Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 18 (2.3.1934)
- Date
- 1934-03-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Jenseits der Grenze Zur Lage in Österreich jüdische Angestellte, ohne Berufsvertretung . Wien,. 23. Februar (J.T.A.). Der Zciilralverbancl für christliche'Angestellte wendet sich an die Versicherungs- und« Bankangestellten mit der Aufforderung, im Hinblick auf das Verbot der Freien Angestelltengewerkschaften, die bisher .die Berufsinteresseh der Angestelltenschaft wahrgenommen haben, die Vertretung dieser Interessen-nunmehr den christlichen .Gewerkschaften /.u übertragen. Da die christlichen Gewerkschaften jedoch auf rein konfessioneller Basis aufgebaut sind, sind die jüdischen Angestellten derzeit ohne jede Berufsvertretung. In jüdisriieu Kreisen werden nun Schritte unternommen, eine jüdische Angestelltengewerkschaft ins Leben zu rufen. Die Konstituierung dürfte, die Zustimmung der Behörden vorausgesetzt, schon in den allernächsten Tagen erfolgen. Die österreichische Regierung steht nicht auf dem Rassen- _ ' ' ~ Standpunkt .Wien, 23. FebruarjJ.T.A.). Vor anglo-amerikanischen Journalisten hat sich'Bundeskanzler Dr. Dollfuß über die Stellung der österreichischen Regierung zum Antisemitismus geäußert. Hierzu wird dem Wiener Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur von maßgebender Regicrungsseite erklärt: Bundeskanzler Dollfuß hat gestern vor den anglo-anierikanischen Pressevertretern auf eine Anfrage, erwidert, die •österreichische Regierung stehe nicht auf dem Rassenstandpunkte und sei - auch nicht antisemitisch. Dem kann noch hinzugefügt werden, daß die Befürchtungen, es könnte bei einem Akkord mit dem nationalsozialistischen; Deutschland eine Änderung in der Stellung der Regierung in der Judenfrage. eintreten, vollkommen unbegründet sind. Ein Akkord mit'Deutschland kann mir auf Basis der gegenseitigen Nichteinmischung in die inherpolitischen Verhältnisse zustande kommen. Die Regierung denkt nicht daran, innerpolitisch eine Änderung im Sinne des nationalsozialistischen Arierstandpunktes eintreten zu lassen. Alle Besorgnisse in- und ausländischer Juden wegen der von einer bestimmten Gruppe erhobenen Forderungen erledigen sich dadurch, daß die. Regierung fest entschlossen ist, auch dieser Gruppe gegenüber auf ihrem bisherigen Standpunkt zu verbleiben. * Trotz Regierungserklärungen f ortdauer der antisemitischen Pressehetze Wien, 23. Februar (J.T. A.) Angesichts der wiederholten Erklärungen der österreichischen Regierung, daß sie den Antisemitismus ablehne, wirkt es befremdend, daß die antisemitische Presse ihre Hetze gegen die Juden ungehindert * fortführen darf. Auch das Regierungsorgan, die Reichspost, bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Im Leitartikel ihrer letzten Nummer, der sich mit der Geschichte der politischen Kämpfe in Österreich befaßt, macht sie abermals die Juden . für -die Verschärfung der Gegensätze im österreichischen Nationalst verantwortlich. Andere Zeitungen haben sich die iudenfemdiiehe Propaganda durch Artikel," Glossen und hämische Bemerkungen geradezu zur Hauptaufgabe gemacht. Man fragt sich in jüdischen Kreisen, wie es zu einer Benihigung der Gemüter kommen soll, wenn die Bevölkerung . dauernd von einer gehässigen Publizistik aufgehetzt wird. Auslandsreisen der Führer .der Wiener Jüdischen Gemeinde Wien, 25. Februar (J.T.A.). .Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, hat sich der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Desider Friedmann, nach Genf begeben, um mit einflußreichen Auslands- Kreisen, ini Interesse der österreichischen Judenschaft Fühlung zu nehmen. Zu demselben Zwecke begibt sich der.—Vizepräsident Dr. Josef Löwenherz nach Paris. Dr. Löwenherz wird mit-den Mitgliedern des Comite des Delegations Juives in Verbindung treten. Interkonfessionelles Versöhnungswerk österreichischer Frauen Ein Aufruf, der unterzeichnet ist von Kardinal-Erzbischof .Dr. Jnnitzcr, Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, der Gemahlin des Bundespräsidenten Frau Leopoldine Mihlas, dem Präsidenten des evangelischen Oberkirchenrates Sektionschef Dr. Viktor Capcsius, der Vorsteherin der sozialen Fürsorge der Israelitischen Kultusgemeinde Frau Sophie Löwenherz, der Frau Helene Granitseh für die österreichische Frauenpartei, der Frau Marie Hoheisel für den Bund österreichischer Frauenvereine, Frau Dr. Alma Motzko für die katholische Frauenorganisation, wendet sich an die Frauen Österreichs, einem Hilfswerk beizutreten, das die Kluft zwischen Mensch und Mensch überbrücken soll. „Männer haben für uns“ — heißt es in dem Aufruf — „geblutet. Frauen müssen die Wunden heilen. Wirksame Hilfe gegen das grausamste Übel, gegen das. Elend der Verlassenheit, kann nur in der persönlichen Fürsorgeleistung, in der Hilfe von Mensch zu Mensch, liegen. Nur die aus persönlicher Anteilnahme kommende Hilfe kann die in Not versunkenen wieder mit Lebensmut ausstatten. Hilfe, die die Bande von Mensch zu Mensch wieder knüpfen soll, muß vor allem von echt mütterlichem Sinn getragen sein, muß ,,von der Frau ausgehen.** Englische Juden für notleidende Österreicher ohne Unterschied der Konfession Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz hat an die englische JuOenheit einen Appell gerichtet, in dem er sie auffordert, sich an der vom Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche in England, Kardinal Bnurne, eingeleiteten Hilfsaktion zugunsten der infolge der jüngsten Ereignisse in Österreich notleidend gewordenen Familien zu beteiligen. Chief Rabbi Hertz erklärt in_seinem Aufruf, er habe, noch bevor die Nachrichten von der schweren Notlage _ mancher Teile der österreichischen Bevölkerung eingetroffen waren, dem tiefen .Mitgefühl Ausdruck gegeben, das die Judenheit ebenso wie die übrigen großen religiösen Gemeinschaften angesichts dieser menschlichen Tragödie für die Betroffenen empfunden habe. Oie jetzt von Kardinal Bournes so beredt zum Ausdruck gebrachten Gefühle brüderlicher Menschenliebe würden gewiß in jedem jüdischen Herzen ein Echo wecken. Oie Führer der großen jüdisch-religiösen Verbände Englands, Uoncl de Rothschild lind Sir Robert Watev Cohen, hätten sich mit ihm zu diesem Aufrui vereinigt, der sich an alle richte, die willens'und in der Lage seien, die Not dieser von schwerem Leid betroffenen Bevölkerung ohne Rücksicht auf Kassenzugehörigkeit, Bekenntnis oder politische Einstellung z.ti lindern. Kardinal Bourne hat an Chief Rabbi Or.'Hertz ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: Mit aufrichtiger Freude haben wir vernommen, daß Eure Menschen bereit sind, an der Linderung der Not mitzuhelfen. Möge Gott Euren Großmut vergelten! Trauerkundgebungen der belgischen Judenheit anläßlich des Todes König Alberts" . . An der_ Landestrauer anläßlich des Todes König Alberts haben alle jüdischen Verbände und Organisationen in eigenen Kundgebungen teilgnenomme«. Als Vertreter der belgischen Judenheit wohnte Oberrabbiner Dr. Joseph Wiener den Begräbnisfeierlichkeiten Jur den verstorbenen König bei. Gleichzeitig fand in der 'Großen Synagoge zu Antwerpen eine Trauerfeier statt, hei der Rabbi". Amid die Gedenkrede hielt. Das Consistoire Israelite, die belgische Zionistische Vereinigung, die einzelnen jüdischen Gemeinden, philanthropischen Vereinigungen und sonstigen Verbände und Institutionen haben au die köngliche Familie Beileidskundgebtuigen gerichtet. 