Mannheim
Compact Memory

Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-06-01 · 44 (1.6.1934) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
44 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2613366-2613519-2613559--4964-2616711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

14. Jahrgang Nummer 44 3ii)iifdMUietale äeilung Beilage 1. Juni 1934 Jakob Wassermann: $ie döbelt , ,:Am ftzten Tag des unheilvollen Jahres 1933 ist der deutschjüdische Dichter Jakob Wassermann als Sechzig jähriger, mitten aus vollem Schütten be/aus, dahingerafft worden- Sein letztes großes Werk Joseph Kerkhovens dritte Existenz“ wird jetzt durch die Jüdische Buchvereinigun« der jüdischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dem umfangreichen Roman hat Maria Wassermann-Karhveis folgendes Nachwort beigegeben: i iu ■ ”Jc&ob Wassermann im Spätherbst 1933 dieses Buch vollemlet hätte, trat ihn die Umwelt so unmittelbar und peinvoll an, daß er, dem innerhalb seiner Dichtung noch etwas wie bergender Schutz-zuteil geworden war, augenblicklich die Notwendigkeit empfand,sich mit dieser Umwelt nicht nur leidend, sondern auch-kampfend auseinanderzusetzen. Das Buch, den Kerkhovenroman, der seine innersten geistigen Erlebnisse enthüllte hatte er eben laich aus innersten Gründen von diesen Einflüssen freigehalten: Nun faßte er den Entschluß, gertule diesem Buch unter allen seinen Büchern ein Nachwort beizugeben W & ‘ Pfses Nachwort wurde nicht mehr geschrieben. Aber es lag ihm viel daran. Darum halte ich es für meine Pflicht, den Lesern dieses letzten Werkes von Jakob Wassermann mitzuteilen, daß es hätte geschrieben werden sollen. Er ludte auch im Sinn, vielerlei Korrekturen an dem Buch vorzunehmen Schone, stille Kleinarbeit des Handwerks, auf die er sich gefreut hat. Es sollte nicht geschehen. So wird das Buch dem Leser übergeben wie es zuerst seinem Dichter aus den Händen kam, unberührt, als ein Vermächtnis.“! . Wir veröffentlichen nachstehend, mit Erlaubnis des Verlages, ein Kapitel aus diesem letzten Werk Jakob Wassermanns: Zwischen Weihnachten und Silvester, einige Tage vor Anbruch des Jahres 1901 und damit des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde ich vom Anwalt der Familie Mewis zu einer benannten Stunde' in dessen Kanzlei gebeten. Als ich hinkam, war der Professor bereits da, der Advokat, ein forschtu'ender Herr mit einem Feldwebelgesicht, begrüßte mich nicht ohne Feierlichkeit; und auf einem lederbezogenen Kanapee, wo er sich einen Platz aus Akten und juristischen Zeitschriften ausgegraben hatte, saß, eine Virginiazigarre im Mundwinkel, der Notar. Dieser überreichte mir ein kalligraphisch vollendet ausgeführtes Dokument, damals waren Schreibmaschinen in den Kanzleien noch nicht in Gebrauch, und dieses Schriftstück, hatte ich durchzulesen. Ich gab mir Mühe, es zu tun. Die Höhe der Mitgift war ziffernmäßig bezeichnet; die ver-. mögensrechtlichen und eherechtlichen Bestimmungen waren in einem vollkommen unverständlichen Deutsch abgefaßt. Es stand auch etwas von einer Widerlage, im Fall der Ehetrennung. Was das Wort zu bedeuten hatte, wußte ich nicht. Da ich nicht fragte, fand sich niemand bemüßigt, mich aufzuklären. Es langweilte mich. Ich unterschrieb. Ich dachte: der Professor ist ein Ehrenmann, weshalb sollte ich nicht unterschreiben? Es erschien mir nicht anständig, zu fragen. 