Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 146)
- Language
- German
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122 Leider ist daraus wenig über den Inhalt der gleichzeitig überreichten Abhandlung: »Ueber die cubische Kompressibilität einiger homogener fester Körper^ zu entnehmen. Hoffentlich wird dieselbe bald ihrem ganzen Umfange nach publicirt werden, so wie auch zu erwarten steht, daß die andern oben erwähnten ganz oder theilweise vollendeten Arbeiten der Oesfentlichkeit nicht werden entzogen werden. Arbeiten wie diese haben stets einen bleibenden Werth, sie wirken befruchtend aus die Fortentwicklung der Theorie, während gleichzeitig eine nüchterne und strenge Kritik jedes Uebergreifen theoretischer Speculationen hintanhält. Wie auch immer die schließliche Entscheidung über Wertheim's theoretische Vorstellungen ausfallen mag, die Fülle von gut beobachteten und daher für alte Zeiten feststehenden Thatsachen, mit denen er die Physik bereichert hat, sichern ihm einen ehrenvollen und unvergänglichen Ruhm in der Geschichte der Wissenschaft. Kehren wir nun zu den äußeren Lebensverhältnissen Wertheim's zurück. ImZahre1851, als Wertheim bereits einen bedeutenden Ruf als Physiker erlangt und unsere Aeademie ihn zu ihrem eorrespondirenden Mitgliede gewählt hatte (1848), kam er nach Wien und erklärte sich auf den dringenden Wunsch seiner Familie bereit Schritte zu thun, um in ehrenvoller Weise eine seinen Talenten und Leistungen allgemessene Stellung zu erhalten. Man hatte ihm aber damals in Oesterreich nichts Anderes als eine Doeentur an der Universität in Wien anzubieten! Und selbst dies galt zu jener Zeit bei der Eonsession, der Wertheim angehörte, schon als eine große Goncession. An jede weitere Aussicht wurde die Bedingung seines Uebertrittes zur katholischen Kirche geknüpft. Daß Wertheim einen Glaubenswechsel um eines Vortheils willen zurückwies, war bei seinem Eharaeter vorauszusehen. Ties verstimmt kehrte er daher nach Paris zurück, um dort nicht nur seinen bleibenden Aufenthalt zu nehmen, sondern sich auch als Franzose nationalisiren §u lassen. Oesterreich und mit ihnl Deutschland hatten aus diese Weise einen ausgezeichneten Forscher verloren, während seine Arbeiten nun mit dazu beitragen den Ruhm der französischen Gelehrsamkeit zu ver-