1, . •_ Freiheit der Verteidigung jüdischer Rechte durch die Presse Wien, 25. Februar (J.T.A.). Wie der Wiener JTA- Vertreter aus zuverlässiger Quelle erfährt, haben in den letzten Tagen Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierung und den Bevollmächtigten b/.w. Besitzern der früheren Oppositionsblätter sfattgefunden, die die Festlegung der Richtlinien" und Bedingungen eines ungestörten Wcitererseheinens dieser Blätter zum Gegenstand hatten. Vonseiten der Regierung“\vuxde bei diesen Verhandlungen ausdrücklich betont, daß in Verteidigung der Rechte und Interessen der jüdischen Bevölkerung volle journalistische Freiheit gewährleistet wird. Ghristlichsoziale suchen Rettung in autijüdischcr Propag mda ~ Wien, 25. Februar (J.T.A.). 1 in Gegensatz zu den wiederholten Erklärungen der maßgebenden Regierungsmitglieder, die ganz offiziell jeden. Antisemitismus ahlehnen, fällt allgemein die zunehmende antisemitische Propaganda der Chnstlichsozialeu auf, die offenbar in dieser autijiidischcn Politik eine Rettung-ihres politischen Einflusses suchen. Allen vorantut sich wieder ihr Obmann, Professor Dr. Czennak hervor, der neuerdings, und. zwar diesmal im Bezirk Purkersdorf, mit einer großen Rede hervorgetrete» ist, in welcher erdie Ursache der Sdtreckensereigitisse in den Tagen vom 12. bis lb. Februar aus dem jüdischen Einfluß-rin der Sozialdemokratischen Partei zu erklären sucht Die Fiihrerstellung des reichen Sohnes eines jüdischen Fabrikanten (Dr. Bauer) sei die wichtigste Erklärung für all das, was sich in Österreich /ugetragen hat. I Internationale-u. Ubersee-! Transporte I Spedition - Möbeltransport - Speicherei I Willy Kulka, Berlin W 50 I _BsiiitamsaMro Bambergeritr. 51 ■ Gefängnisstrafen für antisemitische Exzedenten in Lodz Schau fensterzertrümmerer in Warschau Das Lodzer Kreisgericht hat elf junge Leute, die in der vorigen Woche an den judenfeindliehen Ausschreitungen in Lodz teilgenommen, Überfülle auf jüdische Passanten verübt und Schaufensterscheiben jüdischer Geschäfte zertrümmert haben, zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Inzwischen gehen die Terrorakte nationaldemokratischer Jugendlicher gegen Juden weiter. Jüdische Läden in einem nichtjüdischen Viertel Warschaus wurden von Nationaldemokraicn angegriffen, die Fensterscheiben eingeschlagen. In der Nähe des Warschauer Hauptbahnhofs wurden drei Universitatshörer, unter ihnen ein Mädchen, verhaftet,’ die eben daran waren, die Schaufensterscheiben eines jüdischen Cie-. Schaftes zu zertrümmern. In ihrem Besitz fand man eine Liste von Geschäftsläden, auf die Überfälle verübt werden sollten. Das offizielle faschistische Organ über die Aktualität der Judenfrage Das von Mussolini gegründete offizielle Organ der fasehistischen Partei „I! Popolo d'Italia“ beschäftigt sich in seiner letzteirNummer im Anschluß an einen im „Mercure de France“ erschienenen Artikel mit der Judenfrage, die das Blatt als von größter Aktualität für ganz Europa bezeichnet.' Zu den Bestrebungen, die Judenfrage durch Schaffung eines Nationalheims in Palästina zu lösen, wird in