Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 44 (30.10.1935)
- Date
- 1935-10-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4109741-2613367-2613410--523-2615375- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Jutieu in der Wirtschaft Der Leiter der Wirtfchaftsgrappe Einzelhandel fordert „Totale Lotung" Im „Völkischen Beobachter" veröffentlicht der Leiter der Wirttchaftsgrupjpo Einzelhandel,. Drv Franz H a y 1 c r , unter der Überschrift „Duj Judenfrage im Einzelhandel" einen Artikel, in <lem cinnj Reihe' sofortiger Maßnahmen zur Zürückdrängung der Juden "auf wirtschaftlichem Gebiet vorgeschlagen weixtan. Der Verfasser' tritt für eine dem nationalsozialistischen Programm entsprcchc'ridc '^totale Lösung" ein, für die die Nürnberger Gcsctzj^büng die Grundlage biete. Er beruft sich hierbei auf die Ankündigung des Innenministers Dr. Fr ick in Saarbiückcn, daß im Zusammenhang mit den Ausführungsbestimmungen zu den Nürnberger Gesetzen eine' gesetzliche Regelung der Judenfrage auch auf wirtschaftlichem Gebiet in Aussicht genommen sei. Dr. Haylcr wendet sich gegen die Ansicht, daß die Judenfrage in der Wirtschaft schon gelöst sei, wenn der nationalsozialistische Staat die wirtschaftlicbc Betätigung der Juden auf Handel und .Verkehr beschranke. Man. dürfe dem Juden den Handel, der auch eine nationalpolitische Funktion sei, nicht ausliefern. In dem Artikel wird sodann die Frage der Kennzeichnung deutscher Geschäfte cröftert. Einzclaktionen auf diesem Gebiete hätten Mängel, Lücken und Gefahren gezeigt. Vielfach seien Gcschüftc als deutsch gekennzeichnet worden, die nach den sonst geltenden Grundsätzen eine solche Bezeichnung nicht hätten erhalten dürfen. Den wirklich raffiniert getarnten jüdischen Betrieben werde auf diese Weise ungewollt ein Vorteil gegenüber den jüdischen Händlern gegeben, die auf Täuschüngsversuchc verzichten. Die bisherigen Kennzeichnungsaktionen hätten gezeigt, daß durch Einzclaktionen die Grundaufg'abc der Zurückdrängung des jüdischen Einflusses aus der deutschen Wirtschaft gefährdet werden könne. Es müsse daher planmäßig eine schrittweise Regelung erfolgen; die alle Einflußgebietc des Judentums in der Wirtschaft berücksichtigt. Der Verfasser warnt sodann davor, durch einseitige Beobachtung der Verhältnisse im Einzelhandel andere Gebiete jüdischen Einflusses in der Wirtschaft außer acht lassen. Es müsse auch eine Überprüfung der Bcsitzvcrhälinissc bei anonymen Kapitalgesellschaften vorgenommen und, da es im Einzelhandel nur verhältnismäßig wenige solche Gesellschaften gebe, jüdische Beeinflussung kapitalmäßig arischer Betriebe durch vertragliche Daucrbcziehungcn zu jüdischen Abnehmern oder Lieferanten festgestellt werden. Solche Zusammenhänge bestünden aber nicht nur im Handel, sondern auch in der Industrie, im Baugewerbe, im Bankwesen und teilweise in der Landwirtschaft. Darum dürfe sich eine Zurückdrängung des jüdischen Einflusses in der Wirtschaft nicht auf einzelne Wirtschaftsstufen beschranken, sondern müsse sich nach einem alle Zusammenhänge und Verflechtungen der Wirtschaft (auch mit dem Ausland) berücksichtigendem Pinn vollziehen. Der Einzelhandel aber. habe den besonderen Wunsch, uuf diesem Gebiet so schnell vorwärts zu .kommen, wie dies nach A::sicht der Partei- und Staatsführung nur irgend möglich sei. Die Anordnung, daß Parteigenossen in jüdischen Geschäften, nicht kaufen dürfen, habe dazu geführt, daß die Tendenz jüdischer Gcschäftsleuic, sich unter neutral oder gar arisch klingenden Firmennamen zu tarnen, stärker geworden .sei. Es müsse daher dafür gesorgt werden, daß der. deutsche. Konsument-den deutschen. Kaulmann finde, wobei ober eine künftige Kennzeichnung deutschor Geschäfte nach einheitlichen Gesichtspunkten in