Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 139 (sequence 163)
- Language
- German
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139 die israelitische Bevölkerung die überwiegende ist, hat es aber noch nicht zur Errichtung Eines Gymnasiums gebracht! Günstigere Aussichten eröffnen sich noch in Lemberg. In den neu gewählten Vorstand sind Dr. Landsberger, Moser u. a. getreten, und haben es vor allem verstanden, Einigkeit unter den verschiedenen Parteien zum gemeinsamen Zwecke zu erringen. Dazu kam die Acquisition des Dr. Löwenstein der als ausgezeichneter Prediger eben so wie als hervorragender Talmudist bei Allen im Ansehen steht. Einer der ersten Schritte des neuen Vorstandes, dem wir unsere Zustimmung geben können, war, dahin zu petitiöniren, daß das vom Landesfonde der Errichtung eines galizischen Rabbinerseminar gewidmete Capital der weit dringlicheren Errichtung von Volksschulen in den Städten gewidmet werden möge. Es wäre auch nicht zu erwarten, daß auf diesem Boden sich ein Rabbinerseminar bilden sollte, geeignet, den Anforderungen der Zeit Rechnung zu tragen, und es bleibt eine bittere, tief einschneidende Ironie, wenn derartige Institute, welche der ganzem österreichischen Judenheit zum Heile gereichen sollen, von Lemberg und — Preßburg aus gehen sollen. Dahin aber führt der Mangel an energischer Beherzigung der hohen gemeinsamen Bedürfnisse in den dazu vorzugsweise berufenen Kronländern und Gemeinden. Weiterhin ist die Lemberger Gemeinde bemüht, ihre eigene Organisation zweckmäßiger zu gestalten. Den bedeutendsten Anhaltspunkt dazu gewährt die Anwesenheit des als eben so wohlwollend wie einsichtsvoll verehrten Landeschefs v. Mensdorff. In Krakau erhält sich zwar der geregelte Gottesdienst innerhalb einer verhältnißmäßig geringen Zahl von Gemeinde-