene günstige Entwicklung unser wirtschaftlichen Verhältnisse bei der Nachprüfung berücksichtigen zu können. Auf eine Anftage des Referenten, des Herrn Dr Schlesinger, erklärte das Vorstandsmitglied, Herr Bielschowsky, daß auch die Gebührensätze für die Gcabstellen auf dem Friedhof Cosel zurzeit einer Nachprüfung unterliegen, welche zu einer zeitgemäßen Erhöhung führen dürften, um so allzu große Unterschiede zwischen Loheftraße und Cosel zu beseitigen. Unsere Leser wird es interessieren zu erfahren, daß augenblicklich für Friedhof Cosel folgende Sätze zur Anwendung kommen: Grabstellen in laufender Reihe für hiesige Gemeindemitglieder werden unentgeltlich hergegeben. Eine Grabstelle in laufender Reihe wird reserviert für 72 Mark, eine Eckgrabstelle und eine daneben liegende Reihenstelle kostet 172 Mark, eine Grabstelle erster Reihe kostet 180 Mark, eine Erbbegräbmsstelle je nach Lage 400 bis 1200 Mark. Die Vorlage wurde genehmigt. Vorlage 6, über welche Herr Gins referierte, berichtet, daß der Abschluß der Gemeinde-Hauptverwaltung pro 1919/20 mit rund 180 000 Mark einen um rund äse» odo Mark geringeren Ueberschuß als das Vorjahr ergeben habe. Dieser Ueberschuß wird mit 30 000 Mark auf verschiedene hiesige israelitische Wohltätigkeitsanstalten verteilt, während 150 000 Mark'zur Bildung eines Versicherungsfonds Verwendung finden sollen. Wir behalten uns vor, in einer der nächsten Nummern auf die Ergebnisse der einzelnen Verwaltungen zurück zukommen. ~ Vorlage 11 — Dienstanweisung für die Gemeinde rabbiner der Synagogengemeinde Breslau — vertrat als Referent Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Reich. Nach eingehenden langwierigen Beratungen zwischen einem ac> hoc niedergesetzten gemischten Ausschuß und dem Gemeinderabbiner Dr. Bogelstein, die Wochen hindurch gedauert hatten, sind diese Bestimmungen endlich unter Dach und Fach gebracht worden und es darf mit Dank an alle Beteiligten freudig begrüßt werden, daß diese überaus schwierige, delikate Materie eine, wie wir meinen, vernünftige, moderne Regelung erfahren hat, die, wie wir hoffen und wünschen, unserer Gemeinde zum Segen gereichen wird. Im Enschluß daran sei erwähnt, daß Herr Landrabbiner Dr. Hoffmann-Emden, der von der Repräsen tantenversammlung unter Zustimmung des Vorstandes zum Nachfolger des Herrn Rabbiner Dr. Rosenthal gewählt worden war, in einem Schreiben, das seine Bereitwilligkeit zur Uebernahme der Aentt« ou$| Me feieHiche Zusage macht, in seiner seelsorg«. Betätigung alles aufzubieten, um den Frieden in Gemeinde seinerseits zu «halten und zu befestigen. Angestellt wurden: Herr Rabbiner Dr. aus Rawitsch als zweiter Rabblnatsassessor und Oberaufseher für das Schlachtwesen, Herr Bausekretär Nathan Weinstock aus Posen als Registtator und Grundstücks-Sachverständiger. Gegen 1 Uhr hatte die Sitzung ihr Ende erreicht und der Vorsteher schloß dieselbe mit Dank an die Erschienenen für das dreistündige Ausharren. Die Israelitische Waisen-Anstalt in der Gräbschenerstraße hat in diesen Tagen ihre jährliche Gedenkfeier inr die Heimgegangenen Begründer und Förderer avgehaüen. Sie war getmgen von einer wirkungsvollen, ergreifenden Rede des Gemetnderabbiners Dr. Bogelstein, die von musikalischen und deklamatorisch.'n Vorträgen der AnstaltSpsieglinge umrahmt war. Aus den kurzen Begrüßungsworten des Vorstands konnte man unschwer erkennen, daß das gute Gedeihen der Zöglinge im umgekehrten Verhältnis zur Entwick lung der Anstaltsmittel steht. Die Not der Zeit tr.fft gerade diese Anstalt in sehr hohem Maß. Um so mehr begrüßen wir die uns zugegangene Nachricht, daß zum