'Fünfundzwanzig Jahre, später erfuhr ich, was ich unterschrieben hatte. Ein Vierteljahrhundert verstrich, bevor mir ein Licht darüber aufging, daß man mich hineingelegt hatte. Im Geist der Familie natürlich und durchaus loyal. Ich hätte ja fragen können. Ich hätte ja auch meinerseits zu einem Anwalt gehen können. Aber dergleichen kam mir gar .nicht in den Sinn. Es war das erste Mal, daß ich mit einem Notar zu tun hatte. Ein Notar, dachte _ich,_das, ist das Gesetz in Person, da kann einem nichts geschehen. Dafür mußte ich büßen ... Ich stand mit Ganna vor den aneinändefgeschobenen Tischen, auf denen die Hochzeitsgeschenke zur Schau gestellt waren. Da gab es grellbunte Sofakissen mit sezessionistischen Mustern, abenteuerlich geformte Lampenschirme, verdrehte Bronzefiguren, metallene Frösche und Hunde als Kerzenhalter, Stefansturm Sternen. Eine Prinzessin, die Hochzeit macht. Ein Märchenwesen, das in unbekannte Glückseligkeitsregionen entschwebt ist. Sie erkennt niemand mehr. Sie verwechselt Gegenstände mit Gesichtern und umgekehrt. Wenn man frühmorgens mit dem Gefühl erwacht, man ist eine Rose, oder eine besondere Wolke, kann man nicht in der gewohnten Sprache mit den Menschen verkehren, man stammelt, .man redet ein wenig irre. Falsche Gotik, falsches Barock, ' falsche Renaissance: was kümmerte einen das? Es waren Liebeszeichen, Siegeszeichen. „Schau her,“ sagte sie andächtig,- „das ist von Tante Jettchen, und das von Onkel Adalbert, und das von der Hofrätin Pfeifer, wie lieb, daß sie daran gedacht hat!“ Und Gannas Entzücken teilte, sich mir mit, als hätte sid mir einen Zaubertrank eingegeben. .* Und der blieb auch am Tag der Hochzeit wirksam, einem schneedurchwirbelten Januartag. Meine •Erinnerung, laßt mich nachdenken, ruft mir. stundenlangen, unbeschreiblichen Lärm zurück. Kreischende Frauenstimmen, mißtönige Männerstimmen, Teller- , geklirr, Stühlerücken, Pfropfenknallen, Bratengerüche, süßen und sauren Geschmack auf der Zunge, unabläßliches Auf und Zu von Türen und Kommen und ■ Gehen, phrasenhafte Telegramme, Hände, die man drücken mußte, trockene und feuchte, fleischige 'und dürre, warme und kalte, rauhe und glatte, bewegliche und starre. Eine Trauungszeremonie, demütigend und verletzend, weil hohle Formeln sich anmaßten, iefie sittliche Freiheit zu beschränken wie wenn man einem Sträfling die Gefängnisordnung vorliest. __ Das Bild einer Ganna ferner, die weiß angetan schlafwandle- . risch über .dem Erdboden zu schwt^en^ schien und mit. dem eigentümlich schamhaft wissenden Lächeln de? konventionellen Bräute an der Tafel saß. Das Bild der Mutter auch, wie sie den Arm um meine Schulter legte, mich in eine Fensternische und auf eine dort befindliche Bank zog und, umtobt vom Getriebe, mit schreckhaft abirrenden Augen und unheimlichem Lachen krause, unerwartete Dinge sagte, Gespenst in einer Festversantmlung, von niemand gehört und wahrgenommen außer von mir. Es war ein beharrender, weiterbohrender Eindruck. - Dann Tischrede, auf Tischrede. Reden der Schwäger, die mit Bildung und Gelesenem .prunkten; der Hausfreunde, die sich darauf vorbereitet hatten, witzig zu sein; eines Kollegen des Professors von der philosophischen Fakultät, der wie bei einer Dcnkmälcnthüllung mit Donnerstimme