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Jüdisch-liberale Zeitung · 1934-05-18 · 40 (18.5.1934) · page 5

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
14 (1934)
Issue
40 (18.5.1934)
Date
1934-05-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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14. Jahrgang Nummer 40. 3üöifdHibetale 3ei(nnfl Beilage 18. Mai 1934 SBUiel uttb SRibrafö beeideten: ©ie Offenbarung am 6tnai „So sprich zu dem Hause Jaakobs und sag an den Söhnen Israels: selber habt ihr gesehen, was ich an Ägypten tat, ich trug euch auf Adlersflügeln und brachte euch zu mir. Und jetzt, wenn ihr auf meine Stimme hören werdet und bewahret meinen Bund, dann seid ihr mir ein Eigentum aus allen Völkern, denn mir gehört die ganze Erde. Ihr aber sollt mir sein ein Reich von Priestern, ein heiliges V o 1 k.“ (2. B. M. cap. IQ, 3—ö.) * „Gott, ich .habe Deinen Ruf vernommen, ich bin voller Ehrfurcht; Gott, Dein Werk inmitten der Jahre mach es lebendig, inmitten der Jahre tu es kund; im Zorn denk Dich zu erbarmen.“ (Chabakuk 3, 2.) * „Eine Bedingung legte der Heilige, gelobt sei er, dem •Schöpfungswerk auf, er sprach zu ihm: nimmt Israel die ... Ruth von Arthur Silbergleit Wenn sie durch die gelben Kornfelder wandelt, schweben ihre Brüste wie weide Tauben auf und nieder, und die goldenen Ähren rauschen ihrem schmiegsamen Gewände nach. Alle Dorfbrunnen sehnen sich, ihr Abbild in ihren Fluten einzufangen und damit den eigenen Glanz ihrer Silberspiegel zu stärken. Alle Winde brausen ihr Hohelieder, und die schlanken Rehe tänzeln die Leichtigkeit ihres Ganges wieder. Die Frülisorinen weben ihr gern ein Strahlenkleid, und der Abend flicht ihr ein Stirnband aus Sternen. Eine süße Amselanmut zwitschert aus ihrer Stimme, deren Heiterkeit die Lämmer und Schafe mit ihren hellen Sehellenklängen gern folgen. Ihre Hände sind immer hurtige Garbenbinder; ihr Herz hegt in sich heimlich eine neue himmlische Heimat, und ihre zarten Schultern sind zuweilen eine schwanke Wage mit den oft schweren Gewichten ihrer gefüllten Wasserkrüge. . Wie in Küssen Jehovas badet der Morgen ihr Antlitz im Tau. Ritterlich stolz umstarren sie tausend Ährenspeere, aber durch ihr kriegerisches Reich trägt sie demütigfromm den Frieden ihrer Seele. imiuimiu.iimiiuiuiimuiiiimiiuimiiuiuiimuiiuiiuuuuniuitiniiitjuuiiiiiuimiiiiiiumitiiiuiiiiituuuiimiiiuuimiiiiui Thora an, so hast du 'Bestand, wennnicht stürze ich dich ins Chaos zurück.“ (Talmud Sabbat 38 a.) - . + „Es heißt: „sie stellten sich auf unterhalb des Berges“ (2. B. M. IQ, 17); es sagte dazu Raw Awdimaj . Sohn Cliamas: das will besagen: der Heilige, gelobt sei er, stülpte über Israel den Berg gleich einem Kessel und sprach zu ihnen: nehmt ihr die Thora an, gut dann, wenn nicht ist hier gleich euer Grab.“ (Sabbat 88 a.) „Es lehrte Raw Simaj: in der Stunde, da Israel sprach: „wir wollen tun und hören“ und das Tun dem Flüren yöraufgelien ließen, kamensechzig Myriaden von Engeln des Dienstes zu einem jeden von Israel und knüpften ihm zwei Kronen, eine für das „Tun“,-eine für das „Floren“. Und als Israel in Sünde verfiel, stiegen hundert und zwanzig Myriaden' von Engeln des Verderbens hernieder und nahmen sie ihnen wieder fort.“ (Sabbat 88 a.) * „Es sagte Raw Abbahu im Namen Rabbi Johanans: als der Heilige, gelobt sei er, die Thora gab, kein Vogel zwitscherte mehr, kein Vogel setzte seinen Flug fort, der Stier (am Thronwagen Gottes) .hörte auf zu brüllen, die Räder schwangen nicht mehr, die Seraphim riefen nicht ihr „Heilig", das Meer stellte sein Wogen ein, die Welt sank in Schweigen, verstummte — da fuhr die Stimme aus: „Ich bin Adonaj, dein Gott.