Prograinm der im Januar in Berlin abzuhaltenden Tagungen der jüdischen Spitzenorganisationen auch die Behandlung der Rot der Waisenhäuser gehören soll. Möge ihr und dann auch der hiesigen Waisenanstalt ein reicher Erfolg beschieden sein! Die Alt-Glogauer Synagoge zu Breslau beging am Sonntag, den 19. d. M., in feierlichster Weise die Einweihung einer neugeschriebenen Thorarolle, die ihr von opferwilligen Mitgliedern gespendet worden war. Am Abend fand aus diesem Anlaß ein gemeinsames Essen in den Räumen der Lessingloge statt. Das Jubiläum des Prinzeß-LuisenheimS wurde am vorigen Sonnabend in der Wohnung der Vorsitzenden, Frau Regina Schlesinger, festlich bedangen. Es gratulierten u. a. Oberpräsident Zimmer, eine große Reihe gemeinnütziger Vereinigungen, darunter die Lessing-Loge, Gesellschaft Eintracht und sehr viele Gönner und Freunde der Heimes und seiner Leiterinnen. Hofprediger Renner sprach über die Jugendbeziehungen der Jubilarin zur Hofkirche. Gemeinderabbiner Dr. Bogelstein beglückwünschte die Gefeierte zu ihrem Werke werktätiger Menschenliebe und dankte ihr Und dem Vorstand im allgemeinen. Pastor Meißner erblickte in der Arbeit der Jubilarin und des Vereins einen Ansporn für die Jugend zu steter und neuer Lebensarbeit. — Frau Schlesinger dankte hierauf in bewegten Morten. — Anläßlich der Feier wurden 100 alte hilfsbedürftige Frauen mit Spenden bedacht. vereine unö Versammlungen. Am Montag abend fand im großen Saal der Lessingloge die ohne Unterschrift der Einberufer angekündigte Versammlung mit dem Thema „Die Jüdische Schule — eins Notwendigkeit" — statt. Die Veranstaltung wurde von H:rrn Rabbiner Dr. Sim 0 ns 0 hn eröffnet und geleitet, der erklärte, sie auch bewußt als Rabbiner zu leiten. Darunter verstehe er, daß die Einigkeit in der Gemeinde nicht gestört, die Aussprache in durchaus friedlichem und brüderlichem Geiste gehalten sein solle. Auf diese Ausführungen, die einen sehr günstigen Eindruck machten, folgte dann freilich eine etwaüberflüssige, in schulmeisterlichem Tone gehaltene Mahnung an die anwesende Jugend. Als erster Referent sprach zur Tagesordnung Dozent Dr. Heinemann vom hiesigen jüdisch-theologischen Seminar. Er führte unter anderem aus: Es falle ihm schwer zu sprechen, da die Schulfrage zur Parteifrage zu werden drohe, unb dem wolle er gerade entgegenwirken. Er stehe ans dem Standpunkte, daß die Freundschaft für die jüdische Schule weit über die Mcktelpartei hinaus bis in liberale Kreise gehe. Beweis dafür sei die Stellung Solo Adlers, des Direktors des Frankfurter Philantrophins, der sowohl aus religiösen wie j i fragte mehr nach ihm. — Alle Freunde und Bekannte. waren längst ins Grab gestiegen. — Nur die Erinnerungen an die alte, gute Zeit kamen noch zuweilen und besuchten ihn. Was waren doch das für schöne Abende gewesen, am Seder, im Kreise der Familie!. Wie lustig war man an Purim, wem: sich die Neffen und Nichten verkleideten, und man dann „Glocke und Hammer" spielte oder seinem Geigen zuhörte.... — Vorbei... vorbei! — Auch Friedchen lebte nicht mehr,... sie war sehr schön gewesen,... er hatte sie sehr gern gehabt,.. sie hatte aber seinen Freund, den lustigen, stämmigerr Felix Hamburger lieber gemocht, als ihn... und er war einsam geblieben... An ihrem Hochzeitstage hatte er versucht, das Herz auf dem Siddurdeckel auszuradieren, allein das ging nicht mehr, die Schriftzüge saßen zu tief. Drin in: Zimmer wäre es jetzt ganz finster gewesen, wenn der bläulich-glastetrde Schnee mcht so hell durch die Fenster geleuchtet hätte... Der Alte saß still, in sich zusammengesunken, da. — Oben wurde noch immer