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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 200

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 200 (sequence 220)
Language
German
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IRI
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200 schuften hat dem deiltschen Professor Oppert den von Kaiser Napoleon I. gestifteten Preis von 20.000 Francs wegen seiner Forschungen über die Sprache der Assyrer zuerkannt. Unter den Monthyon'schen Tugendpreisen, welche die französische Akademie in diesem Jahre ertheilt hat, bemerkt man den Namen einer Jüdin Babette Levy in Lauterburg (Oberrhein), die eine Medaille im Werth von Fr. 500 als Belohnung für die Hingebung empfangen hat, welche sie den unmündigen Kindern ihrer Schwester zu widmen nicht ausgehört hat, obgleich sie selber aller Hilfsquellen beraubt ist. Wollte man jedoch für Handlungen dieser Art Tugendpreise an Juden austheilen, so würden auch die colossalsten Fonds nicht ausreichen, da die selbstverleugnende Liebe zu den Angehörigen eine alltägliche Erscheinung im jüdischen Stamme ist. General Mylius hat einen Preis von 500 Francs für die beste Abhandlung über die religiöse Toleranz ausgeschrieben. Die Alliance israelite universelle veröffentlicht in ihrem Jahresberichte die Resultate ihrer fortgesetzten Thätigkeit. Es gelang der Gesellschaft, weitere Zweigvereine in Berlin, Venedig und Constantinopel und sogar in Jaffa zu bilden. Minder glücklich war die Gesellschaft in Warschau, indem der Staatssecretär Polens die Gründung eines Zweigvereines der Alliance als gesetzwidrig untersagte und bemerkte, daß die volle Emancipation der Juden Sache der Regierung sei und auswärtiger Einmischung nicht bedürfe. Auch blieben die Bemühungen der Alliance, auf die Verbesserung der Lage der Juden in Serbien Einfluß zu nehmen, ohne Erfolg. Der türkische Commissär in Belgrad erklärte, daß die Beschränkung der Juden aus Belgrad ein Votum der serbischen Nationalversammlung sei, gegen welches er weder handeln könne noch wolle.

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