Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 116)
- Language
- German
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— K2 — j eines reichen Tischlers christl. Confession auf und ein Kru- | cifix, zwei Heiligenbilder, ' ein Gebetbuch und'einige Rosenij kränze war alles, was ich von Gegenständen, die dem reli-! giösen Bedürfnisse dienen, zu verzeichnen hatte. — Und dieses j arme Schneiderlein muß ein weitläufiges Apparatenkabinet! aufbieten, in welchem ein-Capitälchen -todt'liegt? -Ist'es ] denkbar, daß eine solche Organifirung des Hausrathes allgemein wäre?" j „Ich habe hier nichts gesehen, ebwiederte ich, chas aüch nur das Maß des Nothdürstigsten überschritte, und nicht auf das Aermste^ und Kärglichste sich beschränkte, was sich nicht in jedem jüdischen Hauswesen fände, däs in' selbem Geiste Und Sinne bestellt ist." „Nicht doch! meinte August. Jtzig mußte etwas Bildung? voraus haben. Was sollte sonst jener Schrein im Hintergründe bedeuten, in dem seine Hausbibliothek üch befindet. Ein Dorsschneider und eine Hausbibliothek —• das ist doch immerhin ungewöhnlich." — „Nicht so sehr, wie es scheint. Die Juden früherer Zeiten kauften Bibliotheken an, auch wenn sie kaum zu lesen j verstanden. Die Achtung vor der Wissenschaft, die dem Volke j heilig ist, legte ihm die Pflicht auf, die Literatur zu unterstützen. Man kaufte rabbinische Bücher an, in der Hoffnung j aus einen gelehrten Sohn, Enkel oder Schwiegersohn, man legte Privatbibliotheken an, um die Wohnung zu weihen, fromme Forscher, Jünger der Theologie in das Haus zu locken, und die Räume von heiligen Lauten durchtönen zu lassen — Doch war dies immerhin nur eine Munificenz der reichern Juden. Es sollte mich wundern, weUn Jtzig auch dieses Opfer j sich auferlegt hätte." — j