richtiger Form und unter wirklich gewissenhafter Nachprüfung des Einzelfalles erfolgen müßte. Nicht minder wichtig ist es, heißt es in dem Artikel weiter, zu verhindern, daß Juden; die aus anderen Tätigkeitsbereichen; verdrängt wurden, sich nunmehr dem Handel zuwenden und in bestimmten Teilen des Handels ihren an sich' schon bedenklich hohen Prozentsatz noch yergrößern . . . Ein E i n z c I h a n d e I s - Schutzgesetz , dos die Eröffnung neuer Geschäfte nicht nur von der hinreichenden Such- und Fachkunde, sondern auch von dem Nachweis wirtschafts- und staatspolitischer Zuverlässigkeit ' abhängig machen würde, könnte den Ansatzpunkt zur wirksamen Ausschaltung bedenklicher Entwicklungen dieser Art bieten. Zum Schluß weist der Verfasser auf die Bedeutung des Einzelhandclsbetricbs als Lchrstätte für J un g k au f 1 c u t e hin. Der Lehrherr müsse neben fachlicher Ausbildung dem Lehrling auch nationalsozialistisches Wirtschaftsdenken vermitteln. Da dies dem Juden unmöglich ist, müsse Vorsorge für Ausschaltung des Einflusses des Juden bei etwaiger Lehrlingsausbildung in jüdischen Betrieben getroffen werden. Trotzdem bliebe die Ausbildung von Lehrlingen in jüdischen Betrieben eine Not- und Ubergangslösung. Darum müsse der jüdische Wirtschaftscinfluß schrittweise so weit zurückgedrängt werden, daß cino vollständige Nachwuchsausbildung auch durch arische Geschäfte allein mindestens bald gewährleistet' sei. Zusammenfassend wird gesagt, daß ein seit-'über hundert Jahren übermächtig gewordener jüdischer Einfluß in der Wirtschaft nicht durch lokale I5xpcrimcnte, sondern nur durch eine gesetzlich fundierte, auf die totale Lösung der Frage schrittweise hinzielende Arbeit bekämpft werden könne.. Darüber dürfe nicht (vergessen worden, daß der Einfluß der Juden viel zu umfassend sei, alB daß man ohne Teillösungen — als Etappen einer langausschauenden Säubcrungsarbcit des Nationalsozialismus in der Wirtschaft — auskommen könnte. Die jüdi fch en Gefchäftsverkäufe Ein Aufsatz des „Völkischen Beobachter" Im „Völkischen Beobachter" vom 23. Oktober veröffentlicht der verantwortliche Wirtschaftsleiter des Blattes, Dr. Nonnenbruch, einen ausführlichen Aufsatz über die jüdischen Gcschäftsvcrkäufc, in dem. er einleitend feststellt, daß die Juden im Wirtschaftsleben im Zuge der Durchführung des Nationalsozialismus zurücktreten. Die Zielsicherheit und Wirksamkeit der nationalsozialistische^ Politik sei dadurch bezeugt, daß dieser Rückzug der Juden aus dem Wirtschaftsleben in größerem Umfange eingesetzt hat, und daß irgendwelche beachtlicheren Wirtschaitsstörungeu sich nicht gezeigt haben. Der Artikclschrciberi fährt dann fort: „Verhältnismäßig einfach liegt die Frage der ■ jüdischen Gcschäftsvcrkäufc dort, wo es sich um Kleinbetriebe handelt, etwa um Einzelhandelsgcsc hafte. Diejenigen deutschen Volksgenossen, die ein früher jüdisches Geschäft erwerben wollen, können sich an die Beratungsstelle für Gcschäftsvcrkäufc im Einzelhandel wenden, die von der Arbeitsfront eingerichtet worden ist. Der .,Wirtschaftspolitischc DienBt" schlägt vor, daß die jüdischen Verkäufer bei ihrem Auszug aus Deutschland einen Teil des Verkaufserlöses in Deutschland stehen lassen sollen, damit aus dieser Summe Ansprüche, die der Käufer nach Recht und Gesetz an den Verkäufer stellen könnte, befriedigt werden könnten. Es soll so die Möglichkeit, daß der jüdische Verkäufer den deutschen Käufer übervorteilen könnte, ausgeschaltet werden. Es ist ohnehin unmöglich, daß der jüdische Verkäufer den vollen Geldbeutel mit ins Ausland nehmen kann. Uic Dcviscnnoi verbietet es. Der deutschen Wirtschaft die Rohstoffversorgung zu ermöglichen, liegt uns auf jeden Fall näher am Herzen, als daß der Jude sein Geld ins Ausland bringt. Außerdem