leise gesungen.... Plötzlich endete das Lied und es war eine Zeit lang, als ob ein feines Nachzittern der Tonwellen in der Luft läge. Jankel konnte sich kaum entsinnen, jemals so müde «nd lebenssatt gewesen zu sein! — Er ist schwach und nutzlos geworden und sehnle sich nach dem großen Schlaf! — — Wozu war er noch auf der Welt? Schwerfällig stand er auf und humpelte hinaus. Draußen hatte das Gestöber aufgehört, allein der Schnee lag in dicker Decke auf Straße und Hausern und hüllte alles in seinen dichten Leilach. Jankel wollte eigentlich nach Hause gehen, um ftch schlafen zu legen; aber — er wußte nicht weshalb —1 .mit einem Male ging er in entgegengesetzter Richtung und wanderte zum Städtchen hinaus. — Gleich ungeheuren, lichten Flockenblumen standen die beschneiten Bäume am Chausseerande. Der Schnee knirschte unter seinen Füßen; — es war stählern kalt. — An einer Wegbiegung lenkte er seine Schritte querfeldein und ging zum Friedhof. Das Tor war verschlossen; aber an einer Ecke war die Mauer eingestürzt; dort konnte er hineingehen. Er stampfte durch den Mittelgang und wandte sich dann nach links; — hier lag das Grab der Ellern ... Er wußte die Stelle ... erkennen konnte er nichts, denn der Schnei lag zu hoch. Erschöpft setzte er sich auf den Hügel in den weichen Schnee und sann vor sich hin. Da, — auf einmal wurde es merkwürdig hell,... Die Wolkendecke zerriß... — einige Sterne funkelten auf,... allmählich zogen die Wolken wie stille, weiße Schwäne am Firmament entlang. Es wurde ganz klar. — Weit und prachtvoll-öde, wie mit hellem, flackerndem Mas bespannt, dehnten sich die Felder um ihn her, und der mit blitzenden Funken übersäte Himmel wölbte sich darüber hin gleich einer ungeheuren, saphirnen Glocke. Langsam zog der fast volle Mond herauf, erst groß und rötlich, dann kleiner und silbrig werdend, während jetzt vor ihm unzählige Kristalle flimmerten und strahlten. In sprühender Kälte zitterte die Luft. — In ihm war eine wundervolle Ruhe;.. .immer ferner, immer träumerischer wurde ihm zu Mut; es war, als zöge ihn ein st.ller Kahn langsam dem jetzt > überirdisch häl gewordenen Monde entgegen. In der Hand hiel der Greis immer noch den alten Siddur, und das Bild mit Jakobs Zelten konnte er bei diesem Leuchten so klar erkennen, wie nie zuvor. Plötzlich hötte er lautes Rufen und Singen. Warm schien auf einmal die Sonne, in der Luft sangen die Vögel, Duftwellen blühenden Thymians umwehten ihn; — über ihm blaute der azurne Himmel des heilfgen Landes. — Aus den Zelten strömte Volk, hohe, stolze Männergestalten mit fremdartigem, weißem Turban auf dem Kopf, sie gingen in das Gotteshaus, das von grünschimmernden Palmen, hochgewachsenen Cypressen und schattenden Cedern umkränzt war. Er war ein Knabe, hatte ein rosafarbenes Tuch um die Schultern geschlungen und Sandalen an den Füßen. — In dem Mann, der vor dem Tempel stand und sich mit groben, sttahlenden Augen nach ihm umsah, glaubte «‘ferne# Vater zu erkennen. Er schaute jedoch mild und ernst drein, nicht wie früher im Leben meist zürnend und mürrisch. Der Mann näherte sich ihm langsam, ergriff seine Hand und trat mit ihm in den Tempel, aus dem sanfareugleich schwellende Musik «scholl.— Eine nie gekannte Seligkeit «füllte ihn...und wie im Traum lauschte er mit geschlossenen Augen den rauschenden Klängen; — seine Seele ward milgerissen in neue, geheimnisvoll tönende Welten. Helle, klare Wintersonne lag üb« dem Lande, als man den alten Jankel am nächsten Tage «froren auffand, ein verklärtes Lächeln auf dem «starrten, wunschlosen Antlitz...

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