“ (Midrasch rabbah Schemoth cap. 2Q.) „Komm und erkenne, wie Gottes Stimme sich erging. Sie kam zu jedem in Israel nach dem Mall seiner Kraft, zu den Alten nach ihrer Kraft, zu den Jungen nach ihrem Vermögen, zu den Kindern nach ihren Möglichkeiten, zu den Frauen nach der Art ihrer Kräfte und zu Mose auch entsprechend seiner Kraft.“ (Midrasch rabbah zu Schemotli V a.) „Als der Heilige, gelobt sei er, am Sinai die Thora gab, vtat er mit’ seiner Stimme Israel Wunder über Wunder kund: Wie das? Der'Heilige, gelobt sei er, sprach, und die Stimme fuhr aus und fuhr durch die ganze Welt, und Israel hörte die Stimme von überall her. Sie kam zu ihm von Süden her, alles lief dorthin, um die Stimme aufzunehmen, da sprang sje um, und es war, als käme sie von Norden. Alles lief dorthin, da wardie Stimme im Osten. Man lief nach Osten, und wieder veränderte die Stimme ihre Richtung und kam nun von Westen. Man drängt sich zum Westen, da sprang die Stimme um, und sie erklang nun, als käme sie vom Himmel her. Alles schaute zum Himmel auf, wieder erfuhr die Stimme eine andere Richtung, nun kam sie von der Erde her. ■ Da sprachen die Israeliten einer zum andren (Hiob 28, 12): „Dje Weisheit, von woher findet man sie? und wo ist der Ort der Einsicht?“ (Midrasch "rabbah zu Schemoth V a.) * Es sagte Rabbi Jehoschua ben Lewi: als Mose nach oben stieg, sagten die Engel des Dienstes vor dem Heiligen; gelobt sei er: Herr der Welt, was will dieser Weibgeborene zwischen uns? Gott antwortete ihnen: die Thora zu empfangen, ist er gekommen. Sagten sie vor ihm: den Schatz, der Dir Q74 Geschlechter bevor die Welt erschaffen ward, auf bewahrt ward, den willst Du einem - Geschöpf aus Fleisch und Blut nun schenken. „Gott unser Herr, wie groß ist Dein Name in derganzen Welt? Was aber ist der Mensch, djil Du sein gedenkest und der Menschensohn, daß Du auf ihn achtest? (Ps. 8, 2.5.) Da sprach der Heilige, gelobt sei er, zu Mose: gib du ihnen Antwort. Er erwiderte, Herr der Welt, ich fürchte mich, sie kömiten mich mit dem Hauch ihres Mundes verbrennen. Sprach Gott zu ihm: fall den Thron der Herrlichkeit fest an und dann gib ihnen Antwort. Nun sprach er: Herr der Welt, die Thora, dje Du mir geben willst, was steht in. ihr? „Ich bin Adonaj, dein Gott, der ich dich aus dem Lande Ägypten geführt habe.“ Und er sprach zu den Engeln: wart i h r nach Ägyptengegangen, wart i h r dem ■ Pharao dienstbar? Wozu also sojl euch die Thora? In ihr steht: „du sollst keine fremden Götter haben“ — wohnt ihr zwischen den Heiden, die Götzendienst treiben? In ihr stellt: „gedenke des »Sabbat-Tages ihn zu heiligen", arbeitet ihr, daß ihr Ruhe‘■brauchtet? „Ehre Vater und Mutter" steht in ihr, habt'ihr Vater und Mutter? In ihr steht: „du sollst nicht töten, du sollst nicht buhlen, du sollst nicht stehlen"; ist unter euch Neid, ist in euch böser Trieb? Da stimmten die Engel dem Heiligen, gelobt sei er, zu. Und jeder einzelne von ihnen wurde dein Mose freund und gab ihm ein besonderes Geschenk, lehrte ihn ein wichtiges Tun.“ (Sabbat Süa.j Der Hirtenknabe Davib Von Kubolf Ulelitz Bethlehem ist eine kleine Stadt in Juda. Eine feste Mauer gellt rings um die Gebirgsstadt — ein Tor nur öffnet den Weg ins Freie, hinaus zu den Weinbergen und den fruchtbaren Kornfeldern. Nicht .umsonst deutet der Name Bethlehem, zu deutsch etwa Brothausen, auf einen gewissen Reichtum an Getreide hin. Im Osten freilich reichen die Acker nicht weit — da ist bald nur noch Wüste, wo die Schafe und Ziegen der Einwohner eine kümmerliche Weide finden. In dieser Stadt Bethlehem lebt Isai, ein frommer und angesehener Manu. Angesehen ■"— weil jeder in der Stadt weiß, daß er einer uralten, eingesessenen