ist die Judenschaft selbst zum Teil mitschuldig daran, daß der glatte Transfer ihrer Verkaufserlöse ins Ausland unmöglich ist: indem sie Boykotthetze treibt, bemühen sie sich eifrig, die Schwierigkeiten, die dem Transfer der jüdischen Verkaufserlöse entgegenstehen, zu vergrößern. Diese Verkaufserlöse, die im Inlandc bleiben, stehen also dem Rückgriff des Käufers offen, der durch amtliche Entscheidung als berechtigt anerkannte Ansprüche zu stellen hat. . . . Der Einzelhandel ist soweit in Ordnung, daß die jüdischen Einzcrhandclsgcschäftc nicht aufgelöst zu werden brauchen, um einer Übersetzung des Einzelhandels zu steuern. Anders ist es bei der Ausschaltung des jüdischen Einflusses bei größeren W e r - kcn. Das ist neben der rassenpolitischen auch eine wirtschaflspolitischc Frage." Der Ankauf größerer Werke durch Großunternchniungen und Konzerne sei im nationalsozialistischen Sinne nicht erwünscht. Der Verkauf von Aktienpaketen pflege nicht den deutschen Einfluß dauernd zu sichern. Auch solle der Einfluß der Groß- ' Unternehmungen nicht gesteigert werden. Es wäre nur ein halber Gewinn, wenn die Ausschaltung des jüdischen Einflusses in der deutschen Wirtschaft nur eine neue TransaktionswcIIc in der Wirtschaft im Gefolge hätte. Die Käuferwerke hätten au den früher jüdisch bestimmten Werken in erster Linie ein mnrktpolitischcs IntereBse. Sie erweitern ihren Einfluß, um einen Konkurrenten loszuwerden. Die Kosten dafür »habe die Arbeiterschaft in den früher jüdisch ■ bestimmten Werken zu zahlen,' die teilweise entlassen werde, damit die Produktionskapazitäten der Käuferwerke stärker ausgenützt werden können. In diesem Zusammenhange wird der Vorschlag gemacht, daß demjenigen, der ein früher jüdisches Unternehmen aufkauft, die Verpflichtung auferlegt, werde, während eines gewissen Zeitraumes keine deutschen, in den gekauften Werken beschäftigten Arbeiter und Angestellten zu entlassen. Dieser Zeitraum könnte auf zwei Jahre bemessen werden. Eine zweite Auflage an den Käufer soll dahin gehen, daß er alle jüdischen Angestellten zu entlassen hat, ihre Stellen aber mit deutschen Volksgenossen besetzen muß. Es sei heute noch vielfach so, daß in Werken unter jüdischem Einfluß gerade die leitenden Posten vorwiegend mit Juden besetzt sind. Wenn den Käufern diese Verpflichtungen auferlegt worden, dann werde der Kauf eines jüdischen Werkes nicht mit rein kapitalistischen Augen zu betrachten sein. Werde der Arbeitsplatz der gesamten deutschen Gefolgschaft in'dem früher jüdisch bestimmten Werk gesichert lind werde durchgesetzt, daß diese früher jüdischen Werke zu keinen Hnndclsobjcktcn werden, dann sei wenigstens erreicht, daß diese \Vcrtc wie Einzcluntcrnehmcn behandelt werden-, auch wenn 'sie von einem Großkonzcrn 'aufgekauft worden sind. Allerdings bleibe auch dann das Ziel, diese SVcrkc in jeder Beziehung zu selbständigen Unternehmungen zu machen. Koniiii* w 46 Kulturbund Der Wclterfolg, der Rossinis Meisterwerk nun schon!über ein Jahrhundert trcugcblicbon ist, beruht auf zwei Dingen: einmal ist es die Füllo unerhört dankbarer gesanglicher Aufgaben, dio Verbindungvon einschmeichelnder Jleloaik und halsbrecherischari Kchlvirtuoeität,'dio noch', stets ' gezündet hat; .was aber den „Barbier" über die zahlreichen zeitgenössischen Werke, die diese Züge, mit -ihm teilen, entscheidend hinaushebt, das ist — neben der Stärke der melodischen Eingebung — doch dio Genialität seiner Buffokomik, die dio volkstümlichsten und durchschlagendsten Effekte in der kultiviertesten und geistvollsten Weise darzubieten weiß. Bekanntlich ist Rossini ein glühender Mozartverolircr gewesen;' gewisse Stellen künden von der, Befruchtung durch' die Kunst des deutschen Meister«, wenngleich dem „Borbier" die