Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 210)
- Language
- German
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186 solchen Falle diese nächste Folge den Keim zu künftiger heilbringender .Entwicklung in sich trage! Pflegen wirdieBlüthe des Gedankens mit frommer Sorgfalt, auf -aß die Frucht der That baldigst an dem Baum der Erkenntniß reife!" Dieser milden Weisheit, der freilich auch die Ironie der Weisheit nicht fehlt, verdankt Riesser seine besten Erfolge; an der stillen, aber unwiderstehlichen Umwandlung der öffentlichen Meinung über die Stellung der Juden zum Staats- und Rechtsleben der Gegenwart, eine Umwandlung, die so Mancher, der früher zu den Gegnern gehörte, zu eigener Verwunderung an sich selbst erlebte, hat er durch unverdrossene Thätigkeit, durch einen Verein von Festigkeit und Gelassenheit den weitaus-HiöHten Antheil und auf diesem Wege — wir dürfen ihn wohl einen echt deutschen nennen — hat er die idealen Vorbedingungen zu jeder nachfolgenden Verbesserung aus dem praktischen Gebiete schaffen helfen. Am 2. April 1806 in Hamburg geboren, zog Riesser in seinen frühesten Lebensjahren mit seinen Eltern nach Lübeck, wo er die erste Jugendbildung erhielt. Nachdem die Familie im Jahre 1821 wieder nach Hamburg übergesiedelt war, besuchte er das Johanneum, wo er sich nicht blos durch Fleiß und Talent, sondern auch durch die Selbstständigkeit seines Studünganges eine solche Anerkennung bei seinen Lehrern erwarb, daß es ihm nachgesehen wurde, wenn er, zu Hause mit eigenen Arbeiten beschäftigt, zuweilen Wochen, ja Monate lang vom Gymnasium entfernt blieb. Er schied vom Johanneum, achtzehn Jahre alt, mit einer Abschiedsrede in griechischer Sprache und begann sein Rechtsstudium in Kiel, verweilte jedoch daselbst nur kurze Zeit, weil Heidelberg ihn unwiderstehlich anzog. Hier hat er unter der Anleitung von Thihaut und Mittermaier, denen er persönlich näher trat,