Jüdisch-liberale Zeitung
- Journal
- Jüdisch-liberale Zeitung
- Volume
- 14 (1934)
- Issue
- 4 (12.1.1934)
- Date
- 1934-01-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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sani bergauf gclicn mußte, weil er wußte, er wird dann bald wieder bequem, bergab steigen können, — und nicht umgekehrt. Audi Kulenspicgel war ein Optimist, er bewies sich als Lchenskünstler, und er sali seine Mission darin, die Wahrheit zu sagen. Ist unsere Parallele wirklich so abwegig? Sollten nicht auch Wir Juden, die historische' Gemeinschaft des Optimismus, der religiösen Lebensveredlung und der göttlich-sittlichen Wahrheiten unsunserer heutigen Mühsal freuen, weil wir wissen, in ihr liegt die ohne sic nicht realisierbare Möglichkeit zu neuer Besserung? So wird uns der Schmerz zum Antrieb, und dieser Antrieb führt die jüdische Gemeinschaft zu kräftigen? Sich-Regcn. Sind wir damit Flugsand zwischen den Völkern? Nein und 'tausendmal,nein. Wir sind, was zu sein die-Aufgabe derjenigen Menschen bilden muß, die als Angehörige ihres Heimatlandes und Heimatvolkes von einem göttlichen Auftrag sich getragen wissen. Und indem für-unsere eigene Existenz wir kämpfen, werden wir zugleich Vollstrecker dieses über uns hinausgreifeiiden universalen Auftrags. Schön wäre es, wollten alle Juden dies erkennen. Heim freilich, viele sind wirklich Flugsand; aber in einem andern Sinne, als vorhin dies Bildwort gemeint war. Sie haben von ihrem Judentum nichts gewußt und wollten nichts von ihm wissen. IDa kam ein Sturm und” trieb sie ins andere Lager^-Nuu wähnen sie sich „Volljuden“. Aber sie*wissen im Grunde nichts vom Judentum und vom Sinn des Judeseins. Sie wissen nur, daß der‘Sturmwirbel < sie dort heraus und hier herein trieb. Und sie möchten nun uns über das Zu haben in Puder allen einschlägigen Geschäften belehren, was sie selber erst einen .halben Tag lang kennen. Wir brauchen solche Lehre nicht, wir haben andere Lehre, zu der wir auch jene führen möchten, die von ihr allzu wenig wissen. Diese Lehre, wir sagten es schon, wurde am Sinai gegeben, sie weist Israel den Weg. Mit ihr im Bunde werden wir Optimisten. Nicht mehr finden wir müde uns damit ab, daß wir nun einmal zum Wandern verurteilt seien, sondern "wir kennen dieses Wanderns Ziel: Israel kämpft für Gott; wo Gott es hinstellt, kämpft es für ihn. Auf irdisch-heimatlichem Boden für göttliches Ziel. Wahrlich auch wir jüdischen Deutschen in dem Lande dieser Erdkugel, das Gott als Heimat uns angewiesen hat und das unsere Heimat ist, weil kein anderes Land unsere Heimat ist. Werden wir solcherart in schwerer Zeit des wahren Sinnes unseres Judeseins uns bewußt —: es kann nicht fehlen, daß mit unbeirrbarem Willen wir daran arbeiten, uns Gleichberechtigung und volle Lebensmöglichkeit in diesem Lande zu erringen, in dem wir leben müssen 'und wollen. Nicht Ausweg; Arbeit! Amsterdam. Der,, bekannte holländisch- AI. van Häufle feierte dieser Tage seinen Van Kaalte, der mit Joseph Israels eng liefr Vorstandsmitglied des grollen Amsterdamer jüdische Maler Ml. Geburtstag, eundet war, ist Kiinstlerbundes Moskau. (Pr o g r a in m u n d W i r k 1 i c h k e i t i n d e r Biro-Bidsclian-Siedluug.) Während im Zuge der staatlichen Aktion zur Ansiedlung von Juden in Biro-Bidschan programmgemäß im letzten Vierteljahr 300(1 Neusiedler nach Biro-Bidschan hätten gebracht werden sollen, beträgt die Gesamtzahl der in diesem Zeitraum Umgesiedelten in Wirklichkeit bloß 395. In dieser Zahl sind 60 Familien inbegriffen, der Rest sind Einzelsiedler. 