Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 168 (sequence 188)
- Language
- German
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168 Znw ndung des jüdisch-ungarischen Contributionsfondes zur Verbesserung jüdischer Zustände das hervorragendste Ereigniß. Die Größe dieses nahezu an 1 \ Millionen betragenden Fondes läßt denselben ganz hiezu geeignet erscheinen. Die Bildung eines ungarischen Rabbiner-Seminars ward dabei zunächst ins Auge gefaßt, und die Statthalterei berief Vertrauensmänner, welche nach kurzen Verhandlungen dem Z'ele zusteuerten. Es kann dabei zur Beruhigung dienen, daß es der Oberrabbiner Steinhard aus Arad war, welcher mit der Abfassung des auch zur Grundlage der künftigen Organisation angenommenen Operates betraut war, und daß schon bei den Verhandlunlungen die Gegner des civilisatori- .schen Fortschrittes gebührend in die Schranken gewiesen wurden. Obschon der veröffentlichte Studienplan zu mancher Meinungsverschiedenheit geführt hat, so darf man doch den unternommenen Schritt als einen sehr erfreulichen begrüßen. Es steht im Antrag, daß ein Theil der Dotation dem zu gründenden Rabbinerseminar, ein anderer der Unterstützung jüdischer Elementarschulen zufallen soll. Von Seite der Mnnizipalbehörden wurde die Frage ob die Wahl von Juden zu Magistratsräthen und Stadthauptl uten zulässig sei, bejahend entschieden. In Gyönghös wurden unter 60 Gemeinderärhen sechs Israeliten ausgenommen, während noch vor 1848 in Erlau der Hauptstadt dieses Comitates kein Jude seinen Aufenthalt nehmen durste. Auch verdient es hcrvorgehoben zu werden, daß Deak, der hochgestellte Führer der sogenannten conservativen Partei es für nöthig hielt, sich gegen die staltgefundene Beschuldigung zu verwahren, als habe er ein, die Gleichberechtigung der Israeliten ungünstiges Gutachten abgegeben. Zum erslen Male erhielt auch ein Jude einen Sitz in der