Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 108)
- Language
- German
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88 Literatur große Aufmerksamkeit schenken zu können. Hat doch selbst'die, nunmehr bald ein Jahrhundert alte periodische Literatur mit ihrem steten Augenmerk auf die Gegenwart, die unausgesetzte Thätigkeit der hebräischen Presse kaum eines Seitenblicks gewürdigt; selten war von einem neuen hebräischen Buche die Rede, welches nicht durch theologische Beziehungen zur Gegenwart, oder eine wissenschaftliche Bedeutsamkeit, allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Erst im Jahre 1858 war es durch Verbindung mit buchhändlerischem Zwecke möglich, eine „Hebräische Bibliographie" zu begründen, welche freilich nicht mehr als etwa Ein Hundert Werke jährlich zur Kenntniß bringt, also noch sehr weit von der „Vollständigkeit" entfernt ist, die ihr in dem ersten der,, Rückblicke" dieses Jahrbuches zugesprochen wird i); obwohl alle möglichen Mittel angewendet werden, um das „Ghetto" zu öffnen, in welchem, nach dem Ausdruck des Literaturberichtes der deutschen morgenländischen Zeitschrift, noch im Jahre 1857 die hebräischen Bücher sich versteckten. Sie hatten auch Grund genug, sich als Nasiräer zurückzuziehen, da die Schwere der Censur ihren Hauptschmuck verstümmelt und mit lächerlichen Glatzen versehen hatte * 2). Der hebräische Buchhandel ist auf seinen Hauptmärkten im Wesentlichsten derselbe, der er vor einem Jahr- *■) Jahrbuch VI, 135. Dieser Rückblick nimmt auch zuerst auf die hebr. Literatur besondere Rücksicht, Seite 130—133. Der Name „Treves" (S. 13!. nach hebr. Bibl. I, Nr. 128) muß Dreysuß heißen. 2) Bergt, unter Anderen die interessanten Mittheilungen Mortara's über das Leier ha-Sikkuk, welches die Regeln der Censoren aus dem XVI. Jahrhundert enthält, in der „Hebräischen Bibliogr." 1862.