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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1862-01-01 · Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862) · p. Seite 156

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, neunter Jahrgang 5623 (1862-1863) (1862)
Date
1862-01-01
Page
Seite 156 (sequence 176)
Language
German
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und Vater tmMen heiß verehrt; und nach demTode tief betrauert und nahm einen allgemeinen geehrten Auf in'8 Grab mit. Er hinterließ eine Gattin, die Tochter des verstorbenen Commerzienrathes Eduard Marx, mit welcher er 21 Jahre in glücklicher Ehe gelebt, und zwei hoffnungsvolle Söhne, deren Fortschritte in ihren Studien den Abend seines Lebens erheiterten. Bei seiner feierlichen Bestattung am israelitischen Friedhofe zu München hielt der Rabbiner dem Verblichenen eine Leichenrede, die zugleich den Abriß seines verdienstvollen Lebens umfaßte. Professor Samuele Romanin starb am 9. September 1861 zu Venedig in dem rüstigen Mannesalter von 53 Jahren. Kein drohendes Anzeichen war dem nach kurzer Krankheit rasch eingetretenen Tode vorangegangen; der Hingeschiedene hatte sich der ganzen Fülle seiner reichen physischen und geistigen Kraft erfreut, als die heimtückische Krankheit die Wurzeln seines Lebens erfaßte und ihn schon nach drei Tagen den Scinigen entriß. Verwandte und Freunde beklagen den Verlust des mit den glänzendsten Eigenschaften des Gemüthes und Geistes ausgerüsteten Mannes; die gelehrte Welt ist um einen der eifrigsten Forscher auf historischem Gebiete ärmer geworden. Romanin, Sohn einer gebildeten, aber mit Glücksgütern nur karg bedachten israelitischen Familie, war als zwölfjähriger Knabe bereits verwaist; nichtsdestoweniger begab er sich sofort von Triest nach Venedig und zwar mit drei jüngeren Geschwistern, denen er in dem Alter, in welchem Andere noch Leitung bedürfen, bereits ein treuer, fast väterlicher Führer war. Sein mit seltener Willensfertigkeit gepaarter frühreifer Geist setzte ihn schon damals in den Stand, Andere zu unterrichten und aus diesem Wege für seinen und der Seinigen Unterhalt zu sorgen. Dem Studium fremder Sprachen gab er sich mit besonderem Eifer hin; den in denselben erlangten Kenntnissen verdankte er die An-

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