Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 172 (sequence 192)
- Language
- German
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172 wobOhätige Wirkung. Wir wollen hier nur wenige Züge zur Illustration anführen. Wiederholt würdigte die Kaiserin Karolina Augusta in diesem Jahre die israelitische Kinderbewahranstalt Wiens ihres gnadenreichen Besuches. Wie viele Thränen die verewigte Erzherzogin Hildegarde auch in jüdischen Familien getrocknet hatte, das erfuhr man erst durch die aufrichtige Trauer, welche der beklagenswerthe Hintritt namentlich bei den Israeliten Ungarns und Schlesiens erzeugte. Der erlauchte Gemahl der verklärten Fürstin, Erzherzog Albrecht steht unter den Grundeigenthümern. welche ihren israelitischen Unterthanen die Wege zur Veredlung und Bildung bahnen, obenan; und schenkte in diesem Jahre der israelitischen Gemeinde zu Friedeck einen Baugrund von 600 Quadrat-Klaftern zur Errichtung einer Synagoge. Im Sinne dieser Denkungsart der Mitglieder des allerhöchsten Kaiserhauses erklärte Graf Wrbua als Verweser der Familienherrschaft Hollitsch die Synagoge frei von Abgaben. In Nachod in Böhmen betheiligten sich die Honoratioren und selbst der katholische Dechant an der Einweihung einer neuen Thorarolle. Und in gleichem Sinne äußert sich eine wohlwollende, vorurtheilsfreie Gesinnung unter allen Ständen, wohl aber nirgends so sehr als in der Reichshauptstadt, die in ihrer Herzensbildung jede andere europäische überragt, und von der mit Neckt gesagt wurde, daß hier die sociale Emancipation längst vollbracht worden war, bevor die bürgerliche noch eingeleitet worden. Die Feier aber, bei welcher diese Worte gesprochen wurden, gab ein neues Zeugniß dieses schönen Geistes. Es war jene, womit die Cultusaemeinde das Jubiläum ihres Predigers Mannheimer beging. Nach einhelligem Beschlüsse des Gemeind^rathes der Großkommune wurde dem hochverdienten Manne das Bürgerrecht der