Gannas Tugenden pries; eines Feldzeugmeisters schließlich, leibhaftigen Generals, noch hie war ich mit einem General bei Tisch gesessen, der den „begabten und sympathischen jungen Gatten“ hoch leben ließ und den Wunsch aus-, drückte, er möge „fürderhin wie bisher auf der Bahn der Wissenschaft und Kunst fortschreiten“ . . . Alles zusammen, überleg ichs heute, war wie der konzentrierte Abriß einer. Sittengeschichte der-Zeit. ~ Leben ' des reichen Bürgers als Nachmittagsvorstellung unter^ Begleitung eines leicht angesäuselten Orchesters von" vier Mann. Ich fühlte mich aber durchaus nicht als unbeteiligter Zuschauer. Ich war im Spiel, ich wirkte tätig und ergriffen mit. Als zuletzt die sechs Töchter und die eingesessenen Schwiegersöhne nebst einem halben Dutzend eigens zu dem Zweck herbeigeholter Enkelkinder am Stuhl des Professors vorüberdefilierten, um. ihn nach seiner markigen Schlußansprache auf die Stirn zu küssen; als er sich dann erhob, ragend in ihrer Mitte, königlicher Patriarch und unumschränkter Herr.des Krals, so daß man im Geist die Geschlechterreihe bis ins.nächste Jahrtausend fortgesetzt sah, zu welcher Zeit seine Person schon Sage und— Symbol sein würde; und als Ganna, überwältigt von der Größe des historischen Augenblicks, ihm. an die - Brust sank und schluchzend .für «Hrs.daokt£,' was er ihr gegeben, da war ich selber hingerissen und blickte zu dem rotbärtigen Stammvater empor wie zu meinem Schirmherrn. " . , . Sodann hastiges Verschwinden, Aufatmen in frischer Winterluft, Fahrt zum Bahnhof in einem rumpelnden Wagen, allein mit Ganna, die jetzt Ganna Herzog hieß. und Medizäergrab als'' Briefbeschwerer, Nymphen mit" Löchern im Kopf als Parfümflaschen, venetianische Gondeln als Schreibtischgarnituren, Photographierahmen mit goldenen Tannenzapfen. Daneben auch Nützliches, Praktisches, Bücher, Tafelsilber, Porzellan, Anweisungen auf Wäsche und Mobiliar. Wir wollten uns ja nicht häuslich niederlassen, sondern zunächst ein Jahr lang auf Reisen gehen. Ich war sehr erbaut von den Geschenken. Noch nie hatte ich über ein 'solches Warenlager von Habe verfügt, von richtiger Habe. Alles erschien mir schön, alles erschien mir gut. Freilich hafte ich nicht die Empfindung von Wirklichkeit. Was war mir denn wirklich? Nicht einmal mein Hemd, nicht einmal meine Schreibfeder. Die beständige schweigende Übereinkunft mit jenen, die das ..bloß Scheinende als Wahres nahmen, war ungeheuer anstrengend. Nicht nur das. Es kam mir bisweilen vor, als mordete es etwas in . mir. Ich wußte nicht, was es' war. Aber, bestimmt mordete es etwas. Folgerichtigerweise konnten sie ja nicht anders, als das Wahre für Schein nehmen, es war ihre Natur. Hier, am Auslagentisch der Geschenke, quälte mich hinter all der törichten Sachfreude zum erstenmal die Furcht, auch Ganna könnte an den fortgesetzten kleinen Mordversuchen beteiligt sein, sie, die ich führen, die ich in mein Leben aufnehmen sollte. Denn was bedeutete das Leuchten in ihren Augen, was bedeutete der Jubel? Gewiß, sie lebt mit zerteiltem Bewußtsein, halb unter den Menschen, halb unter den {iLLEL UND DER jScHMETTERLING Hille! hatte viele Tage über gelehrten Schriften gesessen, a kam ihn die Lust an, sich auf einem Spaziergange von der ist seiner Gedanken zu befreien. Er begab sich in die Angen vor der Stadt. Aber