Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 5 (16.1.1934)
- Date
- 1934-01-16
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2613366-2613519-2613523--4685-2616397- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
wenn wir opfern, dann haben wir nicht "zu verzweifeln als Menschen und als' Juden; denn nur dann werden auch na uns noch Menschen da sein! Wenn wir nicht opfern, werd wir nicht bestehen! Keine Gemeinplat/e, kein Eigenlob, n Zitate in diesem Zusammenhang, auf die es ankommt: In-den Sprüchen der Väter wird gesagt, daß es bestimmte Sünden gibt, wegen der Leid über die Menschheit kommt Wenn die Menschen nicht den Zehnten geben und wenn sii keinem Armen vom Brot abgeben, dann geht es-fhnen schlecht — Und wenn man das Land brach liegen läßt und es nicht bebaut, dann-geht es den Menschen . schlecht. Wir wollen anerkennen, daß wir nach solchen Gesinnungen eine Besserling sehen, denn das Land .wird in Angriff genommen, es soll nicht brach liegen, es wird gegeben; und ich betrachte es als ein Symbol, daß einmal im Monat das ganze Volk sich vereint und eine bescheidene Mahlzeit zu sich nimmt, die auch satt macht und den anderen Speise übrig läßt. Man hat sehr oft — und ich habe auf Reisen Gelegenheit gehabt, das zu betrachten — dem Gedächtnis des unbekannten Soldaten gehuldigt. Wenn wir von dem unbekannten Soldaten sprechen, so geschieht es, um auch einmal zum Schluß von einer unbekannten Armee zu sprechcn. Deutschland, das wissen wir alle, hat keine unbekannte Kriegsarmve, aber zu einer unbekannten Armee, zu einem siegreichen Heere können wir uns vereinen, zu einer Armee der Helfer, die nicht genannt "werden wollen, und die doch spenden und geben und der Armut, der Not, dein Tod und Elend — und Elend ist schlimmer als Tod — ein friedliches Ende bereiten wollen. Dazu sind wir hier alle aufgeboten, und das alte jüdische Wort „Zedaka ’fazil mimäwet“ sporne uns an: Nur die soziale Tat, Geben und" Lieben, Pflicht und Gerechtigkeit sind die Rettung vor dem Tode! Ich kann es "zum Schluß sagen: Bei den Armen, bei den Notleidenden haben wir Juden immer ganz gut im Kurse gestanden und moralischen Kredit gehabt. Nun wollen wir beweisen, daß wir trotz’ der eigenen Not geben können für das Wohl der Allgemeinheit; daun erfüllen ' ’ " das a s Bek r Nächst | Sprechsaal | Eür diese Rubrik übernimmt die Schriftleituiig lediglich die preßgesetzliche Verantwortung. B c r 1 i n - G r u n c w a I d , 12. Januar 34. iJ >> d i: Sehr geehrte Her Meine Mitarbeit an der „Ern jüdischen Deutschen“ hat eine große jnicli zur Folge gehabt. Mangels an ich höflich, mir in Ihrer geschätzten folgende kurze Antwort zu geben: eueruugshewe Zahl von Ar derer Möglic Zeitung Rau egung ■ nfragen :hkcit bitte im für die 1. Die „Erneuerungsbewegung“ wendet sich an alle gläubigen Juden, also an konservative ebenso wie an Liberale. ’2. Die „Erneuerungsbewegung“ will nicht werben; sie will sammeln. Wer so inbrünstig an sein Deutschsein glaubt wie z. B. der Zionist an Palästina, der gehört ihr an. 3. Sie will sammeln. Wej inbrünstig an sein Judesein glaubt und jüdisches Wissen mehren will, der gehört ihr an. 4. Die „Erneuerungsbewegung“ ist keine Kampforganisation gegen den Zionismusroder gar gegen die bestehenden deutsch-jüdischen Organisationen. Sie hat' positive Aufgaben. Die Brüder und Schwestern der „Erneuerungsbewegung" sollen ihreh Organisationen weiter treubleiben. Sie sollen sic nicht zersplittern, sondern mit ihrem Glauben dürchdringcn und eindeutig machen. 5.. Die „Erneuerungsbewegung“ ist eine Glaubensbewegung. Glauben hat man. Niemand, auch die „Erneuerungsbewegung" nicht, kann ihn geben. Niemand kann ihn nehmen. Glauben ans Deutsche und ans Jüdische sei keusch im Herzen getragen und nicht an die große Glocke gebracht. Dr. Kurl Fleischer. 