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Jüdisch-liberale Zeitung · 1933-10-27 · 20 (27.10.1933) · page 3

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Journal
Jüdisch-liberale Zeitung
Volume
13 (1933)
Issue
20 (27.10.1933)
Date
1933-10-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Neue jüdische Schulen in Deutschland. Aktion der Reichsvertretung. “ Rli.|tPres.s®abteilunS der „Reichsvertretung deutscher Judes Erziehungsäusschusses der Reichsvertretung Zus der sich besonders .mit der Frage der Gründung neuer jüdischer Schulen befaßt s ‘ , „ Aus dem Bericht über die bisherigen Arbeiten ergab sich, daß der Erziehungsausschuß an etwa 50 größere jüdische Gemeinden Deutschlands, in denen bisher keine jüdischen Schuleinrichtungen bestanden haben, wegen Gründung jüdischer Volksschuien und an etwa. 40 Gemeinden, die bereits jüdische Volksschulen haben, wegen des Ausbaus dieser Schulen und der Ausgestaltung des Unterrichts in der den besond<;r?n Bedürfnissender jüdischen Jugend entsprechenden Weise herangetreten ist. _Eine große Zahl dieser Gemeinden hat bereits m-grundsätzlich zustimmendem Sinn geantwortet. Der Ausschuß wird die Verhandlungen mit den einzelnen Gemeinden mit größtem Nachdruck weiter führen, insbesondere wird bereits für die nächste Zeit eine Anzahl von Vortragen und Versammlungen in den einzelnen Gemeinden geplant in denen die Elternschaft auf die Notwendigkeit der Schaffung jüdischer Schulen hingewiesen und in denen die den jeweiligen lokalen Verhältnissen entsprechende Form für die Neugrundung beraten werden soll. ,. Sdmn auf Grund der bisherigen Verhandlungen dürfte die Schaffung von S—10 neuen jüdischen Volksschulen zu erwarte» sein. Dabei soll die Gründung von Zwergschulen — a,us Pädagogischen und finanziellen Gründen vermieden werden- Vielmehr soll eine Anzahl von Schulen zu Bezirksschulen für größere Landesgebiete ausgestaltet werden. Die hierbei sich ergebenden Fragen der geeigneten Unterbringung auswärtiger Schulkinder wird der Frauenbund in Verbindung mit den zum Teil bereits bestehenden jüdischen Jugenderziehungseinrichtungen behandeln. Der Ausschuß empfahl grundsätzlich die Schaffung von Einheitsschulen für alle Richtungen, wobei entsprechend den lokalen Verhältnissen gegebenenfalls eine Teilung des Religionsunterrichtes eintreten soll. Er sprach sich ferner dafür aus, daß in der Regel die jüdische Gemeinde Träger der Schule werden soll. Ini übrigen wird der Ausschuß sowohl hinsichtlich der Finanzierung als auch der Durchführung einer großzügigen Propaganda für das jüdische Schulwerk in ständiger enger Zusammenarbeit mit dem Elternhilfswerk der deutschen Juden Vorgehen. Schließlich wurde in der Sitzung über die Unterstützung einiger zu jüdischen Landschulheimen ausgestalteten Schulheime beraten. - Die „Reichsvertretung deutscher Juden“ hat uns ferner um Aufnahme folgender Notiz gebeten: Reichsvertretunß betreffend, nicht an ihn persönlich, sondern an das Büro der Reichsvertretung. Charlottenburg 2, Kantstraße 158, zu richten. Großzügiger Ausbau des Schulwesens der Berliner jüdischen Gemeinde. Sieben Parallelklassen zu den Gemeindevolksschulen eröffnet: ■ —Eindrucksvölle.Eröffnungsfeier.