Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 83)
- Language
- German
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59 bürg eine jährliche Summe von sechszig Gulden zahlten. Bedenkt man, daß in jener Zeit das Geld mindestens einen zehnfach höheren Werth hatte als jetzt, und daß die Besitzer eine politisch freie Stellung einnahmen. so kann man sich einen Begriff von dem Reichthume der damaligen „reichen Frankfurter., machen. Noch mehr aber springt ihr großer Reichthum in die Augen wenn man ihre großartigen Geldgeschäfte betrachtet. Mancher „reiche Frankfurter" trieb sein Ge chäst in einem Umfange, in einer Art und Weise, weiche man nur mit denen der ersten heutigen Banquierhäuser vergleichen kann. Sie liehen den Städten und Räthen geistlichen und weltlichen Fürsten. Als in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts die vier wetterauischen Städte ein Geschütz bedurften und es ihnen an den nöthigen Mitteln fehlte, war es Simon von Seligenstadt, der ihnen das Ge^d vorschoß. Simon war damals der Frankfurter Rothschild. Zu gleicher Zeit lieh er der Stadt Frankfurt beträchtliche Summen, er war der Agent für dortige und auswärtige Klöster, so wie für fremde Regierungen. Der Mentzen (Mainzer) Salomon besorgte die Geldgeschäfte für die Herren von Schwarzenburg, namentlich in manchen Jahren die Erhebung und Einsendung der Frankfurter Reichssteuern, welche jene Herren statt des Kaisers lange Zeit zu erheben hatten. Sonderbar und deshalb bemerkenswerth ist, daß damals auch die Frauen an der Spitze der Handelshäuser standen und als Teilnehmerinnen in den Firmen figurirten. Frau Zorlyne von Dieburg, die Gattin des Fistelin von Dieburg, der ebenfalls ein Bankhaus hatte war die bedeutendste unter ihnen und machte dem reichen Seligmann allem Anscheine nach nicht selten Concurrenz; 1390 führte sie mit dem Edel-