Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 139)
- Language
- German
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115 die innere Konstitution der Körper sich ganz bestimmten Bedingungen fügt. In der That war man schon geneigt die einfachere Theorie Poisson's, aus die Autorität seines Namens und auf einige flüchtige Versuche hin, als den Thatsachen vollkommen entsprechend zu betrachten, obgleich man nur auf viel gründlichere Experimentaluntersuchungen gestützt, als bis dahin, angestellt worden waren, darüber hätte entscheiden können. — Durch sorgfältige und genaue Versuche möglichst verläßliche Zahlen zu gewinnen, auf dieser Grundlage die etwaigen Beziehungen zu andern physikalischen Eigenschaften aufzusuchen, und das Gesammtverhalten der auf diese Weise wohl studierten Körper mit den Ergebnissen der Theorie zu vergleichen: dies war die Aufgabe, die sich Wertheim stellte. Schon im Juli 1841 übergab er der Pariser Academie ein versiegeltes Packet, worin er, gestützt auf die bisher bekannten Zahlen, auf einen möglichen Zusammenhang des Elasticitäts-Eoöfficienten mit der Moleculardistanz der verschiedenen Körper, wie selbe sich aus dem Verhältniß von Aequivalent und Dichte ergibt, aufmerksam machte. Im Juli 1842 überreichte er der Academie seine erste Arbeit: »lieber die Elasticität und Eohäsion der Metalle.« Er suchte darin allen Anforderungen gerecht zu werden, die man an einen genauen und umsichtigen Experimentator stellen kann. Die zu den Versuchen bestimmten Stücke waren in möglichster Reinheit hergestellt, ihre Erzeugungsart und jeweilige accidentelle Beschaffenheit genau bekannt. Bei allen Metallen war der Elasticitäts-Coefficient nach den zwei Hauptmethoden bestimmt worden, nämlich nach der directen Ausdehnung durch Gewichte und nach den tönenden Schwingungen. Die mehr oder minder große Uebereinstimmung beider Resultate gab einen Maßstab für den Grad der Annäherung, mit dem die wirkliche Constitution der Körper dem idealen Zustand entspricht, den man der Elasticitätstheorie zu Grunde legt. Auch richtete er seine Aufmerksamkeit auf die sogenannte Elasticitätsgrenze, einen ziemlich unbestimmten Begriff, den man bis dahin ohne genügende Berichtigung durch das Experiment immer noch beibehalten hatte; er zeigte, daß diese Elasticitätsgrenze eigentlich nur die Grenze der für uns sichtbaren und meßbaren Bewegungen ist, denn schon die kleinsten Kräfte bringen an jedem noch so elastischen Körper bleibende Deformationen hervor, und die Herstellung eines dauernden Gleichgewichts 8 *