seelische Tiefendimension, das Helldunkel Mozarts gänzlich mangelt. Rosenstocks Temperament, und Instinkt für formale Rundung mußte in dieser Partitur ein lohnendes .Feld finden. In der Stretta der Ouvertüre sprühen zum ersten Male, die Funken, und weitorhin läßt man Bich immer wieder von der Feinheit des orchestralen Untergrundes, von dem sinnlichen Schmelz, mit demjdie kantnb|en.Linien ausgestattet werden, fesseln. Mit dramatischer Lebendigkeit begleitet Jloscnstbck auch die Sccoorezitntivc. '. Auf der .Bühne, rückt JCurt Singers Regie in richtiger Einschätzung der personalen und sonstigen Gegebenheiten das Buffoelement in den yordorgr|ind; man spürt stets don. Zug zur Bcweg- Uqfokoit (Und . zur .Kongruenz <yon ,.musikalischer und.' miinisclicr Geste; das Maß der Vcrv(irklipliung ist' natürlich von dein ,dar- (Btellerischen Vermögen der .einzelnen Sänger abhängig. Am meisten einzusetzen haben' .in.;djeser .Beziehung /Walter . .O l i txk i und Gerhard P c c h.n e r, .der eine'.cjri urkomischor Öasjf io, jlesscn höchst eigenartige Erscheinung mit den spindeldürren Beinen, dem ausdrucksvollen Ricscufingcr und dem mickyniausühuliclien Mienenspiel dauernde Lachsalven 'heraufbeschwört und dem dabei auch stimmlich alle Mittel zu einer vollendeten Verkörperung der Gestalt zu Gebote stehen, der andere ein griesgrämig polternder Bartolo, gleichfalls in Spiel und Gesang eine prächtige Büffofigur. Fritz Lechncr — in'der Titelrolle — fehlt für die berühmte Auftrittsaric noch dio rechte Leichtigkeit im parlando; im großen und ganzen ist sein Barbier mit der nötigen Geschmeidigkeit und Gewandtheit angelegt.' — Die darstellerische Formung des koloraturgesegneten Xicbcspaarcs schließt infolge des stilisierten musikalischen Habitus größere Schwierigkeiten "in sich als die der komischen Personen. Rita Atlasz gab eine Rosine voll anmutiger Ausgelassenheit; ihr zarter Sopran weist neben dqr erforderlichen Lockerheit und Ausgeglichcnhoit doch ntich genügend Tragfähigkeit auf. Dago Moybcrt als Almaviva steigerte sich im Laufe des Abends erheblich; Aussprache und Intonationsklarhcit lassen noch manche Wünsche, offen, namentlich beim Parlando; dagegen vermochte er an lyrischen Stollen sein schönes; Organ recht günstig zu entfalten. Als stellvertretender Gcsanglchrer' sollto er Bich indes .beim Begleiten im Stehen nicht mit seinem ganzen Gewicht auf das -Instrument stützen dürfen; das wirkt unwahrscheinlich. Ein abgerundetes, mit dezenter Komik gezeichnetes Charakterbild'die /Marzcllinc Anna Lipins. In den kleinen Rollen fügten sich Alfred .Glass und Heinrich Korn sinnvöll, in das Ganze. -.Die Ausstattung Heinz-Co n d e I Is fand mit kleinsten Mitteln gelungen« Lösungen ,und überraschte wieder ..durch,' die ungemein malcnscho Abtönung der Farhwcrto. Lebhafter Beifall, setzte schon nach einzelnen Nummern ein und steigerte sich dann am Schluß zu einem schönen Erfolg der Aufführung. II. Freyhan. Es wird gemeldet: ■ Auf Einladung der Vertretung der Jcwish Agcncy beim Völkerbund wohnten sämtliche Mitglieder der Ständigen Mandatskommission, die Vertreter der Genfer Regierung, alle l>cim Völkerbund akkreditierten Diplomaten, ferner u. a. die meisten Professoren der Genfer Universität, etwa 60 Pastoren und andere geistliche Würdenträger einer Vorführung des Kcrcn Ifajcssod-Films „Land der Verheißung" im größten Lichtspieltheater Genfs bei. ■ Vor dem Schöffengericht in Ilildcshcim hatte sich, laut „Frankfurter Zeitung" ein Hildesheimer Einwohner zu verantworten, dem vorg€worfcn wurde, er habe sich als Jude flu einem deutschen Mädchen dadurch vergangen, daß er es auf einer Autofahrt umarmt und geküßt hahe. Das Urteil lautete auf einen Vi o n a t Gefängnis. * BS Der ehemalige Vorsitzende der