— Das Schulziel: Erziehung za guten Juden und zu guten Deutschen. . Am 17. Öktober fand in den Räumen der Synag Fasanenstraße zu Berlin die feierliche Eröffnung von sr Parallelklassen zu den Volksschulen-der Jüdischen Gemeinde statt. Im Mittelpunkt des eindrucksvollen Festaktes standen Ansprachen des Gemeindevorsitzenden Direktor Heinrich Stahl und Rabbiners Dr. Galliner, in, denen die Aufgaben des Geineindeschulwesens, mit dessen großzügigem Ausbau jetzt begonnen wird, dargelegt und seine durch Pflege deutscher und allgemein menschlicher Kultur ebenso wie durch die der jüdischen Kulturwerte anzustrebenden Erziehungsziele Umrissen wurden. „ , . , . .... . Die Feier wurde dann durch Orgelspiel eingeleitet, wo auf Johanna Meyer Psalmen vortrug. Rabbiner Dr. G a 1 i n e r legte in seiner Ansprache an die versammelten Eltci und Kinder dar, daß das Judentum stets von dem Drang nai Dauer erfüllt gewesen sei. Im Judentum, seien Zukunftstragen immer Erziehungsfragen gewesen. An den Wendepunkten unserer Geschichte haben unsere Väter Schulen gegründet, die der Erziehung der Jugend und der Erhaltung der Religion dienen sollten. Die Schulgemeinschaften, die jetzt gegründet werden, haben die Aufgabe, unsere Kinder mit stolzem Selbstbewußtsein zu erfüllen, sie zu guten Juden und zu guten Deutschen zu erziehen. Die neuen Schulen sollen der jüdischen Jugend die ewigen Werte deutscher und allgemein mensch- Künstler seien keine Interpreten Mozartscher Wesensart so bewies Leonid Kreutzer das Gegenteil: seine Wiedergabe des Klavierparts im B-dur-Konzert war ein wahres Meisterstück und von reinstem Mozartschen Geiste erfüllt. Gipfel des Abends: die berühmte Symphonie G-moll. Hier war es dem Dirigenten gelungen, sein .Orchester zueinem Ganzen zu verschmelzen, das ihm. freudig in alle Tiefen und auf alle Höhen dieser berauschenden und beglückenden Musik folgte. Wenn es trotzdem hie und da noch etwas zu wünschen gab, so lag das wieder an den schon oben angedeuteten „gegebenen Verhältnissen“. Doch bleibtder Gesamteindruckpositiv und mehr als positiv. Es wurde mit ehrlicher Freude, mit selbstloser Hingabe musiziert, und das Publikum dankte für diese zwei Stunden der Erhebung mit wahren Beifallsstürmen. Der Kulturbund hat mit diesem Abend seine selbstgestellte. Aufgabe glänzend erfüllt. Bibelabenb ber Berliner jübifdjen Künfflerljilfe. E; war schade, daß der interessante Bibel-Abend, den die Wirtschaftshilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin (Künstlerhilfe) am 21. Oktober im Friedenstempel veranstaltete, nicht so besucht war, wie er es verdient hätte. Denn er bewies wieder die glückliche Hand dieser erst seit kurzer Zeit wirkenden Organisation. Zuerst spielte das neugebildete Quartett des „Kulturbundes Deutscher Juden“, bestehend aus den Herren Frey, WeiL Neumann und Meyer, das himmlische D-moll-Quartett Schuberts in klarer Duicharbeitung,' beseelt und technisch einwandfrei. Die vier Künstler brauchen den Vergleich mit den berühmten Quartett- Vereinigungen wie z. B. denen von Rose, Wendling, Dostal usw. nicht zu scheuen. Schade, daß der Schluß-Presto-Satz weggelassen wurde. War man der Meinung, daß er nicht ins Gotteshaus passe? Dann las der in letzter Zeit als Rezitator bekannt gelische- Kultur vermitteln und unser jüdisches Kulturgut, die ewigen Wahrheiten unserer Religion, in die Herzen der Kinder einprägen. Dadurch allein werde eine Jugend heranreifen, die ebenso stark mit Vaterland und Heimat wie mit Juden una Judentum verbunden ist. Das Neue, das sich gestaltet, werde in den einzelnen Unterrichtsklassen zum Ausdruck kommen. Was deutsche Dichter gesungen haben, sagte Dr. Galliner, wird unsere Kinder ebenso stark beseelen, wie das, was unser Schrifttum, unsere Propheten und unsere großen jüdischen Männer tief in unsere Seele gesenkt haben. Die Kinder, die in den neuen Schulen unterrichtet werden, sollen nicht vergessen, daß sie jüdische Kinder sind, -daß .man von ihnen mehr verlangt, und deshalb sollen sie bescheiden sein, in Ehrfurcht vor Gott stehen und die Augen offenhalten für alles, was das Leben zu bieten ‘ hat. Zum Schluß betonte Dr. Gailiner, daß die Lehrer, die an diesen Schulen zu unterrichten haben, eine große und schwere Aufgabe übernehmen. „Die erste Etappe zurückgelegt.