Familie entstammt. Oder erinnert man sich etwa nient mehr an jenes denkwürdige Geschehnis mit Ruth, seiner Großmutter? Jedermann in der Stadt weiß, wie diese Frau aus Moab einst ihre Schwiegermutter Naemi nach Bethlehem begleitete, um unbedingt auch in den Jahren der Not bei ihr zu bleiben. Man entsinnt sich, wie diese Fremdstämmige in treuer Anhänglichkeit dann den Boas, einen reichen Grundbesitzer aus Bethlehem, heiratete. Allen ist bekannt, daß der erste Sohn aus dieser Ehe, Obed, der Vater des Isai war. Isai aber hat nicht mehr — wie einst seine Ahnen — reiche Äcker und Weinberge; er ist Flerdenbesitzer — und hat zudem nicht einmal viel Vielt. Wenn er aber 'auch nicht sonderlich begütert ist — er ist bekannt, geehrt und angesehen in dieser Stadt. ■ Zehn Kinder sind dem Isai geboren: acht Söhne und zwei Töchter. Der jüngste der Söhne heißt David. An einem Schotvuaus-Tag wurde er geboren, genau vor drei Jahrtausenden. Unsere Weisen erzählen, daß der Ewige dem Adam, den er. sämtliche Menschengeschlechter schauen ließ, zeigte, daß David, der Sohn des Isai, nur drei Stunden leben werde. . Darauf fragte Adam den Ewigen, ob es für David demt.’gär keine Rettung gäbe. Der Ewige aber antwortete: Ich habe es so beschlossen. Da bittet Adatn; Gott, dem David 7U Jahre seines eigenen Lebens schenken zu dürfen. Der Ewige genehmigt die Schenkung, und so sind für David 7U Jahre in das Buch des Lebens eingezeichnet. Als Knabe schon ist dieser Sohn des Isai ausgezeichnet vor den anderen Söhnen seines Vaters und seines Vaterlandes. Denn sein Haar ist nicht wie sonst üblich schwarz; David hat rotbraune Locken — Merkmal besonderer Schönheit und Auszeichnung. Hübsche Augen und besonders gute Gestalt und schlanker Wuchs vervollkommnen die Schönheit des Knaben. Es ist selbstverständlich, daß David als jüngster Sohn draußen vor den Toren der Stadt des Vaters Schafe und Ziegen weidet. Der Beruf des Hirten ist meistens Pflicht der jüngeren Söhne der Herdenbesitzer — ein geachteter und höchst ehrbarer Beruf. Freilich auch keine leichte, sondern^ harte und sehr verantwortungsvolle Tätigkeit. Tags in brü-' tender Hitze, nachts in heftiger Kühle muß der Hirt über seine Tiere wachen. Immer muß er umhergehen und die Herde beisammen halten. Hat sich eines der Ommer verirrt, muß er schnell es suchen und zurück zu den anderen führen. Kranke und verletzte Tiere muß er pflegen und behandeln. Und ist eines der jüngsten müde, so muß der Hirt selbst es in seinen Armen tragen, ln der Nacht treibt er die Herde in die Hürden, wo sie Schutz finden sollen; unter der Rute gehen sie hindurch und'werden so gezählt — am Abend und am Morgen. Die Wüste aber ist voller Gefahren. Wilde Tiere kommen zuweilen, um sich ein fettes Tier von der Herde zu holen. Da nützt der Hirtenstab nichts — vielleicht kann der Flirt mit der Schleuder das wilde Tier vertreiben. Sonst aber muß er mit eigener Kraft das Leben seiner Herde verteidigen.- Ein Löwe und ein Bär kamen einst — so erzählt David dem Saul — und raubten eines der Schafe meines Vaters. Ich aber erschlug die'wilden Tiere und rettete das Schaf aus dem Maul des Löwen. Das Leben draußen auf den freien Feldern, ganz auf sich selbst gestellt, macht den Hirten empfänglich für die Schönheiten der Natur, erweckt in ihm die Liebe zur Heimat, zum Vaterlande, läßt ihn ehrfürchtig den Schöpfer aller Dinge eckennen und loben. Hier auf den Weideplätzen bläst David, der Hirte, die Flöte,, hier Utat er dein Ewigen seine wundervollen und unvergänglichen Woer, die Psalmen. „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehren.“ Flier bei den Schafen und Ziegen aber kann David sich auch bewähren und kann zeigen, daß er mit den ihm anvertrauten Geschöpfen gut und richtig umzugehen weiß. Das Hirtenleben soll nur Prüfung für seine spätere Tätigkeit sein. Und David besteht diese Prüfung. Unsere Weisen erzählen, daß der Hirte David stets die jungen von den alten Schafen absonderte. Zunächst führte er die jungen Tiere auf die Weide, damit'sie die zarten Spitzen der Kräuter fressen konnten; dann erst ließ er die alten Tiere auf die Weide, die nun die übrigen Pflanzen abweideten. Endlich führte er noch die besonders kräftigen Schafe zur Futterstelle; sie waren in der Lage, selbst die harten Wurzeln zu fressen. Da sah der Ewige, daß David auch zur Leitung eines Volkes befähigt war. „Und er erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafställeu. Von den säugenden - Schafen holte er ihn fort, daß er sein Volk Jakoli weiden sollte und sein Erbe Israel. Und er weidete sie auch mit aller Treue und regierte sie mit allem FleiH.“ ■— Der Verlauf der Berliner Repräsentanlenversamnilung— 34 : 3; hl der Dienstag-Summer unsres Blattes /tut sieh Bruno U ovtla bereits 2u den l: rgt'hui ssen der^lelzten Berliner Heiiriisentanrenversammlung geäußert und dabei ■ die rarule vertreten---„K. e i n e W a h t e n : das he ißt arbeiten." Wir lassen heitre den offiziellen lierieht über di'n Verlauf der Sitzung folgen: Die letzte Sitzung der Berliner Kcprüscutnntciiversamiiilung begann erst nach erheblicher Verspätung, weil diy Fraktionen in mehrstündigen Soiiderberatimgen zu der wichtigsten auf der Tagesordnung stehenden Vorlage, dieJi-c r I a n g e - rung der Legislaturperiode, Stellung nahmen. Unmittelbar nach Eröffnung, der Sitzung durch den Vorsitzenden, Heinrich Stern, kann festgestellt werden, daß von den 41 Mitgliedern der Versammlung 40 im Saale anwesend sind. Die Beratung beginnt mit den weniger bedeutsamen Gegenständen der Tagesordnung. Der Vorsitzende des Ge- - memdevorstandes, Heinrich Stahl, fuhrt Herrn UFTViar-, •ba ty als Ersatzrenräseiilanten und Herrn l)r. Luhiuski als Mitglied der Versammlung ein. Es folgen ■ Personal- - angelegeulieitcü und laufende Verwallungsfragen. ■Sodann folgt die Amtseinführung des zum Uemeiudeältestcn gewählten und von der Aufsichtsbehörde bestätigten'' Herrn Dr. Alfred Klee. Der Vorsitzende der Vcrsauunmugrichtet an Dr. Klee Worte herzlicher Begrüßung, denen sich vom Vorstandstische der Gemeindevorsitzende auschließt. Auf die. begrüßenden Worte erwidert Dr. Klee in einer längeren Ansprache. Die Lage der Berliner und der deutschen-judeii- » heit sei ernst. Die Zeit erfordert Maßnahmen, die hinter der - Größe der Aufgabe nicht Zurückbleiben dürfen. Eine dieser' gesamtjüdischeil Aufgaben ist die Arbeit für das werdende 'Palästina., Unsere Jugend muß körperlich und sjmrtlich tüchtig ■ sein1. Die Berliner Gemeinde, in der unverrückbar der Grundsatz der Eihhcitsgemeindc feststeht, muß allen Hich- . tuugen in ihrer "Mitte Entfaltungsmöglichkeit' gewähren. Wie ich bisher auch den Forderungen der anderen Seite dieses Flauses gegenüber objektiv und gerecht zu sein mich bemühte, so werde ich es selbstverständlich auch als Gemeindevorsteher tun, der ein Vorsteher der Gesamtgcmcinde zu sein hat. Hierauf folgt die Beratung der Vorstandsvorlag’e, in der beantragt wird, die Amtszeit der in der Wahl vom 30. November 1030 gewählten Repräsentanten bis zum 3 1. Dezember 1 Q 3 b zu ve.r I ä u g e rn. Die im Amte befindlichen Gemeindevorsteher sollen solange in ihren Ämtern verbleiben, bis die Amtseinführung der neu zu wählenden Repräsentanten erfolgt sein wird. Verbunden mit der Beratung wird ein Antrag Michaelis, die Zaiil der Vorstandsmitglieder von 11 auf 12 zu erhöhen. Amlsgerichtsrat Michaelis, der