dem Aufsatz im „Popolo dMtalia", als dessen Verfasser in Mailänder politischen Kreisen Ministerpräsident Mussolini selbst vermutet wird, bemerkt, der Begriff „Nationalheim“ sei zweideutig und vom politischen Standpunkt aus bedeutungslos, Eine gewisse Lösung hatte die Schaffung eines wirklichen Judenstaates in Palästina bedeutet. Bezüglich der anderen im „Mercure de France“ erwähnten Lösungsversuche, wie Zuerkennung der. palästinensischen Staatsangehörigkeit, Assimilation usw., heißt es in dem Artikel des italienischen Blattes, derartige Lösungsmöglichkeiten mögen von einem juristischen Standpunkt zutreffend sein, seien jedoch in der Praxis schwer durchführbar. Schutz für alle loyalen Staatsbürger ohne Unterschied der Rasse oder des Bekenntnisses Die österreichische Bundesregierunghat durch den Mund des Bundeskanzlers und des Vizekanzlers ihre Stellung zur Judenfrage dahin präzisiert, daß an der Gleichberechtigung der österreichischen Bürger ohne Unterschied der Rasse oder des Glaubens nicht gerüttelt werden soll. Bundeskanzler Dr. Dollfuß erklärte, die Autorität und Macht des österreichischen Staates werde in vollem Maße für den Schutz aller Bürger, die sich dem Staat gegenüber loyal verhalten, in Anspruch genommen werden, ohne Rücksicht auf Erwägungen, die sich auf Rasse oder Glauben beziehen. Der Bundeskanzler fügte hinzu, daß die Bundesregierung nicht beabsichtige, diskriminierende Maßnahmen gegen irgend einen Teil der Bevölkerung zu ergreifen. In einer vom Vizekanzler Major fey, dem Führer der Regierungsaktion anläßlich der letzten Unruhen, abgegebenen Erklärung wird betont, daß eine Verbindung der Regierung mit der. Gruppen, die eine spezifisch antijüdische Gesetzgebung programmatisch fordern, nicht beabsichtigt ist. Die Erklärungen der beiden führenden Staatsmänner haben wesentlich dazu beigetragen, die in letzter Zeit angesichts der ungeklärten Lage und des Zögerns der Regierung, ihre Grundsätze betreffend die Rechtsstellung der Judenschaft öffentlich bekannt zu geben, in weiten jüdischen Kreisen entstandenen Befürchtungen zu' zerstreuen. Jüdischer Forscher bei der „Tscheluskin“- Katastrophe umgekommen Bei dem Untergang des großen russischen Eisbrechers „Tscheljuskin“, der von Eismassen erdrückt wurde, konnte sich die 103köpfige Besatzung retten, nur einer kam um: das Mitglied der Forschungskommission Mogilewitsch; ein Jude. Da ihm die Überwachung der Ausbootung der Lebensmittelvorräte und der Forschungsbefehle oblag, verließ er ais letzter das Schiff, wurde aber dabei von zusammenstürzenden Brettern erschlagen. Mogilewitsch war 26 Jahre1 alt, hatte sich aber bereits einen Namen als kühner Polarforscher und Bärenjäger erworben. Der russische Dichter Ilja Selwinski, ebenfalls Mitglied der „Tsche!juskin“-Expedition, widmet seinem umgekommenen Kameraden einen poetischen Nachruf, in dem Mogilewitsch als Held der ■ Pflichterfüllung gefeiert wird. Wenn die Mitglieder der Expedition gerettet werden können — sie sind noch jetzt in einer kritischen Lage —, so wird dies, so heißt es in einem Nachruf weiter, das Verdienst #, Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde, Berlin # Dienstag, 6. März, pünktl. 20 Uhr, Neue Synag. Orenienburgerst. 30 ELIAS Oratorium von Felix Mendelssohn-Bartholdy ausgeführt von'der jüdischen Chorvereinigung und Orchestervereinigung (200 Mitwirkende) unter Leitung von Leo Kopf Solisten: Alexander Ktpnia, Paula Lindberg. Max Mansfeld. An der Orgel: Erwin Jospe Karten - zum Preise von 0,75 bis 2,50 sind zu haben bei den Kastellanen der Synagogen Kaiserstr- 29-30, Rykestr. 