“ — Gemeindevorsitzender Direktor Heinrich Stahl über die Sehnt plane der Gemeinde. — 1000 Kinder neu cingeschult. . t'nrsit/Pnrff* i ich St; _,_ Mitteilung, daß die Gemeinde in kurzer Zeit etwa lOOOKindi neu einschulen mußte, von denen allein 250 Kinder in der Schule Fasanenstraße untergebracht wurden. Damit sei die erste Etappe aut dem Wege zum Ausbau des Volksschtilwesens zurückgelegt und die Grundlage für die weiteren Schuleinrichtungen der Gemeinde geschaffen. Die neue Schule solle die Vorbereitung für ein neues praktisches Leben sein. Das neue Schulwerk der Gemeinde sei erst im Entstehen begriffen. Es sei zu hoffen, daß nach erfolgter Genehmigung durch die zuständigen Behörden eine große Volksschule der Gemeinde für den Westen Berlins aus diesen Anfängen entstehen werde. Der Gemeindevorstand hoffe, daß die Lehrerschaft den Kindern mit offenem Herzen entgegenkommen werde, daß die Erziehung und Ausbildung der Kinder in den Schulen der Berliner Jüdischen Gemeinde nicht nur in jüdischreligiösem, sondern auch in deutsch-vaterländischem Geist erfolgen werde. Die Schule solle die Kinder lehren, sich mit der jüdischen Gemeinschaft verbunden zu fühlen, und die Kinder sollen die Lehrer durch Bescheidenheit und Freude am Unterricht unterstützen. Nach einer Ansprache des Direktors Dr. Gutmann an n .i;.. i7“-'-- ™:i Gesang und Orgelspiel. die Lehrer schloß die Feier m Ausbau des jüdischen Schulwesens auch in München. Der vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde München einberufene Schulausschuß hielt mit dem neuen Schul- und Ausbildungsausschuß eine gemeinsame Beratung über die Fragen der jüdischen Volksschule ab. Die Aussprache war durch ein Expose vorbereitet, das die 'statistischen und finanziellen Unterlagen des Ausbaus der bisherigen Schule und einer Neuerrichtung in allen Einzelheiten darlegte. Die Beratung brachte völlige. Klärung über die unter den gegebenen Verhältnissen bestehenden Möglichkeiten. Die Rechts- und Sachlage wurde nach allen Seiten hin erörtert. Die rasche und unbedingte Sicherstellung der-SchuIvcrsorgung der jüdischen Jugend in München für alle in Frage kommenden Fälle wurde einem engeren Ausschuß übertragen. Präsident von Cuba sichert Schutz der jüdischen Bevölkerung zu. Der Präsident der Republik Cuba, Grau San Martin, empfing eine jüdische Delegation, die Jbeim Präsidenten'Bein letzter fetten ^CÜba^in^verstärktem M^e bemerkbar macht.. Der Präsident versicherte der Delegation, die im Namen der gesamten jüdischen Bevölkerung Cubas sprach, daß er und seine Regierung den Juden freundlich gesinnt sei und den Wert der jüdischen Bevölkerung Cubas für den Staat zu schätzen wissen.' Präsident Grau erklärte, seine Regierung könne keineswegs für die judenfeindliche Propaganda verantwortlich gemacht werden. Die allgemeine Unruhe im Lande sei die Erklärung dafür, daß solche Erscheinungen möglich sind. Es dürfe nicht vergessen werden, daß Cuba anormale Zeiten durchmäche. Der Präsident forderte die jüdische Delegation auf, jede für die Juden bedrohliche Erscheinung ihm persönlich zu melden; er werde stets bereit sein, einzugreifen und zu helfen. . . Nach dem Empfang beim Präsidenten besuchte die jüdische Abordnung dessen Adjutanten, der sich dafür einzusetzen: versprach, daß die Juden, die anläßlich der letzten antisemitischen Unruhen unter falschen Beschuldigungen verhaftet wurden, bald wieder freigelassen werden. jüdischer Konfession «ewj!tsam_aus dem Turnsaal entfernt, wobei sie Verletzungen erlitten. Weitere sieben jüdische Studenten wurden bei einem Zusammenstoß mit antisemitischen Hörern leicht verletzt. Die Angreifer waren, als der Leiter Rektoratskanzlei erschien, bereits geflüchtet. Der Rektor ..