sein Geist haftete .schwer an den ingen, mit denen er sich beschäftigt hatte. Ua flatterte ihm ötzlich ein Schmetterling über den Weg. Hillel blickte ihm swundemd nach, wie er, gleichsam berauscht von Sonne und icht, dahintaumelte. , ... . Glücklicher Schmetterling,“ dachte er .wehmutig, „vierg Jahre mühe ich mich nun ab, das Leben zu meistern , und ibe bisher nicht einen Bruchteil von dem erreicht, was Dir n ersten Tage Deines Daseins spielend gelingt. Wie arm- :lig ist doch , der Mensch und wie eitel all sein Trachten ld Strebenl“ _ ' Hprhßri C.nnnnr. Eine Betrachtung zum Ende des Konzertwinters Jüdisches Musikleben in Berlin Ein erster jüdischer Konzertwinter ist-zu Ende! Wohl gab es auch’vor dem Jahre 1933 immer eine Anzahl jüdischer Musikveranstaltungen in Berlin, aber man braucht nur einmal die damaligen Musikberichte der jüdischen Zeitungen mit den heutigen zu vergleichen, um den ganzen Wandel zu ermessen. Damals .gab es mitunter Synagogenkonzerte, es gab allerlei Veranstaltungen in Vereinen und Logen, aber wie groß war denn der Kreis, der davon erfaßt wurde? Heute rufen die großen Organisationen des Kulturbundes, der Künstlerhilfe; es öffnen zahlreiche Privatleute ihr Heim zu Haus: konzerten, und ein großer Teil der Berliner Juden folgt diesem Ruf. Freilich, unter den Künstlern finden sich mehr als ehedem Namen von allgemeinem Ansehen, die bisher iin öffentlichen Musikleben einen hervorragenden Platz behauptet hatten. ’ ' . Und die Berliner Judenheit — das muß ungeachtet mancher Wünsche, die hinsichtlich des Besuches noch offenbleiben, zugestanden werden — hat begriffen, daß sie jetzt im wesentlichen doch der einzige Kreis ist, zu dem diese Künstler sprechen können. Es ist etwas sehr Einfaches, diese „Solidarität“: Menschen spüren unter einem gemeinsamen großen Schicksal, daß sie zusammengehören, und. sie suchen einander tragen zu helfen. Das ist eigentlich der Boden, auf dem ein jüdisches Konzertleben in Berlin erwachsen ist. Gegenseitiges Helfen, gewiß, das ist die Grundlage. Mag aber ihr sozialer, ihr ethischer Wert unbestritten sein, so braucht sie doch noch nicht einen geeigneten Boden für kulturelle Werte abzugeben. Sollen wir uns wirklich damit begnügen, Konzerte, von Juden für Juden aufzuziehen, die sich im übrigen durch nichts von den allgemeinen unterscheiden? Zur Klärung dieser immer wieder diskutierten Frage erscheint es angebracht, sich noch einmal die, Träger des jüdischen' Musiklebens zu vergegenwärtigen. Ganz abgesehen von den Künstlern, die sich großenteils erstmalig an ein nur jüdisches Publikum wendeni — es ist, mit einiger Verallgemeinerung — im wesentlichen die ältere Generation, die jedenfalls der Hörerschaft das Gespräch gibt. Und das wirkt sich denn auch im Programm und Stil der Veranstaltungen aus. Ein Großteil der Besucher ist typisches Berliner Konzertpublikum, Menschen, die man mehr oder weniger regelmäßig in den großen Orchester-, Chor- und Kammermusikkonzerten der Reichshauptstadt sah. Nun gilt das Berliner Konzertpur blikum im allgemeinen mit als das beste überhaupt; die größten; Künstler haben seine Ansprüche formen geholfen, Ansprüche nicht nur hinsichtlich der Qualität der Leistungen, sondern auch der Programme. Und dies hat sich nun auch in den jüdischen Veranstaltungen ausgewirkt: es darf hier einmal