1 Aas den Gemeinden Berlin. (Rabbiner D r. Lcwkowitz über Liberales Judentum.) In der Synagoge „Friedenstempel“ sprach Rabbiner Dr. Lewkowitz über „Liberales Judentum im Leben der Gegenwart“. Nach der Umwälzung, die sich in Deutschland vollzogen hat, so führte der Redner aus, müsst man vom religiösen Standpunkt aus Stellung nehmen und siel die Frage vorlegeu, ob das liberale Judentum seine Haltung dem National-Judentum gegenüber ändern müsse, Die Bibf* gebe Aufschluß, wie die Einstellung zum Staat sein müsst Im Innern Friede und Eintracht zu halten, nach außen fü das Wohl des Staates einzutreten, sei immer Gebot gewesen Wenn das deutsche Volk die autoritäre Staatsfuhrung wünsche, so habe sich das deutsche Judentum nach dem biblischen Gesetz dem anzupüssen. So könne man sagen, daß kein Gegensatz zwischen dem Judentum und dein neuen Staat vorhanden sei. Das liberale Judentum berufe sich auf die Propheten., Alle Völker gehören zusammen, bilden eine Einheit, alle Menschen sind Gottes Kinder. Entscheidend für Wert eines Menschen ist nach der Lehre der Bibel nicht se.... Abstammung, sondern nur sein moralisches und geistiges Verhalten. Nach jüdischer Auffassung sei der Mensch kein Naturwesen, vielmehr hebt ihn der Geist, über die Natur hinaus. Volksbegriff sei Kulturbegriff. Die Bibel sei nicht nur in alle Sprachen übersetzt worden, habe vielmehr auch die Kulturen usw. in der Welt beeinflußt. Goethe habe den Juden Spinoza verstanden, also könne das Judentum auch die deutsche Kultur in sich aufnehmen, die ein Teil seines Wesens geworden sei. Geist sei hier sicherlich stärker als Blut. Palästina, das vielen Juden neue Heimat geworden sei, sei keine Lösung für das deutsche Judentum. Das Schicksal des deutschen Judentums werde sich auf deutschem Boden entscheiden. Das deutsche Judentum werde sich mit Deutschland wieder verbinden müssen. Im deutschen Judentum sei auch das religiöse Interesse wieder erwacht. Wenn lebendiges Judentum entstehen soll, so müsse auch das religiöse Gesetz den praktischen Verhältnissen angepaßt werden, dürfe also nicht den Auffassungen unserer Väter entsprechen. Der religiöse Liberalismus habe von seiner Bedeutung nichts emgebußt.- Kulturell sei das deutsche Judentum au das deutsche Volk gebunden. Die deutschen Juden wollen als loyale Bürger ihre Pflicht dem deutschen Vaterlande gegenüber erfüllen, für volle Gleichberechtigung eintreten, aller in religiöser Beziehung Jude sein. — Der Vortrag war von Musikvorträgen umrahmt. Es gelangte „Socharti loch“ in-der Bearbeitung von Chordirigent Wachsinaii/i zum Vortrag (Violine: Max Wachsmann, Orgel: Hermann' Schwarz). tili Hannas sang einen biblischen Gesang von Dworczak, von H. Schwarz an der Orgel begleitet. Julius Waller. Guben. (Re p r ä s en t a n ten s i t z u ng.) In der am 3. Januar stattgehablen ersten Repräsentantensitzung des neuen Jahres wurde das Büro einstimmig wie folgt gewählt: Mühlendirektor Marlin Stern, 1. Vorsitzender; Dr. med. Paul Cohn, 2. Vorsitzender; Direktor Georg Pelz, I. Schriftführer; Kaufmann Isidor Woiff, 2. Schriftführer. — In der am 5. Januar stattgehabten Ergänzungs- und Neuwahl des Vorstandes wurden gewählt: Kaufmann Mariin Leyser als Vorstandsmitglied auf die Dauer von sechs Jahren, Rentier Louis Joseph als stellv. Vorstandsmitglied auf die Dauer von sechs Jahren. — Der Steuersatz für das Jahr 1933 wurde mit 34>Vo festgesetzt. - JLI-Programm JLJ-Berlin Gruppe Westen /, Führer: Heinz Kellermann. Thema: Geschichte der Emanzipation. Montag, 22. Januar: 8 Uhr bei Hilde Weglein, Sybelstraße 23. „Das Ghetto.“ — Montag, 29. Januar: 8 Uhr bei Heinz Kellermann, Königin-Luise-Stralie 3. „Die Aufklärung.