* ■'■■■‘■■t, um die Urheber" während der Nacht im u„ Hochschulgebäudes Die Budapester Zeitungen Technischen Hochscl „ Untersuchung eingelc der Ausschreitungen und diejenigen, di antisemitische Embleme an Hl.- wlin.i.. , gemalt haben, ausfindig zu i darauf hin, d:jß die ..... "•*. " -- fremden Elemen Barmizwah: Richelsdorf bei Geltungen. Albert, Sohn des Herrn Leopold Eichhorn. 28. JO. 1033. __ Verlobung: Straße Hella Freundefeldcr Str. 10. Nach dreijähriger Assistententätigkeit ander zahnärztlichen und Kieferstation des Rudolf- Virchow-Krankenhauses Berlin (Leitender Arzt: Dr. M. Wassmund) habe ich mich als Fachzahnarziin ior mund-u. Klelerctilrurole niedergelassen. ur. iruas Hosenthal essä« C 1 Stelnpl. 3m Spiechz.: 104?. dicht ».Tllil. Zoo Bis 3000,- Rmk. stehen mir zur Beteiligung oder Gründung einer Existenz, aus der 2 Personen in Berlin leben müssen, zur Verfügung. Ausf. Angeb. unter L 389 a. d. Jüdisch-liberale Zeitung^Berlin-Charl. 4. ngpotheKenzu kaufen gesucht (I. Goldh., Aufw., Hauszinssteuerablösung) Max Steuer, Berlin W 8, Charlottenslr. 46, Fernsprecher: A 2 Flora 5973 I KClUfmaiin,entCalünFmnkrdch nimmt, erledigt Aufträge sämtl. Art, vor allem in Paris. Gewissenhafte Ausführung wird zugesichert. r,,t —’t. ft 450 an die Exp. der Jüdisch - liberalen Berlin-Char1-“—1-'• — ^ZeitungJ arlottenburg^. u Höchstkomf., wunschgem. Verpfi. Privat-Mittagstlsdi. 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Vielleicht' wäre es besser gewesen, statt der Buberschen Bibelübersetzung die von Luther oder Jakob Auerbach zu wählen. Denn die Bubersche ist trotz mancher Einzelschönheiten nicht frei von gesuchten, ungebräuchlichen Redewendungen und Snobismen. - Ich glaube nicht, daß sie bleiben und mehr als eine vorübergehende. Mode sein wird. Aber sie ist freilich immer noch besser, als die „modern-wissenschaftliche“ von. Kautzsch, die man jetzt überall zitiert findet. Der Abend klang mit dem schwermütigen Op-95-Quartett Beethovens aus, das die schon genannten Künstler mit wohltuender Schlichtheit und Innigkeit vortrugen. Es war schon recht spät, etwas zu spät geworden, als man die schöne Synagoge in der Markgraf-Albrecht-Straße verließ. Den Veranstaltern des Abends gebührt Dank. Es ist zu wünschen, daß sich diese Veranstaltungen künftig regeren Zuspruchs erfreuen. ' L. D. Stetitenangeßote und -ge&uc&e Volkssdinllelirer religiös fortschrittlich, für neu zu errichtende Schule gesucht. Angebote mit Zeugnisabschriften und genauem Lebenslauf unter C 550 an die „Jüdisch-liberale Zeitung" Berlin-Charlotlenburg'4. Vertreter-(innen) gesucht für leistungsfähige Bremer Kaffee-Oroßrösterei Carl Max Josephs, Bremen . iMtr.pt «ob pm»ch-iuiftc h.t« " 1 *T Tischler gesucht. . ■— Beschaffung von Arbeit. Kunstnachrichten. Gemischter a cappella-Chor. Im November beginnt die unter Leitung von Alexander Wein bäum stehende Vereinigung für a capella-Gesang ihre Proben. Außer jüdisch-geistlicher Musik sollen auch bedeutendere geistliche und weltliche Tonschöpfungen älterer und moderner Meister mit und ohne Begleitung einstudiert werden. Das erste Konzert findet im Laufe des Winters statt. Anmeldungen nur wirklich musikalischer Damen und Herren beim Dirigenten Alexander Weinbaum, Berlin W 30, Luitpoldstraße 41. Telefon: B 5 Barbarossa 4656. chl (IccIIzc nCnllchcn. Arbtltsgemtlotehmh

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