Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 211)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-2609296--4913-2612262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
einmal bei meinen Kindern erlaben, ehe ich wieder den Stecken zur Hand nehme. . Man sagt, es bringt Glück, wenn Einem sein eigenes Kind ftüher einschenkt. . nnd ich will wieder Glück haben, es mag wollen oder nicht. . . Die guten Kinder, da plagen und martern sie sich, weil ich's nicht verstanden habe, ihr Vater zu sein, imfe laufen hin, um mir Essen und Trinken zu bringen . . . und ich habe ihnen doch nichts mitgebracht als einen hölzernen Stecken ... Aber ich will's ihnen wieder zurückzahlen, so wahr mir Gott helfe. . ich will sie wieder reich machen ... Ich Hab' ja nichts als den hölzernen Stecken .. Und Geld muß ich dazu haben .. ohne Geld ist kein Spiel — und kein Glück . .« Allmälig war in die aufgeregten Züge Anschels eine gewisse Nachdenklichkeit getreten; seine Lippen waren zusammengekniffen, die Stirne hatte sich in krause Falten gelegt, während die Augen mit gläserner Unbeweglichkeit in eine Art unsichtbaren Gedankefflebens zu starren schienen. Ephraim hatte sich bis dahin regungslos verhalten, es war klar, der Vater wußte nicht, daß er anwesend sei. Sollte er sich verrathen? . . Von Schauern durchrieselt, jedes Haar aus dem Kopse gesträubt, ließ er die sonderbaren Reden über sich ergehen . . Etwas in ihm wollte frohlocken, aber ein Anderes riß ihn wieder in die bodenlosen Abgründe des Entsetzens. Da sah er, wie sich die Augen seines Vaters langsam nach dem Kasten richteten, der in einer Ecke der Stube stand, und daselbst hasten blieben. »Warum er nur den Schlüssel stecken läßt,« hörte er ihn zwischen den Lippen murmeln . . »Gudule hat's auch nicht anders gemacht, und das hat er von ihr . . Ich muß es ihm doch sagen,, wenn er zurückkommt.. Man darf einen Schlüssel niemals steckenlassen . . niemals . . unter keinen Umständen . .« Der Eintritt Veilchens unterbrach den unheimlichen Gedankengang des alten Spielers. Ephraim athmete auf, er hätte ohne