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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1861-01-01 · Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861) · p. Seite 163

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
Date
1861-01-01
Page
Seite 163 (sequence 187)
Language
German
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163 Ernst dabei, und es erging ihm wie Jedem, dem Gudüle's Wesen, besonders ihren Augen gegenüber, die Welt mit Allem, was darin schlecht und entweiht ist, anders und zwar besser erschien. Nirgendwo vielleicht hat man ein feineres Gefühl für die Anzeichen jener grauenhaften Krankheit, deren Geschichte aus — einem Kartenblatte steht, als unter den Leuten in der »Gasse«. Unsichtbar deutende Finger sind dort überall ans den »Spieler«, an dem. wie es im Sprichwort heißt, kein Brösele Segen ist, gerichtet, und warnen vor ihm. Trunk und Schlemmerei fordern wenige Opfer, aber fast jede »Gasse« weiß von Einem oder Mehreren eine Geschichte zti erzählen, die mit einem Kartenblatte anfängt und mit unheimlichem Ende aushört. Zn jenem rastlosen Kampfe, den die »Gasse« mit den Mächten des Lebens zu bestehen hat, mag es nicht befremden, wenn so Mancher, dem der endliche Sieg beharrlichen Fleiße in zu weiter Ferne liegt, nach den gemalten Blättern greift, um dem blinden Glücke ei» übermüthig schallendes Gelächter abzugewinnen. Darum war die Aufmerksamkeit der Leute mit einer Art Spannung auf die fernere Entwicklung eines Characters wie Anschel's gerichtet, man verfolgte mit einem Gefühle künstlerischen Behagens jeden seiner Schritte und Tritte, denn aus langer Erfahrung weiß die »Gasse«, daß man einem Spieler nicht trauen darf. Als ahnte es Anschel, daß Aller Augen auf ihm liegen, hütete er sich mit einer beinahe zur Schau getragenen Absichtlichkeit, irgend einer der über ihn gehegten Voraussetzungen Recht zu verschaffen. Oder genoß er wirklich mit unbewußter Hingabe des Glückes, das Gudule's Wesen ihm entgegenttug? Es hatte wenigstens den Anschein; nichts deutete daraus hin, daß er selbst in heimlichster Stille den Lockungen jenes.Lügengeistes folgte. Sein Geschäft blühte — und Gudule hatte ihm einen Sohn geboren. »Nun, Gudule, mein Kind,« fragte damals der Randar seine 11 *

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