über beide Vorlagen referiert, beantragt die Annahme beider Anträge. Flerr Graetz, Mitglied des Oemeiudevorstandes, erklärt, daß es wichtig sei, Befürchtungen zu zerstreuen, die sieh an die in den Verhandlungen der Parteien vereinbarte Umbeselziiug des Jugendpflegedezeruats knüpfen könnten. Unter seiner Leitung sei das Dezernat im Qegensatz zu früher vollständig.unparteiisch verwaltet worden. Wenn jetzt das Dezernat von einem' anderen Vorstandsmitglied übernommen werde, so. brauche', die deutsch-jüdische Jugend nicht zu befürchten, daß sie ' künftig nicht' im Rahmen des Dezernats gleichberechtigte Förderung erfahren werde. Flerr Dr. Kozower (Jiid.Vpt.j bemerkt hierzu, daß Flerr Graetz zwar den Willen gchalil — haben möge, sein Dezernat unparteiisch zu verwalten, daß ihm dies aber nach Ansicht seiner Freunde nicht gelungen sei. Herr Dr. Fleischer als Sprecher der Liberalen'Fraktion betont, daß seine Freunde nur unter Zurückstellung erheblicher Bedenken sich für die Annahme der Vorlage eilt* schieden haben. Seine? Fraktion sei der Meinung, daß kein Anlaß gewesen sei, so weitgehende Zugeständnisse an die Wünsche der anderen Seite zu machen. Die Liberale Fraktion . sei aber der Auffassung^ daß alles zu gescheiten habe, um einen Wahlkampf zu vertneiden, und wenn dieses-Ziel nur durcii Opfer zu erreichen gewesen sei, müsse man sich damit abfinden. Dr. Siegfried Moses, der für die drei Mitglieder' zählende zionistische Fraktion -das Wort nimmt, bittet die Vorlage wegen Verlängerung der Legislaturperiode abzulehncn. Die zwischen den ' beiden anderen - Fraktionen getroffenen Vereinbarungen seien nach seiner Meinung kenn- Grundlage für eine Verständigung. fiieFauf wird in erster Lesung die Vortage des(ienieimlcvorstandes ebenso der Antrag Michaelis mit 34 gegen drei Stimmen bei drei S.iiiiinentlialtungen angenommen. Vor Befiim der zweiten Lesung sprechen noch die Herren Dr. Lninski und Heinrich Stern. Die Abstimmung ergibt das Gleiche Zahlenvcrhältnis wie. in der ersten Lesung, so daß emnacli mit überwältigender Mehrheit der Antrag auf Verlängerung der Mandatsdauer der Repriiseiilaiilciiversammlmig angenommen ist.' Die Sitzung wird hierauf geschlossen. Oer neue Berliner Ersatzrepräsentant ln der letzten Sitzung der Berliner Rcpräscntantenvcrsauuulung. wurde. Dr. Moritz Garbaty vom Vorsitzenden des Gemeindevorständs, Direktor Heinrich Stahl, als liberaler Ersat/repräsentant eingefülirt. Dr. ■ Garbaty ist seit Jahren Mitglied des Hauptvorstandes derVereinigung für das religiösliberale Judentum mul Mifglied des Synagogeiivorstaudes der Neuen Synagoge. Nichtarische Fachärzte Im „Arzteblatt für Berlin“ gibt der Vorsitzende der Ärztekammer, Löilke, folgendes bekannt: Nach einer Mitteilung des Vorsitzenden der Städtischen Krankenversiclierungsanstalt zu Berlin mehren sich die Fälle, in denen arische, für die Kran Sen Versicherungsanstalt zugefassene Arzte, Kranke an einen bestimmten Facharzt überweisen, der als Nichtarier'für die Krankenversicherungsanstal t nicht zuget ass e.n ist. Da die Städtische Krankenversiclie-, rungsanstalt zu Berlin mit Wirkung vom 1. Januar IQ34 eine Beschränkung der freien Arztwahl dahingehend getroffen hat, daß nur die Rechnungen und Verordnungen von ätr/ten berücksichtigt werden, die für die Krankenversicheruhgsazistalt zugelassen sind, und hierfür nur arische Arzte in Frage kommen, erleiden Mitglieder dieser Krankciiversicheruugsanstalt wirtschaftlichen Schaden, wenn sie an einen nicht zugelassenen Arzt überwiesen werden. Kurtürstandamm 3«a „MERKUR“ vloffmaiskAn sti»«»»iii««-H»*s«u-a»m. rieimarRen w«rt.¥«iMniIMt,nW14 4

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