Palästina-Exekutive der .lewish Agcncy, Dr. Arthur H u p p iin , hat sieh nach Argentinien begeben und ist zurzeit mit Studien über die Verhältnisse der dortigen 1 a n d w i r t s c h a f 11 i e h <• n S i e il 1 u n g c n besclu*ifti<it. BS Im „Hcichsanzcigcr" \cröffentlicht der Ucgicnuigspräsident von M a g d c b u r g den W i d <: r r u f v o n K i n h ü r g c - r u n g von fünf Personen, (leren Namen auf eine, niehtarisehe Herkunft hindeuten. * ES Nach einem Bericht der ..Mecklenburgischen Zeitung" erklärte Heichsstatthalter und Gauleiter UiUlcbramlt in Güstrow zur .ludcnfrage u. a., daß er sieh stets gegen das Aufhängen von Srliildcrn mit der Tnschrift ...luden nicht e r w ii u s e h t" gewendet habe. „Entweder wir haben die Kraft in uns, die Judenfrage zu lösen, dann sind diese Schilder nicht notwendig-, oder wir haben diese Kraft nicht, dann sind die Schilder zwecklos." * B3 Wie der Jta aus Wien gemeldet wird, erklärte Sven II cd in, der auf Einladung des Kulturbundes dort einen Vortrag über seine jüngsten Entdeckungsreisen gehalten hat, Pressevertretern gegenüber, es sei richtig, daß er teilweise jüdischer Abstammung sei. ..Ein Scchzehntel meiner Abstammung", sagte der Korscher, ..ist nachweisbar jüdisch.'4 * BS Auf dem Morse Guards Paradcfcld in London findet um tü. November der G e d ä c h t n i s g o 11 e s d i c n s t der jüdischen Kriegsteilnehmer des britischen Rci- Postschcck-Nummcr der JÜDISCHEN WINTERHILFE 9 3 4 4 6 GIB UND WERBE! dies für die Gefallenen des Weltkrieges statt. Die Parade wird der Che t des britischen Rcichsgcneralstabs Feld marsch all Sir Archibald A. M o n g o m c r y - Massingbord abnehmen. * BS An den Ortscingüngeu zur Stadt Stade sind, wie das „Nachrichtenbüro Deutscher Zcitungsverlegcr" meldet, von der Stadtverwaltung Schilder angebracht worden, die die Aufschrift tragen: „.( u d c n sind in Stade u n c r w ii n s c h t." * BS Nach einer Mitteilung lies „Stürmer" hat die Hauptverwaltung der Deutschen Reich sbahngescllschaft mit Rücksicht auf die neue Entwicklung der rassenpolilisehen Gesetzgebung die Rcichsbahndircktioneu ermächtigt, Anträgen der NSPAP auf Zulussung von A u s h ä n g e k ä s t c n für den „S türme r" auf dem Gebiet der Reichsbahn zu entsprechen. * BS Wie aus Warschau gemeldet wird, hat der von der Regierung ernannte Lodzer Stadtrat die von der nationaldcmokrutischcn Mehrheit des aufgelösten früheren Stadtrats beschlossene ArierbcStimmung für die Verleihung der städtischen Preise für Kuiist, Wissenschaft und Literatur aufgehoben. '.'■'" * BS In/ Mihaleni bei Czemowitz sind zahlreiche Wohnhäuser von Juden, zwei Synagogen und 14 Tora-Rollen d ii r e h F c u e r , v c r ii i c h t c t worden. * BS Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Exekutive der Vercinigung jüdischer Rechtsanwälte hat bei ihrer letzten Monatssitzung eine Kulturkommission eingesetzt, der die ..Aufgabe übertragen wurde, die Zusammenstellung eines hebräischen .Lexikons; juristischer Fachausdrucke in Angriff zu nehmen. Ludwig Meidner überfiedelt nach Köln Der Maler und Graphiker Ludwig Meidner wird, wie das „Berliner Öemeindeblatt" erführt, demnächst Berlin verlassen und nach'Köln übersiedeln, um dort an dem jüdischen Realgymnasium ,;j äwnc" das Amt eines Zei ohe n lo h rc r s zu übernehmen. ' Wie das „Gcmcindcblatt für die Synagogengemeinden' in Rheinland und SVcstfalcn" bekannt gibt, findet an dieser Anstalt gemäß einer Entscheidung des Oberpräsidenten in Zukunft kein obligatorischer Unterricht mehr an Sonntagen .statt. An der Ja war. war der Sonnabend bisher schulfrei, während ^da^ür an Sonntagen ein obligatorischer .Unterricht erteilt wurde. 'Än.der Jatvne wird nun,<lcr sogenannte g 1 e'i t cn dc S t u.nden - ip^itn .eingeführt wo,rdch.;