ausgesprochen werden, daß das Programmniveau trotz mancher Mängel im Durchschnitt ein recht erfreuliches war. Es sei nur auf die Pflege älterer Musik vornehmlich der Barockzeit hingewiesen, die als eines der wertvollsten Elemente, unseres Musiklebens auch in den jüdischen Konzerten Platz und Resonanz finden konnte. So bildet denn das jüdische in vielem ein Spiegelbild gerade des besten deutschen Musiklebens, und hier sind die Künstler der gebende Teil: sie spenden das geistige Gut, . dessen die meisten unserer Menschen heute mehr denn je bedürfen. Die reine und leidenschaftliche Liebe zu deutscher Kultur, zu deutscher Musik, sie läßt sich nicht vernichten. Die radikale Ablehnung, der die kulturellen Ideale der älteren Generation jedoch vielfach bei der Jugend begegnen, ist als geistesgeschichtlicher Vorgang zwar begreiflich und sollte das auch für die davon Betroffenen sein; dennoch darf auch vom jungen jüdischen Menschen einmal der Versuch einer Einfühlung in die Geisteswelt seiner Eltern gefordert werden. Diese. Forderung nach Verständnis darf sich aber nicht zu einer rückhaltlosen Bejahung der hier gekennzeichneten, ausschließlich konservativen Tendenzen auswachsen. Konkreter gesprochen: das jüdische Musikleben muß seine eigene Note haben! Man braucht hier gar nicht an irgend welche jüdischnationalen Ansprüche zu depken: faßt man Judentum als Religion, mit der ganzen Tragweite dieses Begriffes, dann wird diese Forderung keineswegs' geringer. Religio»; Gemeinschaft ist ja doch etwas ungeheuer Umfassendest sie stellt einen nicht geringeren Totalitätsanspruch als das Nationale, ' und kein Kulturgebiet kann davon unberührt blähen. Das heißt natürlich nicht, daß unser Musikleben sich aut religiöse Inhalte z u - b esc hrä n ken habe, wenngleich seine Höhepunkte gewiß von hier aus bestimmt sein sollten, ln diesem Sinne war etwa die „Elia s“-Auffühyuug - in der Neuen Synagoge solch ein Höhepunkt, und in diesem Sinne sollten auch die heutigen Bemühungen um eine Neugestaltung unserer Synagogenmusik als eine zentrale Sache, stärkste Anteilnahme finden. Es ist aber noch mehr gemeint: die Auseinandersetzung mit den großen Kunstwerken und also mitden großen Kultur- - werten muß einmal bewußt vom Boden des Judentums aus in - Angriff genommen werden. . Und andererseits': das vorhandene Gut an wirklich jüdischer Musik — wozu freilich nicht die Werke eines Mendelssohn, Meyerbeer, Offenbach rechnen, die vielmehr der . allgemeinen Musikgeschichte angehören — muß nicht J*in innerhalb der Gottesdienste in ganz anderem Maße als bisher erschlossen werden. Wir müssen es wieder als unsere Sache lieben lernen, und der Stolz auf jüdische Musik darf sich nicht auf die Kol Nidre-Melodie beschränken. Der .Weg freilich zu dieser meist einstimmigen Musik, deren Wert gerade der moderne Musiker, auch der nichtjüdische, wieder zu schätzen weiß, ist für den Hörer, der ganz in deutscher Klangwelt aufgewachsen ist, nicht immer leicht zu beschreiten; auch hier muß also für eine allmähliche Erschließung Sarge getragen werden. Und hier liegen denn ^uch die Ansätze für das, was später einmal den wesentlichen Maßstab für den Wert unseres jüdischen Musiklebens ausmachen wird, die Ansätze zu einer.neuen jüdischen Musik. Ereyhan.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.