50, Lindenstr. 4S-50, Fasanenstr. 79-80, Prinzreßentenstr. 69-70. Jüd. Gern. Oranicnburßerstr. 29 (Hauswart). Rosenstr. 2-4 (Hauswart). Buchhandlung Kodein, Charl, Dahlmannstr. 8, Buchh. Scbüdbcrger, Flensburgerst. (Bhf. Bellevue, Bogen 415), Künstlcrhilfe Kantslr. 158 (Nebeneing. Hof III.) von Mogilewitsch sein. Er hat dafür gesorgt, daß alle Vorräte an Lebensmitteln, Kleidern; Schlafsäcken und Zelten, sowie der Radioapparat sicher auf die Eisscholle gebracht wurden. **— Dem Komitee zur Rettung der auf der Eisscholle wandernden „Tscheliuskin“-Besatzung gehören zwei Juden, der Leiter'.der Zivilflotte Josef Unschlicht und' der Vizechef des Nordseehanddsdepartements Joffe, an. Verwüstung eines Tempels in Budapest Kürzlich drangen nachts unbekannte Täter in die orthodoxe Stnagoge im 13. Bezirk, Budapests ein. Sie plünderten die Sammelbüchsen und führten -eine vandalische Zerstörungsarbeit durch. Der Einbruch wurde erst in den Morgenstunden, entdeckt. Die Polizei stellte fest, daß die Eindringlinge mittels eines Nachschlüssels in die Synagoge gelangten. Sie plünderten zunächst die Sammelbüchsen und erbeuteten 25 Pengö^ Dann zerstörten sie die Bundeslade, die Bänke, sowie die Holzgeräte und rissen die Vorhänge vor der Buudesiade herunter. Von den silbernen Tempelgeräten nahmen sie nichts mit, sondern zerstrümmerten sie und warfen die Trümmer auf den Fußboden. Die eingeleiteten Erhebungen verliefen bisher ohne Ergebnis. Die Polizei nimmt an, daß es sich bei den Tätern um Mitglieder rechtsradikaler Verbände handelt. Eine Auszeichnung In der Militärkommandantur in Grotlno hat General Litwinowicz in feierlicher Zeremonie dem SOjahrtgen Juden Janke! Bojarski aus Mosti das Verdienstkreuz angeheftet. Der Greis, Pächter der Überfahrt über den Njemen, hatte im Juli 1020 mit seinem Sohn. unter der Kanonade der sowjetrussisehen Artillerie ein von den Bolschewisten verfolgtes polnisches Regiment samt Train übergesetzt und ss so vor dem Untergang bewahrt, ln der Kanzlei des Regiments in Grodno’ hängt seither Bojarskis lorheerumkränztes Bild. Amsterdam. (70. Geburtstag des holländischjfidisclren Malers ßaruch Laguna.) Dieser Tage feierte der bekannte holländisch-jüdische Maler Hartich Lopes de Leao Laguna seinen 70. Geburtstag. Zahlreiche hervorragende Vertreter der holländischen Kunstwelt bereiteten dem Jubilar, der Zögling des Amsterdamer sephardischen Waisenhauses wir und jetzt in der Gartenstadt Lareii'bei Amsterdam lebt, Ehrungen verschiedener Art. Von Laguna stammen Bildnisse bekannter Persönlichkeiten des politischen und industriellen Lebens Hollands; u. a. hat er ein Porträt des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Dr. H. Colvn gemalt. 1916 wurde er von der Königin von Holland "durch Verleihung der Goldenen Medaille ausgezeichnet. Geschäftliches Aullcr Verantwortung der Schriftleitune Nicht nur aus ideellen Gründen Lauft man bei Optiker Fromm & Co., ani Alexanderplatz (gegenüber Tietz), sondern weil man besonders sorgfältig, gut und billig bedient wird. Herausgeber: Hanns Lpewen st ei n , Berlin-Charlottenburg 4. Hauptschriftleiter und verantwortlich für den gesamten redaktionellen Text: George Goetz Berlin \V 50* Leitung der Anzeigenabteilungumd”verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Georg M i cha e I s o h n , Berlin-Oharlottenburg. DA 5000 1-3*4. — Druck: Sonnendruckerei GmbH (Feli’x Wolf) Berlin-Charlottenburg 4, Weimarer Straße IS.