121 Personen wurden in Kollektivwirtschaften untergebracht, 24 Mann auf dem Staatsgut in Londoka, 4 Mann in einem Waffenfabrikationslollektiv, S in einer Kleiderfabrik und 42 in den Traktorrührerkursen. Vom Neuen Synagogen-Verein Rykestraße Jawohl: Rykestratle, lieber Leser; das ist kein Druckfehler. Denn obwohl es sich um ein Gotteshaus ohne Orgel handelt, in dem nach; „altem' Ritus“ gebetet wird, setzt sich seine Gemeinde doch zu mehr als drei Vierteln aus Glaubensgenossen zusammen, die religiös auf liberalem, jüdisch-politisch auf deutschjüdischem Boden stehen. Rabbiner Dr. Wert, der seit vielen Jahren dort predigt, gehört den Organisationen des religiös-liberalen Judentums an (u. a. auch im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden). Neuerdings hat sich als Prediger dort auch unser Freund' Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky die Herzen aller Zuhörer, auch der konservativen, erobert. Dem eigentlichen Synagogenvorstand zur Seite steht der „Neue Synagogenverein Rykestraße“, der sich die jüdisch- . geistige Bildung und soziale Sammlung aller Besucher des Gotteshauses zur Aufgabe gemacht hat. Er veranstaltet, ganz in religiös-liberalem Geiste, Freitagabend-Feiern und. Vortragszyklen. Auf diese Veranstaltungen hinzuweisen, ist de.- Zweck dieser Zeilen, und wenn es in einer Form geschieh;, die voll sonstigen „Ankündigungen“ abweicht, so deshalb, weil hier der Liberalismus aut -vorgeschobenem Posten kämpft und das Interesse auch-derer beanspruchen kann, die nicht zum Bezirk Rykestraße gehören. Die nächste Freitagabend-Feier für die Jugend findet bereits am 12. Januar um 16.30 Uhr statt; die Ansprache an die Jugend hält der den Lesern dieses Blattes bekannte Rabbiuatskandidat Erwin Zitnct; eine Feierstunde mit Kiddusch, gemeinsamem Tischgebet und Gesangsvorträgcu schließt Am 13. Januar um '20.30 Uhr beginnt in der Synagoge Rykestraße der Vortragszyklus Rabbiner Dr. Manfred Sivur- .ky: „Wir wandern durch die Jahrtausende“ mit dem . :ii Vortrag „In der Heimat“. Vier weitere Vorträgefolgen an jedem Sonnabendabend. Gesangsvorträge werden die Abende verschönen. Am ersten Abend singen Herr Öberkantor Ahlbeck und Herr Säufer; für die späteren Abende sind die Herren Oberkantoren Wilhelm Friedmann und Hanns Ein rühriger Verein mit regem jüdisch-liberalen und deutschjüdischen Leben! Wir wollen uns freuen, daß wir ihn haben, und wir bitten die Gemeindebehörden, ihn zu fördern, wo immer sich hierzu Möglichkeiten bieten. Auto-Pension A JfH 0 Berlin-wnmersdorf Spezial-Garage Herrenfahrer sor «faltige* Atftopflag* n lag u»il naent neBifnet weiöepiHosiümBinanretpeize Otto Möller R. Dietz£‘ ^äJJeinitsrbke Das Haus für Büromaschinen sui.19, seuflejsjp. 3 Schreibmaschinen für Büro u. Reise Addieru. Rechenmascli. tX Dauerwurst Ihr Friseur rrr=: Ernst Lew Beriin-Schdubergg ren, Kadus-Dau- Krakau Pfund 1,40 Mh. Würstchen - KUo VostkolH Porto. Verpf I fk I n.ui.Hlhnl Rrrlln UI Wäscheverleih s«| a. Billigste Preise Annahme «on I VLieDermann, nur8.^!* Möbel- Kamerling N, Kastanienallee 56 E.FcbrbelllnerSlr. Elegante Pelze Maß 1 Lewin, A. 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