“ Gruppe Tiergarten, Führer: Manfred Schwarz. Mittwoch, 17. Januar: 8 Uhr bei Margot Paradies, Levetzowstraße 13 a. — Mittwoch, 24. Januar: 8 Uhr bei Hildegard Neumann, Prinzregentenstraße 7..— Mittwoch, 31. Januar: 8 Uhr bei Manfred Schwarz, Jagowstralie 43, I. Thema der Heimabende: „Die Juden unter persischer Herrschaft“-. Gruppe Savigny, Führerin: Anni Jacobsohn. Mittwoch, 17. Januar: 8 Uhr bei Gerda Löwenstamm, Feldstraße 11. Thema: „Die Prophetie als Fundament unserer Religion“. — Mittwoch, 24. Januar: 7.30 Uhr bei Heinz Schneemann, Lietzenburger Straße ö. Thema: Gruppe Pankow-Osten, Führerin: Betty Marcus. Mittwoch, 17. Januar: bei Geschw. Saalfeld, Eberswalder Straße 22. „Emanzipation.“ — Donnerstag, 25. Januar: bei Edith Harläm, Kleine Frankfurter Straße 8/9. „Emanpation.“ Gruppe Westen II, Führer: Heinz Kcltermann und Helmuth Jeden Sonnabend, nachm. 5 Uhr, bei Heinz Kellermann. Thema: Edmond Fleg: „Warum ich Jude bin.“ JLJ-Breslau Gemeinsame Gruppenabende der Gruppen Tichauer, Fabian, Thema: „Von den Grundlagen unserer Bewegung.“ — 1. Abend: Montag, 15. Januar: „Unsere religiöse Arbeit“. — 2. Abend: Montag, 29. Januar: „Unsere innerjüdische Aufgabe.“ Freitagabendfeier: Freitag, .29. Januar.- Ansprache: Wolf Davidsolm. Jiigendgemeinschaft der Jüdischen Reform-Gemeinde Berlin Donnerstag, 18. Januar, 2. Abend in unserer Vortragsreihe „Die geistige Wende des 20. Jahrhunderts“. Es spricht Herr Rabbiner Dr. Benno Goitschaik über „Religiöser Liberalismus — heute!“. Beginn abends 8 Uhr Joliannisstr. 10. Empfehlenswerte Bezugsquellen 1 Düsseldorf! | Wäschereien |1 Maler | Paul Harm Düsseldorf, Kreuzstraße 14 EMI^S n bekannt für sauberste Ausführungen D*ie "Wäscherei für Sie, Kaiserswerther Straße 35 CmpfaMenswecte ffiezuasaueUea BERLIN BERLIN maß-saion elepamenu.Herrenmoflen Drogenhaus Rinke dcm Ecke Pculsbomeritoße Tel. J 7 Hochmeister 1301 | TSpfcreien Adolf Schendel Reichsstr. 3 am Adolf-Hitler-Pi Tel. J 9 Heerstraße 2419 Hugo Hopp Ofenbau und Fliesenausführung Charlottenburg 4, Niebahrstraß Fernsprecher: J 1 Bismarck b&aa Utclled d. Jüd. Handwerkemrein Bau- und Maschlnon-Scüloss Elektr. Anlagen Juwelen (Anu. Verkauf) Paul Kummer Töpfermeister Koloniestraße 21 . D 6 0548 Franz Steckowski Elektr. Anlagen, Reparat. sofort! Ankauf Bmianien Verkauf Perlen, Färbst.. Slutl. Plan cicKir. Anlagen, tceparar. soior Charlbg’ Windscheidstr. 17 Tel. C 4 Wilhelm 3960 SGBlig, Nürnberger Straße 25 Ecke Augsburge ~ ~ ‘ “ Tapezierer u. Dekorateure Apotheken Heißrollen Polstermöbel — Dekorationen Internationale Apotheke Kunststopfereien | HEINRICH BLOMEL .Schneidermeister , fördert eleg.H HeiBmanjeLÄ ■Richter, O 1 Stephan Ernst Pankrath Charlbg. 2, Knesebeckstraße 17 Tel. C 1 Steinplatz 4913 F. K E M N IT Z Bautischlerei Zimmerei | Obst und Gemüse Paul Bohna, schuhm Anfertigung sämtlicher Schu Wäschereien Dsi, Gemüse, säume Wäscherei am. Stadtpark tierzke u. Zank Bäckereien Installationen Tischlerarbeiten Fenster und Tii St. Mldtalak, OTFEibü für urihojiäd. uiuf Iridriuie Fü*. Bäckerei er© 7» Eisenstädt Fssancnstr. 40 Leo Billik I ns'tallationen Berlin W15, Kurfürstendamm 57 Fein-Piattereiii. Wäscherei A. KRANIG, .Wilmersdorf Pediküre, Maniküre Josef Oehms Freie Abholung n. Lieferung Johann Garsko hopadischer fthrtmadiertneist Berlin NW 21, Crrfelder Straße 12 C9 Tier SW 88, Zlmme efon A 2 Flora : nd HBbot-Tl Neuanfertigung — Reporatn nsu. Einbau bei Gescb&ftanm at»-Ätü/.VöJ!-7Sc RVrfcsfo//, Atihnlirren C. H. BRODMANN, Gustav Heinecke frnb*irg 4, St/lrJjtlxt jalousiefabnken Dachdecker Otto Kootz Jalousie -Spezial - Wet kstatt Gegf. 1908. Nenanfoitlgnng, Reparat. unter Verwendung besten Materials Maß-Schuhmacher Kern Reparat. f* Orthopädie u Ing. Curt Gehr V/y, Asrhiifftninirjjrr Slrn.< * , Tischlermeister Beriin-Lankwitz.Marienfelderstr-3 Halensee, HektorstraBe