Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 240)
- Language
- German
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220 MüMgiltigkeit gut organisirt werden: das hängt mit unserer bürgerlichen und socialen Stellung auf das innigste zusammen. Freuen'wir uns darüber, daß diese Erkenntniß sich so weit verbreitet, sich so tatsächlich beherzigt sieht. Lassen wir uns diese Freude nicht trüben, wenn wir hüben und drüben noch Dunkelmännern begegnen, die an diesen Zuständen, au diesen Errungenschaften zu rütteln versuchen. Die Zeit ist um, in welcher sreche Verhöhnung und Verlästerung unserer Glaubenslehren und derer, die unter tausendjährigen Leiden ihnen anhängcn, noch wirksamen Anklang finden, und je mehr sich der sittliche Werth unserer religiösen Genossenschaft hebt, um so sicherer muß auch in der Nähe wie in der Ferne die letzte Schranke in unseren Nechtszuständen fallen. Die Zeit ist um und sie kehrt nicht wieder: die Zeit des Helotenthums, in welcher man uns wie wilde Thiere in Zwinger sperrte und dem Hohne und der Verachtung preisgab. Aber auch die Zeit der geistigen Verkommenheit ist um, oder aber sie weicht mit Riesenschritten zurück, um nicht wieder zu kehren, in welcher das Lesen eines deutschen Buches verfehmt, oder aber das wüste Durcheinanderschreien in den Betversammlungen. das eilige Bestatten der Todten, der Cynismus in Kleidung, Sprache und Haltung, und vollends das Treiben wunderthätiger Rabbi's und ihrer Anhänger sich die Signatur der ausschließlichen Orthodoxie unter uns erwerben konnten. Gleichwohl bleibt noch genug zu thun übrig, um — in der Nähe und in der Ferne — unter zahlreichen jüdischen Bevölferungen Licht und Recht zu beschaffen. Dazu mögen wir uns brüderlich die Hand reichen und vor allem sei die aufblühende Generation unter uns neben ihrem well- und staatsbürgerlichen Berufe, desjenigen eingedenk, den Namen „Juda", der den ältesten Adel der